Vertikalzandern mit Dietmar Isaiasch

Wie Ihr dem letzten Artikel schon entnehmen konntet, war ich am Wochenende bei Dietmar Isaiasch, dem aktuellen Weltmeister im Raubfischangeln. Er hatte mich eingeladen, mich einmal etwas in die Kunst des feinen Vertikalangelns auf Zander einzuführen. Bevor Euch eine ganze Artikelserie tiefe Einblicke in diese spannende und erfolgreiche Angelmethode gewährt, möchte ich Euch schon mal in groben Zügen darstellen, um was es bei der Sache geht und Euch schildern, wie wir was gefangen haben.


Zunächst mal gilt Dietmar ja zusammen mit ein paar Holländern wie Bertus Rozemeijer als einer der Mitbegründer dieser megafängigen Angeltechnik auf Raubfische. Mit dem Pilken kennt Ihr fast alle eine Vorform dieser feinen Technik.

Hier wird der Köder vom driftenden Boot aus abgelassen und mit starken Rucken immer wieder angehoben, so dass er verführerisch zurücktaumeln und die Meeresräuber heiß machen kann. Doch ansonsten hat das Vertikalangeln wie es die Holländer zum Fang von Zandern, Barschen oder Hechten einsetzen wenig gemein mit dieser recht groben Methode: Statt mit Pilkern fischt man mit speziellen Gummifischen, statt recht einfach gestrickten Dorschen und Köhlern sind die Zielfische wesentlich scheuer, statt auf dem Kutter sitzt man auf einem wendigen Hightech-Boot, statt zum Filet verarbeitet zu werden, dürfen die Fische nach dem Fang wieder schwimmen etc.


Am Samstag Morgen fuhr ich zusammen mit Dietmar an die Ijssel – sein perfektes Angelboot auf dem Trailer im Schlepptau. Dank der 50 Suzuki-PS waren wir nach dem Slippen innerhalb kürzester Zeit am Ziel angekommen, einem kleinen Baggersee mit Anschluss an den Strom. In solchen Baggerlöchern stehen die Zander im Winter traditionell ziemlich dicht beieinander, denn es ist viel tiefer als die meist zwischen drei und fünf Meter tiefe Ijssel. Weil die Fische hier unterhalb der Sprungschicht (6 m-Linie) konstante vier Grad Wassertemperatur vorfinden (im Fluss ist es zu dieser Jahreszeit oft kälter) und außerdem nicht gegen die Strömung ankämpfen müssen, verlagern sie ihren Lebensmittelpunkt (wenn möglich) in solche Bereiche. Als wir auf dem Teich ankamen, dümpelten schon einige Kollegen auf dem Wasser herum. Alle waren sie auf zumindest annähernd genialen Booten unterwegs wie wir. Kein Wunder, denn beim Vertikalangeln in seiner holländischen Reinform kommt dem Boot eine enorme Bedeutung zu. Schließlich ist es eine der Aufgaben des Bootsführers, dafür zu sorgen, dass man ständig langsam über die Zanderschwärme zuckelt. Das funktioniert am besten mit einem E-Motor.



Damit beide Angler sehen können, was sich bei ihnen unter dem Boot tut, ist jeder Sitzplatz mit einem eigenen Echolot ausgestattet. Zur Erläuterung: Oft wird das Boot so bewegt, dass beide Angler unterschiedliche Tiefenbereiche abklopfen. Das funktioniert an langsam ansteigenden Barschbergen genauso wie an steiler abfallenden Scharkanten. Drehbare Sitze, eine Wiederbelebungskammer für die Fische, eine Abhakmatte, Stauräume ohne Ende etc. – das macht Dietmars Boot zu einem der heißesten Schlitten, die die holländischen Gewässer unsicher machen.


