Meerforellen im Winter

Meerforellen im Winter

Die Hochsaison für Meerforellenangler beginnt Anfang März. Dann nämlich sind die Tiere von ihrer Laichwanderung in den Flüssen zurück und haben richtig Hunger. Doch schon im Winter lohnt sich ein Ausflug an die Küste, um hier auf die Jagd nach dem Silber der Ostsee zu gehen. Denn Grönländer (nicht geschlechtsreife Fische) und Überspringer (Fische, die einen Laichzug aussetzen) patrouillieren die Küste auf und ab und gehen dem Wind und Wetter trotzenden Angler an die Rute. Der Vorteil ist, dass man im Winter nicht viel angelnde Gesellschaft am Strand hat. Der Angeldruck ist also gering und damit steigt natürlich die Wahrscheinlichkeit, einen Fisch zu haken.


Auf dem Weg zum Winter-Silber gilt es eigentlich nur drei Dinge zu beachten: erstens müssen die Angelbedingungen stimmen, zweitens muss man die Fische finden und drittens den richtigen Köder anbieten. Der Reihe nach:


 


Die idealen Bedingungen


Experten sind sich einig: bei klirrender Kälte und Minusgraden macht es kaum Sinn, gezielt auf Meerforellen zu fischen. Die Silberbarren sind dann einfach inaktiv, denn der Stoffwechsel wird stark heruntergefahren. Deswegen kommen die Fische bei Minusgraden mit relativ wenig Nahrung aus und sind nur selten  bereit, Energie für die Jagd nach Kleinfischen oder Krebsen aufzubringen.


Steigen die Temperaturen nach eine Kälteperiode um einige Grad an (Temperaturen um 5 Grad sind ideal), kann man mit großer Zuversicht zuwerke gehen. Denn jetzt haben die Fische Kohldampf und holen das nach, was sie während der Frostphase essenstechnisch verpasst haben. Ideal sind auflandige Winde, denn dann wird die Nahrung der Meerforellen dicht unter Land gespült und so befinden sie sich in Wurfweite. Auch Süd-West-Winde stehen für gute Fänge. Wenn der Wasserstand gleichzeitig noch etwas fällt, sollten Sie sich schnell auf den Weg machen, denn dann gibt’s für die Meerforelle kein Halten mehr.

Die Fische finden

Meerforellen wandern von einem Platz zum nächsten. Oft folgen Sie den Heringsschwärmen, die zum Laichen in den küstennahen Bereich einziehen. Bevorzugt stehen sie über sogenanntem Leopardengrund (Seegras und Steine ergeben von oben gesehen ein Muster, das dem Fell des  Leoparden ähnelt). Gute Stellen, die Sie von uns aus mit dem Auto schnell erreichen können, sind:


Weißenhaus, Flügge, Dazendorf, Katharinenhof oder direkt hier in Heiligenhafen (Graswarder direkt vorm Restaurant „Gillhus“; Yachthafen nach rechts bis zum roten Backsteinbau (Jugendlager) bis zur Grenze des Vogelschutzgebiets; Heiligenhafen Ortsteil „Strandhusen“ vom Leuchtturm ostwärts bis 2 km über das Klärwerk hinaus).



Wenn Sie dann am richtigen Platz stehen, beachten Sie bitte, dass die Fische im Winter nicht an der Oberfläche jagen, sondern etwas tiefer stehen. Deshalb sollten sie auch Ihre Köder etwas tiefer anbieten.



Die Methoden


Da die Fische im Winter eher auf kleinere Beutetierchen fixiert sind, lohnt es sich, mit Streamern zu operieren. Hier unterscheiden wir zwei sehr fängige Varianten: Streamer, die ein Fischchen imitieren und Garnelenstreamer, die – wie der Name schon sagt – einen Krebs zum Vorbild haben. Natürlich können Sie diese an der Fliegenrute anbieten. Damit Sie auch bei auflandigem Wind oder solchem von der Seite (besagter Süd-West-Wind) an die etwas weiter draußen stehenden Fische rankommen, empfiehlt sich der Einsatz von Sbirollinons oder Wasserkugeln, mit denen Sie die kleinen Köder spielend leicht auf 80 m Weite bekommen. Verwenden Sie im Winter schwimmende oder langsam sinkende Modelle, die man sehr langsam führen kann. Denn eine langsame Führung kommt der verminderten Aktivität der Zielfische entgegen. Hinsichtlich der Köderführung gilt folgende Faustregel: Je aktiver die Meerforelle, desto schneller die Köderführung. (Das Material: weiche Spinnrute von ca. 3,3 bis 3,6 m Länge, 12er Geflochtene, Sbiro, Stopperperle, Dreifachwirbel, 25er Mono-Vorfach von mindestens 1,5 m, Streamer.)


Die klassische Art des Meerforellenangelns ist das Spinnfischen mit Blinkern oder Küstenwobblern. Diese Köder sind schlank und recht kompakt, so dass Sie auch hier große Wurfweiten erzielen. Besonders bei heftigen Winden sind solche Wurfgeschosse erste Wahl. Führen Sie die Köder langsam und mit Spinnstopps. Dann wird es auch klingeln. Bei sehr kaltem Wasser sind sehr grell gehaltene Köder am erfolgreichsten. Die Fische beißen am besten auf: schwarz/rot, grün/gelb oder rot/orange. Je wärmer dann das Wasser wird, desto natürlicher  sollte die Köderfarbe dann wieder ausfallen: grün/weiße, grün/silberne, blau/silberne oder schwarz/silberne Köder stechen dann am besten.


(Material: Weiche Spinnrute um 3 m Länge, 25er Mono oder 12er Geflochtene, Wirbel, Meerforellen-Blinker oder Wobbler.)


Viel Erfolg auf der Suche nach dem silbernen Wintertorpedo wünscht das


Baltic-Kölln-Team


Mehr Informationen zu diesem Thema auf www.baltic-heilgenhafen.de

Kategorien: Meeresräuber, Salmoniden

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