BA-Treffen am Wandlitzsee 2013: Kleine und große Serien und VIEL Wind

BA-Treffen am Wandlitzsee 2013: Kleine und große Serien und VIEL Wind

Als Veit, Jochen und ich am Freitag am AV-Wandlitz die Vorbereitungen abgeschlossen hatten, ging’s nochmal eben schnell aufs Boot, um die Wandlitz-Barsche schon mal warm zu angeln. Da war es ca. 18 Uhr. Wir mussten kaum 50 Meter fahren, um auf die ersten Barschrudel zu stoßen, die an der Oberfläche auf Fischbrut Jagd machten. Kein Wurf ohne Barschkontakt. Weil sich hier nur kleine Stachelritter auf die Wobbler, Popper und Gummis stürzten, ging’s weiter auf den Berg. Bei Windstille konnte man auch hier die Barsche überall rauben sehen. Allerdings waren es auch über dem bis auf einen Meter unter die Oberfläche ragenden Plateau eher die kleineren Vertreter ihrer Art, die sich in den Kleinfisch stürzten. Ein Barsch von Mitte 30 machte zwischendurch Hoffnung darauf, dass mit dem Abdimmen des Tageslichts eine Steigerung der Durchschnittgröße einhergehen könnte. Diese blieb aber aus. Dennoch fuhren wir voller Vorfreude auf die nächsten Tage in die Pension, um den dort bereits versammelten Barsch-Alarmern die frohe Kunde von aktiven Barschen zu überbringen.

Das tat ich dann auch am nächsten Morgen, an dem der See noch einigermaßen ruhig dalag, vor der versammelten Mannschaft (mit 40 Teilnehmern war es eines der größten Treffen). Bevor es losging, erhielten alle noch ein Starter-Paket mit einem Koolie Minnow (danke an Pure Fishing!), zwei Maruto-Jigs und drei schlanken Anis-Gummis (danke Koederwahnsinn!) und einem Paket mit VMC-Jigs und ein bisschen Flex (danke Tackle-Dealer!). Auf den See durften die Teilis nach der Starter-Paket-Übergabe aber noch nicht!

Nächster Programmpunkt war das BUFF-Quiz. Quiz-Master Jochen – seines Zeichens VDSF-Einweiser in Sachen Gerätekunde – stellte den Barsch-Alarmen Fragen zum Thema Angelgerät aus dem Fundus des Angelprüfungsfragenkatalogs.

„Warum heißt die Stationärrolle Stationärrolle?“, „Woran erkennt man eine Fliegenrute?“, „Was beschreibt die Rutenaktion“ oder „Woran erkennt man eine Nassfliege?“. Die Schnellsten durften sich eines von 8 High UV-Tüchern aussuchen und gingen dementsprechend protegiert auf die Barschhatz. Die startete dann so gegen 8.30 Uhr, nachdem Sportsfreund Siebert die Boote zugeteilt hatte.

Ich war mit Veit auf dem Boot. Wir fuhren gleich mal an einen unsrer Lieblingsspots. Im Schlepptau hatten wir die echolotlosen Marco_HB und Barschberg77. Auf der Landzunge vor dem Strandbad ging‘s dann auch gleich einigermaßen gut zur Sache: Kleinfisch ohne Ende.

Und auch Barsche. Bisse gab’s auf Gummi und Wobbler. Nach einer guten halben Stunde war der Ofen hier aber aus. Und so zogen wir weiter auf den Berg. Hier hatten Bernd und Jochen schon ein paar ganz gute Fische gefangen. U.a. einen 39,5er Barsch.

Also versuchten wir es hier an den Kanten und setzen ein paar Mal um. Große Kaliber blieben allerdings Fehlanzeige. Und dann war auch schon 12 – Zeit für mich, zu Atze zu fahren, um Räucherforellen und Fischbrötchen einzusacken, die die Teilnehmer am Morgen vorbestellt hatten. Die wurden dann um 13 Uhr an den hungrigen Mob verteilt.

Beim Essen gab’s natürlich einen Informationsaustausch. Mit dem zunehmenden Wind und der ebenfalls zunehmenden Bewölkung konnten praktisch alle Teilnehmer ein Abnehmen der Bisse verzeichnen. Für die meisten war ein Kampf um jeden Fisch. Na toll… Nur Michaausberlin und Marco S. hatten eine echte Serie.

Sie konnten über 8 Metern eine halbe Stunde lang einen 30er nach dem anderen aus dem Wasser kitzeln. Mit Wobblern, die so ca. 2 m tief liefen. Wie man oben sieht, gab’s nicht nur Barsch! Die Hoffnung bestand also durchaus, dass man Stachelflossenträger in Reihe verhaften kann, wenn man sie denn findet. Außerdem gibt’s hier ja immer noch die großen Einzelkämpfer-Barsche, von denen immer mal wieder einer aus dem Nichts ans Band springen kann. Also alle wieder ab ins Boot und rauf aufs Wasser.

