anspo-Interview mit Stephan Hackbarth

anspo-Interview mit Stephan Hackbarth

Da es jetzt Ende Spetember/Anfang Oktober so langsam wieder losgeht mit den Hechten, Zandern und Barschen, habe ich auf der anspo 2004 einigen Experten ein paar allgemeine Fragen zum Spinnfischen auf Barsch, Zander und Hecht gestellt. So auch Stephan Hackbarth, aka Hacki, der sich seit einer ewig langen Zeit mit besonders großen Exemplaren dieser Gattungen messen darf – sitzt er doch am Peenestrom und übt die Angelei beruflich aus.


Er war so freundlich, mir einige Fragen zu beantworten. Besonders interessant ist das Interview bestimmt für denjenigen unter Euch, die öfter mal an die Bodden fahren oder sich anderswo mit dicken (Hecht-)Maschinen anlegen.

Barsch-Alarm: Deine liebste Angelmethode? Warum?
Hacki: Spinnangeln, weil man da sehr flexibel ist und durch das aktive Fischen große Wasserflächen nach Fischen absuchen kann. Durch das große Köderangebot hat man zu jeder Jahreszeit bzw. in jeder Angelsituation an jedem Gewäser den richtigen Köder parat.


Barsch-Alarm: Lieblingsköder für Barsch ? Beste Barsch-Farben?
Hacki: Gummifisch am Schwimmkopf. Rot/Weiß bzw. Barschdekor.


Barsch-Alarm: Lieblingsköder für Hecht? Beste Hecht-Farben?
Hacki: Kopyto 4 (Gummifisch von Relax) in Chartreuse bzw. Hot-Yellow


Barsch-Alarm: Lieblingsköder für Zander? Beste Zander-Farben?
Hacki: Assassin in Perlmutt/Schwarzglitter; Gelb/Rot; Gelb/Weiß


Barsch-Alarm: Wonach richtest Du die Köderfarbe aus?
Hacki:
Nach der Sichtigkeit im Gewässer sowie nach der Jahreszeit (aktive oder passive Phase). Aber natürlich auch nach der Art der natürlichen Beutefische, die am häufigsten im jeweiligen Gewässer vorkommen.

Barsch-Alarm: Welche Ködergröße fischst Du zu welcher Jahreszeit?
Hacki: Im Frühjahr und Sommer: Zander und Barsch bis 10 cm, Hecht 10 – 20 cm. Im Herbst und Winter: Barsch und Zander bis 15 cm, Hecht 15 – 20 cm.


Barsch-Alarm: Was ist Dein Lieblingsgewässer und warum?
Hacki: Na klar mein Hausgewässer, der Peenestrom. Und natürlich die Boddengewässer und die Ostsee. Hier wachsen die Fische extrem schnell ab, weil sie sich mit Krill und Hering mästen können. Dadurch haben wir eine sehr hohe Bestandsdichte – trotz der intensiven Berufsfischerei.


Barsch-Alarm: Dein Tipp zum Großbarschfang? Wann, wo, wie?
Hacki: Vor der Laichzeit im März und April sind die scheuen Großbarsche besonders aggressiv. Große und tiefe Gewässer mit einem alten Bestand liefern die besten Fische. Hier angle ich dann mit recht großen Gummifischen bei Sinkphasen von unter einer Sekunde (Schwanzdrilling!!!)


Barsch-Alarm: Gibt’s einen speziellen Zandertrick? Köderführungstechnisch?
Hacki: Mehrere sehr kurze aggressive Ködersprünge hintereinander. Und dann einen langen Zug zum Einsaugen.


Barsch-Alarm: Thema Großzander: Was ist beim Drill zu beachten?
Hacki: Dem Großzander sollte man im Drill alles geben, massiven Druck aufbauen und zum Boot bringen. Vor dem Boot dringend den Zug aufrechterhalten und den Fisch an der Belastbarkeitsgrenze des Geräts nach oben führen.


Barsch-Alarm: Wie drillst Du große Hechte? Wo setzt Du den Zug an? Wie vermeidest Du Sprünge?
Hacki: Ich versuche Hechte ohne großen Druck ans Ufer bzw. Boot zu bringen, drille sie mit viel Gefühl. Denn nach einem erfolgreichen Anschlag sitzt ein Hecht meistens sicher am Haken. Wenn man einen solchen Fisch nicht in Rage versetzt, wird er weder springen, noch zu langen Fluchten ansetzen. Ich rate davon ab, den Hecht auf Entfernung an die Oberfläche zu pumpen. Und wenn er dann zum Sprung ansetzt, tauche ich die Rutenspitze steil ins Wasser und übe Druck auf den Fisch aus. So wird die Flucht nach oben wieder in Richtung Gewässergrund abgelenkt.


Barsch-Alarm: Danke, Hacki!
Hacki: Bitte, Hannes!

Kategorien: Hecht

Kommentare

  1. Pitti
    Pitti 28 September, 2004, 23:02

    Viele Fragen ,die viele Fragen aufwerfen.Gruß Pitti

  2. CatchAndReleaseIt
    CatchAndReleaseIt 29 September, 2004, 18:47

    … dachte immer, wenns gezielt auf Großhechte gehen soll, werden da oben speziell im Winter Magnum Köder 30+ eingesetzt …

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