10.12.2016 / 19:33 | Aktuelle Mondphase: zunehmender Mond

Geräte-Guide zum Barschangeln

Früher war nicht alles besser. Definitiv. Das Angelgerät war z.B. schlechter. Aber einfacher war es, die Barsch-Kombo zu definieren. Die bestand im Wesentlichen aus einer 1,8 m langen Ruten mit einem Wurfgewicht von 5 bis 25 Gramm, einer kleinen Stationärrolle mit 25er Mono und einer Box mit ein paar Spinnern, Wobblern und kleinen Blinkern. Seit den 80er Jahren hat sich aber viel getan. Mit der Gummiwelle kamen plötzlich lange Ruten mit weicher Spitze ins Spiel. Dann die geflochtene Schnur in Kombination mit schnellen Carbon-Gerten. Seit das Finesse-Fischen eingeschlagen hat, gibt’s Spezial-Ruten für jede Disziplin. Aber braucht man die wirklich? Ich angle sehr viel auf Barsch, komme sehr viel rum und sehe viele Angler fischen. Selbst wenn ich mir einen Tackle-Spleen eingestehe und mich ohne Widerspruch ins Lager der manischen Perfektionisten einordnen lasse, belegen die Vergleichswerte: Barschangler, die ihr Gerät aufs Gewässer und die Angelart abstimmen, fangen besser. Manchmal nur ein bisschen. Oft genug aber drastisch. Bedeutet konkret: Die korrekte Gerätekonfiguration ist der erste Schritt zum guten Fangergebnis und stellt damit die Grundlage allen Barschangelns dar. Schließlich haben wir es mit einem teilweise zickigen Augenräuber zu tun, den wir mit verhältnismäßig kleinen Ködern befischen. Damit diese gute laufen und die Täuschung nicht auffliegt, müssen wir oft sehr fein fischen. Auf der anderen Seite müssen wir uns auch den Angelplätzen anpassen. Und wenn die Barsche extrem weit vom Ufer entfernt stehen oder mitten im Holz, müssen wir Kompromisse finden. Auch stellen bestimmte Ködertypen spezielle Anforderungen an die Hardware. Mein Arsenal an Barsch-Ruten-Rollen-Kombinationen ist sicher größer als es sein muss. Um aber wirklich überall und unter allen Bedingungen erfolgreich auf Barsch fischen zu können, brauche ich mindestens 7 Kombos.

 

Hardware-Walk
Im ultimativen Barschbuch steht unter diesem Bild: You’ll never walk alone. Das gilt für Fußballer wie für Barschangler.

 

Langstrecken-Stecken: Ich fische sehr gern vom Ufer – auch an großen Gewässern. Da liegen die Kante oder die barschträchtigen Strukturen oft weit vom Standplatz entfernt. Hier brauche ich eine Rute mit der ich Köder von 10 bis 25 Gramm extrem weit werfen kann. Tests haben ergeben, dass die Rutenlänge einen geringeren Einfluss auf die Wurfweite hat, als wir alle denken. Ein langer Hebel schindet dennoch ein paar Meter. Außerdem hilft die Rutenlänge beim Durchbringen des Anhiebs. Meine Distanz-Rute (Dialuna 906M) ist 2,9 m lange und hat ein Wurfgewicht von 8 bis 42 Gramm. Es handelt sich um eine von japanischen Wolfsbarsch-Spezis inspirierte Rute mit einer moderaten Aktion.

Langstrecken-Barsch-2
Ideal zum Uferangeln in Spanien. Da kams wirklich auf jeden Meter an.

Diese lädt sich super auf und schleudert die Köder extrem weit raus. Für mehr Wurfweite sorgt auch ein großer Spulenkern, weil die Schnur reibungsloser von der Rolle fliegt. Eine 4000er Rolle (Stradic Ci4+) mag groß klingen zum Barschangeln, ist aber genau die richtige Ergänzung. Nicht nur wegen der größeren Wurfweite, auch weil sie pro Kurbelumdrehung mehr Schnur aufnimmt und ich in 70 oder auch 50 m Entfernung  nur mit einem großen Schnureinzug ordentliche Sätze mit einem Jig produzieren kann. Deswegen hat diese Rolle idealerweise auch eine hohe Übersetzung. Der Schnureinzug sollte bei ca. 90 cm pro „Handle-Turn“ liegen. Ganz wichtig ist auch die Schnur. Ich nehme eine dünne 6-7 kg-Schnur (seit neustem die 13er Kairiki).

kairiki-stradic
Die Schnur schockt.

