Kickback-Rig: Drop Shot Seitenarm-Montage mit Kickback-Effekt

Kickback-Rig: Drop Shot Seitenarm-Montage mit Kickback-Effekt

Das Kickback-Rig: Um es mal gleich vorwegzunehmen und gar nicht erst ins Kreuzfeuer der Youtube-Experten-Fraktion zu geraten: Die Erfindung des Seitenarms ist schon ein paar Jahre alt. Die will ich mir keinesfalls auf die Fahne schreiben. Kann auch gut sein, dass es einen oder mehrere Japaner oder Amerikaner gibt, der/die die hier aufgeführten Modifikationen an der Drop Shot Seitenarm-Montage bereits vorgenommen und vorgestellt hat/haben. Vielleicht fischen ja auch schon viele von euch mit einem ähnlichen System. Wenn „ja“, dann sicher erfolgreich. Seitenarmmontagen sind einfach zu fischen und entschärfen so manches Problem. Und wenn man sie richtig bindet, die entsprechenden Haken verwendet und einen auftreibenden Köder benutzt, kann man sogar einen Kickback-Effekt erzeugen. Deshalb habe ich der folgenden Montage den Namen „Kickback-Rig“ gegeben.

Das Kickback-Rig - Fängige Finesse Montage für Barsche

Das Kickback-Rig – Fängige Finesse Montage für Barsche

Inhaltsverzeichnis

  1. Aufbau des Kickback-Rigs
  2. Köder für das Kickback-Rig
  3. Köderführung
  4. Tipps zum Kickback-Rig

 

Aufbau des Kickback-Rigs

Wenn man eine klassische Drop Shot Seitenarm-Montage binden will, legt man ein Stück Mono parallel zum Vorfach und verknotet die beiden Sehnen mit dem Springerknoten miteinander. Damit der Seitenarm mit dem Blei das Vorfach nicht ständig vertangelt, nimmt man das Ende des Springers, das Richtung Rute zeigt und schneidet das zum Haken weisende Stück ab. An den Springer kommt dann ein Blei. Ans Ende des Vorfachs ein Haken. Vorteile: An dieser Montage haben die Köder freies Spiel. Man kann sogar 50 oder 100 Gramm-Birnen verwenden, ohne dass die Köderaktion beeinträchtigt wird. Bei Hängern verliert man nur das Blei. Köderführungstechnisch kann man kaum etwas falsch machen…

Auf die extrem kurze Version der Seitenarm-Montage mit dem besonderen Kick bin ich aber auf einem anderen Weg gekommen. Und zwar habe ich mir in einer Leerlaufphase bei einer Vorführung am Testbecken eines Angelgerätehändlers einmal angeschaut, was passiert, wenn man ein Dropshot-Blei mal nur einen oder zwei Zentimeter vor den Haken auf die Schnur klemmt. Das hat mir auf Anhieb gut gefallen. Erst recht als ich einen schwimmenden Krebs auf den Haken geschraubt habe und beobachten konnte, dass der Krebs nach dem Beschleunigen (ganz kurzer Zupfer) wieder nach hinten aufsteigt. Ungefähr so als würde man einem Wobbler einen Schlag versetzen, der ihn vom Angler wegzucken lässt.

Wenn die Barsche die Kickback-Action beim Wobbeln mögen, dann ja sicher auch beim Gummifischen. Ein Problem hatte meine Ausgangsmontage aber noch: Und zwar beschädigt so ein Dropshot-Blei ja die Schnur beim Festklemmen. Nachdem das Blei hier vor dem Haken angebracht ist, könnten Schnurschäden zu Fischverlusten führen. Dieses Problem entschärft ein kurzer Seitenarm.