Veit und mein Weg führte uns in den Nordteil des Sees, wo ich einen kleinen Berg kenne und auch ein Rinne, aus der ich schon so manch guten Barsch gekitzelt habe. Und tatsächlich hatten wir hier nun einen Fisch nach dem nächsten. Allerdings wieder nur die kleinen und ein paar Anwärter auf die Mittelklasse. Aber immerhin – die Fische waren noch am fressen.

Nur die vier Großbarsche, die Veits Wobbler bis zum Boot verfolgten und fast einen Herzinfarkt verursachten, taten das nicht. Nach einer guten halben Stunde hatten auch die Kleinbarsche den Braten gerochen.

Also weiter. Da unsere Batterie nur noch zu einem Drittel voll und der Tag noch relativ jung war, ließen wir uns vom recht starken Wind, der für dieses Unterfangen genau aus der richtigen Richtung kam, am Ufer entlang treiben. So fingen wir immer wieder ein paar kleine und mittlere Barsche und auch die eine oder andere Hechtfritte.

Dann stießen wir auf einen Pulk BA-Boote an einem ufernahen Berg. Das war die Stelle, an der Micha und Marco am Morgen so gut gefangen hatte.

Die Spitze des Berges nahm das Boot „Morris und Jaqueline“ ein. Und die kamen aus dem Abfeiern kaum mehr heraus. Morris angelte mit dem T-Rig, ohne Perle und einer kleinen grünen Wurst (ich hatte die Teilnehmer am Morgen noch darauf hingewiesen, dass Grün an diesem See oft eine gute Farbe ist) und zog einen Barsch nach dem andren von der Spitze des Berges weg. Alle anderen schauten ihm dabei zu – u.a. auch, weil niemand sonst an diesen Barsch-Schwarm herankam, weil‘s so windig war, dass man die Stelle fast nur aus dem Morris-Winkel anwerfen konnte. Der größte Barsch aus dieser Serie war 42 Zentimeter lang.

Veit hatte hier noch einen einzelnen Fisch aus dem erweiterten Umfeld des Scharms kitzeln können.

Aber irgendwann gaben wir hier auf und zogen weiter zum nächsten Spot. Leider wollte der Wind nicht mehr wirklich abebben und so wurde es auch nix mehr mit raubenden Barschen in der Dämmerung. Im Gegenteil. Je später es wurde, desto weniger Bisse gab’s. Schade eigentlich. Am Vortag war’s genau anders herum.

Am nächsten Tag legten einige schon um 6 Uhr los. Da war es auch fast noch windstill. Dieser Zustand sollte sich aber ändern. Bereits um 8 war’s richtig ungemütlich auf dem See. Und ab 10 grenzwertig angenehm. Weil auch recht kühl. Dennoch gab’s auch an diesem Tag wieder einige, die sich die richtigen Spots ausgesucht hatten. Wenngleich große Barsche diesmal ausblieben. Dafür hat die Masse gepasst. Und den einen oder anderen Schniepelhecht gab’s auch.

Ich hätte beinahe einen Qualitätsfisch zum Gesamtergebnis beisteuern konnen. Denn ausgerechnet als ich mich damit abgefunden hatte, dass wir um die kleinen und mittleren Barsche kämpfen müssen und einen kleinen 3,5-Zentimeter-Ripple in den Minikarabiner geklinkt hatte, gab’s einen heftigen Biss und 5 Sekunden lang auch heftiges Kopfgeschüttel, das sich für den Barsch, der die Rute richtig krumm gemacht hat, auch gelohnt hat. Er konnte den Haken aushebeln und meinen Frust noch etwas steigern. Naja. That’s Barsch-Fishing at it’s worst. Und so legte sich mein Kollege erstmal ab.

Ich fightete mich von Platz zu Platz, immer wieder an Booten vorbei, die mal mehr, mal weniger Gutes zu berichten hatte. Vom Totalblank bis zu großen Serien war alles dabei – außer dicken Barschen.

Ab 11 Uhr flüchteten dann auch die ersten Teilnehmer vor den faulen Großbarschen und dem Wind. Veit und ich gingen auch schon 2 Stunden vor dem offiziellen Abpfiff runter. Es war einfach richtig ungemütlich und ein bisschen übermüdet waren wir auch. Trotz der mausigen Angelei hat der See zumindest phasenweise sein Potential aufgezeigt. Heute (also zwei Tage nach dem Treffen – ich habe mit der Veröffentlichung noch auf die Fotos gewartet) ist es auch windstill und warm, so dass man sich am allerliebsten wieder auf den Berg befinden würde und mit den Erkenntnissen vom Wochenende einen neuen Zugang zur Dickbarsch-Quelle suchen würde. Denn es ist genauso wie Atze immer sagt: „Man muss die Dicken einfach nur erwischen!“ Dann kann’s hier richtig klappern.

