Gut gesponnen ist halb gewonnen

Gut gesponnen ist halb gewonnen

So oder ähnlich könnte und sollte der Leitsatz eines jeden überzeugten Kunstköderanglers lauten. Eine der wichtigsten Vorraussetzungen, um erfolgreich zu spinnen, ist ein gut funktionierender, und bewährter Kunstköder. Oft lässt sich aber die Fängigkeit des bevorzugten Köders mit nur wenigen Handgriffen und geringen Mitteln steigern, wie man zum Beispiel anhand des allgemein beliebten und gängigen 15 cm Gummifisches sehen kann, der mit einem klassischen Spinnerblättchen am Heck um einiges an Attraktivität gewinnt. Die Verbindung aus dem hinabtaumelnden Gummiköder und dem selbst in der eher passiven Absinkphase silbrig blinkenden und blitzenden Spinnerblättchens, ist für den Hecht ein echter Blickfang mit Schlüsselreizqualitäten. Neben der visuellen Anregung durch den „Hauptköder“ , sorgt das „Anhängsel“ auch noch für allerhand Druckwellen, die ja bekanntlich vom Räuber mit der sensiblen Seitenlinie wahrgenommen werden. Miteinander kombiniert, erhält man ein buchstäblich reizvolles Duo, das Hecht & Co gleich auf mehrere Weisen anspricht.


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Die Zutaten für dieses Erfolgsrezept sind simpel und nicht sonderlich zahlreich. Neben dem bereits am Bleikopfhaken, oder anderweitigem System montierten Gummifisch, brauchen wir noch einen dünndrähtigen und langschenkligen Haken mit relativ geräumigem Öhr, zwei kleine Sprengringe, ein kleines Tönnchen sowie ein kleines bis mittleres Spinnerblatt. Die Farbe und Größe des Spinnerblattes kann man je nach Wassertrübung, Strömungsdruck sowie Ködergröße und dessen Farbgebung abstimmen. Meist sind die käuflichen Spinnerblättchen silbern oder golden, aber sie lassen sich mühelos x-beliebig umlackieren. Man zieht also den ersten Sprengring auf das Hakenöhr und danach wiederum das Tönnchen auf den Sprengring. Der zweite Sprengring wird wieder am Tönnchen befestigt und letztendlich zieht man das Spinnerblatt auf den zweiten Sprengring, fertig.


Diese möglichst frei und spielend bewegliche Ködergarnitur befestigen wir nun am Ende des 15cm Gummifisches, indem wir den Haken durch das hinabhängende Schwanzstück stechen, ihn etwas durchziehen (nicht zu weit, sonst fehlt der Strömungsdruck), danach drehen, so dass die Spitze nach oben zeigt und letztendlich von unten die Spitze in den verjüngten Ausläufer des Bauches fixieren (s. Skizze). Viele werden sich jetzt fragen, ob das nicht gefährlich sei, doch die Zweifler kann ich beruhigen, denn während es bei 23cm Gummifischen schon mal passiert, dass das Schwanzstück abgebissen wird, kommt dies bei den 15 cm-Modellen ungleich seltener vor. Außerdem wird kaum ein Hecht das abgebissene Stück Gummi schlucken und wenn doch, ist die abgestumpfte Spitze des unbedingt dünndrähtigen Hakens ja noch im Gummi versenkt und nicht freiliegend. Also, keine Sorge um etwaige Fahrlässigkeiten. Würde man die ganze Sache noch mit Draht sichern, ginge das viel zu sehr auf Kosten der Beweglich- und somit auch Fängigkeit.


Viel Erfolg und fröhliches Spinnen, wünscht der Deutsche Hechtangler-Club (DHC).

Kategorien: Hecht

Kommentare

  1. hans
    hans 14 Mai, 2003, 13:18

    Vielen Dank für die wie immer herausragenden Tipps – werde Sie direkt und hoffentlich erfolgreich einsetzen – weiter so!

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