08.12.2016 / 21:06 | Aktuelle Mondphase: zunehmender Mond

Spinnfischen: Techniken, Köder, Gerät & Philosophie.

Beim Spinnfischen geht es in erster Linie darum, einem Raubfisch (hierzulande primär dem Hecht, Zander, Barsch, Forelle und Rapfen) einen scheinbar angeschlagenen oder flüchtenden Kleinfisch vorzuspielen. Der Fangerfolg beim Spinnfischen basiert darauf, dass die Raubfische instinktiv auf Schlüsselreize (hektische Bewegungen, Aufblitzen des Köders, Druckwellen) reagieren. Ihre Aufgabe ist es, ihr Biotop sauber zu halten und nur die stärksten Fische überleben zu lassen. (Darwin lässt grüßen: „Survival of the fittest.“) Man spricht deshalb vom Beißreflex, den es auszulösen gilt.

 

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Spinnfischen geht ab. Manchmal ist der Weg zum Fisch richtiger Sport.

 

Zielfisch-Spektrum beim Spinnfischen

Mit der Spinnrute kann man nicht nur Raubfische fangen. Auch Weißfische und Karpfen beißen gern auf Spinnköder, wenn man sie richtig anbietet. In unserem Archiv findet man viele Artikel zum Spinnfischen auf:

 

Spinnfischen bedeutet „aktives Angeln“

Der Köder muss also immer in Bewegung gehalten werden. Das verlangt vom Angler natürlich mehr Einsatz als das Ansitzangeln (wobei wir den Ansitzanglern den Einsatz nicht absprechen wollen. Sie bereiten sich ja auch gewissenhaft vor und müssen oft kofferraumweise Angelgerät ans Wasser schleppen). Als Spinnfischer muss man vor allem an die Methode glauben und Kraft daraus schöpfen, dass der Biss mit jeder Sekunde näher rückt, die der Köder seine Bahnen zieht. Manchmal dauert es Stunden oder Tage, bis man einen Biss bekommt (vor allem Meerforellen können tierisch zicken bzw. nicht am Platz sein). Manchmal attackiert ein Räuber schon beim ersten Wurf.

 

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Spinnfischen am Bodden: Man braucht nicht immer ein Boot, um hier erfolgreich zu sein. Hier drille ich einen Barsch.

 

Wer sich dem Spinnfischen verschrieben hat, weiß, dass es oft lange Phasen ohne Biss gibt. Dafür rummsen die Fische aber auch ordentlich in die Rute rein. In vielen Angelvideos zum Thema Spinnfischen kann man sehen, wie sehr sich die Protagonisten über einen Fisch freuen.

 

 

Ein erfolgreicher Spinnfischer wird man nur mit Ergeiz und Vertrauen in die Köder und Methoden.

Wir unterscheiden im Wesentlichen vier Köderkategorien:

  • Blechköder (Spinner, Blinker, Cycaden, Jig-Spinner, Zocker, Balance-Jigs…)
  • Hardbaits (Crankbaits, Twitchbaits, Lipless Crankbaits)
  • Oberflächenköder (Stickbaits, Popper, Wake Baits)
  • Softbaits (Action Shads, No-Action Shads, Creatures, Twister, Krebse…)

Für all diese Köder braucht man verschiedene Ruten und Rollen. Mal ist geflochtene Schnur besser, mal Monofile, mal Fluorocarbon. Die Teamangler haben oft eigene Blogs, in denen sie Auskuft geben. So z.B. das Shimano-Team. Hier findet der Einsteiger viele tolle Tipps.

Z.B. einen Gummi-Rutenguide: http://www.shimanofishnetwork.de/prostaff/?s=Ruten+guide

Ausführliche Ruten-Besprechungen: http://www.shimanofishnetwork.de/prostaff/dialuna-906m-der-langstrecken-stecken-funzt/

Oder auch Praxis-Tipps: http://www.shimanofishnetwork.de/prostaff/ul-solid-tip-angeln-im-hafen/

Auch über einzelne Köder wird berichtet: http://www.shimanofishnetwork.de/prostaff/max-rap-fat-shad-fss/

 

Spinnfischen mit Blech

Die ersten serienmäßig produzierten Spinnköder waren aus Blech. Das Spinnfischen mit Blinkern und Spinnern hat demnach eine lange Tradition. Und auch heute noch eine Daseinsberechtigung. Am Forellenbach ist der Spinner immer noch ein Fischgarant. Und wahrscheinlich werden auch in 100 Jahren noch Boddenhechte beim Spinnfischen „herausgelöffelt“ (mit dem Blinker gefangen). Grundprinzip der Köderführung bei beiden Ködertypen ist das lineare Einkurbeln. Der Köder wird also auf einer Linie eingeholt (horizontale Führung). Beim Spinnfischen mit Blinkern oder Spinnern werden also eher ober Wasserschichten oder das Flachwasser nach Fischen abgesucht. Ein Mittel zum Auslösen des Beißreflexes ist der vielzitierte „Spinnstopp“. Hier die Köderführung einfach kurz unterbrochen, so dass der Köder durchsackt, seinen Reizmechanimus temporär aussetzt, um nach dem Stopp frisch anzustarten. Das neuerliche Einsetzen der Druckwellen und Lichtreflexe lässt den den Köder verfolgenden Raubfisch (viele schwimmen einfach nur interessiert hinterher) zuschnappen.

