10.12.2016 / 19:33 | Aktuelle Mondphase: zunehmender Mond

Finesse-Angel-Basics: Das Texas-Rig

Offset-Haken, Perle, Bullet-Weight – so sieht es aus, das klassische Texas-Rig. Wenn sich die Fische dicht am Grund aufhalten oder grundorientiert fressen, bringt es viele Vorteile mit sich. Für die Angler ist wohl der größte, dass es kein Kraut sammelt und man deshalb Stellen beangeln kann, die für andere Gummi-Montagen unzugänglich sind. Die Fische spricht besonders die leicht verzögerte Absinkphase des Köders an, der immer ein bisschen langsamer fällt als das Bleigewicht. Eine Lockwirkung wird auch dem legendären „Texas-Knall“ zugeschrieben, der immer dann zustande kommt, wenn das Bullet beim Anzupfen gegen die Perle ballert.

 

Nicht nur Barsche stehen aufs Texas-Rig - auch Zander möegen es, wenn es knallt vorm Köder.
Nicht nur Barsche stehen aufs Texas-Rig – auch Zander mögen es, wenn es knallt vorm Köder.


Texas-Rig: Der Ursprung – vom Wiggle-Worms zum Texas-Dance

Bevor wir in die Materie einsteigen, gilt es noch zu klären, warum das Texas-Rig „Texas-Rig“ heißt. Dazu müssen wir die Zeit ein bisschen zurückdrehen. Die Entwicklung der Montage steht in unmittelbarem Zusammenhang mit der Erfindung des Gummiwurms. Den hat ein gewisser Herr Creme, seines Zeichens Maschinist bei einem Reifenhersteller UND leidenschaftlicher Bass Angler, vor exakt 65 Jahren (also 1949) nach vielen Fehlversuchen in der Küche seiner Frau geboren. Der Wiggle Worm kam damals in zwei Varianten auf den Markt: an einem Trippel-Haken-System geriggt oder blanko. Ein Top-Seller war er zu Anfang aber nicht. Das änderte sich Mitte der 50er Jahre, als die Angler neue und bessere Wege fanden, den Wurm zu präsentieren. Diese Techniken wurden in Texas entwickelt. Genauer gesagt am Lake Tyler, der damals eines der bekanntesten Bass-Gewässer war. Er zeichnete sich durch stark verholzte und verwilderte Flachwasserzonen aus. Weil sich die dicksten Bass auch damals schon im dichtesten Gestrüpp aufhielten, mussten die Angler Wege finden, den Wurm verführerisch im Cover anzubieten und unversehrt aus ebenjenem herauszubringen. Und jetzt kommt das Texas-Rig ins Spiel.

Die ersten Bullets wurden aus klassischen Oval-Bleien hergestellt, die erst auseinandergeschnitten wurden und dann von Wirbel und Draht befreit wurden, damit ein Durchlauf-Kanal entsteht. Viel entscheidender für den inzwischen internationalen Durchbruch der Montage war aber die Art, wie der Haken montiert wurde. Anstatt ihn aus dem Köder herausschauen zu lassen, haben die Tyler-Lake-Bass-Angler den Haken im Wiggle Worm vergraben. Mächtig Publicity bekam das T-Rig dann natürlich durch die Tournaments. Bill Dance war es, der 1967 den ersten Bass in der Ära der modernen Bass Fishing Tournaments gefangen hat und dem Rig so einen mächtigen Boost mitgegeben hat.

Zwar gibt’s den Wiggle Worm immer noch. Aber er hat mächtig Konkurrenz bekommen. Und auch sonst hat sich eine Menge getan. Das fängt mit den Sinkern an, geht über den Offset-Haken und hört bei kleinen Detail-Lösungen wie den Baitholdern auf.

Das Angeln mit dem Texas-Rig macht enormen Spaß. Nicht nur weil man damit im Dickicht angeln kann. Auch die Qualität der Bisse macht viele Finesse-Freunde zu T-Rig-Fans: Anstatt anzuschlagen, muss man den Anhieb leicht verzögern. Wer’s kann, hält dabei den Kontakt zum Fisch, um den Haken dann zu versenken, wenn der Fisch den Köder voll genommen hat.

 

Ein richtig schönes Texas-Barsch-Moped!
Ein richtig schönes Texas-Barsch-Moped! Ich bin schon lange T-Rig-Fan. Könnte man am damals noch etwas dunkleren Bart erkennen – aber dafür ist zu viel Barsch aufm Bild. So muss es sein!