Aber zurück auf den Baggersee: Nachdem mir Dietmar eine kurze und feine Spezial-Vertikalangel-Rute von Rozemeijer in die Hand gedrückt hatte (mehr zum Gerät findet Ihr ganz unten), galt es zunächst einmal, einen Köder aus dem Mann’s-Sortiment auszuwählen. Zum Vertikalangeln kommen übrigens ganz andere Gummifische zum Einsatz als beim herkömmlichen Twistern. Während man ja „normalerweise“ gern auf Shads setzt, die mit ihrem großen 90-Grad-Schaufelschwanz wie wild durchs Wasser wirbeln, vertraut der Vertikalexperte auf solche Modelle ohne Schwanzteller oder auf solche, bei denen die Schaufel zumindest abgeflacht ist. Der Verzicht auf die wilde Aktion, die durch eine extrem agile Schwanzschaufel ausgelöst wird, ist ein ganz essentielles Detail bei dieser Angelmethode. Stattdessen haben viele gute Vertikalgummis einen abgeflachten Rücken, über den dann der Druck aufgebaut wird. Schließlich zuppelt man den Köder nicht diagonal über den Grund, sondern wird immer wieder senkrecht nach oben gezupft. Im Winter sind aber ganz sparsame Köderbewegungen angesagt – manchmal genügt es auch, den Gummifisch nur wenige Zentimeter über dem Grund zu halten. Dazu Dietmar: „Wichtig ist beim Vertikalangeln, dass der Köder nicht unkontrolliert an Schlabberschnur durchs Wasser fuhrwerkt. Er muss sehr kontrolliert angeboten, also an gespannter Schnur geführt werden, so dass man auch jeden Anfasser mitbekommt und parieren kann.“


Nachdem wir die Köder- und Köderführungsfrage also geklärt hatten, ließen wir die Teile runter zum Fisch. Ich einen chartreuse-glitternen Fine Fish, Dietmar setzte auf die Farbe „Flieder“. Und nun setzte der Experte unser Boot ganz langsam in Gang. Und zwar rückwärts. Backtrolling heißt das in der Fachsprache. Idealerweise sitzt der E-Motor neben dem Außenborder am Heck. Das hat den Vorteil, dass beide Mann im Boot gleich gut fangen: „Fischt man mit dem Motor am Bug, so hat auch immer der die meisten Fische, der von der Spitze aus fährt, nicht der der hinten sitzt. Weil derjenige der vorne sitzt, sich den Stellen am einfachsten nähern und dort dann schneller manövrieren kann. Wenn man aber mit dem Heck voraus fährt, kann man nicht so schnell manövrieren. Hier kann ich nur komplette Drehungen machen. Und wenn ich komplette Drehungen mache, profitiert auch der zweite Angler davon, so dass unterm Strich beide Angler gleich gut fangen und das Team insgesamt mehr Fische zu Gesicht bekommt. Anders herum kann es passieren, dass der Vordermann 80 Prozent aller Fische fängt.“


Nach ein paar Minuten dann der erste Biss auf meinen Fine Fish. Versemmelt. Das hat aber nicht weiter gestört, weil gleich zwei Minuten später der nächste Fisch angeklingelt hat. Diesmal saß der Anhieb und nach kurzem Drill erblickte mein erster Holland-Zander das Tageslicht. Da der Zander auf 19 Metern biss, galt es, ihn sehr vorsichtig hoch zu holen. Sonst würde sich das Zanderinnere nach außen kehren, wie man das aus Norwegen von Rotbarsch & Co. her kennt. In Holland gehört es nämlich zum Angeln einfach dazu, die Fische zurückzusetzen. Damit erhalten sich die Angler ihre heile Welt und können sich auch sicher sein, dass sie beim nächsten Angelausflug wieder Fische fangen. Damit die Fische den Weg nach unten auch wirklich überstehen, wirft sie Dietmar in hohem Bogen ins Wasser. So packen sie die ersten beiden Meter sehr schnell, um sich dann ganz langsam wieder in Richtung Gewässergrund absetzen zu können. Diese Technik hat Dietmar von Amerikanern übernommen, die in den USA ihre Zander, besser Walleyes, oft auf 30 Meter oder tiefer fangen. Dass das funktioniert, hat man schon daran gesehen, dass man auf dem kleinen Baggersee keinen einzigen toten Zander herumtreiben sah, obwohl an diesem Tag ungefähr 100 Zander gefangen und zurückgesetzt wurden.