 

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Besonders das Spinnfischen auf Meerforelle erfordert viel Geduld und Ausdauer. Wer aber lange genug den Blinker in die Fluten schmeißt, wird irgendwann mit einem Traumfisch belohnt.

 

Spinnfischen mit Gummifischen, Twistern, Creature Baits und anderen Gummi-Tieren

Sehr populär ist das Spinnfischen mit Gummis. Warum? Die Köder sind erschwinglich, überzeugen die Fische durch lebensechtes Beißgefühl, ihre lebensechte Optik und ihren Köderlauf. Und vor allem: Mit Gummis am Bleikopf (Jighead) kommt man in jede Wassertiefe. Man kann unter der Oberfläche fischen oder im Mittelwasser und auch am Grund. Populäre Techniken beim Spinnfischen mit Gummi sind das Einleiern (lineares Durchkurbeln wie beim Blech), das Jiggen (der Gummifisch wird mit der Rutenspitze angezupft) oder das Faulenzen (die Köder wird über schnelle Rollenumdrehungen vom Grund abgehoben). Wenn man den Gummifisch über den Grund hüpfen lassen will, muss er zunächst herunter. Das erreicht man mit dem Bleikopf. Über den Fangerfolg beim grundnahen Spinnfischen mit Gummis entscheidet die Absinkphase. Je aktiver die Raubfische sind, desto kürzer muss sie ausfallen (manchmal reicht eine Sekunde). Je fauler bzw. träger Barsch, Hecht und Co. sind, desto länger muss sie ausfallen (manchmal sind 4 Sekunden zu kurz). Das erreicht man mit der Wahl des  Bleikopfgewichts.

 

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Das Spinnfischen auf Zander lebt mehr vom aggressiven Biss als von den Drills. Auch diese Disziplin ist nix für ungeduldige Menschen. Topköder auf Zander ist meistens der Gummifisch.

 

Spinnfischen mit Wobblern

Das Spinnfischen mit Wobblern („Hardbaits“) gewinnt immer mehr Freunde. Das liegt daran, dass diese echten Fischen täuschend echt nachempfundenen Köder aus Plastik oder Balsaholz teilweise extrem gut fangen, wenn man sie versteht. Beim Spinnfischen mit Wobblern kann man sich auch darauf verlassen, dass die Räuber den eingekurbelten Köder greifen. Das ermöglicht ein schnelles Absuchen der Hotspots. Man macht das vorrangig mit dickbauchigen Wobblern (Crankbaits). Durch hohe Wasserverdrängung und den agilen Lauf reizen sie beim schnellen Einholen. Schlanke Minnows werden oft besser getwitcht. Bei dieser Technik des Spinnfischens schlägt man den Köder durchs Wasser. Erbricht dann immer zu Seite aus und täuscht eine Flucht an. Ein Sonderfall sind Suspender, die man kurz stehen lassen kann. Weil sie schweben (suspenden), bietet man den Raubfischen i Stillsand eine leichte Beute. Das nutzen sie gerne aus und greifen in der „Twitchbause“ an. Dann gibt es noch Lipless Cranks, also Wobbler ohne Tauchschaufel. Hier sitzt die Öse am Rücken. Der Vorderrücken fungiert dann als Tauchschaufel. Diese Köder werden entweder eingekurbelt oder gejiggt wie ein Gummifisch.

 

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Das Spinnfischen mit Crankbaits ist eigentlich nicht besonders kompliziert. Auswerfen, durchkurbeln, Fische fangen.

 

Spinnfischen mit Oberflächenködern (Topwater Lures)

Das Spinnfischen mit Oberflächenködern ist besonders spektakulär, weil man die Bisse sieht. Manchmal sieht man sogar eine Bugwelle heranrauschen, bevor die Wasseroberfläche explodiert. Stickbaits sind schwimmende Stöcke (Zigarrenform), die man im Zickzack über die Wasseroberfläche laufe lässt (Walking the Dog). Popper haben eine breite Schnauze. Wenn man sie anruckt, spritzt ds Wasser auf und es ertönt ein Ploppen, dass den Raubfischen eine Jagd vortäuscht und sie von weitem anlockt. Andere Oberflächenköder sind Frösche (aus Plastik oder Gummi), Insektenimitate, Propbaits (Köder mit einem Propeller oder auch mit zwei Rotoren) etc. Hauptabnehmer sind Hechte, Rapfen, Barsche, Forellen, Döbel und Alande.

