Bremseinstellung beim vertikalen Zanderangeln

Bremseinstellung beim vertikalen Zanderangeln

Über die Bremseinstellung beim Zanderjiggen herrscht hierzulande ja weitgehend Einigkeit. Das Ding muss bis zum Anschlag zugedreht sein, um den Jig beim Anhieb ins knallharte Zandermaul hineinzutreiben. Und das muss auch bei Distanzwürfen in die Fahrrinne garantiert sein. Wenn der Fisch dann hängt, wird die Bremseinstellung an*seine Kampfkraft angepasst.


Beim Vertikalangeln ist das anders. Schließlich fischt man hier auf recht kurze Distanz (meist nicht mehr als 20 Meter). Und noch dazu mit dünnen Rütchen und feinen Schnüren, die maximale Kontrolle über den Köder ermöglichen. Und so kommt es, dass die holländischen Experten von Isaiasch bis Dibbets mit relativ weit geöffneter Bremse fischen. Das vereint mindestens drei Vorteile.

1. ist man beim Einstieg großer Zander sicher vor Schnur- bzw. Rutenbruch, was umso wichtiger ist, je flacher man fischt.

2. kann man mit dem feinen Geschirr den Drill nicht wirklich forcieren. Und so dauert es schon eine Weile, bis man einen großen Zander draußen hat. Je länger der Drill dauert, desto größer die Chance, dass der Haken ausschlitzt, wenn er vorne im weichen Bereich des Mauls hängt. Und das passiert beim Vertikalangeln sehr häufig. Je weicher die Bremse eingestellt ist, desto weniger läuft man Gefahr, dass der Zander ausschlitzt. Schließlich gibt die Rolle den Kopfstößen nach.

3. hat man so die Möglichkeit, die Schnur von der Rolle zu ziehen, wenn man den Abhang hinunter fährt, ohne ständig den Bügel umlegen zu müssen. So kann man bequem den Grundkontakt halten.



 

Kategorien: Zander

Kommentare

  1. CatchAndReleaseIt
    CatchAndReleaseIt 9 November, 2004, 11:29

    … beim Jiggen Bremse ganz zu?? naja … so hat der Balli am WE in HH einen richtig fetten Hecht verloren … stelle selber die Bremse lieber auf 90% Aktionsauslastung der Rute ein – so kommt der Anhieb auch gut durch … und wenn dann wirklich mal ne richtig fette Granate einsteigt, passts sofort …

  2. dietel
    dietel 9 November, 2004, 12:15

    ich dreh das ding voll zu und reagiere dann, wenn der fisch hängt. dass man grossfische mit geschlossener bremse drillt, wollt ich nicht gesagt haben 😀

  3. CatchAndReleaseIt
    CatchAndReleaseIt 9 November, 2004, 13:07

    … weiß ich – nur vergißt manch einer im Eifer des Gefechts vielleicht, die Bremse zu lösen … und dann … ????

  4. dietel
    dietel 9 November, 2004, 13:39

    nicht viel öfter als ein mal 😀

  5. Fishadelic
    Fishadelic 9 November, 2004, 13:39

    Genau das tun die Jungs von Profiblinker auf ihren DVDs… Ich könnte mir das nicht vorstellen: Mit geschlossener Bremse drillen und dem Fisch ggf. dann Schnur zukurbeln…da würden mir vermutlich alle ab.

    Ich versuche, mit meiner Bremseinstellung immer auf der sicheren Seite zu sein. Somit muss ich während dem Drill nur noch Feineinstellungen vornehmen. Alles andere wäre mir zu hektisch.

  6. dietel
    dietel 9 November, 2004, 13:52

    muss da echt nicht ausbrechen. is ja nur ein rädchen, an dem man drehen muss 🙂

  7. CatchAndReleaseIt
    CatchAndReleaseIt 9 November, 2004, 14:30

    … wenn er pfiffig ist **ggg**

  8. Fishadelic
    Fishadelic 9 November, 2004, 16:30

    Hahaha, ich versuch’s einfach mal und gebe dann Dir die Schuld…oder ggf. die Lorbeeren! 😉

  9. Raeuberschreck
    Raeuberschreck 9 November, 2004, 17:18

    Balli hat den Hecht bestimmt nicht wegen der geschlossenen Bremse verloren. Einmal hat er kurz den Kontakt zum Fisch verloren und schon war er weg. So was kann jedem von uns passieren. Da ist eine lasche Bremseinstellung auch nicht sehr hilfreich.
    Zumindest saß der Anhieb perfekt. 🙂

