10.12.2016 / 00:13 | Aktuelle Mondphase: zunehmender Mond

Auf Elbzander mit Patrick Sébile

Von Mittwoch bis Freitag letzter Woche war ich mit Patrick Sébile und Sven Krügel von Kaasboll-Boats auf der Hamburger Elbe unterwegs. Ziel der Übung war, ein paar Zander aus dem Fluss zu kitzeln. Und zwar mit Patricks neuem A.T. Minnow, den ihr gegen Ende des Jahres selber fischen könnt, wenn ihr das wollt. Jedenfalls werden die ausgefuchsten Action Shads dann in den Angelläden erhältlich sein. Auf den Köder gehe ich aber später nochmal genauer ein.

Zunächst einmal ein Wort zum Setting: Patrick kam ungefähr gleichzeitig mit Obama in Berlin an. Das war am Dienstagabend. Erhöhtes Sicherheitsaufkommen in der Stadt. Vom Flughafen ging’s dann durch den Stau und über viele Umleitungen ins Hotel und dann zu Iron Maiden, wo Jochen auf ihn wartete. Nach dem Konzert ging’s dann schnell ins Hotel und von da aus, nach Hamburg. Schon am frühen Morgen war klar, dass sich Patrick temperaturtechnisch (er wohnt in Florida) nicht großartig umstellen muss. Als wir um 10 in Hamburg bei Kaasboll eintrafen, wurden wir von gefühlten 35 Grad begrüßt. Und von Sven, Mark, Sven, Markus, Nicolai, Jens und Benjamin, die an diesem Tag mit uns rausfuhren. Mit von der Partie waren auch Andre und Tobias vom Blinker, die Patrick einen Tag lang mit der Kamera begleiteten.

An jenem Mittwoch waren wir im Hamburger Hafen unterwegs. Das Angeln lässt sich einigermaßen schnell auf den Punkt bringen: Es hat gebissen wie verrückt. Vor allem der 10 cm A.T. Minnow in schwarz-gold brachte einen Zander nach dem nächsten.

Allerdings hauptsächlich kleine Fische.

Hätte Sven nicht einen 65er kurz vorm Kescher verloren, könnte ich auch schreiben „ausnahmslos“… Deshalb blieb meine Kamera weitegehend arbeitslos. (Ich habe mir zum Drehen extra ein neues Pancake für meine GH2 gekauft, das mir in einem Buch über meine Kamera ausdrücklich empfohlen wurde und mich einen Tag später extrem enttäuscht hat. Aber dazu komme ich gleich.)

Die schwülen 35 Grad sollten sich nachts in einem Wahnsinnsgewitter entladen. Dazu gab’s auf Svens Balkon Havanna oder Bier. Patrick, der im Hotel übernachtete, bekam zumindest vom Gelage nichts mit und wurde am nächsten Tag um 8.30 Uhr von uns abgeholt. Er war leicht nervös, aufgrund der Tatsache, dass es erst so spät losging. Da halfen auch unsere beschwichtigenden Worte nichts, die ihn davon überzeugen sollten, an die Tide zu glauben, die an diesem Tag ab 12 Uhr ideal sein müsste.

Also schnell aufs Wasser, nicht dass uns das nächste Gewitter überrollt. Der erste Ankerplatz war diesmal auf der offenen Elbe. Hier hatte Sven schon gut gefangen. Ich also die Kamera klargemacht, auf Patrick gerichtet. Der wirft aus und erzählt ein bisschen was über die Führung seines neuen Köders. Zweiter Wurf. Dritte Kurbelumdrehung: Peng!

Nach diesem schönen Elb-Zetti konnten wir noch ein paar kleinere Zander zwischen den versunkenen Buhnen fangen und sind dann nochmal schnell in den Hafen durchgestartet. Hier hatte Patrick schon beim ersten Herunterlassen einen schönen Biss. Die Kamera war noch nicht mal klar, da hing auch schon ein guter Zander am Haken.

Den krönenden Abschluss bildete eine kleine Schlepptour: Das Kaasboll-Boat an der Leine wegen eines Fuel-Outs.

