Fluorocarbon als Hauptschnur: Chancen, Risiken und Nebenwirkungen

Fluorocarbon als Hauptschnur: Chancen, Risiken und Nebenwirkungen

Immer mehr Angler schwören auf Fluorocarbon, kurz FC, als Hauptschnur. Auch hier an Bord – u.a. im Moderatoren-Team – gibt es Menschen, die gar nix anderes mehr verwenden. Selbst zum Jiggen kommt ihnen keine Geflochtene mehr auf den Spulenkern. Ich denke mal, dass sich diese Angler in erster Linie von den Schwarzbarschanglern dazu inspirieren ließen, es mal mit Fluorocarbon zu versuchen. Es gibt ja auch ein paar gute Argumente pro FC.

Fluorocarbon-Vorteile

  • Fluorocarbon ist viel leiser als Geflochtene, so dass man subtile Methoden noch subtiler macht.
  • Fluorocarbon ist dehnungsarm. Zumindest verglichen mit elastischen Monofilen.
  • Fluorocarbon ist extrem abriebfest.
  • Fluorocarbon ist weitgehend unsichtbar, so dass von der Schnur auch optisch keine Scheuchwirkung ausgehen kann.
  • Fluorocarbon sinkt.
  • Wer durchgehend mit Fluorocarbon angelt, braucht keinen Verbindungsknoten mehr zu binden.
Fluorocarbon auf der Baitcaster - das ist ziemlich fancy. Aber wie fischt sich das?

Fluorocarbon auf der Baitcaster – das ist ziemlich fancy. Aber wie fischt sich das?

Hab ich etwas vergessen? Ich habe beim Bassangeln die Erfahrung gemacht, dass ich mit FC eine bessere Bissverwertung habe, z.B. wenn ich mit dem Texas- oder Carolina-Rig angreife. Die Bass lassen dann nicht los. Die Fische geben mir die Zeit, die Rutenspitze abzusenken, mich voll auf den Anhieb vorzubereiten, die Rute mit voller Wucht nach oben zu dreschen und dann hängen die Schwarzbarsche auch an der Leine. Nun war es ja so, dass ich mich in Spanien ab einem gewissen Moment voll auf Schwarzbarsch konzentriert habe. Deshalb bin ich irgendwann morgens in den Angelladen vor Ort und habe mir eine 0,285er FC (12 lb) auf die Baitcaster spulen lassen. David, der Besitzer von Mequifish und mein Coach vor Ort, schwört auf FC zum Rubberjiggen. Und bis zu dem Moment, da ich keinen Bock mehr auf Hängerlösen für alle hatte (als Kapitän ist es brutal, wenn man für die ganze Besatzung die Hänger freifahren soll), habe ich viel mit Crazy Flapper am Rubberjig gefischt – und auch gut damit gefangen.

Der erste Fluorocarbon-Tag begann mit einem Ärgernis. Ich war mit Andreas und Björn auf dem Boot. Die Rolle war komplett voll mit dem besten FC des Ladens. Ich hatte meine Bremseinstellungen nicht verändert (vorher war Geflochtene auf der Metanium) und werfe einfach mal volle Kanne drauf los. Den Daumen nur so locker auf der Schnur wie ich das mit Geflecht halt so mache. Es zischt und knattert. Mir wird schlecht. Das Vogelnest des Jahres. Während ich diese Perücke bearbeite, fällt Andreas seine Zodias ins Wasser (Wassertiefe 15 Meter). Ich fummle so lange herum, dass er die Zeit hat, das Ding wieder rauszufischen (was ein Glück). Währenddessen produziert Björn einen Hänger, der dann auch abreißt. Was ein stressiger FC-Auftakt.

Im Verlauf des Angeltages stelle ich fest, dass das Material und ich noch fremdeln. Zwar wurde es mit dem Werfen deutlich besser, als ich meine Fliehkraftbremse deutlich stärker aktiviert hatte, aber man sich echt erst mal dran gewöhnen, dass die Bisse relativ dumpf ankommen, wenn sie nicht gar nur über ein Schnurzucken an der Einstichstelle im Wasser manifestieren. Um das zu bemerken, muss man die Schnur aber sehen. Das ist nicht immer einfach bei einer durchsichtigen Sehne. Bei manchen Lichtverhältnissen ist das sogar unmöglich.

