Eis auf – Hecht raus!

„Und Lars, wie sieht’s aus? Der Hauptbarsch am Start? Und was ist mit Hecht los?“ „Keine Ahnung. War ja alles dicht hier. Aber jetzt ist offen und ich hab‘ zwei Tage frei.“ Also schnell den Jochen angerufen und mal angefragt, wie es aussieht mit einem vorweihnachtlichem Kurztrip an den Peenestrom? Grünes Licht. Und so sind wir am Mittwochmorgen um 6 nach Norden gefahren, um da zwei Tage lang den Barschen und Hechten nachzustellen. Glücklicherweise lagen die Boote nicht im zugefrorenen Hafen, sondern genau vor der Eiskante. Bzw. glücklicherweise lag die Eiskante genau vorm Hafen, so dass man die Boote über das Segelschiff Victoria noch besteigen konnte. Bevor wir Gas geben konnten, mussten wir den Fishhunter aber erstmal durch einen Eisschollengürtel schieben.

„Und was wollt ihr jetzt anangeln?“ Wie aus einer Kehle: „Barsch!“ Am Barschspot No. I mussten wir feststellen, dass es keinen Sinn machen würde, die Jungs im Tiefen zu suchen. Da war so ein Druck drauf (Ausstrom – im Winter schlechter als Einstrom, weil der Einstrom warmes Ostseewasser und damit Beißlaune bringt), dass man selbst mit 28 Gramm vorm No-Action-Shad Schwierigkeiten hatte, Grundkontakt herzustellen. In der Strömung wird sich bei 1 Grad Wassertemperatur kein Fisch halten. Dementsprechend probierten wir es abseits der Strömung in bzw. an der alten Fahrrinne. Hier hatte Lars vor dem Eis noch ganz gut Barsch gefangen. Und jetzt? Nix los. „Also Jungs, was nun?“ „Hecht!“ Und das ebenfalls mit voller Begeisterung, weil das Eisauf-Hechtangeln ja auch richtig Spaß machen kann, wenn die Entenschnäbel beißen.

Start von der Eiskante

Jochen auf der Victoria

Frisch war’s gewesen…

Solche Schollen rammt man mal lieber nicht.

Ob’s wohl mit Hardbaits klappt???

Platzsuche

Für diese Nummer kommen im Strom nur die relativ flachen und störmungsberuhigten Buchten in Frage. Hierhin zieht sich ein Großteil der Hechte zurück, wenn’s ordentlich frostet. Bei Windstille hatten wir die freie Auswahl. Und so arbeiteten wir zwei Buchten auf der Festlandseite Ankerplatz für Ankerplatz ab. Dabei gaben wir den Plätzen immer mindestens 30 Minuten Zeit, so dass jeder Fisch im Umkreis mindestens zwei Köder gesehen haben muss.

Schließlich beißen die großen Winterhechte im Strom oft erst, wenn man sie mehrfach reizt und ärgert – wobei wir für die ganz großen Dinger ein bisschen zu früh dran waren. Die kommen meist erst etwas später in den Strom hinein.

Köderwahl

Jochen und ich hatten eine Menge Köder dabei. Allerdings waren wir ein bisschen falsch gepolt bei der Zusammenstellung der Boxen. Irgendwie hatten wir beide jeweils nur einen 10-Gramm-Jig im Hechtformat dabei. Dafür eine Menge 20-Grämmer und auch 40er. Dabei hätte man ja eigentlich ahnen können, dass das mit den Barschen nix wird und dass die Esoxe so flach stehen. Unter dem Eindruck des Barsch-Alarm-Treffens lief da aber halt was schief in der Vorbereitung. Das war ein bisschen schade – aber so musste halt ein bisschen improvisiert werden. Konkret: Absinkphasenverlängerung durch Seitwärtszug bzw. 14 Gramm-Kopf und Gummis mit großem Schwanzteller. Am Anfang haben wir’s auch mit Hardbaits versucht. Da aber im Flachwasser ohne Ende Brassen unterwegs waren, haben wir das nach ein paar mehr oder weniger korrekt gehakten Peenestrom-Klodeckeln eingestellt und uns auf die Gummiangelei eingeschossen.

Fangergebnis

Da ich im Februar dieses Jahres ganz gut Barsch im Flachwasser hatte und den Barschplan immer noch nicht ganz aufgeben wollte, habe ich immer mal einen kleinen Gummifisch ins Flache geschmissen. Auf den gab’s dann auch den ersten Biss von einem ganz ordentlichen Hecht. Kurz vor der Eiskante.

Na dann sollte es wohl so sein, dass das mit den Barschen mal hinten angestellt wird. Im Prinzip habe ich dieses Jahr auch wahrlich genug von denen gefangen. Und so ein knackiger Hechtbiss spendet bei Temperaturen von 1 bis 2 Grad ehrlich gesagt auch mehr Wärme als ein sachter Barschzupfer. Also größere Köder rangehängt und auf Hecht konzentriert.

Das lief zwar nicht berauschend. Aber am Ende des eineinhalbtägigen Trips standen 13 Hechte zu Buche. Dazu noch ein paar Anhacker und der eine oder andere Aussteiger (am zweiten Tag haben sie sehr mausig gebissen). Der Größte war wohl knapp 90 Zentimeter lang. Das kann sich doch einigermaßen sehen lassen und hat auch Spaß gemacht.

So wie es aussieht, wird es jetzt wohl wieder ein bisschen zufrieren und dann aber auch alsbald wieder aufreißen. Das Eisauf-Hechtraus-Spiel kann also bald wieder von Neuem beginnen. Wenn ihr auch mal Lust drauf habt, vergesst die leichten Jigköpfe nicht!

Viel Spaß bei den letzten Trips in diesem Jahr wünschen Euch Jochen & Johannes (und der Lars von Baltic Fishing natürlich auch.)

8 Kommentare

  1. Nach Weihnachten fahr ich nach Usedom… ich beiß mir in den Arsch wenn der Strom auf ist und ich nicht rauf komme 😆

    Petri und danke für den Bericht, sowas macht immer Freude zu lesen 🙂

  2. Paar Kumpels und ich wollten dieses Wochenende eigtl. zum Strelasund…
    Aber wie es aussieht, wird's zufrieren und daraus wird nüscht 🙁
    Schade, ich hatte mich so darauf gefreut

  3. Sehr geile Fische 🙂

    Hannes fischt du bei deinem Ripple keinen Angstdrilling oder sieht man ihn nur nicht ? 🙂

  4. Jungs Petri, wie immer schöne Berichte. Frohe Weihnachten und Hammer geil, was Ihr da macht(ich hab kein Boot). Mir gefällt das einfach sooo sehr. 😀 😀 😀

  5. Auch der kleine Giant Ripple ist ja recht groß. Solche Gummis fische ich in Norwegen ohne Stinger. Aber hier eigentlich immer mit. Gerade beim Winterangeln kann man nicht immer darauf vertrauen, dass der Köder bis über den Einzelhaken weggehauen wird.

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