Weich muss sie sein und glatt, damit sie richtig weit hinausschießt. Gern auch farbig, damit ich auch Schnurzucker schnell parieren kann. Auf Distanz kommt nicht jeder Biss als ultraharter Ruck in der Rute an. Als Vorfach nehme ich 30er Fluorocarbon, vor das ich ein 6 bis 9 kg-Stahl schalte, wenn Hechte im Wasser sind.

 

Ultralight-Flitsche: Zum Angeln mit kleinen Wobblern, Countdowns, Mini-Cranks, kleinen Poppern, Stickbaits in der 3 bis 6 Gramm-Range und ganz leichten Jigs bis 3 Inch verwende ich eine 1,93 lange Rute (Poison Adrena 264 UL) mit einem Wurfgewicht von 2 bis 7 Gramm. Das ist meine Spaß-Rute, mit der ich die Köder – dank des kurzen Hebels – extrem sauber bearbeiten kann. Der Blank ist schnell, geht aber sofort in eine parabolische Aktion über, wenn ein Barsch am anderen Ende rüttelt.

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Da hing ein fetter Barsch.
adrena264UL-hafenbarsch
Da isser auch schon.
UL-Flitsche-Drill
Das hier war ein Karpfen, der auf einen Rubberjig gebissen hat – mein bislang dickster Fang mit dieser Rute.

Weil sie sich schon mit 2 Gramm richtig gut auflädt, erziele ich auch mit Kleinzeug verhältnismäßig große Wurfweiten. Zu dieser Rute passt eine 1000er Rolle mit relativ niedriger Übersetzung. Ich will die Wobbler nicht überpacen und arbeite ja auch nur im 30 m-Bereich. Da reicht mir ein Schnureinzug von ca. 60 cm völlig aus. Wichtig ist eine gute und dünne Geflochtene der Stärke 0,06 oder 0,08 mm (Tragkraft ca. 3 oder 4 kg). Bei so dünnen Schnurdurchmessern muss die Schnur besonders abriebfest sein. Meine ist weiß-grau und gut zu sehen. Die Vorfachstärke variiert je nach Grundbeschaffenheit und Gewässertrübung zwischen 0,17 und 0,24 mm. Auf die Ersatzspule habe ich 16er Fluorocarbon gespult. Damit twicht es sich vor allem im Winter noch viel angenehmer. Sind viele Hechte am Start, muss auch hier Stahl ran. Noch besser extrem dünnes 1×7 Titan mit einer Tragkraft von 2 bis 3 kg.

 

Solid-Tip-Rute: Auch bei meiner 1,88 m langen Solid-Tip-Rute (Expride 262 UL-S) mit einem WG von 2 bis 6 Gramm handelt es sich um eine Ultralight-Rute. Aus dem vorgestellten Arsenal ist sie am ehesten verzichtbar, weil sich das Einsatzgebiert stark mit dem der Ultralight-Flitsche überschneidet. ABER: So eine Rute mit Vollcarbon-Spitze macht unheimlich Spaß.

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Volle Biegung beim Hechtdrill.

Man kann extrem fein fischen, noch kleinere Köder werfen und angelt zudem sehr sensibel. „Solid-Tip“ oder „Taftec“ sind von den Herstellern eingebrachte Begrifflichkeiten, die eine biegsame Spitzensektion aus Vollcarbon bezeichnen. Die ersten 15 bis 25 cm der Rute sind so flexibel wie Feeder- oder Bibber-Spitzen aus dem Friedfisch-Sektor, transferieren aber jeden noch so zarten Biss über den Blank in die Rutenhand. Durch die weiche Spitze laden sich diese Ruten auch bei minimalen Ködergewichten auf. Man kann also wirklich mit 2 Gramm werfen – und zwar weit.

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Aber auch Spreebarsche gehen gut rein.