Das Kickback-Rig mit Berkley-Gummifisch

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Köder für das Kickback-Rig

Bei den anschließenden Ködertests hat sich dann herausgestellt, dass auch andere auftreibende Gummis einen ausgeprägten Kickback-Effekt erzeugen. Am agilsten zucken hohle No Action-Shads nach hinten (ich nehme gern Hollow Belly Split Tails). Ein auftreibender Gabelschwanz-Gufi bewegt sich wie ein echtes Fischchen, das zum Boden stößt, um Nahrung aufzupicken. Dabei geht er beim jedem Anzupfen auf das Blei los, wodurch evtl. auch noch der Futterneid der Barsche ausgelöst wird. Aber auch Krebse, Creatures usw. überzeugen an der Montage.

Köder für die Kickback-Rig Montage

Jetzt musste das „KBR“am Wasser beim Barschangeln zeigen, was es kann. Schließlich ist der kleine Ausleger mit dem Köder recht nah am Blei. Man könnte also vermuten, dass die Fische das Bleigewicht zu schnell spüren und dann wieder loslassen. In der Praxis hat sich aber oft das Gegenteil gezeigt. Das Kickback-Rig funktioniert wie eine Art Selbsthakmontage beim Spinnfischen. Selbst kleine Barsche produzieren keine Fehlbisse. Größere Fische beißen so beherzt auf den zuerst nach vorne zischenden und dann nach hinten wegzuckenden Köder, dass sie sich selber einhängen. Meine Bedenken waren schon nach dem ersten Angeltag weggespült.

Angeln mit dem Kickback-Rig

Barsch am Kickback Rig

Barsch am Kickback-Rig

Barsch am Kickback-Rig

Köderführung

Durch das relativ schwere Dropshot-Blei hat man immer direkten Kontakt und somit maximale Köderkontrolle. Die ist auch wichtig, weil man den Köder wirklich nur in kurzen flachen Rucken über den Boden zupfen sollte, anstatt ihn hoch anzujiggen. Das hohe Gewicht ermöglicht es dennoch, den Köder zackig zu präsentieren. Die ideale Bewegung sind 2 bis 20 cm lange Sätze mit kurzen Pausen, in denen der Gummifisch nach oben aufsteigen kann. An manchen Tagen reagieren die Fische am besten auf den Köder, wenn man ihn lange stehen lässt („Deadsticking“) oder auf der Stelle tanzen lässt.

Tipps zum Kickback-Rig

Leichter Haken für mehr Auftrieb: Damit der verhältnismäßig kleine Köder maximalen Auftrieb hat, darf der Haken nicht zu schwer ausfallen. Daher kommen nur relativ kleine und vor allem dünndrahtige Modelle zum Einsatz. Ideal sind z.B. die Illex Finesse Hooks (Größe 4) oder der kurzschenklige Owner Mosquito (ebenfalls Größe 4).

Lockblei: Dass ein herkömmliches Blei attackiert wird, können Dropshotter und Carolina-Spezis bestätigen. Selten vergeht ein Tag ohne heftigen Biss aufs Blei. Leider liegen Blei und Köder hier so weit auseinander, dass der Köder nach der Fehlattacke nicht nochmal angegriffen wird. Beim Kickback-Rig ist das anders. Hier sind Köder und Blei – ähnlich wie beim Texas-Rig – so nah beieinander, dass nach dem Fehlversuch aufs Blei der Köder an der Reihe ist. Die Lockwirkung des Bleis kann man steigern, indem man es mit einem Paar Augen zum Aufkleben versieht.

Einfacher Systemwechsel: Wenn man nicht durchgehend mit dem Kickback-Rig arbeiten will, kann man sich die Montage vorbinden und bei Bedarf in den Karabiner einklinken. Dazu binde ich einfach eine Schlaufe ins Vorfach.

Um es noch einmal auf den Punkt zu bringen: Das Kickback-Rig ist sozusagen eine Finesse-Version der klassichen Seitenarm-Montage. Die fischt man dann natürlich nicht mit den eingangs erwähnten 50-100 Gramm-Bleien, sondern mit entsprechend leichten Gewichten. Wer aber in harter Strömung angelt, kann die Arme verlängern und entsprechend mehr Blei verwenden. Der Kickback-Effekt wird dann zwar verloren gehen. Fische fängt das Rig aber auch mit langen Armen.