Jedenfalls ging es munter weiter. Dietmar navigierte uns so geschickt über den Teich, dass wir einen Biss nach dem anderen bekamen. Ein geniales Angelevent, bei dem unter dem Strich 22 Zander und ein Barsch zu Buche standen. Unter anderem war da ein richtig fetter Oschi dabei. Und den, wie könnte es auch anders sein, zuppelte mein Kapitän heraus. 90 cm ergab eine Blitzmessung. Dann wanderte der Fisch in die „Wiederbelebungskammer“ von unserem Boot, ein Schacht, den man über eine Pumpe mit Wasser speisen kann und in dem die Fische entweder gehältert oder aufgepeppelt werden können.


Am Sonntag starten wir dann zum Rhein durch. Auch hier gibt’s Baggerlöcher mit „Stromanschluss“, deren Bewohner einem Bisse wie elektrische Schläge versetzen. Und tatsächlich hat es auch wieder ganze zehn Minuten gedauert, bis sich der erste Zander am Gufi vergriffen hatte. Doch – und Dietmar hatte es schon geahnt – in diesem Baggerloch lief es nicht so gut wie in dem, an dem wir einen Tag vorher angelten. „Wenn das Wasser im Hauptstrom wärmer ist als in den Löchern, dann ziehen die Fische da auch sofort wieder hin.“, so Dietmars Erklärung. Und natürlich hefteten wir uns an ihre Fersen, um unser Glück in den Buhnenfeldern zu versuchen. Wieder dauerte es nicht lang, bis der erste Fisch am Köder lutschte. Doch nach drei Schüttlern war er wieder frei. Allerdings konnten ich mir sicher sein, dass mein Köderwechsel Sinn machte. Statt (wie anfangs im Baggersee) weiter mit grellen Gummis zu agieren, setzte ich auf Dietmars Rheinköder Nummer Eins, einen braunen The Jigger mit Pepper und chartreusem Schwanz. Trotz geringen Sichttiefen fängt diese Farbkombi im Rhein fast immer. Dietmars Erklärung: „Im Rhein kommen sehr viele Krebse vor. Diese zählen zur absoluten Lieblingsspeise der Zander. Gedeckte Farben wie Rotbraun oder Braun zählen deshalb zu den absoluten Favoriten für alle Gewässer, in denen Krebse vorkommen.“



Allerdings fing Dietmar auf etwas aggressivere Farben an diesem Tag noch besser. Zum Schluss hatte er sechs Fische und ich drei. Beachtlich, denn in einem großen Strom sind die Anforderungen an den Bootsführer enorm: Er muss sich neben dem Angeln, auf extrem viele Dinge konzentrieren, um einen über die Zander zu führen: Wind, Strömung, Wellen, Sog, Bootsverkehr, Buhnenfelder, die Schnüre der Uferangler etc. – all das gilt es zu beachten und letztendlich auch zu beherrschen. Und das backtrollenderweise. Da gehört viel Übung und Geschick dazu. Von beidem hat Dietmar natürlich reichlich. Kein Wunder also, wenn man als „Trittbrettfahrer“ auch zu einer ordentlichen Menge Fisch kommt. Für mich war das bislang einer der interessantesten Angelausflüge überhaupt. Ich konnte eine ganze Menge lernen und hatte angeltechnisch einen Heidenspaß. Jetzt aber, wie oben angekündigt, noch zum Gerät:



Dietmars Tackle-Tipp für Vertikal-Einsteiger


„Ich fische vertikal nur mit kurzen Ruten. Eigentliche Vertikalruten sind maximal zwei Meter lang. Das hat den einfachen Grund, dass lange Ruten den Angler auf Dauer müde machen und er sich nach einer Weile intensiven Fischens nicht mehr ausschließlich auf die Bisse konzentrieren kann. Ich sage immer: Nur wo „vertikal“ drauf steht, ist auch vertikal drin! Denn Vertikalruten müssen ein spezielles Anforderungsprofil erfüllen. Viele normale Spinnruten sind viel zu parabolisch. Oder es gibt Spinnruten, die viel zu weich von der Spitze her sind. Diese muss nämlich schnell sein und das Rückgrad muss knüppelhart sein, um einen Anschlag auch in großer Wassertiefe bequem setzen zu können, ohne das man böse Überraschungen hat und den Haken nicht ins harte Zandermaul eintreiben kann. Dann sollte die Rute möglichst ein kurzes Handteil haben, so dass man nicht ständig mit dem Rutengriff irgendwo am Thermoanzug oder überhaupt an den Klamotten hängen bleibt. Weil man eigentlich nur aus dem Handgelenk heraus fischt, muss eine Vertikalrute gut ausbalanciert sein. Gute Vertikalruten haben hinten am Griffteil noch eine Metallabschlusskappe. Diese macht die Rute insgesamt zwar etwas schwerer. Weil die Rute aber sauber waagrecht liegt, kommt es einem beim Angeln so vor, als würde sie fast nichts wiegen. Damit das garantiert ist, sollte man sich beim Kauf der Rute mit seiner Lieblingsrolle zum Händler begeben und die Rolle mal anschrauben. So kann man am besten kontrollieren, ob das Gerät – im wahrsten Sinne des Wortes – ausgewogen kombiniert ist. Eine super Rute ist z.B. die Jointed Vertical Jigging von Rozemeijer.


Als Rollen kommen sowohl kleine Stationär- als auch Multirollen zum Einsatz. Ich selbst bevorzuge beides. Wenn der Gewässergrund schön eben ist, wenn sich die Strukturen also maximal um einen Meter voneinander abheben. Wenn der Grund allerdings ständig um mehrere Meter ansteigt oder abfällt, ist eine Multi oder besser noch eine kleine Baitcaster viel interessanter. Mit solchen Rollen kann man den Köder immer wieder mit einem Knopfdruck fallen lassen und muss nicht ständig den Rollenbügen öffnen. (Zur Erinnerung: Man tuckert ja ständig über das Wasser und sucht den Gewässergrund ab. Da ist man in strukturreichen Gewässern ständig am „Grundabtasten“.) Die Baitcaster ist meistens aus Graphite und mit Kunststoff und ein paar Metallteilen verarbeitet. Deshalb sind solche Rollen um einiges leichter als herkömmliche Multis. Die Rolle sollte außerdem eine große Übersetzung aufweisen, so dass man schnell die Köder kontrollieren bzw. wechseln kann. Man fischt ja oft in recht großen Tiefen. Noch was zu den Stationärrollen: Diese sollten auf jeden fall einen „Multistop“ haben. Das ist eine extra Bremse, die verhindert, dass die Kurbel nach dem Drehen wieder in eine Ausgangsposition zurückfällt. Wenn dieses System fehlt, hat man als Einsteiger das Problem zu unterscheiden, ob das, was man gerade gespürt hat, jetzt ein Kurbelschlag oder der Gewässergrund oder tatsächlich ein Biss war. Mit dem Multistop-System gibt’s nur zwei Möglichkeiten, die man schnell zu unterscheiden lernt: Biss oder Bodenkontakt. Ein kleiner Nachteil bei der Multi ist, dass sie eben oben hängt. Somit Gerät die Balance etwas aus dem Gleichgewicht. Eine Stationärrolle hingegen hängt herunter und durch die Erdanziehungskraft wird die Rute durch die Rolle quasi automatisch ausbalanciert.


Stichwort „Schnur“: die Schnur sollte auf jeden fall eine dehnungsarme Dyneema sein, denn wir fischen teilweise doch schon etwas tiefer und eine Nylonschnur hat dafür eine zu starke Dehnung. Die Bewegungen der Rutenspitze würde mit ihr nicht mehr auf den Köder übertragen. Außerdem spürt man mit einer Nylonschnur viele Bisse gar nicht. Ich würde die Dyneema auch nicht zu schwach wählen. Eine 10er oder 12er ist völlig o.k. Mit dünneren Schnüren riskiert man, dass diese beim Anhieb brechen, wenn da unten ein größerer Fisch angeklingelt hat. Der Druck auf den Knoten ist dann einfach zu groß – egal ob man mit Stahlvorfach fischt oder nicht. Super sind sinkende Geflochtene Schnüre wie z.B. die Sufix Feeder Braid.