Fluorocarbon-Nachteile

  • Durch die Dehnung spürt man die Bisse nicht so deutlich wie mit Geflochtener.
  • Die Schnurbeobachtung fällt aufgrund der Transparenz deutlich schwerer als mit einer eingefärbten Geflochtenen.

Allerdings: Das Drillen macht mit der elastischen Fluorocarbon-Schnur mehr Spaß. Und zum Ende des Angeltages wurde ich für meinen Schnurwechsel tatsächlich in Form eines stilecht FC-gerubberten Schwarzbarsches belohnt.

Da hat sich der Wechsel ausgezahlt. Durch die Dehnung verliert man mit Fluorocarbon weniger Fische. Das ist angesichts der relativ geringen Anzahl an Schwarzbarsch-Attacken bei dieser Session ganz gut ist.

Da hat sich der Wechsel ausgezahlt. Durch die Dehnung verliert man mit Fluorocarbon weniger Fische. Das macht sich angesichts der relativ geringen Anzahl an Schwarzbarsch-Attacken am Embalse de Mequinenza ganz gut.

So richtig sicher war ich mir aber nicht, ob das mit dem FC und mir was werden wird. Über ein paar Konsequenzen, die die Fluorocarbon-Angelei mit sich bringen würde, war ich mir aber klar.

Fluorocarbon-Konsequenzen

  • Ich muss viel konzentrierter angeln, weil ich ständig auf der Hut sein muss, um keinen dieser subtilen „Schnurbisse“ zu verpassen.
  • Ich muss an meinem Anhieb arbeiten. Der muss erstens beim minimalsten Ruckler kommen und zweitens viel stärker werden. Mit meiner Geflecht-Biss-Verwertung bin ich superzufrieden. Da kommt ein ganz kurzer Impuls, der den Haken zuverlässig eintreibt. Der reicht aber nicht aus, um die FC-Dehnung zu kompensieren. Am Ende wird es evtl. darauf hinaus laufen, die Rutenspitze kurz abzusenken, anzukurbeln und voll durchzuziehen.
  • Das Hängerlösen wird zur Herausforderung. Das 12 lb Fluorocarbon ist superstark. Aber es dehnt sich, so dass der Schnipstrick nicht so gut funktioniert wie bei Geflochtener. Und wenn ein Jig dann mal festsitzt, hat man richtig zu tun, die Schnur zu reißen. Wobei ich den Eindruck hatte, weniger Hänger mit FC zu bekommen – evtl. weil der Anziehwinkel (sinkende vs. schwimmende Schnur) anders ist? Oder weil Fluorocarbon dicker ist und der Köder aller Sinkqualitäten zum Trotz langsamer sinkt?

 

Bei diesem Barsch habe ich den Biss dank Fluorocarbon nicht gespürt. Kann man auch positiv sehen: FC ist immer für eine Überraschung gut.

Bei diesem Barsch habe ich den Biss dank Fluorocarbon nicht gespürt. Kann man auch positiv sehen: FC ist immer für eine Überraschung gut.

 

Fluorocarbon-Fazit

Ich habe es in den folgenden 3 Wochen immer wieder mit Fluorocarbon probiert und FC  zum Jiggen, Cranken und Spinnerbaiten eingesetzt. Inzwischen habe ich eine Meinung zu der Sache. Für mich muss zum Jiggen wieder Geflecht auf die Rolle. Ich stehe auf harte Bisse. Bis der Übergriff auf meinen Köder über die Dehnsehne bei mir im Hirn ankommt, hat der Fisch das Teil bereits als Fremdkörper identifiziert und oft schon ausgeblasen. Mein Anhieb ist außerdem zu lasch für die Dehnung. Zumindest zum Jiggen und auf Distanz. Aber: Zum Spinnerbaitangeln würde ich nix anderes mehr nehmen als Fluorocarbon. Die Elastizität unterstützt den Wurf. Man braucht viel weniger Kraft. Und auch der Druck aufs Handgelenk der Rutenhand ist viel schwächer. Durch die komplette Streckung (aufgrund des hohen Einzugwiderstandes des Spinnerbaits) kommen die Bisse gut an. Außerdem kommt es mir zugute, dass man beim Spinnerbait-Fischen eh nicht hart anschlagen soll bzw. muss. Da reicht ein lockeres Sweepen zur Seite weg.

Nach dem Motto: 'Such Dir was aus, lieber Barsch. Irgendwas wird dir schon gefallen.'

