Waller & Exoten

Die WelsSpinner sind los

Seit ganz kurzem arbeite ich nun in Spanien bei Ebro Carp. Von hier aus werde ich euch in Zukunft immer mal wieder einen aktuellen Bericht zur Angelei bei uns am Ebro und den anderen tollen Gewässern hier in der Gegend liefern. Nachdem wir im Frühjahr öfter mit lang anhaltenden Regenfällen und Sturm zu kämpfen hatten, ist der Sommer jetzt voll da. Die Karpfen sind am Laichen und auch der Wels macht sich so langsam startklar zum Liebesspiel. Am Caspe Staussee werden zur Zeit eher die kleineren Welse gefangen. Ein Zeichen dafür, dass die Waller hier oben schon mit der Fortpflanzung begonnen haben.

Hier am unteren Staussee hat nun eine der besten Zeiten im Jahr zum Spinnfischen auf große Welse begonnen. Die richtig Dicken werden sowieso fast ausnahmslos hier im Delta gefangen, wo die Flüsse Segre und Cinca zusammenfließen. Nie waren die Chancen auf ein 100-Kilo-Fisch größer als jetzt. Und diese fressen nicht nur Pellets. Die letzten Tage waren aufgrund des langen Wochenendes, bedingt durch den ersten Mai sehr stressig, aber ich habe es geschafft , für euch ein paar echte Spinnangelprofis zu einem Kurzinterview zum Thema Wels einzuladen…

Sven Hochgesang und sein Vater Gerd fahren hier schon seit vielen Jahren in den Angelurlaub. Der Vater seit fast 35 Jahren und der Sohn, solange er eine Angel halten kann (mit 12 hat er seinen ersten eigenen 2 Meter Wels bezwungen).

So Jungs: Warum eigentlich unbedingt Spinnfischen? Gibt es nicht effektivere Angelmethoden auf Waller?

Gerd: Früher haben wir fast nur mit dem Wallerholz gefischt. Dabei macht vor allen Dingen die Tatasache Spaß, dass man den aufsteigenden Fisch mit seinen Klopfintervallen sozusagen lenken kann. Eine tolle Sache ist das, wenn man einen abtauchenden Fisch doch noch zum Zupacken überreden kann. Allerdings klappt diese Angelei bei weitem nicht mehr so gut wie früher. Deswegen Spinnfischen. Wenn die Angler mit Pellets auch mehr Fische fangen, stört uns das überhaupt nicht. Die Großen beissen genauso auf Gummi oder Blech. Da sollte man sich nicht täuschen lassen. Und ein Fisch auf die Spinnrute hat für uns schon immer den höchsten Stellenwert..

Wegen des brachialen Bisses?

Sven: Langsam, die Fische beissen nicht immer so brutal. Im Gegenteil. Manchmal hast du Festhalter wie beim Barschangeln. Da wundert man sich schon, wenn ein 80 Kilo-Tier einen Biss produziert wie ein kleiner Zander. Inspiriert haben uns übrigens die alten Profiblinker Videos. Wirklich lustig, wenn man sich diese Filme heutzutage nochmal anschaut. Und auch einige der Produkte aus dem Hause Profiblinker sind wirklich gut geeignet zum Spinnfischen auf Wels. Das muss man schon sagen, auch wenn du das als Berkley-Teamangler vielleicht nicht so gern hörst.

Ach Quark. Ich weiss doch, daß das Zeug Fische fängt, aber weiter mit den Welsen…

Gerd: Also das Wallerspinnfischen machen wir jetzt seit 10 Jahren. Sowohl vom Ufer, als auch vom Boot. Bojenstellen zum Beispiel war noch nie unser Ding. Dafür sind wir viel zu bequem. Außerdem ist und sie Zeit im Urlaub zu kostbar, um jeden Tag frische Köderfische zu stippen. Zudem ist es jetzt sowieso verboten

Womit fischt ihr?

Gerd: Unsere Blinker bauen wir natürlich alle um: Mit dem Akkuschrauber vergrößern wir die Löcher für die Sprengringe und verwenden diese nur mit Einzelhaken. Diese haken sehr sauber und man hat bei der Handlandung ein deutlich besseres Gefühl, als wenn da noch freie Haken im Maul herumschwirren. Der Jackson hat übrigens super Sprengringe im Programm. Die halten glaube ich 60 Kilo.