 

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Der heikelste Moment beim Spinnfischen auf große Barsche ist die Landung…

 

Schnurwahl beim Spinnfischen

Bei Spinnfischen hat man drei Schnurtypen zur Auswahl: monofile Schnur, Fluorocarbon und geflochtene Schnur. Monofile Schnur (Mono, Silk, Sehne) hat Dehnung und schwimmt. Sie eignet sich in erster Linie für eine lineare Köderführung bei der es nicht drauf ankommt, zarte Bisse zu erfühlen. Durch den Puffereffekt können sich einmal gehakte Fische nicht mehr abschütteln. Viele Crankbait-Spezialisten schwören auch Mono, weil sie den Fischen etwas Raum bietet, den Köder anzusaugen. Auch zum Spinnfischen mit Spinnern (vor allem auf Forellen und Dorsch) wir Mono oft bevorzugt. Fluorocarbon wird beim Spinnfischen immer dann eingesetzt, wenn man etwas tiefer runter will als mit einer Monofilen, aber dennoch etwas Dehnung braucht. Denn Fluorocarbonschnüre (kurz FC) sinken und haben Dehnung (etwas weniger als Monofile). FC ist zudem abriebfester als Mono und hat den selben Lichtbrechungsindex wie Wasser. Damit ist die Schnur weitgehend unsichtbar – sagt man. Beim Spinnfischen wird FC deshalb gern als Leader zwischen geflochtener Hauptschnur und Köder bzw. geflochtener Hautschnur und Stahl-Vorfach geknotet. Der beim Spinnfischen am meisten zum Einsatz kommende Schnurtyp ist geflochtene Schnur (Braid). Diese besteht aus mehreren (Dyneema-)Fasern, die zu einem dünnen Strang verwoben sind. Je mehr Stränge verwendet werden und je enger die Wicklungen, desto runder die Schnur. Deshalb bieten immer mehr Hersteller nach 8-Braids (8 Stränge) inzwischen auch Schnüre mit noch mehr Fasern an. Hauptvorteil der Geflochtenen beim Spinnfischen: Kaum Dehnung und mehr Tragkraft bei geringerem Durchmesser. Damit kommen die Bisse viel direkter an. Man kann sofort anschlagen und bekommt die Haken auch über große Distanz im Fischmaul verankert.

 

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Die meisten Spinnfischer setzen auf geflochtene Schnur, weil sie die Bisse am besten überträgt.

 

Die Hauptunterschiede zwischen den einzelnen Schnurtypen und ihre Einsatzgebiete in Tabellenform:

 

Schnurtyp Eigenschaften Haupteinsatzgebiete
Monofile –          dehnt sich

–          schwimmt

–          transparent

Wobbeln mit Crankbaits, Spinnern, Blinkern – allgemein: Angeln mit Zugködern.
Fluorocarbon –          geringere Dehnung als Mono

–          sinkend

–          ähnlicher Lichtbrechungsindex wie Wasser (weniger sichtbar)

–          etwas weniger Tragkraft als Mono

–          hohe Abriebfestigkeit

Finesse-Angeln (Dropshotting, Texas-Rig-Angeln, Carolina-Rig-Fischen, Splitshotting…) Spinnerbait-Angeln, Cranken, Twitchen. Aber auch Gummifischangeln. Als Vorfachmaterial unersetzlich zwischen Hauptschnur und Geflochtener (1 m bis 3 m).
Geflochtene –          keine Dehnung

–          hohe Tragkraft

–          geringer Durchmesser

–          auftreibend

Gummifischangeln, Twitchen, Cranken, UL-Angeln… immer dann, wenn es auf Sensibilität und Wurfweite ankommt.

 

 

Rutenwahl beim Spinnfischen

Die Auswahl an speziellen Ruten zum Spinnfischen ist groß. Um nicht zu sagen riesig. Es gibt kurze und lange Spinnruten. Brettharte Modelle und butterweiche. Viele davon haben ihre Daseinsberechtigung. Was die Aktion angeht, kann man sagen, dass Ruten umso weicher sein können, je mehr Zug auf dem Köder ist. Beim Spinnfischen mit Spinnern oder Crabkbaits zu Beispiel ist eine weiche Rute von Vorteil, weil sie den Fischen das Inhalieren der Wobbler oder Spinner erleichtert. Zum Spinnfischen mit dem Gummifisch bevorzugen die meisten Angler Ruten mit einer harten Aktion. Damit können sie den Shad oder Twister gut beschleunigen. Vor allem aber überträgt eine harter „Blank“ in Kombination mit einer geflochtenen Schnur jeden noch so vorsichtigen Biss. Auch die Anhiebe kommen auf Distanz mit einer harten Rute besser durch. Die Rutenlänge richtet sich beim Spinnfischen erstens nach der Köderart und -präsentation aus. Zweitens danach ob man vom Boot oder vom Ufer angelt. Wann immer ein Spinnfischer den Köder filigran bearbeiten will, ist eine kurze Rute besser. Sie hat den kleineren Hebel. Damit wird die Köderführung präziser. Zum Twitchen von Minnow-Wobblern (die schlanken Modelle) nimmt man z.B. am besten kurze Ruten (1,6 bis 2,1 m). Als Uferangler muss man beim Spinnfischen aber manchmal Kompromisse machen. Denn kurze Ruten werfen ei n bisschen kürzer. Vor allem aber kommt der Anhieb eben nicht so gut durch wie mit einer langen Rute. Zum Gummifischangeln auf Distanz ist einer lange Rute (ab 2,4 m) also besser. Zum Spinnfischen an Steinpackungen braucht man eine lange Rute, um die Köder nicht in die Steine zu ziehen, bzw. um einmal festgesetzte Köder wieder herausfummeln zu können.