Nach dem Motto: ‚Such Dir was aus, lieber Barsch. Irgendwas wird dir schon gefallen.‘

Zum Cranken nehme ich noch lieber Mono als Fluorocarbon, weil sich Mono noch entspannter fischt. Würde ich allerdings konsequent über den Boden schrubben, wäre mir FC viel lieber als Geflecht plus Fluorocarbon-Leader.

Da läuft die Fluorocarbon-Schnur ein bisschen komisch über den Hut. Biss und Drill waren aber super.

Da läuft die Fluorocarbon-Schnur ein bisschen komisch über den Hut. Und wenn man gewusst hätte, dass dieses Bild der Illustration eines Fluorocarbon-Artikels dient, hätte man die Rolle auch mal umdrehen können. Biss und Drill waren aber super.

Ich werde das Jiggen mit Fluorocarbon immer weiter testen. Und natürlich auch das Finesseangeln. Schließlich ist es nicht einzusehen, dass andere auch beim Gummifischangeln auf Zander, Hecht und Barsch mit dem Material klarkommen und ich nicht. Ich werde meine Sinne schärfen und für den härteren Anhieb ins Fitness-Studio gehen. Vielleicht kommt dann irgendwann mal ein Bericht, der euch erzählt, wie dumm es damals war, einen Artikel zu verfassen, der die Tauglichkeit von Fluorocarbon zum Jiggen angezweifelt hat. Wir werden sehen. (Zu dem Thema kommt evtl. noch eine BATV-Folge.)

Vielleicht können die FC-Experten ja ein paar Kommentare unter den Artikel hier schreiben, ob sie auch solche Anlaufschwierigkeiten mit Fluorocarbon hatten und wie sie diese überwunden haben.

Kategorien: Tackle-Tipps

Kommentare

  1. felix81
    felix81 17 Dezember, 2016, 10:17

    Guter Bericht.
    Meine Erfahrungen decken sich mit deinen. Beim richtigen Jiggen nehme ich (wieder) Braid. Ich hab gerade auf Distanz und mit schwereren Ködern zu viele Fische verloren, weil der Anschlag nicht durchkam.
    Interssanterweise sieht man auch in den USA immer mehr Pros auf Braid umsteigen. Z.B. Graig Hackney und so.
    Auf kurze Distanzen mit Rubberjigs setzte ich es aber immer noch ein.
    Bei Hard und Spinnerbaits setze ich fast nur noch Mono ein, da ich damit flexibler bin. Es gibt mittlerweile seht dehnungsarme Monos, wie die Stroft LS, Gamakatsu G-Line , um mal zwei zu nennen.
    Damit geht halt auch Topwater fischen gut, was mit FC und leichten Ködern eher nicht so gut funktioniert.

  2. dietel
    dietel Autor 17 Dezember, 2016, 10:34

    Ich hab auch mal versucht, mit Fluorocarbon auf der BC zu Softjerken. Fand ich auch nicht wirklich optimal. Die sörrische Schnur liegt dann manchmal etwas locker auf der Spule, wenn man einen Schnurbogen reinkurbelt. Hat bei mir auch immer mal nen Backlash gegeben. Mein Bassberater David meint auch, dass er zum Softjerken lieber Mono nimmt.

  3. luho1986
    luho1986 17 Dezember, 2016, 11:31

    Hat das eigentlich einen speziellen Grund warum gerade bei Rubber Jigs sehr viele auf FC setzen?

  4. dietel
    dietel Autor 17 Dezember, 2016, 13:15

    @luho: Ich denke: Kurze Distanz. Harter Biss. Etwas weniger Widerstand beim Reinsaugen. Besser Bissverwertung. Plus: Man angelt die viel in Steinen. Weil wo Stein, da Krebs.

  5. HavelStachelRäubeR
    HavelStachelRäubeR 17 Dezember, 2016, 20:47

    Habs auch schon mal mit FC auf der Baitcaster probiert. Allerdings hatte ich es auf einer Rolle mit Shallow Spool. Bin damit überhaupt nicht klargekommen. Macht es vielleicht mehr Sinn Fluo bei tieferen Spulen einzusetzen? Hatte das Gefühl das das FC nach dem einkurbeln immer total locker auf der Spule lag. Da war der nächste Backlash schon vorprogrammiert.