Am Freitagmorgen waren wir dann nochmal an der Dove-Elbe unterwegs. Hier war’s recht stürmisch. Und das hat sich wohl auch auf Patrick übertragen, der einen Biss von einem Großhecht versemmelt hat, weil er zu früh angeschlagen hat. Das Tier hatte auf Sich zwei Meter vor seinen Füßen gebissen und hatte Glück, das Patrick ein bisschen erschrocken ist. Nach ein paar kleinen Barschen und einigen Fehlbissen, habe ich Patrick dann an den Flughafen gebracht. Er flog weiter nach Frankreich , um dort ein bisschen was für den Bekanntheitsgrad seines A.T. Minnows zu tun.

Der zeichnet sich durch einen recht weichen und massigen Körper aus. Und durch eine kleines Zusatzfinne am Schwanzende, die – vom Paddel angetrieben – feine Extra-Vibrationen aussendet. Hervorstechendes Merkmal sind aber die vielen Kanäle, durch die man Bleiköpfe, Stinger und Rasseln schieben kann.

20 Kommentare zu Auf Elbzander mit Patrick Sébile

  1. Hi Johannes!

    Schöner Bericht, war ein super Tag! Klasse, dass es am zweiten Tag noch mit dem Großfisch geklappt hat!!!! 🙂
    Bis zum nächsten Mal in Hamburg!!!!

    VG Jens

  2. Cooler Bericht, Danke dafür.
    Die Köder sehen ja mal space aus. Vom Profil her schön schlank und dennoch ein ordentlicher Hammer hinten dran, der die Flosse bestimmt schön in Schwingung bringt. Kannst gerne ein paar davon rüber schicken, würde die gerne mal testen 😉

  3. Hi Johannes,

    vielen Dank für den Bericht.

    Die ganzen Kanäle beim A.T. Minnow finde ich sehr interessant und ist mal etwas Neues in der Köderlandschaft. Mit dem Köder kann man ja richtig rumspielen und die Schnur vom Zusatzhaken verschwindet schön im Körper. 🙂

    Ich bin echt gespannt auf dem Köder….

    Geht der Trend bei neuen Köder mehr wieder zu den Action Shads?

    Gruss Marco

  4. Hy Marco… der Trend geht wieder da hin, wo er schon mal war, denn allzuviel neues gibt's ja an nem Shad kaum noch zu kreieren. 😉
    Ist ja in den Angelmagazinen ähnlich… heute ist das wieder angesagt, was vor 5 Jahren schon mal populär war und die vergangenen 2 Jahre als überholt galt.
    Es ist irgendwie alles erschöpfend behandelt und zumindest Magazine in meinen Augen nicht mehr von Interesse.

  5. Klasse Beitrag & interessanter Köder! Die Größen & Farbauswahl würden mich auch interessieren. Was aber noch geiler ist, ist die Rute die da von Patrick gefischt wurde 😛

  6. Es kann natürlich nicht immer völlig Neues auf den Markt kommen. In diesem Fall wurde Bestehendes optimiert. Die Kanäle sind echt oberpraktisch. Du kannst den Stinger in der Schaufel verankern oder im letzten Drittel, ohne dass das Vorfach verrutscht. Du kannst eine Rasel in den Schwanz stecken, ohne dass die Schaufel platzt. Du kannst das Teil Offset fischen oder mit Insert-Weight… Ich werde da bestimmt nochmal was drüber schreiben, wenn der Köder tatsächlich erhältlich ist. Den muss man eigentlich mögen, so durchdacht wie der ist.

  7. Schöner Bericht, macht Spass beim Lesen.
    Interessanter Köder, der praktisch zu sein scheint mit den Kanälen, bin mal gspannt….

    Was sind das eigentlich für Jigköppe, die Patrick da fischt? Die scheinen mir auch super für die Zander-Angelei zu sein, kommt der Shad wohl immer schön in der Waage zu Boden, so scheint es…

    LG,
    Markus

  8. Sind die Vertic Jigs von Berkley. Die haben noch andere Vorteile. Patrick nutzt sie u.a. deshalb so gern, weil er die Stinger so schön dran anbringen kann mit einem Slip-Knot. Kann ich mal zeigen. Ist ein kleines Feature für meinen Berkley-Blog. Mach ich Dir morgen fertig.

  9. Von Berkley… hätt ich ja eigentlich drauf kommen können… das Feature interessiert mich! Danke dir auf jeden Fall.

    Hast du zufällig noch einen Bezugs-shop in Berlin, wo man die Köpfe bekommen kann, oder müsste ich die im Netz bestellen?

