BA-Mequinenza-Tour VI: Die Ausgeschlafenen

BA-Mequinenza-Tour VI: Die Ausgeschlafenen

Dustin und Jan hatten es echt schwer. Die beiden ausgewiesenen Langschläfer sahen sich mit einem Frühaufsteher einquartiert und somit auch mehrfach knurrigen Unmutsäußerungen ausgesetzt, als wir am ersten einigermaßen windstille Tag (Montag) erst gegen 12 auf dem Wasser waren. Sonderlich beeindruckt hat mein mürrisch hervorgebrachtes Verlangen, etwas früher an den Start zu gehen, aber niemand, so dass ich auch am noch ruhigeren Dienstag daumendrehend Spiegel lesen musste. Am Donnerstag und Freitag (Mittwoch war‘s einfach zu stürmisch) habe ich zur Ausschlafzeit dann semierfolgreiche Uferangeltrips unternommen. (Auf dem ersten war Jan sogar dabei.)

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Allerdings: Wenn man die Fangergebnisse vergleicht, scheint die Summe der Schlafstunden mit den gefangenen Dickbarschen positiv zu korrelieren. Zumindest hat Dustin mindestens doppelt so viele gute Barsche gefangen wie ich. Darunter auch diese zwei Monster, die auf Rubber-Jig gebissen haben.

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Überlistet hat er sie im Flachen und nicht im Tiefen! Darüber, dass dieses auf seinen Wunsch exerzierte Flachwasser-Schema die dicksten Barsche der Tour gebracht hat, hat er sich mindestens so gefreut, wie über seinen ersten Schwarzbarsch, der ebenfalls auf einen Rubber-Jig mit einem Crazy Flapper kam.

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Die beiden Großbarsche bei Sonnenschein täuschen aber ein bisschen über unser bescheidenes Abschneiden am Tag hinweg. So richtig griffig waren die Barsche auch in den flachen Buchtausläufern nicht.

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Und so klingelt mir Dustins mit Facebook-Bildern untermaltes und gefühlt zweimal pro Stunde postulierte „In-Holland-würden-wir-jetzt-richtig-fangen“-Gefrotzel immer noch im Ohr. Klar. Es war anstrengend. Auch hätte es gerne besser beißen dürfen. Und ich war teilweise selber ein bisschen gefrustet darüber, dass wir meistens bis zur Dämmerung warten mussten, bis die Fische ins Flachwasser zogen, um dort zu rauben und dann auch aggressiv zu beißen. Das galt für Zander genauso wie für Barsche.

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Insofern könnte man ja wirklich auf die Idee kommen, dass es Sinn gemacht hat, länger zu schlafen, um abends fitter zu sein. Ich hatte dennoch oft das Gefühl, dass mir die Angelzeit wegrennt und dass man mehr versuchen könnte, wenn man mehr Zeit hätte. Länger als 19.30 haben wir auch nie gefischt. Zumindest haben wir aber alles mal angecheckt: Steilwände, Baumbuchten, alte Flussläufe, Landzungen und zum Schluss auch mal kurz Tiefen über 15 Meter. Gefangen haben wir eigentlich überall. Aber eben nicht in Serie, so wie es eigentlich geplant war.

Unsere Top-Techniken waren neben Dustins Flachwasser-Rubber-Jiggen, das Jiggen auf 6 bis 10 Metern mit No-Action-Shads (5er Fin S in Arkansas Shiner) am Tag, das abendliche Dropshotten mit Crazy Flapper im Flachwasser und das Überschwer-Jiggen mit unseren No-Action Shads im Dunkeln.

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Zum Schluss war ich froh, dass ich neben ein paar kleinen und mittleren Fischen wenigstens einen guten Barsch in die Linse drücken konnte, der am letzten Tag kurz vor der Abenddämmerung auf den Köder gehauen hat.

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Hallo? Wenn ich mir die Fotos anschaue, weiß ich genau, warum ich hier so gern angle. Ich liebe diese karge Landschaft. Ich find‘s super, dass man im November noch Tage mit 20 Grad und mehr erleben kann. Und die Barschwummen sind ja auch nicht zu verachten. Und so war ich megatraurig, als es vorbei war und wir um 6 Uhr morgens Richtung Flughafen BCN aufbrachen. Leider haben wir nicht jeden Schlüssel zu den Fischen gefunden. Allen Wetterwechseln und Winden zum Trotz war auch am oberen Stausee sicher mehr drin. Doch die Zeit war kurz und wir waren auch das erste Mal im November vor Ort. Die nächste Spanien-Exkursion bereite ich besser vor und bin ein paar Tage früher da. Dann tut’s mir vielleicht auch nicht so weh, wenn ich in Barcelona den Flieger nach Berlin besteige.

Kategorien: BA-Treffen

Kommentare

  1. chrix
    chrix 10 Dezember, 2015, 11:39

    Kein Wunder, das die beiden immer so lang schliefen. Es kamen ja Ständig Menschen mit Weinflaschen und Bierdosen rein und haben die dann bei euch stehen lassen… Die waren die ganze Nacht mit aufräumen beschäftigt 🙂
    Trotzdem geile Fische gefangen, Respekt!

  2. PM500X
    PM500X 11 Dezember, 2015, 10:28

    Starke Fische! Nächstes Jahr wieder. Dann klappt es bestimmt mit den Fangserien 🙂

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