 

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Spinnfischen mit der Ultralight-Rute geht richtig ab. Vor allem, wenn ein großer Fisch am Haken hängt.

 

Ruten-Guide zum Spinnfischen

Jeder Angler hat seine eigenen Vorlieben. Manche angeln lieber harte Ruten, andere etwas weichere. Je weiter man werfen muss, desto länger darf die Rute sein. Je schwerer der Köder, desto mehr Wurfgewicht braucht man. Hier ein Leitfaden für Ruten zum Spinnfischen:

Methode Wurfgewichtsbereich Länge Aktion
Gummifischangeln auf Hecht 20 – 120 Gramm 2,4 bis 3,0 m Spitzenaktion
Gummifischangeln auf Zander 10 – 80 2,1 bis 3 m Spitzenaktion
Gummifischangeln auf Barsch 2 – 40 Gramm 1,8 bis 3 m Spitzenaktion
Twitchen auf Barsch 2 bis 25 Gramm 1,8 bis 2,4 m Spitzenaktion
Cranken auf Barsch 5 bis 30 Gramm 1,8 bis 2,4 m semiparabolisch
Spinnern auf Forelle 2 bis 25 Gramm 1,8 bis 2,4 m semiparaboloisch
Ultralight Spinnfischen 0,5 bis 10 Gramm 1,8 bis 2,4 m Solid Tip

 

Spinnfischen mit der Stationärrolle

Im Zusammenhang mit dem Spinnfischen wird am häufigsten die Stationärrolle empfohlen. Sie ist einsteigerfreundlich und ermöglicht nach ein bisschen Übung weiter Würfe ohne Schnursalat (Perücken). Über den Schnurfangbügel wird die Schnur umgelegt und auf der Spule verlegt. Ganz wichtig: Den Schnurfangbügel vor dem Auswerfen immer öffnen. Es gibt wesentliche Unterschiede bei den Stationärrollen. Nicht nur in Sachen Qualität. Dazu nur ein kurzer Einschub: Da die beim Spinnfische im Gegensatz zum Ansitzangeln einer Dauerbelastung ausgesetzt ist, ist man besser bedient, wenn man sich für ein Qualitätsprodukt entscheidet. Billigrollen machen schnell die Grätsche. Wesentliche Kriterien sind zum Spinnfischen die Übersetzung (sie bestimmt den Schnureinzug pro Kurbelumdrehung) und die Größe. Je kleiner die Übersetzung (als je kleiner die Zahl hinter 1:X,Y), desto langsamer ist die Rolle. Wer sich also schnellen Techniken des Spinnfischens zuwenden will, nimmt besser eine Rolle mit einer hohen Übersetzung. Wer besonders präzise und langsam fischen will, nimmt einer Rolle mit niederer Übersetzung. Außerdem zu beachten: Je niedriger eine Rolle übersetzt ist, desto stabiler ist ihr Getriebe. Die Rollengröße wird von führenden Herstellern in 1000er-Schritten angegeben. Eine 1000er ist eine kleine Rolle wie man sie zum Spinnfischen auf Barsch verwendet. Es gibt auch Zwischengrößen. 2500er zum Beispiel (ziemlich „allround“). Eine 10000er ein Gigant zum Spinnfischen auf große Salzwasserfische. Zum Barschangeln und für Forelle nimmt man eine 500er bis 2500er. Zum Spinnfischen auf Zander 2500er bis 4000er. Zum Spinnfischen auf Hecht 4000er bis 6000er. Wobei eine 6000er schon mächtig groß ist. Aber eben auch stabil. Für manche Köderbraucht man das. Zum Spinnfischen auf Waller darf es dann auch mal eine noch größere „Statio“ sein.

 

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Finesse-Spinnfischen auf Barsch: Es gibt viele Techniken. Nicht jede bringt Fisch. Hier hat’s mit dem Carolina-Rig geklappt. Schöner Barsch auf bunten Krebs.

 

Spinnfischen mit der Multirolle (Baitcaster)

In den USA wachsen die Jungangler schon mit der Baitcaster auf. Das leigt unter anderem daran, dass dort drüben viel auf Schwarzbarsch gefischt wird und man dazu oft größere Köder nimmt. Denn ganz klar: Je schwerer der Köder, desto leichter ist das Werfen mit der Multirolle. Beim Baitcasten kleinen Ködern kommt es vor allem in Gegenwindsituationen häufig zum Schnurstau und Perücken. Die Schnur wird hier in einer Linie von der Rolle gezogen. Je leichter der Köder ist, desto weiter muss man die Bremssysteme (Fliehkraft-Bremse und/oder Magnet-Bremse) öffnen. Das birgt die Gefahr, dass sich die Spule schneller dreht als der Köder Schnur abzieht. Wenn man’s aber erstmal kann, bringt dieser Rollentyp viele Vorteile – gerade beim Spinnfischen. Zum einen wirft man präziser. Zum anderen ist die Wurffrequenz höher (der Bügelumlegprozess entfällt). Und dann hat man auch ein ganz anderes Köder- und Drillgefühl, weil die Schnur nicht umgelegt wird. Manche Wurftechniken lassen sich viel besser mit einer Baitcaster realisieren. Auch hier gibt’s große und kleine Modelle, schnelle und langsame. Manche sind rund, manche „Low Profile“.