Thema „Bleiköpfe“: Man kann sowohl mit Rundköpfen als auch mit Erie-Jigs fischen. Wir bevorzugen meistens aber Rundköpfe, da sie den Köder besser waagerecht im Wasser halten als die Eries. Das haben wir aber auch schon mal anders gesehen. Als wir vor vielen Jahren mit der Verfeinerung des Vertikalangelns begonnen haben, haben wir wenig Sprünge gemacht. Stattdessen haben wir die Köder eigentlich mehr über den Boden gezogen und ihn nur hin und wieder mal abgesetzt, um zu schauen, wie tief das Wasser eigentlich ist und ob man immer noch Bodenkontakt hat. Da war der Stehaufkopf – oder der Erie-Lake-Kopf sehr interessant. Denn das Schwanzende weist nach oben und der Zusatzdrilling – wir haben damals fast alle Zander mit dem Zusatzdrilling gefangen – hat fast bei jedem Biss wunderbar gegriffen. Heutzutage fischen wir am liebsten, wenn es etwas tiefer geht, mit den Rundköpfen. Die segeln einfach mit viel weniger Gewicht schneller zum Boden hinab. Man kann so mit leichteren Gewichten fischen als mit dem Eriekopf. An sich macht es beim Vertikalangeln weniger aus, ob man mit ein paar Gramm mehr oder weniger fischt. Beim Uferangeln spielt das Gewicht eine viel größere Rolle. Denn hier können wenige Gramm den Unterschied ausmachen zwischen Festhängen am Gewässergrund und Festhängen im Fischmaul. Es ist generell viel wichtiger den Bodenkontakt zu spüren als irgendwo im Mittelwasser herumzueiern und Schnur zu geben, weil man nicht weiß, wo sich der Köder gerade befindet. Wenn man sich mal so ein Zandermaul von vorne anschaut, wird einem schnell klar, dass es keine große Rolle spielt, ob der Köder nun 15 oder 17 Gramm wiegt. Da verschwinden Futterfische von bis zu einem Pfund drin!


Als Köder empfehle ich gerade im Winter Gummifische ohne großen Schaufelschwanz. Mein absoluter Favorit ist der Fine Fish von Mann’s, den ich zusammen mit Bertus Rozemeijer entwickelt habe. Wie viele andere der neuen Mann’s-Köder, hat auch der Fine Fish eine sogenannte Innenführung hat, wo man also diesen kleinen Zusatzdrilling wunderbar einarbeiten kann. Das Ding kann man auch gut nachträglich anbringen, wenn man sich zu Beginn eines Angeltages ohne Zusatzdrilling gefischt hat, dann aber feststellen muss, dass die Fische doch spitzer beißen. Auch gut ist der Fin-S von Lunker City, gefolgt von dem Culprit und The Jigger. Der Culprit ist ein Köder auch aus Amerika von RipTide. The Jigger ist ebenfalls ein Mann’s-Köder, der dem Culprit sehr ähnlich ist. Der hat aber eine etwas andere Schaufelstellung und ist dadurch auch sehr, sehr gut zum Vertikalangeln geeignet. Auch dieser Köder hat das tolle System mit dem Innenführungsröhrchen. Dazu kommen noch ganz ähnliche Köder von Bass Assassin. Und dann gibt’s noch schlanke Gummis mit Fransen am Schwanzende, die aber nicht immer funktionieren. Aber wenn sie funktionieren haben sie sicherlich an solchen Tagen schon die großen Zander gefangen. Diese Form fand man z.B. im Programm von D.A.M. und anderen Firmen. Meistens sind das solche Gummis, die irgendwo in den Wühlkisten der Händler schlummern und dann für einen Euro zu haben sind. Die Kunst bei diesem Köder ist, den Zusatzdrilling so anzubringen, dass er sich nicht ständig in den Fransen verfängt und trotzdem an der fängigen Position sitzt. Das haben wir mit dem neuen Stingersystem von Mann’s natürlich vorweggenommen.“