Sensationell ist auch die Bissverwertung. Da die Rutenspitze nachgibt, können die Barsche den Köder widerstandslos inhalieren. Die Solid-Tip nimmt beim Anhieb außerdem die erste Spannungsspitze weg und führt den Impuls in eine gleichförmige Belastung über, so dass man auch beim Fischen mit allerfeinsten Schnüren keine Angst vorm Schnurbruch haben muss.

Schöner (B)Arsch-Wacky-Barsch.
Schöner (B)Arsch-Wacky-Barsch.

Dementsprechend ungeeignet ist diese Rute für alle Köder, die man schnell beschleunigen muss (z.B. Twitchbaits). Ich verwende sie zum Angeln mit kleinen Jigs, zum ultrafeinen Dropshotten, zum Angeln mit feinsten T-Rig-Montagen und mit Rubberjigs. Auch hierzu passt am besten eine 1000er Rolle mit niedriger Übersetzung (früher Rarenium, jetzt die langsame 1000er Stradic Ci4+). Diese bespule ich mit 0,04er bis 0,06er Hochleistungsgeflecht und knüpfe 0,17er bis 0,20er Fluorocarbon vor.

 

BFS-Cast-Gespann: Schon allein weil das Werfen mit der Baitcaster so viel Spaß macht, muss eine leichte BFS-Kombo (Expride BFS und Aldebaran) sein. BFS steht für BaitFinesseSystem und weist Rute und Rolle als finesseködergeeignet aus. Weil sich die Rute schon mit einem Wurfgewicht von ca. 4 Gramm auflädt und die leichte Spule schon bei derart niedrigen Gewichten widerstandslos anläuft, können auch Einsteiger problemlos mit leichten Ködern baitcastern.

BFS-Drill
BFSsen macht einfach Spaß. Mit entsprechendem Gerät ist man da auch schnell dabei.

Der kleine Haken: In den Rollen steckt sehr viel ausgereifte Technik. Solche Feinwerkzeug sind nicht ganz billig. Dafür fliegen die Köder aber extrem präzise auf die Spots. Dadurch dass die Schnur im Wurf linear abläuft überschlagen sich auch schlanke Wobblertypen fast nie. Gerade beim Bearbeiten von Twitchbaits macht sich die oben sitzende Rolle ganz hervorragend. Super macht sie sich auch beim T-Rig-Fischen und Rubberjiggen und sogar beim Spinnern. Die Drills sind intensiver. Die Handhabung ist entspannter. Auch wenn die Argumentation in Richtung „Spielzeug“ abdriftet – wer einmal mit der leichten Baitcasterei angefangen hat, wird auf eine BC-Kombo nie mehr verzichten mögen.

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Ein herrlicher BFS-Barsch aus Berlin. Eine von 3 Kirschen an diesem Tag. Selten genug.

Die Expride BFS ist 1,96 lang und hat ein WG von 4 bis 12 Gramm. Meine Rolle wirft sogar 3 Gramm. Allerdings nur, wenn ich mit einer dünnen Geflochtenen (0,08er) angreife. Weil auch ich immer mal eine Perücke produziere und meine teuren Wobbler nicht abschießen mag, fische ich meistens ein 24er FC-Vorfach. Um ehrlich zu sein, besitze ich noch eine zweite BFS-Rolle, deren Spulenkern von einer 20er Mono eingefasst ist. Diese verwende ich auch gern zum Twitchen (defensive Führung), vor allem aber beim Fischen mit kleinen Crankbaits von 6 bis 11 Gramm.

 

Heavy-Duty-Baitcaster: Nun ist es ja nicht so, dass sich die Barsche immer im hindernisfreien Raum aufhalten. Gern stehen sie an Steinen, im Schilf, zwischen Seerosen oder im Holz. In der Deckung fühlen sie sich sicher. Dementsprechend muss man hier nicht wirklich fein angeln. Wichtiger ist, dass die Köder nicht bei jedem Hänger sofort abreißen und dass man die Fische ohne Zeitverlust aus dem Unterstand herausziehen kann. Hierfür verwende ich eine relativ schwere Baitcast-Kombo (Expride 168 MH und Metanium DC) mit einer 2,03 m langen und harten 30-Gramm-Cast-Rute, die diese 30 Gramm auch real bewältigt.