 

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Die Calcutta Conquest ist vielleicht die schönste Rolle auf dem markt. Spinnfischen lebt auch vom Tackle-Hype.

 

Feines Spinnfischen

Oben haben wir ein paar klassische Methoden aufgezählt und die typischen Köder gelistet. Hier unten geht’s noch einmal speziell um das feine Spinnfischen. Schließlich – der Name der Website verrät es ja – angeln hier viele User auf Barsch. Und zwar mit feinem Geschirr. Zum Ultralight-Spinnfischen (abgekürzt „UL-Spinnfischen“) gibt’s hier viele schöne Berichte, u.a. eine einführende Trilogie die

Im Zusammenhang mit dem feinen Spinnfischen sind auch die sogenannten Finesse-Methoden aus den USA und Japan immer ein Thema. Die Wettkampfangler haben sich spezielle Rigs ausgedacht, mit denen sie träge Fische zum Biss überlisten können. Unter den über 1000 Artikel im Archiv gibt’s eben auch viele zu diesen „Rigs“. Die bekanntesten sind das Dropshot-Rig, das Texas-Rig und das Carolina-Rig.

 

Rig-Spezifikationen

Aufbau Köderführung Beste Köder Klassische Angelsituation
Texas-Rig Haken, Perle, Patronen-Gewicht (alles auf Vorfach), Hauptschnur Zupfen und liegenlassen – mal aggressiv, mal langsam. Würmer, Krebse, Creatures, Shads Träge Fische kleben am Grund und müssen wachgekitzelt werden.
Carolina-Rig Haken, Vorfach (20 cm bis 1,5 m), Wirbel, Perle, Gewicht, Hauptschnur Zupfen und liegenlassen. Schleifen. Würmer, Krebse, Creatures, Shads Fische stehen verteilt. Man muss sie suchen. Reagieren nicht auf Gummi am Bleikopf.
Dropshot-Rig Dropshotblei, Vorfach, Haken auf dem Vorfach (Abstand zum Blei: 10 cm bis 1,5m), Hauptschnur Zupfen und schütteln. Auf der Stelle liegenlassen und schütteln. Jiggen. Würmer, Krebse, Creatures, Shads, Twister, No Action Shads – filigrane Köder. Fische stehen an einem Punkt und wollen nicht beißen.

 

Zum Auflockern zwischen so viel Text mal ein Video vom BATV-Team, bei dem es zuerst nicht so aussah, als würde es ein besonders fischreicher Film werden, bis sich das Blatt im Hafen gewendet hat:

 

So. Das war’s erstmal zu den Grundlagen des Spinnfischens. Mehr zum technischen Aspekt des Themas findet ihr in den einzelnen Rubriken oder im Buch „Spinnfischen“ (die zweite Auflage heißt „Jig, Jerk und Co“.) von Johannes Dietel.

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Das soll hier keine Werbung sein. Aber dieses Buch ist die ideale Lektüre für Spinnangel-Einsteiger. Hier findet ihr alle Methoden und Bedienungsanleitungen zu jedem Ködertyp.

 

Damit sind wir aber noch nicht am Ende dieses Diskurses angelangt. Denn das Spinnangeln hat hochemotionale Komponenten und sogar ein bisschen was Philosophisches. Es gibt so viele Dinge, die uns an dieser Angelart faszinieren:

Bevor ich den ersten Fisch auf einen Kunstköder gefangen hatte, war die Skepsis groß. Ich hielt die Jungs, die Fische auf Blech- oder Balsaholz-Köder fangen, für Halbgötter in Fleckentarngrün. Und so beschäftigte ich mich mit der Kunstköderangelei erst einmal rein theoretisch. Damals hieß das: Angelzeitungen wälzen, Bücher lesen. Und irgendwann gingen meine Schulkameraden und ich dann mal mit dem Spinner ans Wasser und fingen prompt einen Barsch und einen Döbel an der Jagst (damals mussten uns unsere Eltern noch zum wasser fahren. Danke, Herr Anders!).  Seitdem fesseln mich die Spinnangel-Techniken, die Köder und das Gerät. Heute ist der Zugang leichter. Auf youtube kann man sich genau anschauen, wie es gemacht wird. Durch die Spinnangler-Foren sieht man, wie viele Menschen erfolgreich mit Kunstködern angeln. Doch egal, wann und wie man ins Spinnangeln einsteigt – der Kick ist der gleiche. „Der Kick“? Das hört sich ja fast so an, als gäbe es nur einen. In Wirklichkeit gibt es viele Gründe, warum aus Einsteigern Spinnangel-Süchtlinge werden.