 


 

18 Kommentare

  1. hallöchen zusammen

    ich finde das ist ein sehr interessanter artikel mit interessanten details der vertikalangelei. ich werde mal einige der empfohlenen köder probieren. kontrovers sehe ich die sache mit dem „zurücksetzen“ im hohen bogen. ich habe mal gelernt aus großer tiefe langsam hochholen und schonend zurücksetzen, wenn möglich mit nassen händen. mit der begründung, daß der aufprall auf das wasser für die fische eine unnötige quälerei ist weil der plötzliche reiz auf die empfindliche seitenlinensensorik dazu führen kann, daß die fische minutenlang wie betäubt wirken und desorientiert sind. das habe ich auch mehrfach so erlebt, auch bei ausgeruhten fischen aus dem fischkasten. man kann ja beim werfen auch keinesfalls sicher bestimmen wie der fisch aufs wasser trifft. das die ersten zwei meter so schnell überbrückt werden halte ich schlichtweg für unsinn. das man keine toten fische schwimmen sieht heisst ja nicht daß es keine gibt. fische mit zerrissener schwimmblase schwimmen halt nicht lange oben. ich denke der fisch sollte schon selber entscheiden wie er sich nach dem releasen wieder an seinen lebensraum gewöhnt.

    vielleicht hat ja noch jemand andere erfahrungen?

    petri

  2. Klasse Artikel! da weiß man doch gleich wo und wie!
    Vor ca. anderthalb Jahren hat mir Dietmar Isaiasch empfohlen, zum Vertikalangeln statt Hard Mono als Vorfach Amnesia einzusetzen, es sei sowieso das Gleiche unter anderem Etikett. Benutzt er das immer noch?

  3. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass Amnesia und Hard Mono aus dem gleichen Material sind!
    Ich würde jedenfalls nie auf die Idee kommen, Amnesia beim Raubfischangeln zu verwenden, wenn es auch Hechte in dem Gewässer gibt. Aber vielleicht habt ihr ja auch recht…

  4. durch die köderführung kann man relativ gezielt auf zander fischen. und dort, wo wir gefischt haben, war kein hecht-alarm. insofern brauchte man da eigentlich erst mal kein vorfach. ansonsten setze ich echt lieber auf feinste geflechte. flexonit z.b.

  5. hallo perchman, kann dir versichern, dass dietmar einen absolut schonenden umgang mit den fischen pflegt. bin mir relativ sicher, dass er sich das schon gut überlegt hat, wie er released. der fängt ja entsprechend viele fische. insofern würd ich nicht an der methode so sehr zweifeln. wenn die schwimmblase zum mund herauskommt, ist sie ja auch nicht geplatzt. tote fische müssten also auftreiben, oder nicht? ich fand am anfang auch, dass das hart aussieht. aber viele andere angler auf dem teich haben das genauso gemacht. und die haben halt ihre erfahrungswerte.

  6. hallo jd,

    ich mag schon glauben daß der dietmar sorgfältig mit den fischen umgeht, schließlich lebt er ja wohl davon. ich kann allerdings den zusammenhang zwischen dem release-verhalten und der anzahl gefangener fische nicht erkennen. ich habe auch meine zweifel ob eine schwimmblase die zum maul rausschaut nicht doch geplatzt ist. es dauer halt etwas bis die luft entweicht. tote köfis mit zerstochener luftblase sinken und große brassen u.ä. auch.
    die anderen angler auf dem teich haben das auch gemacht? diese argumentation finde ich ziemlich dünn. die haben sich halt im lauf der zeit was vom guru abgeschaut.
    jedenfalls werde ich nicht anfangen meine fische zu werfen…

    petri

  7. hallo perchman, will dir auch nichts aufschwatzen. um ehrlich zu sein hab ich auch zu selten so tief auf zander gefischt. insofern kann ich auch nur versuchen, das wiederzugeben, was ich an diesem wochenende gelernt habe. wobei mir die quelle schon sehr zuverlässig erscheint…

  8. Das ist ja mal wieder ein Artikel, oh man ich will Raubfische angeln und zwar sofort !

    Ach Sch**** bei mir is ja Schonzeit.