Patrick M – ein Überzeugungstäter. Er fischt das Kickback-Rig mit lamgem Arm.

Wer viel an Steinpackungen fischt, nimmt am besten ganz lange Stabbleie. Der Springer ist dann am besten 10 bis 20 cm lang. Das Vorfach zum Haken ca. 20 bis 30 cm. Die langen Stabbleie rutschen selten mit der ganzen Länge in die Ritzen, so dass es zu weniger Hängern kommt.

Zanderdieter ist ein ausgefuchster Kickbacker…

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Kategorien: Barsch, Finesse-Methoden

Kommentare

  1. richie
    richie 7 Januar, 2012, 10:52

    Sehr schöne Montage – und sicher sehr fängig !
    Kickbacks sind ja auch beim Suspender – Fischen oft ein Knaller.
    Wird demnächst ausprobiert.
    Die Augen auf dem Blei würde ich lassen; das gibt nur noch mehr Fehlbisse und der Verschleiß an Augen, auch durch den ständigen Bodenkontakt, ist sicher gewaltig !

    tight lines,
    richie

  2. Havelschreck
    Havelschreck 7 Januar, 2012, 11:54

    Schöner Bericht,wie immer 😀 Als du das Rig in der Oktoberausgabe der Fisch & Fang vorgestellt hast,habe ich direkt mal eine Rute damit fertig gemacht und diese im kurz darauf folgenden "Havelurlaub"getestet.Mein Sohn hat diese Montage mit echtem Tauwurm gefischt und damit richtig Masse gemacht.Ich muß mir nur noch was wegen der kleinen Gierhälse einfallen lassen.Fazit:Ein einfaches Rig,das leicht zu führen ist und Fische bringt 😀

  3. Lunatic
    Lunatic 7 Januar, 2012, 12:00

    Ja, sieht super aus ! Kannte ich bisher auch noch nicht. Ist für mich eine Alternative, wenn ich wiedr auf Döbel und Barben fischen gehe.
    Immer eine T-/C-Rig-Montage komplett zu verlieren, ist nicht grade so günstig. Ich werds testen.

  4. dietel
    dietel 7 Januar, 2012, 13:00

    kannst den seitenarm na klar auch mit schrotbleien beschweren. da isses richtig günstig, nen finalen hänger zu haben 😀

  5. richie
    richie 7 Januar, 2012, 13:12

    ne, ne , DS blei ist schon super.

  6. Stichling09
    Stichling09 7 Januar, 2012, 14:26

    Sehr nettes Rig..
    ehm nur wie siehts mit der Fehlbissquote aus? Ist die mit dem DS-Rig zu vergleichen? Oder liegt ich da falsch?

    gruß

  7. dietel
    dietel 7 Januar, 2012, 16:41

    klar gibts fehlbisse aufs blei. ich glaub, das nimmt sich nicht viel. aber der köder ist ja ganz nah am blei. die greifen auch nochmal nach, wenn du den köder nicht wegreißt. nimm nen scharfen haken und kurbel die dinger langsam an. wenns ein bleirempler war, geht die zweite attacke dann hoffentlich auf den köder…

  8. JosefSl
    JosefSl 8 Januar, 2012, 11:54

    Sehr coole Montage, werde ich probieren wenn ich wieder die Möglichkeit dazu habe.

    Wie schauts aus wenn man anstatt einfachen Blei nen Jighead mit Twister oder Gummifisch verwendet?

    Das sollte doch die Fehlbissquotte, wegen den Bissen auf Blei, quasi auf Null reduzieren und der Jagdinstinkt wird noch mehr angesprochen!