Spinnangeln elektrisiert

Im Gegensatz zum Ansitzangler ist ein Spinnfischer den ganzen Angeltag lang direkt mit seinem Köder verbunden. Natürlich ist es schön und auch gemütlich, im Sonnenuntergang auf die Pose zu schauen. Und natürlich steigt der Adrenalin-Pegel auch, wenn sich die ersten Ringe um die Pose bilden und der Schwimmer wandert.  Im Vergleich zu dem Adrenalinschub, den ein harter Zander- oder Hechtbiss  an der Spinnangel auslöst, ist das – zumindest für den harten Kern der Spinnanglerschaft – nur Pillepalle. Denn selten ist es so, dass uns beim Spinnangeln die Fische geschenkt werden. Oft muss man sich die Bisse hart erarbeiten. Man muss an sich und den Köder glauben und mit Ausdauer und Geschick ans Werk gehen, um dann aus dem Nichts mit einem Ruck für den Einsatz belohnt zu  werden. Dieser Ruck ist Erfolgserlebnis und  Bestätigung zugleich. Deshalb ist der szeneintern „Tock“ genannte Einschlag für viele von uns auch der „Kern-Kick“ beim Spinnangeln. Durch die modernen schnellen bzw. harten Ruten, geflochtene Schnüre ohne Dehnung und den direkten Köderkontakt fahren die Bisse besonders beim Zander- und Hechtangeln in den Arm wie elektrische Impulse, die nach Wiederholung schreien. Und so beginnt das Spinnangel-Spiel jeden Tag von neuem.

 

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Immer wider spannend beim Spinnfischen: Was zerrt da am anderen Ende der Schnur?

 

Spinnangeln ist die Kunst der Täuschung

Direkte Bisse gibt’s auch, wenn man Würmer oder tote Köderfische aktiv anbietet und sie über den Grund zupft oder mit der Strömung abtreiben lässt. Für die Hardliner unter den Spinnfischern hat das aber nichts mit Spinnangeln zu tun. Uns geht es im Wesentlichen darum, einen anorganischen Köder mit der Rute so zu manipulieren, dass der Raubfisch sich dafür interessiert, um schließlich zuzupacken. Der Spinnfischer erlegt sich also quasi ein Handicap auf, das er durch eigenes Geschick auszugleichen versucht.

Auch wenn so mancher Köder heutzutage nicht mehr von einem echten Fisch zu unterschieden ist, erfordert die perfekte Imitation des lebenden Vorbilds einiges an Geschick und auch ein Hineindenken in die Natur:

  • Wie verhält sich ein Beutefisch, wenn er verfolgt wird?
  • Was also muss ich als Spinnangler tun, um ein angeschlagenes Fischchen abzubilden?

Diese Grundgedanken konkretisieren sich bei Spinnangeln dann in köderspezifischen Führungsfragen:

  • Wie hoch lasse ich meinen Gummifisch springen?
  • Ist es besser, den Wobbler durchzukurbeln oder soll ich ihn twitchen?
  • Spinnstop oder Beschleunigung?
  • Faulenzen oder Jiggen? Zupfen oder schleifen?

 

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Die Kardinalfrage beim Spinnfischen: Was klinke ich in den Karabiner? Und gibt’s nicht noch einen Trick, der mehr Bisse bringt?

 

Spinnangeln & die Hardwarefrage

Vor 30 Jahren war es für den Spinnangler noch recht einfach, sich richtig auszustatten. Da hat man eine 2,7 m lange Rute mit einem hohen  Wurfgewicht fürs Hecht- und Zanderangeln benutzt und eine 1,8 m lange Rute mit niedrigem Wurfgewicht und einer weichen Spitze für Forelle, Barsch und Döbel verwendet. Die hat man im lokalen Angelladen gekauft. Dort war die Auswahl meist begrenzt. Heutzutage ist das anders. Das Internet bietet unendlich viele Warenkörbe, die man mit unendlich vielen verschiedenen Ruten, Rollen und Schnüren füllen kann. Der Ausdifferenzierung der Spinnangel-Techniken entsprechen die Hersteller mit auf konkrete Einsatzgebiete zugeschnittener Hardware. Und so bekommt man als Barschangler heutzutage Crankbait-Ruten, Jig-Ruten, Shaky Head-Ruten, Dropshot-Ruten, Twitchbait-Ruten, Topwater-Ruten, Ultralight-Ruten, Worm-Ruten zum T-Rig- und C-Rig-Fischen etc. Den Hechtanglern geht’s nicht anders und auch die Zanderangler haben heute meistens mehr als eine Rute im Arsenal. Natürlich wollen die Spinnangel-Ruten mit dazu korrespondierenden Spinnrollen und Spinnschnüren ausgestattet werden. Sich in diese Materie einzufuchsen, macht am Anfang vielleicht ein bisschen Kopfzerbrechen, hält den Hype aber auf lange Sicht am Leben. Weil die Hersteller immer weiter machen und jede Saison leichtere, schnellere Ruten  mit methodenspezifischen Vorzügen in die Läden bringen, wird es immer etwas zu optimieren geben. Das hält nicht nur den Spinnanglergeist auf Trab, sondern bringt auch mehr Spaß am Wasser.

 

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Zwei Spinnangeler im Glück. Ein toller Zander-Doppelschlag.