    MfG
    tfischer

  9. der zusammenhang zwischen release-verhalten und der anzahl gefangener fische besteht meines erachtens darin, dass man sich mehr gedanken machen muss, wenn man viele fische fängt, als wenn man selten fische fängt. dann stellt es ja auch für niemanden ein problem dar, wenn man seine fische mitnimmt. wenn die releasen, dann geht ihnen ja in erster linie darum, massenfänge nicht zu massenschlachtungen werden zu lassen. und deswegen sind die guten angler eben auch darum bemüht, dass ihre fische wieder heil in ihre welt abtauchen.

  10. Aber es ist dir doch auch schon aufgefallen, daß man Verkringelungen im Hard mono durch einfaches Ziehen glatt bekommt, oder?

    Die Schnur hat kein „Gedächnis“(=Amnesie)

    Für mich ein Marketing-Gag!

  11. Ich angel auf Zander oft in Tiefen von 10 Meter und mehr.
    An guten Tagen fängt man schon mal seine 10 – 15 Fische.
    Meine Erfahrung ist, dass größere Zanderkeine Probleme mit dem Druckausgleich haben, wenn man sie langsam nach oben drillt.
    Bei den Kleineren (unter 50 cm) sieht das schon anders aus! Da kann es passieren, dass ein Abtauchen aufgrund der prallen Schwimmblase aus eigener Kraft nicht mehr möglich ist.
    Hier ist es bestimmt eine Überlegung wert, ihnen eine Starthilfe nach unten zu geben.
    Eine Verletzung der Schwimmblase ist meines Erachtens nur bei kleinen Fischen wahrscheinlich, da die Schwimmblasen von Zandern sehr robust (dickhäutig) sind. Gerade bei Exemplaren die länger als 60 cm sind, ist eine Verletzung nur durch den Haken möglich.

    Trotzdem gilt: Behutsam nach oben drillen, schonend den Haken entfernen und wieder zurück ins nasse Element!
    Oder halt doch ein, zwei Fische mitnehmen für ein leckeres Aberndessen… 😉

    Gruß
    RS

  12. hallo jd, so habe ich das dann letztlich auch interpretiert. zugegebenermaßen fischt man nicht sehr oft in so tiefen binnengewässern. ausser in ein paar traumhaften seen im norden der uckermark, wo ich auch so meine erfahrungen bezüglich druckausgleichproblemen bei fischen gemacht habe… dazu vielleicht demnächst mal mehr…

    petri

  13. hallo leute,

    was jd erlebt hat ist eine tolle angelmethode dort, wo diese erlaubt ist. bei uns in meck/pomm ist sie leider verboten, sprich in den küstengewässern. denn hier darf man laut fischereiordnung nur vom VERANKERTEN BOOT ANGELN.
    ist schade aber ist nun mal so-bring aber trotzdem wirklich guten fisch.

    mfg

    fishhunter

    ach so:
    ACHTUNG – ab dem 20.3. – BIS 14.5.04 ist HECHTSCHONZEIT in den KÜSTENGEWÄSSERN von Meck/Pomm

  14. Hallo an alle,
    erstmal möchte ich euch allen sagen das es nicht die Schwimmblase ist die beim Zander nach dem heraufdrillen aus größere Tiefer aus dem Maul quillt sondern der Magen!! Die Schwimmblase beim Zander sitzt entlängst des Rückens oderhalb aller Organe und ist fest verbunden mit dem Rücken. Wenn ihr es mal genau beobachtet habt „kotzt“ der Zander sofern er noch ein Fisch im Magen hatte diesen meist dann auch mit aus wenn es nicht schon vorher passiert ist! Wenn man sich auch mal vorstellt könnte der Zander bei der Lage der Schwimmblase und ihrer Größe auch garnicht waagerecht im Wasser schwimmen :-)) Dadurch das der Magen so aufgebläht wie ein Balloon aus dem Maul schaut kommt der Zander nicht zurück in die Tiefe und weil er meist auch sehr abgekämpft ist. Ein Tip von einem Hölländer…ein kleines Löchchen mit einer Nadel im Magen piksen damit der Druck entweichen kann und den Magensack vorsichtig versuchen wieder reinzuschieben und den Zander freilassen. Das hat bei mir auch oft geklappt!