  6. scorpion1
    scorpion1 18 Dezember, 2016, 14:47

    Dann hast du es falsch aufgespult
    1. das wichtigste OHNE Drall parallel aufspulen also nicht in Windungen
    2. sehr straff aufspulen und 1 2 tage so ruhen lassen , das hat den Effekt das sich das FC an den Spulendurchmesser anpasst.

    dann sind zumindest gute FCs sehr easy handlebar, für mich gibts nur noch das SUnline Shooter Sniper FC , ich hatte vorher das DoA von Nogales und war auch zufrieden aber beim Shooter Sniper kann ich schon fast die identischen Bremssettings verwenden wie bei PE !
    Das hat mich doch sehr erstaunt. Wo ich beim DoA 4 Pins fischen musste waren beim Shooter Sniper 2 Pins ohne weiteres möglich stressfrei !
    Durch die Oberflächenbehandlung hält es auch deutlich länger ! Durch UV Strahlung wird jedes FC recht schnell spröde , das DoA kahm dann alle 2 Monate runter .. wenn ich viel am Wasser war auch schon nach gut 6 Wochen .
    Das Shooter Sniper hab ich jetzt gut seid Juli drauf und die Oberfläche ist noch top.
    Also das sind 2 Punkte wo es definitiv kein anderes FC mehr für mich gibt, einziger Minuspunkt das es (wahrscheinlich bedingt durch die Oberflächenbehandlung) doch recht dick ist so sin 12lb bei den meisten Herstellern im Bereich 0.28mm – beim Shooter Sniper sind es 0.31mm

  7. NorbertF
    NorbertF 18 Dezember, 2016, 15:16

    Bei mir kommt ja seit Jahren nur noch PE auf die Rolle, wenn ich vertikale, oder wenn ich im Rhein-Hauptstrom auf Entfernung fische. Und manchmal beim Bigbaiten auf Hecht.
    Ansonsten nur FC und zum cranken Nylon.
    Ich habe 3 Anläufe gebraucht bis ich bei FC geblieben bin. Der erste Versuch endete nach 2 Tagen, der zweite nach 2 Wochen, beim drittenmal bliebs dabei. Soll heissen: es braucht in der Tat eine Weile sich umzustellen, meine Erfahrungen waren exakt die gleichen wie Deine.

    Insgesamt überwiegen aber für mich die Vorteile, drum bleibe ich auch dabei. Vielleicht ein paar Fragen: was hattest Du da für eine Rute in Gebrauch auf Black Bass? 12 lb und RubberJigs finde ich gut an starken 1oz Ruten. Generell packt man sich gern zu viel Tragkraft drauf, weil man nicht damit rechnet wie stark die Schnüre tatsächlich sind, durch die Dehnung. Eine 12lb reicht beispielsweise locker um Meterhechte zu drillen quasi ohne Schnur zu geben. Ausserdem muss man noch besser drauf achten nicht zu große Haken an zu windigen Ruten zu fischen. 1oz Ruten passen 2/0 Haken gut, an 1/2 oz gehe ich nur bis Größe 2. Usw.
    Dann sitzen die Anhiebe besser.

  8. scorpion1
    scorpion1 18 Dezember, 2016, 18:14

    Da kann ich dir nur beipflichten , ich hab anfangs auch deutlich zu kräftig dimensioniert beim fc … heute bin ich bei MH Rods mit 1Oz auch bei maximal 12lb was geknotet ja immer noch über 5kg sind und damit mehr als die Bremsleistung der meisten 100er BCs von daher reicht das dicke außer wenn man Aufgrund der Abriebsfestigkeit höher dimensionieren muss.

    Ich finde was die Wurfeigenschaften angeht trennt sich beim FC wirklich die Spreu vom Weizen da merkt man welcher Hersteller wirklich sein FC auf Wurftauglichkeit bearbeitet oder einfach mal nur ein FC auf den Markt schmeissen will.