 

Jetzt aber mal zurück zum Anfang. Also: Bullet, Perle, Haken.

texasrig

 

Welche Bullets nimmt man denn am besten? Gummi-, Plastik- oder Glasperle? Widegap- oder Worm-Haken?

 

Texas-Rig-Komponente No.1: Das Bullet-Weight

Patronenbleie gibt’s aus Blei oder Tungsten. Blei hat den Vorteil, dass es weicher ist und nicht so stark an der Schnur scheuert. Außerdem sind Blei-Bullets um einiges billiger als solche aus Tungsten. Blei oxidiert auch nach einer Weile, so dass man relativ matte Gewichte zur Verfügung hat, die relativ selten lieber als der Köder attackiert werden, was bei Hochglanz-Bullets schon mal der Fall sein kann. U.a. deshalb gibt’s die Tungsten-Bullets seit einer Weile auch in vielen anderen Farben als in „reinem Silber“.

 

bullets
Texas-Bullets: Bunte Mischung aus feinstem Tungsten und ein bisschen Blei ist auch dabei.

Tungsten hat den Vorteil, dass es eine höhere Dichte als Blei hat. Die Tungsten-Bullets sind also bei gleichem Gewicht kleiner als Blei-Patronen. Das Material ist auch härter. Das hat den Vorteil, dass man richtig Krach machen kann, wenn man das Rig heftig anzupft und das Bullet so mit der Perle kollidieren lässt. Nachteil: Schnur und Knoten werden von Tungsten-Bullets stärker in Mitleidenschaft gezogen als mit Blei-Bullets. Als Schnurschutz ist z.B. in den reins-Patronen eine Plastik-Schnurführung eingearbeitet.

 

 Nicht ganz billig - aber toll sind sie schon, die reins Bullets (die 3 Gewichte links. Das rechte Bullet kommt von Illex.).

Nicht ganz billig – aber toll sind sie schon, die reins Bullets (die 3 Gewichte links. Das rechte Bullet kommt aus China. Günstiger. Dafür platzt aber auch der Lack ab.).

 

Die die Vor- und Nachteile von Tungsten und Blei auf einem Blick:

Tungsten Blei
Vorteile –          überträgt die Bodenhärte Besser

–          kompakt

–          lauter Knallefekt

–          günstig

–          schnurschonend

–          perlenschonend

–          dezenter Knalleffekt

Nachteile –          teuer

–          schabt an der Schnur

–          zerballert Glasperlen

–          voluminös

–          überträgt Bodenhärte weniger deutlich

 

Texas-Rig-Komponente No. 2: Die Perle

Perle: Glas ist härter als Plastik. Ergo sind Plastikperlen nicht ganz so laut wie Glasperlen. Wenn das T-Rig also richtig Krach machen soll, muss eine Glasperle zwischen den Haken und die Patrone. Das bringt knalltechnisch richtig Punkte. Allerdings leidet auf der anderen Seite auch der Knoten unter der harten Perle. Außerdem wird die Lockwirkung eines lauten Rigs zum Teil auch überbewertet. Natürlich zieht man mit dem Geräusch Fische aus der Distanz zum Köder. Wenn die Fische aber scheu, träge oder sonstwie schlecht drauf sind, kann sich der positive Effekt auch ganz schnell ins Gegenteil umdrehen und die Fische verschrecken. Dann ist der Verzicht auf die Perle die bessere Lösung. Da das Gewicht dann aber direkt auf den Knoten ballert, gibt’s noch eine bessere Lösung: die Gummiperle. Sie macht das Rig lautlos und schützt den Knoten.

 

Links die Gummiperle. Kann man öfter fischen! Das Texas-Rig muss nicht knallen, um zu fangen!
Links die Gummiperle. Kann man öfter fischen! Das Texas-Rig muss nicht knallen, um zu fangen!

 

Texas-Rig-Komponente No. 3: Der Offset-Haken

Kurze Köder kann man mit ganz normalen Finesse- oder kleinen Karpfenhaken anbieten. Dann natürlich nicht krautfrei. Dazu braucht man Offset-Haken. Für schlanke Köder gibt’s spezielle Wurmhaken wie z.B. den Lazer Trokar TK 100 HD (Größe 1/0 bis 5/0), den auch in Mikrogrößen erhältlichen und mit einem etwas längeren „Offset-Steg“ versehenen Decoy Worm5 (Größe 6 bis 6/0) oder den Z-Neck Offset von Owner (Größe 1/0 bis 5/0).

texas_barsch
Hier hängt der Texas-Rig-Barsch ausnahmsweise mal von außen am Offset-Haken. Normalerweise graben sich die Offset-Haken wunderbar in den vorderen Bereich und halten die Fische sicher am Band.