Voll durchziehen und ab dafür...
Voll durchziehen und ab dafür…

Ich fische dann meistens mit dem Texas-Rig oder mit Rubber-Jigs mit einem relativ dicken Weedguard (eine Schutzvorrichtung vor dem Haken, die ihn vorm Festsetzen bewahrt). An diese Rute kommt eine etwas größere Baitcaster (151er Größe) mit einem mittleren Schnureinzug (ca. 80 cm).

Heavy-Duty-Barsch-2

Und jetzt kommt’s: Hier fische ich 18er bis 20er Geflochtene, deren Tragkraft deutlich höher als die meines immerhin 0,35 mm dicken Fluorocarbon-Vorfachs ist. Denn im Falle eines Hängers möchte ich, dass – wenn ich den Baum oder Felsen schon nicht rausreißen kann – der Haken abreißt und ich nicht nach jedem unlösbaren Hänger den Verbindungsknoten neu binden muss. Diese Kombo fische ich auch gern auf Zander und Hecht.

 

Jig-Twitche mediumlight: Jigs von 5 bis 10 Gramm fische ich am liebsten mit einer Spinning-Kombo, bestehend aus einer straffen und schnellen Rute (Expride 268 ML-2), die ich mit einer schnellen 2500er Rolle (Stradic Ci 4+) kombiniere.

Expride-268-ML-2-Barsch

Mit der Kombo kann man auch gut schlanke Wobbler von 5 bis 10 Gramm durchs Wasser peitschen. Auf der Rolle sitzt eine 8er oder 10er Geflochtenem auf der E-Spule 20er Mono (ich twitche lieber mit Mono). Mit der Rute decke ich unheimlich viel ab. Na klar kann man damit auch mit T-Rig fischen, Shakyheads anschütteln oder zur Not auch dropshotten. Wenn ich Geflochtene fische, verwende ich meistens 25er FC als Leader. Bei Hechtgefahr kommt ein 5 kg 1×7-Titan-Vorfach zum Einsatz.

 

Jig-Twitche mediumheavy: Ins Dietel-Set gehört auch unbedingt noch eine „Allround“-Rute (Zodias 270 MH) mit einer Länge von 2,13 m und einem angegebenen Wurfgewicht von 5 bis 18 Gramm. Damit wird vom Boot oder im Kanal gejiggt oder mit großen Twitchbaits (8 bis 12 cm) gearbeitet.

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Mit dieser Rute kann ich so ziemlich alles machen. Auch Dropshotten, Texas-Rig-Fischen oder mit dem Carolina-Rig angreifen. Diese Rute kombiniere ich mit einer 2500er Rolle mit einer relativ großen Übersetzung, weil diese eine zackige Köderführung unterstützt. Auf der Rolle sitzt eine 8er bis 10er Geflochtene (pink oder weiß). Die Vorfachstärke pendelt zwischen 0,24 und 0,30 mm – je nach Grundstruktur und Sichtigkeit. Auch hier muss natürlich immer ein Stahlvorfach mit 6 bis 9 kg Tragkraft davor.

Rutentrio-2

Ich bin da nicht besser als viele andere an Bord und könnte die Liste noch weiterführen. Schließlich widme ich mich diesem Fisch aber auch intensiver als die meisten anderen Menschen. Ich kann mir schon vorstellen, dass es Leute gibt, die mit weniger Material auskommen, weil sie z.B. nie zum Distanzbarscheln antreten oder nur ganz selten hart im Hänger fischen. Auf der anderen Seite gibt’s schon auch Gründe, warum ich nicht nur eine Solid Tip-Rute besitze und da eigentlich auch unbedingt noch eine 20-Gramm Baitcaster reingehört und eigentlich auch noch mindestens eine etwas weichere Castrute (zum Cranken). So oder so: Hauptsache es macht Spaß!

14 Kommentare zu Geräte-Guide zum Barschangeln

  1. Schön! Eine Reise durch die Jahreszeiten, passendes Tackle und wie immer schöne Bilder, das macht Lust aufs Angeln.

    André

  2. Toller Artikel – handhabe da vieles genau gleich. Allerdings kann man mit einer ML-Kombi um die 2m und einem Fast Taper schon relativ viele Gummi-Methoden auf Barsch abdecken und ein Hardbait funktioniert auch wenn es mal sein muss.