    Das Stroft FC ist wirklich ein Klasse FC zb aber als Mainline einfach zu störrisch weil das Hauptaugenmerk von Stroft auf einer hohen Abriebsfestigkeit und Knotentragkraft lag

  9. B o r i s
    B o r i s 18 Dezember, 2016, 19:34

    Das einzige Manko an Mono (also FC und Nylon) ist meines Erachtens, dass man seine Kombos sehr fein abstufen muss.
    Denn während man mit PE ein sehr breites Wurfgewichtsspektrum abdecken kann (z.B. könnte man mit einer Stroft R3 oder vergleichbaren Schnur sämtliche Köder von 1/4-1oz werfen), ist die Bandbreite mit Mono deutlich schmaler.
    Für UL habe ich bisher immer ein Nylon oder FC mit 0,15-0,16mm, für L mit ca. 0,17mm, ML mit ca. 0,19mm, M mit maximal 0,22mm und auf einer MH reicht mir locker eine 0,24mm Mono.
    Dadurch lässt sich dann zumindest der optimale Bereich der jeweiligen Rute ohne Einschränkungen beim Handling ausnutzen.

  10. scorpion1
    scorpion1 19 Dezember, 2016, 01:13

    Also wenn ich jetzt schaue was welchen Bereich ich mit der Fact 70H abdecken kann (1Oz aber Solid Tip sprich ML-M Tip und H Backbone) dann sind das mit 12lb FC auch von 5gr Skirtedjigs und 3inch Trailer bis zu 12gr Jigs samt 12cm Shads.

    Also auch wie bei PE. Schwieriger finde ich ist FC in Verbindung mit leichten Hardbaits unter 3.5gr also das geht wie ich finde absolut 0.. da derart leichte Baits einfach eine offene Achshemmung verlangen was aber in den meisten Fällen (zumindest bei mir) nicht möglich ist

  11. dietel
    dietel Autor 19 Dezember, 2016, 09:12

    @Norbert: Ich verwende da unten in Spanien tatsächlich eine 1 Oz. Adrena (MH) – weil ich ja mit gigantischen Schwarzbarschen rechne und große Karpfen und auch ab und an mal einen Wels parieren muss. Das mit der Hakengröße habe ich nie bedacht. Fische da hauptsächlich GI-Jigs – die haben echt wuchtige Haken. Aber die sind dann halt auch wallersafe.

    @B O R I S: mit 22er oder 24er wäre man tragkrafttechnisch evtl. dabei. Aber Da ist echt brutalö viel Holz und Gestein unterwegs im Embalse de Mequinenza. Da darfs schon ne Spur stärker sein alles, finde ich. Meine 0,285er (12 lb) würde mir auch vom absoluten Experten für das Gewässer aufgespult. Muss eigentlich passen.

    @Scorpion: Das mit dem 2-Tage-Liegenlassen ist doch ein genialer Praxis-Tipp. Merci.

    Und jetzt noch ein bisschen was von Facebook für alle:

    (1) Ich bin mittlerweile was Hardbaits angeht auschließlich nur noch(!) mit FC unterwegs. Einfach alles daran ist besser, mal von den fehlenden ‚harten Einschlägen‘ abgesehen. Die Köderaktion wird dermaßen positiv beeinflusst, dass ein jahrelang gefischter Hardbait auf einmal völlig neue Seiten zeigt! … Bei Suspendern wird die Sache nochmal kniffliger. Durch die sinkende Eigenschaft von FC verwandelen sich manche Suspender eben dann auch zu Slow-Sinkern. Man muss halt immer und aktuell auf die vorherrschenden Bedingungen und Baits reagieren – aus diesem Grund habe ich in der Regel von jeder meiner Rollenspulen immer zwei Stück dabei…einmal FC und einmal Braid. Mono kommt bei mir fast gar nicht mehr zum Einsatz.

    (2) An meinen Baitcastern kommt nichts anderes zum Einsatz und auch im UL-Bereich z.B.: für kleine Cranks und Twitchbaits schwöre ich seit Jahren auf FC. Nur zum angeln mit Minigummis bin ich auf dünnstes Geflecht eingeschossen und das wird auch so bleiben.

    (3) Nur wenn ich mit recht leichten Ködern sehr weit werfen muß,z.B. auf Rapfen,kommt dünne PE drauf,wo sonst ne dünne FC einfach zu schwach wäre. Und natürlich alles aus Gummi,was gezuppelt werden muß sowie Topwatern.Lineare Techniken und Wobbler, Cranks, Minnows definitiv nur mit FC oder Mono. Das beste FC für die Rolle meiner und vieler Anderer Meinung nach war das Sufix Invisiline Cast Fluorocarbon – habt ihr von Shimano ja fix wieder aus dem Deutschlandprogramm deworfen… traurigerweise.