Der Vorteil ist, dass hier wenig Haken über die schlanken Baits hinausragt. Das ist auf jeden Fall subtiler. Dafür hat der Haken aber auch nicht viel Luft, wenn er aus dem Köder austritt, was den einen oder anderen „Bonus-Fehlbiss“ zur Folge haben kann, wenn die Würmer dick ausfallen. Weil sie zudem noch universell einsetzbar sind, vertrauen die meisten Angler auf Widegap-Haken. Klassiker kommen von VMC oder Gamakatsu. Heute gibt’s aber fast so viele Widegaps wie Sand am Meer. Auch hier wird an allen Ecken und Enden gefeilt. So entstehen immer wieder neue Hakenformen, die man auf den ersten Blick gar nicht wirklich als „neu“ ausmacht, die aber verschiedenen Problemen begegnen. Z.B. dem Fakt, dass die Schnur im Drill an der scharfen Öhr-Kante aufschubbern bzw. sogar aus der leinen Öffnung herausrutschen und der Fisch den Haken abschütteln kann. Hier bietet VMC den VMC Strategik Wide Gap Haken, dessen Öhr mit einem Tropfen Epoxid-Harz überzogen ist, welches ihn sauber abschließt und kritische Kanten einfach überdeckt.

Der VMC-Strategik-Wide-Gap ist ein wunderbarer Highend-Haken. Stabil und durchdacht.
Der VMC-Strategik-Wide-Gap ist ein wunderbarer Highend-Haken. Stabil und durchdacht.

Beim herkömmlichen Offsethaken liegen Hakenspitze und der Öhrfortsatz, der im Köder verschwindet, auf einer Höhe. Dadurch lässt sich die Hakenspitze zwar sehr gut in die Gummihaut eingraben, bei kurzen Haken gibt’s da aber viele Fehlbisse, weil der Fisch gar nicht richtig zwischen Hakenspitze und Fortsatz beißen kann. Gegen diese Fehlbissquelle hat z.B. Decoy den Finesse Offset Hook „Worm19“ entwickelt, bei dem die Hakenspitze auf einem höheren Level als der Fortsatz liegt.

SS Finesse Offset Hook Worm 19
SS Finesse Offset Hook Worm 19

Ebenfalls von Decoy kommt der Diggin Hook, der eine verlängerten Fortsatz hat. Dadurch kann man weiter ins Gummi gehen und den Haken besser vorm Ausschlitzen sichern. Usw.

decoy_diggin_hook
Decoy Diggin Hook

Noch kurz zur Hakengröße: Die Haken fallen bei den verschiedenen Herstellern unterschiedlich groß aus. Bei einem 4‘‘-Köder empfehle ich die Hakengröße 2/0 bis 4/0. (Achtung: Die Offset-Die Hakengröße variiert von Hersteller zu Hersteller.) Von da aus geht man mit der Hakengröße nach unten, wenn der Köder kleiner wird oder nach oben, wenn der Köder wächst. Im Zweifelsfall fische ich schlanke Köder mit etwas kleineren Haken und bullige Köder mit etwas größeren Haken.

 

Texas-Rig-Komponente No. 4: Der Baitholder

Elementar wichtig ist ein Baitholder, der den Köder lange am Haken hält. So reißen die Nasen der Gummis nicht so schnell aus und außerdem kommt es bei Fehlbissen oft zu Nachfassern.

 

Na?! An dem Wurm hat doch schon jemand rumgeknabbert...
Wenn der Wurm nach einem Fehlbiss so auf dem Haken hängt, wirds kaum einen Fisch geben, der ihn ein zweites Mal attackiert.

Diese können direkt am Haken angebracht sein. Hier wäre z.B. der VMC Flippin‘ 7345 FL zu nennen, der ein Art großes Widerhaken-System auf dem Schenkel hat. Oder auch die feineren Haken von Decoy (Worm22) mit einem Aufstecksystem im Öhr bzw. der Owner „Twistlock“, bei dem ein Schraubaufsatz im Öhr angebracht ist. Wenn ich ehrlich bin: Hätte ich nicht einen riesigen Bestand an Offsethaken und würde man nicht manchmal richtig starke Haken benötigen, würde ich nichts anderes mehr fischen als die umgerüsteten Decoy Worm 22 und die Twistlocks von Owner und Cultiva.

baitholder_haken
Verschiedene Baitholder-Systeme, die direkt am Haken „hängen“. Von Cultiva gibt’s auch so einen Haken. Und den Spieß am Worm 22 ganz links tausche ich inzwischen gegen eine Spirale aus.