  3. Ich weiß ja nicht wie viele das hier von der Seite so handhaben (Prozentual z.B.) aber für mich ist das nicht praktikabel. Dafür bin ich zu viel auch auf andere Fischarten unterwegs, gebe zu viel Geld fürs Angeln insgesamt aus, fehlt mir der Platz etc.
    Geh da bei zero5ive mit, hab ne leichte Speedmaster in 2m mit ner 2.500er Rolle, eine Spule 0,08 Geflecht, eine 0,22er Stroft Mono. Mit der er erledige ich fast alles was leichtes Spinnangeln angeht, inkl. Forellenjagd in nem kleinen Fluss. Spinnruten hab ich insgesamt glaub 8 oder 9 momentan, wobei davon 2 Reiseruten sind und ich auf 3 verzichten könnte da die ein ähnliches Spektrum abdecken und ich momentan lieber ne zweite ganz schwere zum schleppen hätte.

  4. Abgesehen davon, dass die mindestens 7 Ruten mal locker tausende Euro in der Anschaffung verschlingen, ein schöner Artikel eines wirklichen Perfektionisten und liebenswerten Freaks. 🙂 Davon abgesehen bin ich da auch beim Ronnie. Ich habe meist keine Lust mehrere Ruten mitzuschleppen bzw. so einen Aufwand zu treiben. Klar habe ich auch mehrere Ruten für die feinere Fischerei, decke aber in der Regel alles mit einer Rute ab. Das ist seit ein paar Monaten eine Aspire BX in 2,10m 10-30g und einer Rarenium SFB 3000. Mit der fische ich vom 2er Gummi am 3,5g Kopf bis zum 6cm Tiefläufer Crank, fast alles. Drillaussteiger habe ich wirklich selten. Kleine Fische machen Aufgrund des sensiblen Blanks auch noch Spaß, Große sind bei dem enormen Rückgrat kein Problem. Sicher nicht für alles ganz optimal, reicht mir aber meist aus. Da bin ich mittlerweile wirklich Pragmatiker.

  5. Mich würde interessieren welche Schnüre Du genau (also welcher Hersteller) auf den Ultralight- und BFS-Gespann fischt? Bei den meisten geflochtenen Stimmen ja meines Wissens die Durchmesser nicht. Verwendest Du da eine Nanofil?
    Und wirklich schöner Artikel, habe mir erst die Tage mal über das Thema UL Gedanken gemacht, da wurden gleich mehrere Fragen beantwortet.
    Danke dafür!

  6. @all: Ich hab’s ja auch geschrieben: Man kommt sicher mit weniger Ruten klar. Mit der „Twitch-Jigge mediumheavy“ kann ich sehr viel machen (auf der WPC habe ich mit der Barsche und Zander gejiggt, getwicht udn gecrankt und fast alle Fische mit dieser Rute gefangen – Zander wie Barsche). Mit der „Twitch-Jigge mediumlight“ dann auch viel abdecken. Ich angle aber oft in Spanien im Holz, da braucht man dann schon mal was Stärkeres. Und ein Uferangler, der weit werfen will und seine Köder über die steinpackung heben will, braucht ne lange Rute. UL-Ruten sind Spielzeug. Braucht man eigentlich nicht dringend – aber es macht halt schon viel mehr Spaß mit so feinem Material zu fischen. Im Prinzip fehlt in der Aufzählung noch eine Boddenbarschrute – also was in 2,4 m mit einem WG bis 30 oder 35 Gramm. Und eine typische Crankbait-Rute ist auch nicht dabei. Die habe ich beide rausgelassen. Ich wills ja nicht übertreiben. Und klar ist auch: Ich habe als Tester und Teamer einen anderen Zugriff – auch wenn ich für mein Angelgerät im Endeffekt auch arbeite.

    Um Missverständnissen vorzubeugen: Wenn ich Barschangeln gehe, habe ich selten mehr als 2 oder 3 Ruten dabei. Manchmal auch nur eine. Ich entscheide mich im Vorfeld, was ich fische. Meistens kenne ich das Gewässer gut genug, um mich festzulegen.