  10. Moin,

    man kann die GH2 nur vernünftig mit manuellem Fokus verwenden. DSLRs und SLRs sind primär Fotoapparate, deren Autofokus viel zu langsam und nicht permanent sind. Manuell fokussieren oder Camcorder kaufen 🙂 Wenn Du manuell fokussiert, mach auf jeden Fall die Blende zu, da das deinen Schärfebereich vergrößert.

    Warum lädst Du die Videos eigentlich immer in so einer schlechten Qualität hoch (480p)? Macht doch eigentlich gar keinen Sinn, mit einer guten Full HD Cam zu filmen und dann das Material auf Urlaubscamcorder zusammen zu komprimieren.

    TL

    T

  11. Eigentlich filme ich gar nicht, um youtube-Clips zusammenzuschustern. Das sollten Aufnahmen für die Fisch&Fang-DVD werden. Dass der Clip nicht in Top-Quali zu sehen ist, ist aber auch nicht schade. Da würden die Schärfepumpereien nur noch deutlicher sichtbar sein.

    Die GH2 wurde mir von Videoexperten wärmstens empfohlen. War selber schon mit professionellen Kameramännern unterwegs, die mit DSLR gefilmt haben. Ausschließlich. Höchstwahrscheinlich haben die manuell fokussiert. Ich muss mich da nochmal reinfuchsen und ggf. echt nochmal ne Kamera zum Filmen kaufen. Was mich krass schocken und auch ankotzen würde. Ich habe mir schon ne Menge Zubehör für die GH2 gekauft.

  12. Hallo Johannes,

    jemandem ohne große Erfahrung eine GH2 oder andere DSLR für Deine Art der Filmerei zu empfehlen, finde ich ziemlich gewagt. Die GH2 macht tolle Bilder, keine Frage, aber bedarf einer gewissen Lernkurve um die Kamera auch entsprechend bedienen zu können. eigentlich sind DSLRs eher als szenische Cams einzusetzen, denn als "Run and Gun" Kameras. Wenn du dich allerdings ein bisschen da reinfuchst, dann kannst du mit der Kamera echt tolle Bilder machen. Ist alles eine Frage der Zeit die man zu investieren bereit ist. Für den Anfang fürde ich auf jeden Fall mal den Autokus ausstellen und versuchen die Blende so klein wie möglich zu wählen (klein = große Zahl z.B. f16). Je weiter Du die Blende schließt, desto größer wird der Bereich in dem alles Scharf ist. Den Schärfebereich kann man mit einem sogannten "Depth of Filed Calculator" auch ausrechnen (http://www.dofmaster.com/dofjs.html). Einfach Kameradaten, Brennweite und Blende eingeben und dann bekommst du direkt di minimale und maximale Distanz und die Tife des Schärfebereichs errechnet.

    Viel Spaß beim üben

    T

  13. Die Cam wird gern mal als die beste System-Kamera zum Filmen beschrieben. Auch der Autofokus wird gelobt. Ich hab mich wirklich hart belesen, bevor ich mich entschieden habe. Habe aber gerade einen Kurs beim Fishkino gebucht. Das könnte was bringen. Allerdings hab ich echt keinen Bock auf so ne knifflige Nummer. Ich will situativ filmen und mir sicher sein, dass die Cam die Bilder scharf nach Hause bringt. Angelfilmerei ist nur mal nix, wo man sich ne halbe Stunde auf die Einstellung vorbereiten kann. Da ist ein funktionaler Autofokus schon sehr von Nutzen. Aber vielleicht bringt mich Ronny ja weiter. Das letzte Wort ist da noch nicht geschrieben. Kann aber auch sein, dass die GH2 bald nur noch Fotos machen muss/darf…

  14. Von klein bis groß. Der kleinste ist 6,5 cm. Ich habe bei Patrick echt große Dinger (20 cm plus x) in der Kiste gesehen, weiß aber nicht, ob das Prototypen waren.

  15. Schau dich mal in Videoforen um, kein Mensch filmt mit einer DSLR/SLR mit Autofokus. Autofokus ist schon von Haus aus ein großer Faktor für Fehler, bei einer Knipse noch viel mehr. Situativ würde ich immer einen guten Camcorder vorziehen und dann vor allem die Quali dann auch youtube bingen. Habe mir gerade noch mal das Baitcater Video (Casting, Skipping etc.) angeehen und finde es echt schade, dass es in einer so geringen Quali ist.

    T

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