Solche Aufsätze gibt’s auch zum Nachrüsten. Die gefallen mir eigentlich auch noch etwas besser, weil sie auf dem Haken entlang rutschen können und die weichen Gummis deshalb nicht auschlitzen. Hier wären die Do-It „Hitching Post“ zu nennen. Diese kleinen Spiralen werden bis über ihre offene Öse ins Gummi gedeht und dann mit der Öse am Haken eingehängt.

So habe ich das am Anfang montiert. Jetzt drehe ich dioe Spirale ganz ins Gummi und fummle den Haken dann durch. So sitzt das alles straffer.
So habe ich das am Anfang montiert. Jetzt drehe ich die Spirale ganz ins Gummi und fummle den Haken dann durch. So sitzt das alles straffer.

 

Ein geniales Kleinteil aus Plastik sind die mit Widerhaken besetzten „Final Keeper“, die man ins Gummi einschiebt und dort mit ihren Widerhaken fest verankert, um den Haken dann durch die Öffnung durchzufädeln.

Final Keeper: Reinschieben. Den Haken durchfummeln und dann hält das Gummi bombenfest!
Final Keeper: Reinschieben. Den Haken durchfummeln und dann hält das Gummi bombenfest!

Diese kleinen Helfer sind auf den ersten Blick zwar völlig überteuert, sparen auf lange Sicht aber sehr viel Geld, da man die aromatisierten und deshalb oft weichen Texas-Baits nur noch sehr selten aufgrund zerschlissener Ködernasen austauschen muss.

 

Texas-Rig-Komponente No. 4: Der Köder

In Sachen Texas-Köder liegen bei mir Curly Tail Würmer ganz klar vorne. Mein Lieblingswurm ist der G Tail Saturn von reins, dessen Locke ein G bildet.

 

reins-g-tail-saturn-texas2
Schöner G Tail Saturn-Kunde.


Der ist geflavourt und wenn das nicht ausreicht, kann man ihn dank der Rippen auch exzellent nachwürzen. (Flavor-Tipp: Zum Nachflavourn nehme ich dann Lockpasten, die länger kleben bleiben als Sprays – zumindest sieht man, dass nach ein paar Würfen immer noch Paste in den Rillen hängt. Ich verwende Trigger X. Man kann sich aber auch selber Paste aus Vaseline und Fisch- oder Krebsöl herstellen. Oder Pasten anderer Hersteller vertrauen.) Wenn auf den G Tail Saturn nix geht, beißt es auch auf keinen anderen Wurm mit Twisterlocke.

In Spanien ist der Crazy Flapper von Keitech die erste Alternative. Dieser Krebs läuft super und bringt immer auch gut Fisch, wenn Krebse im Wasser sind (und auch sonst…):

 

 

Aber es gibt ja noch eine Menge anderer guter T-Rig-Baits. Ich habe mal ein paar Top-Alternativen aus dem CAMO-Universum herausgekramt:


Creatures

ecogear_bug_ant
Die Bug Ant ist ein Creature-Klassiker fürs DS-Rig und zum Texas-Rig-Fischen.
  • Lunker City Hellgies
  • Keitech Hog Impact
  • reins Tiny Hog
  • Ecogear Bug Ant


Krebse

Den (oder die?) Ring Claw muss man eigentlich auch haben als Texas-Fan.
Den (oder die?) Ring Claw muss man eigentlich auch haben als Texas-Fan.
  • reins Ring Shrimp
  • reins AX Claw
  • reins Delta Shrimp
  • reins Ring Claw
  • Tiemco PDL BF Claw
  • Ecogear Rock Claw

 

No Action-Würmer und -Shads

Von reins kommen einfach gute Sachen. Wie z.B. der Bubbling Shaker.
Von reins kommen einfach gute Sachen. Wie z.B. der Bubbling Shaker.
  • Keitech Live Impact
  • Keitech Sexy Impact
  • Keitech Shad Impact
  • reins Bubbling Shaker
  • reins Swamp Mover
  • BassAssassin Shad
  • CAMO Illusion
  • Lunker City Fin-S

 