    (4) Geflecht war bei mir ne Phase von einem Jahr dann wieder Mono oder FC. Weil mir das Kreischen in den Ringen nicht gefällt, einem zu viel Fische aussteigen, weil kein Puffer da ist, weniger Eis in den Ringen bei dem Wetter und natürlich auch mehr Action beim Hardbait Twitchen. Lohnt sich der Aufpreis von FC? Ja! Die Schnur ist noch weniger sichtig und weil weniger Dehnung da ist, wirft man natürlich auch noch ein Stück weiter !

  12. B o r i s
    B o r i s 19 Dezember, 2016, 09:36

    @Dietel: Bei der von dir beschriebenen Vegetation ist man mit einer 0,285er sicherlich deutlich besser beraten.
    Auf meiner MH habe ich auch schon Mono mit bis zu 0,26mm benutzt (Stroft LS und FC2) – und wenn die Mono relativ geschmeidig ist, geht sicherlich auch noch etwas mehr.
    Typische Bassbaits wiegen ja auch eher 1/2oz aufwärts – und dabei sollte das Handling bei derartigen Durchmessern auch noch ordentlich sein. Aber leichtere Sachen würde ich damit nicht mehr werfen wollen.

    Naja – und Martins Tipp mit dem Ruhenlassen der Mono ist natürlich sehr wichtig.

  13. spin73
    spin73 19 Dezember, 2016, 10:16

    Fischt hier auch jemand für Cranks und Twitchbaits FC auf der Statio und wenn ja, mit welchen Erfahrungen?

  14. luho1986
    luho1986 19 Dezember, 2016, 11:40

    Find das Thema richtig interessant. Danke Johannes für deine Infos zu den Rubber Jigs. Bei mir am See hab ich so einen Art Haushecht. Der Hecht ist ca. 70 cm lang und steht im Sommer und Herbst fast jeden Tag bei mir am Steg. Auf diesen Hecht wird natürlich nicht gefischt und wird er in Ruhe gelassen. Interessant ist jedoch wenn ich vom Steg mal einen Köder teste das der Hecht sobald die Geflochtene in seine Nähe kommt sofort verschwindet. Bei der Mono und FC sieht das ganze anders aus. Die wird toleriert. Macht ihm nicht im geringsten etwas aus. Wasser ist glasklar an der Stelle und vielleicht 1,5 Meter tief. Aber spannend ist es auf jeden Fall mal einen Fisch dabei zu beobachten wie er reagiert. Hat jetzt natürlich nichts mit Angeltechniken zu tun aber vielleicht doch ganz interessant für manche.

  15. scorpion1
    scorpion1 19 Dezember, 2016, 12:05

    Spin73 FC und Statio ist sone Sache .. bis zu einem Gewissen Durchmesser klappt das einigermaßen abhängig vom Spulenkern der Rolle aber pauschal würde ich FC nur bis 8lb auf ner Statio fischen .

    Ich hab im Video zu den Spybaits von Duo sehen können das die Amis wenn sie fc auf der Statio fischen meist einen Kern PE drunter haben sprich 25-30m FC und darunter PE

  16. scorpion1
    scorpion1 19 Dezember, 2016, 12:07

    Wenn ich das frisch aufgespulte FC am selben Tag noch nutzen will lege ich die Rolle FC vorm auspulen meist noch für 15min in ein warmes Wasserbad, meiner Erfahrung nach passt sich das FC dann innerhalb kurzer Zeit an den Spulenkern an

  17. spin73
    spin73 20 Dezember, 2016, 10:22

    @scorpion1

    Danke für die Infos. Werde das mal probieren mit PE und dem FC darüber.

  18. pacho
    pacho 20 Dezember, 2016, 19:33

    Welche Rolle ist im Einsatz ?

  19. spin73
    spin73 21 Dezember, 2016, 08:46

    @pacho

    Meinst Du mich? Ne Stradic CI4+ FB 2500 oder wahlweise auch ne 3000er Vanquish.

  20. dietel
    dietel Autor 21 Dezember, 2016, 10:32

    @pacho: Falls ich gemeint sein sollte mit der Rollenfrage: Auf den Bildern siehst du eine Metanium MGL XG.