  10. Raeuberschreck
    Raeuberschreck 9 November, 2004, 17:21

    Wo ist denn bitteschön der Vorteil bei Punkt 2? Oder bib ich blind? 😉

  11. dietel
    dietel 9 November, 2004, 21:10

    der vorteil einer weichen bremseinstellung ist, dass das maul nicht so schnell ausleiert. die einstichstelle bleibt relatief klein, während sie bei einer härteren einstellung schnell ausleiert. mit recht groben gerät kann man den fisch ja forcieren, so dass das nicht so ins gewicht fällt. mit den 15-gramm-rütchen aber, löst man die größeren zander so schnell nicht vom boden. der drill dauert also länger und damit stiegt dann die austieggefahr.

  12. balli_balu
    balli_balu 9 November, 2004, 23:16

    und auch wenn bremse zu und hecht weg,
    geil war es allemal !!!!!!!!!!!!!!!!!

  13. Raeuberschreck
    Raeuberschreck 10 November, 2004, 08:45

    Die Vertikalruten, die ich bis jetzt benutzt habe (Rozemeijer Jointed Vertical Jigging und 2-Jig-It), haben doch ein recht ordentliches Rückgrat. Ich würde sie höchstens der Länge wegen als Rütchen bezeichnen.
    Mich würde jetzt aber wirklich mal interessieren, wie man mit relativ offener Bremse einen Anhieb setzen soll, der zumindest die Hakenspitze im Zandermaul fassen lässt. Da hilft wohl nur ein Zusatz-Drilling, der ja meist irgendwo hängen bleibt. Ich möchte nicht die langen Gesichter sehen, wenn jemand z.B. nur mit 4/0er Jighaken angelt. Da sind Aussteiger vorprogrammiert.

    Bei so kurzen Anreißern zum Thema Vertikal-Angeln ist klar, dass Details zu kurz kommen. 😉

  14. fishhunter
    fishhunter 10 November, 2004, 08:58

    also ich habe dieses jahr erleben dürfen was passiert wenn man mit ner bremse fischt die zu ist,
    das ergebnis dieser art des angelns kennen einige ja bestimmt,

    ich halte es lieber wie c&r, etwas luft ist besser u. sollte mal was großes dran sein, einfach den spulenkopf festhalten beim zweiten anschlag

    fishhunter

  15. pechi24
    pechi24 11 November, 2004, 09:52

    Habe mir einer mittelharten Rute angefangen und muss sagen, ich war nicht so begeistert.

    Da die Ruten eh schon sehr kurz sind, gab´s beim Anhieb Probleme den Haken durchzukriegen. Wenn da noch die Bremse offen ist, habe ich ja gar keine Chance. Habe dann eine wirklich brettharte Vertikalrute angetestet und war viel zufriedener.

    Die Bremse muss auf alle Fälle soweit zu, dass sie bei einem normalen Anhieb nicht nachgibt. Denke die 90% von C&R sind in Ordnung.

    In Sachen goßer Fisch muss man sich nur vorher im klaren sein, was zu tun ist. Am besten vorher kurz üben, welche Handgriffe notwendig sind. Der Griff zum Rücklauf dauert nichtmal eine Sekunde. Mit dem Rücklauf zu drillen erfordert zwar etwas Übung, mach meines Erachtens aber Sinn.

  16. DozeydragoN
    DozeydragoN 11 November, 2004, 12:12

    Hi,

    wollt nu auch mal meinen Senf dazugeben: Wenn ich mit geflochtener Schnur und einer eher harten Rute Fische, habe ich die Bremse zwar soweit zu, daß sich ein Fisch, der beißt, eigentlich schon fast von selbst hakt. Deranschlag dient bei mir eigentlich nur dazu, den Widerhaken effektiv zu setzen. Deie Bremse ist aber auch nur so hart eingestellt, daß sich ein Fisch, der direkt vor den Füßen beißt, nicht sofort losschütteln kann, weil die Bremse nicht nachgibt. Im Nahbereich sind die Kräfte, die dann nämlich wirken halt um einiges höher, als auf Distanz. Wenn dann die Bremse zu hart ist, schüttelt sich der Fisch eben auch mal los. Wenn die Bremse allerdings ein wenig arbeiten kann, ist es leichter, die nahen Bisse auch besser umzusetzen.
    Vielleicht sollten wir mal mittels einer Waage herausfinden, wie stark unsere Bremsen eingestellt sind, damit wir die gemachten Erfahrungen besser vergleichen können.

    Gruß, DD

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