Curly Tail Würmer

Unverzichtbar - der G Tail Saturn.
Unverzichtbar – der G Tail Saturn.
  • reins G Tail Saturn
  • reins Rockvibe Saturn
  • reins Curly Curly
  • reins Get Ringer

 

Tubes

Die Gitzit Finesse-Tube - sehr fängig.
Die Gitzit Finesse Tube – sehr fängig.
  • Gitzit Finesee Tube
  • reins Legend Tube

 

Action-Shads und -Würmer

Der Lunker City Ribster ist ein klassischer Action-Wurm. Noch klassicher ist da aber sicher der Swing Impact.
Der Lunker City Ribster ist ein klassischer Action-Wurm. Noch klassicher ist da aber sicher der Swing Impact.
  • Keitech Easy Shiner
  • Keitech Swing Impact
  • reins Bubbling Shad
  • reins Rockvibe Shad
  • Ecogear Grass Minnow
  • Lunker City Swinging Ribster
  • BassAssassin Walleye Assassin

 

Der Texas-Rig-Biss

Zander und Hechte beißen genauso entschlossen auf die am Texas-Rig angebotenen Gummis wie sie am Bleikopf dargebotene Gummis attackieren. Barsche produzieren aber Nuckelbisse, die man keinesfalls zu früh anschlagen darf. Das verhält sich ungefähr so wie beim Dropshot-Rig, was ja auch kein Wunder ist. Schließlich angelt man auch mit dem T-Rig er langsam, so dass die Fische Zeit haben, den Köder zu inspizieren und dann gemächlich einzusaugen. Deshalb kommt’s bei Anfängern auch hier zu relativ vielen Fehlbissen.

 

Hier ein Texas-Barsch am großen Rockvibe Shad.
Hier ein Texas-Barsch am großen Rockvibe Shad.

 

Die Texas-Rig-Köderführung

Man kann das T-Rig zupfen, schleifen, faulenzen oder jiggen. Generell sind Pausen gut, in denen die Fische den Köder aufnehmen. Die Amis zupfen den Köder mit steil nach oben gerichteter Rutenspitze. Das hat den Vorteil, dass man beim Biss mit der Spitze nach unten gehen und mit dem Fisch mitgehen kann, bis dieser den Köder voll genommen hat. Das funktioniert auch mit seitwärts gerichteter Rute, was sich vor allem bei Wind besser macht. Wer in der Strömung angelt, sollte einmal versuchen, das Rig immer nur zentimeterweise fortzubewegen und von der Strömung versetzen zu lassen. Ich werfe es dazu leicht stromauf, so dass es auf dem Grund ankommt, wenn die Schnur einen 90-Grad-Winkel zum Ufer bildet. Jetzt kann die Strömung wirken. Zu bedenken ist aber: Je dicker die Schnur und je stärker die Strömung, desto größer der Versatz. Wer wirklich exakt fischen will, braucht in der Strömung also feines Material (8er Schnur für Barsch, 13er für Zander).

 

Die T-Rig-Hardware

Die Rutenwahl hängt auch ein bisschen mit der Schnurwahl zusammen. Wer mit Mono oder Fluorocarbon fischt, hat einen Puffer zwischen sich und dem Fisch, so dass man eine harte Rute fischen muss, um die Bisse zu erspüren und den Haken einzutreiben. Klassisch wird mit der Baitcaster gefischt, an der sich das kompakte Rig auch hervorragend werfen lässt. Wer lieber mit der Geflochtenen angelt, wird eventuell so wie ich Ruten mit einer etwas weicheren Spitze bevorzugen, die vorsichtige Fische beim Biss nicht gleich zurückschrecken lassen.

 

Klassisch angelt man mit der Multi. Die unterstützt die Köderführung perfekt.
Klassisch angelt man mit der Multi. Die unterstützt die Köderführung perfekt.

 

Zum UL-Fischen kann ich euch nur empfehlen, es mal mit einer Super Sensitive-Rute wie z.B. der Diaflash mit einem WG von 2 bis 10 Gramm oder der Expride ULS zu versuchen. Die eingearbeitete TAFTEC-Spitze zeigt nicht nur die Bisse an, sondern erleichtert den Fischen auch das widerstandslose einsaugen. Dieses ultraleichte Texas-Angeln macht echt süchtig.