Das hat’s leider nicht bei allen Teilnehmern. Dennoch hatten wir ein sehr schönes Wochenende und freuen uns schon aufs nächste Treffen, das Ende Oktober/Anfang November am Peenestrom stattfinden wird. Ich bedanke mich bei allen Teilnehmern für das gute Feedback und die gute Stimmung!

Die von Pure Fishing gesponserte Mitchell Mag Pro mit einem Wurfgewicht von 2 bis 8 Gramm ging natürlich an Morris, der ein wirklich schönes Bild von seinem 42er Barsch knipsen lassen konnte.

Dazu nochmal herzlichen Glückwunsch und nochmal Gratulation zum bald das Licht der Welt erblickenden Nachwuchs. Bei den Genen muss das ein guter Angler werden!

Gefreut hat sich auch Bernd über ein Gummipaket vom Koederwahnsinn für denzweitschönsten Barsch.

Einen kleinen Preis hätte aber auch Manuel verdient, der den vielleicht schönsten Fisch gefangen hat – dem von Veit angefeurtem Kuba-Fieber zum Trotz.

Hier noch ein paar Impressionen von den anderen Booten, von denen viele von den Hauptstadtanglern kommen (Danke Martin und Christian!):

Also dann bis zum nächsten Barsch-Alarm-Treffen, Leute!

Kategorien: BA-Treffen, Fangberichte

Kommentare

  1. pollux54
    pollux54 22 Juni, 2013, 14:21

    sehr Schöner Bericht mit feinen Pix…

    ich hoffe es hat euch so gefallen wie mir das Lesen…

    so das ich mich jetzt schon ärgere nicht dabeigewesen zu sein ..

    aba bald kommt ja der Herbst und die Peene …

    und ich bin wieder dabei !!

  2. MaFu
    MaFu 22 Juni, 2013, 15:19

    Ach, da wär ich auch gern dabei gewesen… Schönes Ding!
    Aber an die Peene komm ich mit 😀

  3. dalai
    dalai 22 Juni, 2013, 21:02

    Hallo Hannes, netter Bericht. Wir haben das auch nochmal aus unserer Brille betrachtet… Heir der Bericht bei den Hauptstadtanglern

    Vg Christian

  4. mercator_oris
    mercator_oris 22 Juni, 2013, 22:35

    Schöner Bericht Johannes und schöne Fotos.

    Petri nochmal allen die dabei waren. Zwar fehlten ja die ganz großen Barsche und Hechte, aber Ihr habt ja trotzdem ganz ordentlich gefangen.

    Manuels Schleie hat in jedem Fall 'nen Preis verdient – Sowas passiert nicht so oft 😀 😀 😀

    Bleibt bei mir die Erkenntnis, dass ich, wenn ich mich bei zukünftigen BA-Treffen anmelde (was ich auch vorhabe), in der Woche vorher nicht mehr zum Sport gehe, um Knochenbrüchen aus dem Weg zu gehen.
    Da werde ich den good old Lake Wandlitz wohl im Herbst nochmal alleine heimsuchen …

  5. Daniel24
    Daniel24 23 Juni, 2013, 08:25

    schöner Bericht und tolle fische auch wenn keine Riesen dabei gewesen sind.

    das nächste mal schaffe ich es vielleicht auch wieder.

    Gruss Daniel

  6. FishinTom
    FishinTom 23 Juni, 2013, 10:20

    Ganz große Klasse!

    Da wäre ich gerne dabei gewesen. Schade, dass ich nicht so weit voraus planen konnte.

    Schöne Grüße, Tom!

  7. effzett
    effzett 23 Juni, 2013, 17:56

    IRGENDWANN wird "Das Kartell" mal komplett aufschlagen und die Ü 40 Gruppe massiv verstärken! Nachträgliches Petri allen Teilnehmern.
    Tight Lines
    effzett

  8. michaausberlin
    michaausberlin 25 Juni, 2013, 22:50

    Wie immer ein fantastisches Event so ein BA-Treffen. Vielen Dank Hannes, dass gerade durch solche Aktionen viele Leute zusammenkommen, die sich bisher nur über das Forum kannten.
    Das Wetter war ja echt bescheiden gewesen die Tage, meine Beine haben am zweiten Tag doch ganz schön gefroren, aber Fisch gab es doch eigentlich bei jedem, wenn auch nicht die besten Grössen.

    Grüsse, Micha

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