  15. Hi nochmals,
    und nun möchte ich mich nochmals zu dem Bericht aüßern. Erstenst mal woher will Dietmar Isaiasch wissen das sie an dem Tag die meisten Zander gefangen haben?? Ist er zu jedem Boot an diesem Tag hingefahren und hat sie gefragt wieviele Zander sie hatten? Ich weiss definitiv das das nicht stimmt weil ich Leute kenne die ebenfalls an diesem Tag dort waren die aber nicht rumpralen was und wieviel sie gefangen haben. Ich selber kenne diesen See an der Iysel schon über zehn Jahre und habe im Spätherbst 2003 noch selber dort öfters vertikal gefischt von meinem „Bellyboot“ aus. Tagesfänge von 30 oder mehr Zander waren keine Seltenheit und auch die größeren Exemplare von über 90cm hatte ich dabei. Aber ich möchte mich damit nicht rühmen und es schon garnicht im Internet an die große Glocke hängen und wahrscheinlich noch mit Wegbeschreibung dabei. Ich lasse mich aus einem Grund dort schon nicht mehr sehen weil…ständig 10 Boote oder mehr am Wochende dort sind..selbst in der Woche immer 6-7 Boote(ich bin Frührentner und habe Zeit)atch und Realase Angler dabei sind…die Polizei hat letztes Jahr dort genug Angler erwischt die zuviele Zander mitgenommen hatten und das passiert ständig durch die dort mehr auftauchenden „Zanderangler“ und zu oft sind es deutsche Angler wobei ich die hoplländischen Kollegen auch nicht ganz außer Acht lasse. Aber wir sind dort immer noch Ausländer und Gastangler und keine Barbaren wie einige sich aufführen dort. Und das Gewässer ist so klein das es erstenst mit sovielen Booten schon keinen Spass mehr macht und man aufpassen muss das man nicht kollidiert und man abwarten kann das dort das ausgeben der Papiere an Dutsche ganz untersagt wird wenn das soweiter geht. Und so ein Bericht trägt sicher nicht dazu bei das es besser wird obwohl er das Gewässer nicht beim Namen genannt hat. Aber dort kann wirklich fast jeder der etwas angeln kann seine Zander vom Boot aus fangen und muss kein Weltmeister sein und es kann auch keine Herausforderung für Ihn sein dort zu angeln und zu beweisen wie gut er das kann. Warum fährt er nicht zu einem größeren Gewässer wie nach Arnheim und fischt dort und schreibt einen Bericht? Kann ich euch sagen…weil Isaiasch dort so schnell auch keine 20 oder mehr Zander fangen kann.Und zu den Kunstködern nur soviel…die Shads mit den großen Schaufelschwanz waren dieses Jahr die absoluten Topper…die Marke will ich nicht verraten aber Altbekannt und meine Kollegen haben dieses Jahr hierauf eines der holländischen Zanderwettangeln gewonnen in Lithse Ham!! Auf Kommentare gespannt 🙂

  16. Klar hast Du recht, dass der Magen aus dem Maul schaut und nicht die Schwimmblase!

    Trotzdem müsste man dann ein Loch durch den Magen in die Schwimmblase pieksen, damit der Druck entweichen kann. Und wie soll ich als Angler beurteilen, ob ich dabei nicht noch weitere Organe verletze? Der Fisch schwimmt dann bestimmt noch ganz anschaulich von dannen. Nur was dann mit solch einem Fisch passiert, kann keiner von uns mit Bestimmtheit sagen!
    Ich weiß nicht, ob das Sinn der Sache ist…

    Gruß
    RS

  17. hallo zusammen,

    ich stimme räuberschreck zu. für mich kommt eine solche angelei nicht in frage, es sei denn, ich möchte ein paar zander für die pfanne haben. releasen würde ich einen solchen fisch jedenfalls nicht!

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