UL-Texas-Rig-Fischen ist der Hammer. Ich könnte direkt los, wenn ich die Bilder sehe...
UL-Texas-Rig-Fischen ist der Hammer. Ich könnte direkt los, wenn ich die Bilder sehe…

 

Weiterführende Barsch-Alarm-Artikel zum Thema Texas-Rig:

Mit dem T-Rig und Tube auf Zander

Mit dem Texas-Rig auf Plattfisch

Mit dem Mikro-Texas-Rig in der Schonzeit

 

Und ein letzter Hinweis für alle Texas-Rigger und solche die es werden wollen: In Hechtgewässern muss man sich eine Platte machen, wie man Abrisse vermeidet. Man kann das Bullet z.B. sehr gut auf einer Titan-Schiene (1x1er) laufen lassen. 1x7er Titan ist noch besser. Allerdings muss man sich die Vorfächer dann zuhause vorbasteln. Das sollte aber zu schaffen sein angesichts der Hechtfänge, die mit dem Texas-Rig immer im Bereich des Möglichen sind.

 

Hier ging's gut mit FC (der Offsethaken rutscht oft in den Maulwinkel.)
Hier ging’s gut mit FC (der Offsethaken rutscht oft in den Maulwinkel.)

 

Und jetzt: Viel Erfolg beim Angeln mit dem Texas-Rig!

33 Kommentare zu Finesse-Angel-Basics: Das Texas-Rig

  1. Netter Bericht. Steht der eigentlich im Zeichen der Finesse-Angelei oder willst Du hier grundsätzlich Techniken und Köder vorstellen? Wenn letzteres der Fall ist, müsstest Du nämlich den umgekehrten Ansatz wählen: Finesse-Anwendungen sind ein Bereich des T-Rig (das man auch noch anders fischen kann als „light“).

    Eine Ergänzung noch zu den bullet weights: Es gibt diese auch aus Stahl und Messing (brass). Sie sind etwa genauso groß wie Blei-Gewichte und es gibt sie sogar in Farbe, meist schwarz. Weil auch Stahl ein recht hartes Material ist, sind sie ähnlich laut wie Tungsten. Wer nicht soviel bezahlen möchte oder kann wie für Tungsten weights, deren Eigenschaften aber schätzt, und seine Gewässer nicht noch weiter mit nach wie vor giftigem (!!!) Blei belasten möchte, findet in Stahl- und Messing-Gewichten einen guten Kompromiss aus Preis und Umweltverträglichkeit 😉

  2. [QUOTE=Paul55oo;312518]Danke. Genauso schick, umfassend, fein bebildert und nett geschrieben wie die der Artikel zu den Skirted-Rigs.[/QUOTE]

    Das ist auch das Ziel. Von der Sorte gibt’s jetzt jeden Monat einen. Solange bis keine Rigs mehr erfunden werden. Würde mich freuen, wenn ihr da ein bisschen was ans Wasser mitnemen könnt.

  3. [QUOTE=MSH;312519]Netter Bericht. Steht der eigentlich im Zeichen der Finesse-Angelei oder willst Du hier grundsätzlich Techniken und Köder vorstellen? Wenn letzteres der Fall ist, müsstest Du nämlich den umgekehrten Ansatz wählen: Finesse-Anwendungen sind ein Bereich des T-Rig (das man auch noch anders fischen kann als „light“).[/QUOTE]

    Danke für die Ergänzung und den Hinweis. Du hast vollkommen recht. Man kann das Rig auch mit XXL-Würmern fischen und braucht dann natürlich auch richtig große Haken. Wird bei uns halt recht selten gemacht. Deshalb hab ichs jetzt mal unter „Finesse“ einsortiert.

  4. Schöner Bericht. Was für die Neueinsteiger noch hilfreich sein könnte, wären Gewichtsangaben für die bullet weights. Welches Gewicht, bei welcher Ködergröße und Wassertiefe, dann hätte man ein paar grobe Anhaltspunkte.

  5. [QUOTE=hecht2906;312524]Was für die Neueinsteiger noch hilfreich sein könnte, wären Gewichtsangaben für die bullet weights.[/QUOTE]

    Auch hier gilt meistens: Je leichter, desto besser. Im Fluss muss mans halt an die Strömung anpassen. Ich brauche selten über 14 Gramm und habe auch schon mit 3 Gramm auf 4 Meter gefischt. Das ist echt schwer zu pauschalisieren.