  21. MorrisL
    MorrisL 23 Dezember, 2016, 19:15

    Ich benutze seit 5 Jahren FC beim T Rig und hatte mich vor 2 Jahren dazu entschlossen , die Rigs komplett leise (Perle bleibt seit Jahren auch weg, Ausnahme ist der Peenestrom) anzubieten , also auch das C Rig. Unter anderem war es auch mal offensichtlich ausschlaggebend(BA Treffen Wandlitzsee 2014 glaub ich ) , was da die Kante runtergetropft ist. Meine damalige Partnerin hatte parallel zur ohnehin sehr „exklusiven Stelle“ Geflecht (Stroft mit 27er FC ) im Einsatz und hatte bei quasi Abangeln derselben heißen Quadratmeter wesentlich weniger Bisse (ebenfalls T Rig -Kackwurst bei beiden -semisilent, also ohne Perle).Auf die Rute mit FC krachte ein 35-35+ nach dem anderen ….bis eben auch 42 mal dabei war. Ich teile inzwischen die Meinung Norberts , dass alles unter einer Unze bei BC/Roundies mit FC bzw. Mono viel besser hinhaut. Lediglich bei Hardbaits kann ich (benutze fast zu 100% Twitchbaits, Toppies)dem Trend zu elastischen Schnüren nicht folgen . Auch bei Hecht fand ichs einfach nur doof. Aber auf Barsch im Bereich minimalistischer Animation kann ich mir nix anderes mehr vorstellen . Die Rute beim T Rig hat ein Solid Tip (Fahrenheit), die beim C Rig nicht , denn das Solidtip ist da für meine Begriffe schon im System unter Wasser integriert , hier geh ich lieber mit der Rute dem „Biss“ kurz entgegen und hau dann knackig aus m Handgelenk in die Strippe…. . Bei den Craws wirds auch n Solidtip(auch Fahrenheit) und ebenfalls n 8lbs FC , wahrscheinlich auch auf ner Core 51 , ein solides und gutmütiges kleines Ding… . Ab nächster Saison versuche ich mal Machin Gun Cast auf einer Statio (1000er Aspire Fa ) , nachdem ich mit Toppies und leichten Jerks (SQ61 and so on ) zwei hochwertige Schnurladungen geschrottet habe(Lagen hochgerissen-permanent) und das doch ziemlich ins Geld ging, starte ich meinen letzten Versuch mit ner Statio Hardbaits an Mono anzubieten. Frohes Fest und gesunde Feiertage ….

  22. Evil_Invader
    Evil_Invader 27 Dezember, 2016, 19:14

    Hey zusammen,

    geiler Bericht und tolles Thema, eigentlich Schade (oder vieleicht auch Vorteil), daß diese interessante und produktive Diskussion in den Kommentaren etwas untergeht.
    Ich kann Johannes‘ Erfahrungen 100% bestätigen. Der Umstieg von PE auf FC braucht ein paar Anläufe lohnt sich aber wirklich.
    Während ich inzwischen eigentlich nur noch FC oder Mono verwende, habe ich beim Jiggen immer noch das Bedürfnis nach PE obwohl ich eigentlich komplett umsteigen möchte.
    Denke das liegt daran, dass ich in diesem Bereich noch auf der Suche nach der (für mich) perfekten FC Line bin. Wenn also einer n Tipp loswerden möchte immer her damit.

    @Alle
    Vielen Dank für diesen Austausch. Schade daß ich hierfür keine Bewertungen vergeben kann.

    Gruß J

  23. dietel
    dietel Autor 4 Januar, 2017, 13:11

    Ja. Ich fand diese Diskussion auch sehr inspirierend. Viele gute Tipps und Meinungen. Top-Leute hier am Start. Merci!

  24. jigandjerk
    jigandjerk 15 Juli, 2017, 12:38

    Sehr interessanter und für mich aufschlussreicher Bericht. Dachte schon ich bin einfach zu blöd um mit FC zu fischen, aber siehe da, es haben auch andere Ihre Probleme.
    Bei mir hat es auch 3 Anläufe gebraucht und nun hab ich auf der Hälfte meiner Combos FC drauf, fischt sich irgendwie „cooler“. Klar, beim jiggen auf Distanz und bei schlecht fliegenden Kleinstködern (zumindest bei mir) ist Braid doch ne andere Sache.
    Ich bin mit der Dead or Alive Premium und der Varivas GANOA Absolute AAA sehr zufrieden, werde auch mal die von Scorpion vorgeschlagene Sunline testen.
    Gruss Martin

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