  9. Dorschliebhaber
    Dorschliebhaber 9 Januar, 2012, 13:03

    Netter Bericht,würde aber wenn ich mir Augen auf das Blei klebe selbiges auf einen harten Untergrund legen und nochmal mit dem Hammer bearbeiten,dann kann man auf die flachen Stellen super die Augen aufkleben 😉

  10. JosefSl
    JosefSl 9 Januar, 2012, 14:17

    Danke Dir, ein sehr hilfreicher Tipp!

  11. Action-Tail
    Action-Tail 10 Januar, 2012, 07:55

    Das hört sich ziemlich gut an und werde ich in jedem Fall einmal ausprobieren. Wann und wie stark sollte denn der Anhieb erfolgen? Wie bei DS, sachte etwas verzögert, oder unmittelbar und kräftig? Danke und viele Grüße

  12. Luukas
    Luukas 14 Januar, 2012, 18:31

    Versuch es einfach zu testen, je nachdem wie die Gestreiften drauf sind kann sein das sie sich die Gummis gleich komplett reinhaun oder eben nur vorsichtig "anknabbern". Wenn du viele Fehlbisse bekommst musst du länger warten!

  13. Barschangler
    Barschangler 22 Januar, 2012, 16:23

    Könnte irgendjemand mal den Knoten bzw. die genaue Herstellung der Montage aufzeigen….beim Springerknoten finde ich im internet nur sowas: http://www.lutz-huelsse.de/themen/angelgeraete/schnur/schnur_text/knoten/springerknoten.htm

    und nicht mit 2 verschiedenen Sehnen

  14. Barschangler
    Barschangler 22 Januar, 2012, 16:26

    Könnte irgendjemand mal den Knoten bzw. die genaue Herstellung der Montage aufzeigen….beim Springerknoten finde ich im internet nur sowas: http://www.lutz-huelsse.de/themen/angelgeraete/schnur/schnur_text/knoten/springerknoten.htm

    und nicht mit 2 verschiedenen Sehnen

  15. perch84
    perch84 29 Januar, 2012, 18:44

    Ich fische es zur zeit und bin mehr als zu frieden:-)
    Im hafen eine waffe.

  16. dietel
    dietel 6 Februar, 2012, 17:36

    du nimmst ein stück mono (ca. 20 cm lang). das legst du parallel zum ende deines vorfachs. jetzt behandelst du die parallel liegenden schnüre wie eine einzelne und knotest mittig einen doppelten hausfrauenknoten. jetzt schneidest du das zum ende deines vorfachs weisende stück knapp unter dem knoten ab. auf das übbrig gebliebene schnurstück klemmst du das blei. ans vorfachende den haken. ich hoffe, das war bildlich genug. ansonsten nochmal aufs foto von der montage schauen.

  17. Lepi
    Lepi 22 März, 2012, 09:57

    Moin,

    kann jemand auf die Köder noch etwas genauer eingehen, außer dem Hollow Belly Split Tail, fällt mir derzeit nur noch der Ring Shrimp ein der komplett schwebt. Über Alternativen wäre ich dankbar.

    Grüße

  18. SolidSleep
    SolidSleep 6 Dezember, 2014, 21:41

    Hi! Knotet ihr eure Baits immer an bei diesem Rig? Waere ein zB 16er Einhänger schon zuviel des Guten umd die Dynamik kaputt zu machen? Hat da jemand erfahrung gemacht? Grüße

  19. SolidSleep
    SolidSleep 7 Dezember, 2014, 00:44

    He Mädels, keiner hier, der mir weiterhilft?

  20. Fr33
    Fr33 7 Dezember, 2014, 01:04

    Wenn du sowas wie nen 16er Fastlock zum Schnellwechseln des Köders meinst – dann rate ich dir davon ab. Ich hab so kleine Snaps schon mit gröberem Barschgerät beim Anschlag geknackt bzw. gerade gezogen…

    Unter nen 10er Snap kommt bei mir nix mehr ans Band.

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