Mehr muss unser Vorfach also auch nicht tragen. Jigköpfe werden direkt am Vorfach angeknotet, Blinker und Spinner (der 7er Mepps ist ein Geheimtipp!) kriegen einen Wirbel an den Sprengring. Ansonsten halten wir alles einfach und achten pingelig auf korrekt gebundene Knoten etc… Als Hauptschnur fischen wir die neue Spider Wire Code Red in der Stärke 0,35mm und sind damit sehr zufrieden!

Wie führt ihr eure Köder?

Sven: Eine ruhige Köderführung kann nie schaden. Oftmals fischen wir nur über die Rolle. Genauso wie beim Zanderangeln. Also der typische Faulenzerstil. Ansonsten achten wir darauf, solange wir keinen Biss haben, nie gleich zu angeln. Wenn einer von uns aktive Fische an der Oberfläche mit dem Blinker sucht, fischt der andere auf jeden Fall grundnah. Probieren ist also angesagt. Ob man die Plätze oft wechselt, ist Geschmacksache. Manchmal warten wir auf durchziehende Fische, meistens wechseln wir jedoch alle 30 Minuten ohne Biss den Angelplatz.

Was ist eurer Meinung nach die beste Jahreszeit?

Gerd: Das Frühjahr ist gut für die ganz Großen. Am besten kurz vor oder nach der Laichzeit. Aber eigentlich kann man in Spanien die Welse ganzjährig mit dem Spinnköder befischen. Es kann aber je nach Witterung, Wasserstand, Strömung etc. Etwas kniffeliger sein, die Fische zu finden. Am zweitliebsten kommen wir im Herbst. Jetzt sind Stückzahlen möglich, die im Frühjahr nur schwer zu erreichen sind. Dafür fangen wir dann viele „kleinere“ Fische unter 2 Meter.

Was habt ihr dieses Jahr denn schon so erwischt?

Sven: Also den 96 Kilo Fisch hast du ja selbst fotografiert (die Jungs haben mich dafür aus dem Bett geklingelt). Außerdem hatte Gerd vor 2 Tagen einen ähnlich großen Fisch, dem wir die Wiegeprozedur erspart haben, da wir beide fix und fertig waren und den Fisch irgendwo im Gestrüpp gelandet haben. Heute Morgen habe ich (Sven) schon wieder einen Giganten draufgehabt und ihn nach einer Dreiviertelstunde verloren. Meine Schultern fühlen sich wirklich an wie Wackelpudding. Aber ab morgen sind wir wieder im ebenfalls sonnigen Deutschland. Insgesamt konnten wir in dieser schwierigen Woche 8 Fische fangen, wobei der kleinste 1.40 Meter lang war.

Danke für das Interview und bis bald. Ich freue mich schon, mal mit euch zusammen auf die Pirsch zu gehen. Eure Fänge der letzten Tage machen sicher jeden heiss. Und ich weiss auch schon, was ich heute abend mache…

PS: Nach Feierabend bin ich ebenfalls mal kurz mit dem Boot raus und siehe da: Es klappt wirklich gut. Außerdem trifft man immer mal wieder Angelprominenz wie z. B. den lieben Herrn Lüssow vom Big Fish Angelcenter in Erkner, der mit seiner Crew auch ein paar dicke Dinger fangen konnte. Uli Beyer und Bertus Roozemayer sind am gleichen Abend auch an mir vorbeigebraust.

Bis zum nächsten Mal!

David

B
Hey David,
schöne Location hast dir gesucht zum arbeiten. Glückwunsch und viel Erfolg :D

Gruß Alex
D
ALTER !!!

Sauber, vergiss die Sonnencreme nicht! Tolle Entscheidung Kollege!


Grüße!
DD

8O
W
Moin David!

Sehr schön von dir zulesen mein Großer :D viele dicke Waller weiterhin!

TL
Jakob
A
Schicker Bericht,
würde gern mal mit dir Tauschen so für nen monat!!! :lol:

Vielleicht sehen wir uns ja auch noch dies Jahr vorrausgesetzt
Sven hat noch Bock 8O

weiter so

gruß Pati :roll:
P
danke leute.

lass bald wieder was von mir *****en...

viele gruesse

david
P