 

 

Spinnangeln lebt vom Köder-Hype

Neben der Hardware sind es natürlich auch die Köder, die das Spinnangeln ausmachen. Das war natürlich schon immer so. Schließlich benötigt man zur Ausübung dieser Angeltechnik Köder, die sich bei entsprechender Animation so verhalten, dass sich Raubfische für sie interessieren. Die Spinnangelköder entwickeln sich stetig weiter. Ein gutes Beispiel ist der Blinker, der seit seiner Erfindung gleich mehrere Evolutionsstufen durchlaufen hat. Fischte man anfangs noch mit vom Löffelstil befreiten und mit Haken ausgestatteten Silberlöffeln, konnte man Anfang des 20. Jahrhunderts schon Heintz- und später dann Effzett-Blinker käuflich erwerben. Heutzutage gibt’s spezielle Wallerblinker oder mit Rasseln gefüllte Doppelwand-Modelle aus Plastik, die sich alle paar Umdrehungen in eine andere Richtung drehen, um die Schnur nicht zu verdrallen. Unglaublich auch, was der Gummi-Sektor für den Spinnangler bereithält. Von den superrealistischen und mit den Präzisionsweitflug unterstützenden Weight-Transfer-Systemen ausgestatteten Hardbaits ganz zu schweigen. Erst durch das breitgefächerte Köderspektrum konnte sich Spinnangeln zum heutigen Spinnangeln 2.0 entwickeln. Denn ohne youtube und die Foren würde man gar nicht wissen, was man aus den Ködern herauskitzeln kann. Einmal ganz davon abgesehen, dass wir viele Köder gar nicht kennen würden. Kaum vorstellbar, was uns da entginge. Da sich die Dinge aber nun einmal positiv entwickelt haben, können wir aus dem Vollen schöpfen und jeden Angeltag neue Köder ausprobieren.

 

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Der Barsch-Plan ist aufgegangen: Gut eingekauft im Angelladen, gut ausgewählt und dann auch gut gefischt.

 

Spinnangeln weckt den Sammler in Dir

Der Spinnangler ist ein Sammler. Was in der Jugend Panini-Bilder Playmobil-Männchen, Lego-Bausteine, Fisher-Technik-Bausätze, Modellautos, Flugzeug- oder Panzerbausätze waren, sind jetzt Haken, Köder, Ruten, Rollen, Schnüre, Köderboxen usw. Kaum ein Hobby lässt das Herz des Sammlers höher schlagen als das Spinnangeln. Und so bietet diese Angelsparte schon Befriedigung, ohne dass man einen Fuß ans Wasser gesetzt hat. Die Köder dann im klaren See zu baden, die neuen Ruten zum ersten Mal zu werfen, die Wurfperformance der Bait Finesse-Baitcaster zu überprüfen etc. – das sind Momente in denen das der kleine Junge in mir wieder auflebt. Spinnangler können das sicher nachvollziehen. Spinnangelerinnen, von denen sich ja glücklicherweise immer mehr am Wasser herumtreiben, natürlich auch.


Spinnangeln hat sich ausdifferenziert

Haben die Spinnangler vor 30 Jahren noch hauptsächlich Blech durchs Wasser gezogen und damit primär die oberen Wasserschichten bzw. das Flachwasser nach Raubfischen abgesucht, ist die Palette der Spinnangel-Techniken heutzutage kaum überschaubar. Zumindest als Einsteiger tut man sich schwer. Da hat man gerade das Dropshot-Prinzip verstanden, schon wird man damit konfrontiert, dass es unter bestimmten Umständen noch viel erfolgreicher sein kann, wenn man den Köder am Texas-Rig über den Grund zupft. Für andere ist das dann schon ein alter Hut. Sie beschäftigen sich seit Jahren mit der Optimierung des Jika-Rigs bzw. sind sie nach vielen Testläufen wieder aufs gute alte Splitshot-Rig zurückgefallen. Kaum ein Spinnangler praktiziert nur eine Spinnangel-Disziplin. So ziemlich jeder entdeckt den Spaß, den neue Methoden und Systeme ins Spinnangeln bringen. Denn mit dem heutigen Methodenapparat ist es möglich, zu jeder Tages- und Jahreszeit auf die Launen der Fische zu reagieren. Ob das immer erfolgreich ist, sei einmal dahingestellt. In jedem Fall aber macht die „Verwissenschaftlichung“ der Hobbies Spaß und nicht selten wird der Grad des Hineindenkens in die Materie an der Fangstatistik messbar.

 

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Spinnanglerversammlung. Wenn man so viele Boote an einem Spot sieht und alle Angler kurze Ruten fischen, geht’s meistens um den Barsch.

 

Spinnangeln funktioniert überall

Ein großer Vorteil beim Spinnangeln ist, dass man es überall tun kann. In der Großstadt, am Kanal, am Bergsee, im Meer, am Waldsee, im Bach, an der Talsperre… eigentlich sollte man immer eine kleine Spinnangel mit sich führen und jede Gelegenheit zum Auswerfen nutzen. Man weiß schließlich nie, was passiert. Der ersehnte Ruck kann schon beim ersten Wurf in der Pfütze um die Ecke durch die Rute zucken.