    @Chiemseebarsch: Ja. Ich fische die Nanobraid auf der Baitcaster (10er und 12er) und auf allen UL-Ruten. Ist für mich die beste dünne Schnur und in der Meinung werde ich von den meisten leuten bestätigt, die die mal gefischt haben. Die ist zwar nicht rund. Aber sonst passt da alles.

  7. Alles gut, Johannes. Der Artikel ist wirklich informativ und zeigt, was möglich ist, wenn man auf allerhöchstem Level seinem Hobby frönt.

    Das sollte auch kein Vorwurf an dich sein, sondern eher eine kurze Beschreibung meines derzeitigen „Einerutephlegmatismus“. 😉

  8. Zitat Dietel: Um Missverständnissen vorzubeugen: Wenn ich Barschangeln gehe, habe ich selten mehr als 2 oder 3 Ruten dabei. Manchmal auch nur eine. Ich entscheide mich im Vorfeld, was ich fische. Meistens kenne ich das Gewässer gut genug, um mich festzulegen.

    So läufts auch bei mir, halt nur aus anderen Gründen (weniger verschiedene Gewässer, berufsbedingt weniger Angelzeit etc.). Ich habe eine Twitche und eine Rute für Rigs, allerdings muss ich offensichtlich noch mal über ne Baitcaster nachdenken. Scheint ja doch ein großer Unterschied zu sein.

  9. Die Nanobraid ist eine sehr gute Line , zwar wirklich teuer aber perfekt rund geflochten und hält wirklich sehr gut – sowohl was Knotenfestigkeit als auch Schockressistenz angeht.
    Ich verwende sie in der 0.10er Stärke an der BFS Kombo …

    Hannes das Bild „herlicher BFS Barsch aus Berlin ist wirklch mal wahnsinnig gut !!!

  10. auch schön das deine Artikel wirklich immer sehr ausführlich sind, da können sich einige ne Schreibe von abschneiden wenn ich dann mal auf die Shimano Seite gucke 😉

  11. @scorpion: Auf dem Shimano-Blog halten wir es doch alle etwas kürzer. Außerdem bin ich derjenige, der sich am intensivsten mit der Angelschreiberei auseinandersetzt und einen Großteil seiner Zeit mit Produktbeschreibungen, Testberichten, Fangberichten, Methoden-Erklären etc. verbringt. Da kann man von mir auch ein bisschen mehr Ausführlichkeit verlangen als von voll berufstätigen Teamanglern. Aber auch die Jungs sind fleißig, hauen Fotos ohne Ende raus und haben alle ihren eigenen Stil. So muss das auch sein.

  12. Super Artikel und wie immer sehr informativ.

    @scorpion:
    Die Nanobraid gibt es momentan bei pecheur.com für 10.90€/100m, das ist nicht sooo teuer 🙂

  13. Mal wieder ein sehr schöner Artikel, Johannes.
    Mir gefällt die Systematik, mit der du dein Tackle zusammen stellst. Ich finde mich da in vielen Punkten wieder und mit mir wahrscheinlich auch noch etliche andere User.
    Bei mir stellt sich, wenn ich Angeln gehe, seltener die Frage nach der Praktikabilität, sondern der Spaß macht hierbei den Reiz aus. So versuche ich mich bei Uferangeleien per Pedes oft auf nur 2 Kombos zu beschränken, was mir ehrlich gesagt nicht immer leicht fällt. Manchmal sind es auch 3 Kombos, was mir begegnenden Angelkollegen oft ein ungläubiges, teilweise mitleidiges Lächeln abgewinnt. Aber, mir doch egal, Hauptsache ich habe Spaß am Wasser und versuche immer wieder meine neu gewonnenen Ideen und Erkenntnisse umzusetzen.
    So kommt es eben, dass sich im Laufe der Zeit Spinkombos im ordentlichen zweistelligen Bereich angesammelt haben. Verrückt? Definitiv ja, aber ich bin happy. Somit beginnt für mich Angeln nicht erst am Wasser, sondern bereits im Vorfeld: Tüfteln, Basteln, Grübeln, Verbessern und Ausprobieren. Und das Gefühl, wenn die Rechnung bezüglich optimiertem Gerät und Bissausbeute aufgeht – einfach herrlich.
    Danke Johannes

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