  6. [QUOTE=hecht2906;312524]Was für die Neueinsteiger noch hilfreich sein könnte, wären Gewichtsangaben für die bullet weights.[/QUOTE]

    Außerdem hängt das auch stark von persönlichen Präferenzen ab: 3 g bei 4 m 😯 Bei 4 m gehe ich nicht unter 14 g, und 10 g fische ich auch in 1 m Wasser“tiefe“. Probieren und studieren ist die halbe Miete und macht doch letztlich auch den Spaß aus, wenn man sich ein neues Feld selbst erschließt (zumal dann auch der Lernerfolg größer ist als wenn man nur Vorgekotztes „verdaut“) 😉

  7. Ein sehr schöner Artikel Johannes. Euer Wechsel zur Shimano macht sich auch inhaltlich sehr positiv bemerkbar, da Du jetzt offenbar bei den Baits ja relativ markenunabhängig präsentieren kannst…. ein schöner Mehrwert finde ich 🙂 . Wenn ich ein „leises“ T-Rig fischen möchte, nehme ich statt einer Gummiperle auch sehr gerne einen vieleicht 3mm langen festen und transparenten Gummischlauch, der schön auf dem Knoten platziert, optimal schütz und im Prinzip fast ewig hält, ohne mit der Zeit vom Bullet plattgequetscht zu werden, wie es bei schwereren Gewichten manchmal mit Gummiperlen passieren kann. Den gleichen Schlauch setzte ich auch als Köderhalter ein, indem ein Stück im Knick des Offsets unter dem Köder platziert wird. Das Material stammt von medizinischen Infusionssystemen und ist wie Aquarienschlauch nur sehr viel fester und dünner im Duchmesser.

  8. Super Artikel! Ich glaube ich werde dieses Jahr doch öfter mit dem T-Tig fischen. Habe gerade einiges dazugelernt. Danke und weiterhin tight lines!

  9. [QUOTE=Percarius;312534]Ein sehr schöner Artikel Johannes. Euer Wechsel zur Shimano macht sich auch inhaltlich sehr positiv bemerkbar, da Du jetzt offenbar bei den Baits ja relativ markenunabhängig präsentieren kannst…. ein schöner Mehrwert finde ich 🙂 . Wenn ich ein „leises“ T-Rig fischen möchte, nehme ich statt einer Gummiperle auch sehr gerne einen vieleicht 3mm langen festen und transparenten Gummischlauch, der schön auf dem Knoten platziert, optimal schütz und im Prinzip fast ewig hält, ohne mit der Zeit vom Bullet plattgequetscht zu werden, wie es bei schwereren Gewichten manchmal mit Gummiperlen passieren kann. Den gleichen Schlauch setzte ich auch als Köderhalter ein, indem ein Stück im Knick des Offsets unter dem Köder platziert wird. Das Material stammt von medizinischen Infusionssystemen und ist wie Aquarienschlauch nur sehr viel fester und dünner im Duchmesser.[/QUOTE]
    Tolle Idee mit dem Schlauch..Thanks

  10. Der Bericht liest sich am Anfang wie ein Krimi: So mit steigender Spannung und so. Und dann BÄÄÄÄM- legt der Hannes richtig los. Liest sich also echt toll und macht Spaß 😀

  11. Ein super Bericht!!!

    Da ich mich bisher eigentlich mehr dem konservativen Gummifischangeln verschrieben habe, bietet diese Variante auf jeden Fall die Möglichkeit meinen anglerischen Horizont zu erweitern. Es ist wahrscheinlich nur wie bei so vielen neuen Sachen, dass man sich das Vertrauen in die Methode und die eigene Fähigkeit erst einmal mühsam erarbeiten muss.

    Gruß Steffen

  12. [QUOTE=troite87;312601]Es ist wahrscheinlich nur wie bei so vielen neuen Sachen, dass man sich das Vertrauen in die Methode und die eigene Fähigkeit erst einmal mühsam erarbeiten muss.[/QUOTE]

    Das lohnt sich aber meistens. In diesem Fall gebe ich sogar ne Garantie, dass Dir das Spaß machen wird.

  13. [QUOTE=dietel;312521]Danke für die Ergänzung und den Hinweis. Du hast vollkommen recht. Man kann das Rig auch mit XXL-Würmern fischen und braucht dann natürlich auch richtig große Haken. Wird bei uns halt recht selten gemacht. Deshalb hab ichs jetzt mal unter „Finesse“ einsortiert.[/QUOTE]

    Hallo, wo kann man die Final Keeper beziehen, bzw. wer ist der Hersteller ?
    Vielen Dank für den tollen Bericht

    audi170

  14. Ich kann mich da nur anschließen. Schöner Bericht und sehr gut beschrieben. Das Problem das die Fische das Blei öfter ins Maul nehmen und nicht den Haken mit dem Köder kenne ich auch. Aus diesem Grund verwende ich schwarze Bullet Weights oder male diese einfach schwarz an. Das vermindert schon etwas die Angriffe auf das Gewicht.