Spinnangeln erschließt ein breites Zielfischspektrum

Barsche, Zander, Hechte, Bachforellen, Lachse, Rapfen, Döbel, Waller, Wolfsbarsche, Meerforellen, Schollen, Alande ja sogar Brassen und Rotfedern lassen sich gezielt mit der Spinnrute beangeln. Auch diese breite Zielfischpalette macht das Spinnangeln aus. Wenn man sich auf die einzelnen Spezies einlässt, kann man zu jeder Tageszeit und in jedem Monat des Jahres Spaß am Wasser haben.

 

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Ein Wels am Zandergeschirr: Passiert in Spanien häufiger. Aber auch bei uns ist man als Spinnfischer nie vor Überraschungen sicher. Es gibt Schlimmeres, oder?


Spinnangeln führt in den Tunnel

Während ein Ansitzangler das gemütliche Element in den Mittelpunkt stellt und während der Ausübung seines Hobbys in der Lage ist, die Natur in sich aufzusaugen, ist man beim Spinnangeln ständig in Bewegung. Fünf Würfe mit dem Gummifisch auf die Landzunge, noch einmal schnell den Crankbait drüber schicken und wenn man einen Nachläufer hat noch mit dem Twitchbait nachfassen. Dann geht’s auch schon weiter zum nächsten Spot. Die ständig von neuem beginnende Suche nach dem nächsten Biss hat nicht nur eine sportliche Komponente. Sie fordert auch volle Konzentration ein.  Und so sind beim Spinnangeln Zeit und Raum irrelevante Dimensionen. Es gibt kaum eine bessere Methode, abzuschalten. Mit dem Gummifisch ertastet man die Bodenbeschaffenheit. Im Kopf entsteht ein mit jedem Wurf präziser werdendes  3-D-Bild der Unterwasserlandschaft.  Hier ist kein Raum für Alltagsprobleme. Während der Stunden am Wasser interessieren nur der Köder und der Fisch. Man angelt sich in einen Tunnel, an dessen Ende nicht die Erleuchtung wartet, sondern ein knallharter Biss.


Spinnangeln  macht Meter

Beim Spinnangeln kann man in relativ kurzer Zeit unheimlich viel Fläche absuchen. Man hat also nie das Gefühl, Zeit an Plätzen  zu verlieren, die keinen Fisch ausspucken wollen. Zumindest kann man auf Beißflauten durch sofortige Spotwechsel reagieren und so einerseits für neue Motivationsschub sorgen, andererseits vielleicht tatsächlich eine Horde bissiger Raubfische stellen.
Spinnangeln geht schnell. Spinnangeln ist auch etwas für zwischendurch. Man braucht nicht mehr als eine Rute und ein paar Köder, um einen Fisch zu fangen. Es sind keine Anfütter-Orgien nötig, die Ausrüstung kann extrem knapp gehalten werden. Spinnangelbereitschaft ist also schnell herzustellen.

 

wallerdrill
Dieser Drill beim Spinnfischen auf Wels ging leider nicht gut aus. Nach einer halben Stunde und kurz vor der Landung ist der 2m-Waller ausgestiegen. Wie heißt es so schön: „Was gut ist, kommt wieder!“

 

Spinnangeln heißt auch Fairplay

Wenn man mit Würmern oder Köderfischen angelt, kann man es oft nicht verhindern, dass die Fische das Angebot voll inhalieren. Oft ist es unmöglich, die Fische unverletzt vom Haken zu lösen. Ein Zurücksetzen kleiner oder besonders großer bzw. während ihrer Schonzeit gefangener Fische ist dann unmöglich. Anders beim Spinnangeln. In der Spinnanglerszene setzt sich immer mehr ein Fairplay-Gedanke durch mit dem Ziel, den Fischen so wenig Leid zuzufügen wie nur möglich und langfristig die Ressourcen zu schonen. Dieser Fairplay-Gedanke manifestiert sich beim Spinnangeln in z.B. Gummikeschern, Einzelhaken-Tunings, Stingerverzicht, Anleitungen zum korrekten Fischhandling usw.

Fazit: Spinnangeln ist eine Leidenschaft mit vielen Facetten. Das Spinnangeln bietet so viele Kicks, dass man ellenlange Aufsätze darüber schreiben kann, die dann auch hoffentlich auch jemand bis zu Ende liest…

 

 

 

4 Kommentare zu Spinnfischen: Techniken, Köder, Gerät & Philosophie.

  1. Nur zur Info: Das Ding hier habe ich erstens für Einsteiger geschrieben und zweitens habe ich das Wort „Spinnfischen“ so oft verwendet, weil ich mit unserem Google-Ranking total unzufrieden bin. Wir müssten bei Spinnangeln, Spinnfischen und mindestens bei Barsch ja an Position 1 sein 🙂

  2. Sehr cooler Artikel, Johannes. Den kann man echt gut weiterschicken wenn man öfter bzgl Methoden, Riggs und Ruten gelöchert wird und nicht immer 20 min Zeit zum erklären hat 🙂 Danke dafür!

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