  15. [QUOTE=dietel;312603]Das lohnt sich aber meistens. In diesem Fall gebe ich sogar ne Garantie, dass Dir das Spaß machen wird.[/QUOTE]

    Wenn das so ist, werde ich das ja wohl mal versuchen müssen! 😀

    Und wie du ja bereits beschrieben hast, bietet diese Methode natürlich auch neue Möglichkeiten auf Meister Esox!

  16. Super Bericht! Ich will im Herbst mit dem T-Rig das erste mal intensiv fischen und der Bericht bestärkt mich bei meinem Vorhaben.

  17. [QUOTE=Barschbernd;312630]Ich will im Herbst mit dem T-Rig das erste mal intensiv fischen…[/QUOTE]
    Das ist viel zu spät. Nutz das Rig im Sommer, wenn Dir das Kraut das Jiggen schwer macht. Wenn Du mal in der Materie drin bist, wirst Du erstmal Schwierigkeiten haben, was anderes zu montieren 🙂

  18. Recht hatter! Ich kann eigentlich keine Vorteile des Jigkopfes mehr entdecken, außer vielleicht die gaaaanz geringfügig bessere Bissausbeute…

  19. Vielen Dank für den super Bericht! Nach mehr oder weniger (eher weniger ^^) erfolgreichen Versuchen mit dem Texas&Carolina Rig werde ich dieses Jahr vermehrt damit angreifen, da kommt so ein guter Artikel gerade recht, da ich mich eh momentan mit dem nötigen Tackle dazu eindecke. Haken und Ködertipps werden dabei also berücksichtigt :mrgreen:

  20. [QUOTE=Stachelritter13;312756]Ist eine Dropshot rute auch geeignet?[/QUOTE]
    Kommt drauf an. Mit einer kurzen kannst du es versuchen. Lange Wabbelruten sind eher ungeeignet.

  21. [QUOTE=audi170;312608]Hallo, wo kann man die Final Keeper beziehen, bzw. wer ist der Hersteller ?[/QUOTE]
    Die gibt’s z.B. beim Tackle-Dealer-Shop. Hoffi vom Köderwahnsinn hat die auch, glaube ich. Einfach mal googeln…

  22. Ein Nachteil noch am Texasrig:
    Die Schnur wird durch schlechte bullest total beschädigt
    [IMG]http://img.tapatalk.com/d/14/03/10/etupu4ez.jpg[/IMG]
    [IMG]http://img.tapatalk.com/d/14/03/10/tu7eby2e.jpg[/IMG]
    Dieser döbel hat womöglich noch heute den Haken im maul, da er nach dem Foto einen kräftigen Schlag gemacht hat und die Schnur daraufhin gerissen ist, wegen einer solchen Beschädigung.

    -> bessere bullets gekauft und Fan geworden…
    Auch mit wurm macht’s Spaß mit dem T Rig zu angeln allerdings geht’s auch mit gummiwürmern z.b. Von berkley, die in diesem Forum schon behandelt wurden…

  23. Cooler Bericht! Ich werde es mal probieren wenn ich das nächste mal angeln gehe, ich habs zwar noch nie gemacht, aber ich probiere es einfach mal und hoffe, dass ich den ein oder anderen dicken Räuber an Land ziehen kann!

  24. Vielen Dank für den Hinweis zu dem Final Keeper. Hab mich schon so oft über die kaputten „Ködernasen“ (ich musste Deine Wortwahl übernehmen, da mir auch keine bessere Formulierung eingefallen ist …) der Keitech-Sachen geärgert. Das kleine Teil verspricht da Abhilfe.

    Könntest Du zu der Diaflash und der TAFTEC-Spitze noch was schreiben. Sieht interessant aus das Rütchen.
    Mich würde interessieren, wie so das angegebene Wurfgewicht von 2 bis 10 Gramm so einzuschätzen ist. Shimano-Ruten finde ich immer etwas härter als angegeben.

    Die Vollkohlespitzen werden bei Fliegenruten ja schon seit 30 Jahren verbaut. Hatte da eigentlich immer gute Erfahrungen, was die Bissübertragung und die Belastbarkeit betraf.

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