Der Beweis, der nichts beweist

Der Beweis, der nichts beweist

Kunstköder stellen wohl eine der vielseitigsten Angelsparten überhaupt dar. Fakten, Mythen und Halbweisheiten machen sie vermutlich zum umstrittensten Zweig der Tackle-Industrie. Sind sie ihr Geld wert? Welche davon brauche ich wirklich, welche sind nur das Ergebnis ausgeklügelter Marketingstrategien und welche dienen mehr dem Stillen des Sammlerdursts als dem tatsächlichen Fischfang? Auf manche dieser Fragen wird es niemals eine Antwort geben, ganz einfach weil die Referenz fehlt. Wie soll man schließlich auch herausfinden, ob die kapitale Mutti von letztem Mal an Stelle des Castaic-Lappens nicht auch einen rostigen 5er Mepps inhaliert hätte? Du wirst niemals erfahren, ob an genau jenem Tag, zu jener Tageszeit bei jenem Wetter und Wasserstand, das halbe Dutzend Barsche nicht genauso gierig auf einen Wurm anstatt auf die geflavourten Shads gedonnert wäre… Womöglich hättest du sogar besser gefangen!

Man kann eingrenzen, ableiten, vermuten und glauben, aber NIEMALS WISSEN. Köderportraits, Erfahrungsberichte und Empfehlungen sind hilfreich, ändern jedoch nichts an der Tatsache, dass der Käufer niemals 100%ige Gewissheit haben wird.

Klar, auf der einen Seite ist das irgendwie… naja… Beschiss, auf der anderen Seite dagegen, einer der Hauptgründe für die bedingungslose Liebe zum Spinnangeln. Der Reiz des Ungewissen, der an jedem noch so teuren Bait haftet. Das gibt uns das Gefühl „frei“ zu sein. Frei in der Entscheidung die „richtige“ Wahl zu treffen. Subjektiv zu entscheiden und der sonst so rationalen Technik einen Hauch Persönlichkeit zu verleihen. Seid mal ehrlich, freut es euch nicht mehr, auf einen Köder zu fangen, der „geil aussieht“? Das beste Beispiel dafür findet sich im Bereich des Fliegenfischens: Selbstgebundene Flies – mehr Kunstwerke als Zweckutensilien – die zum gewünschten Erfolg führen, sind das Kernstück dieser Leidenschaft. Oft hat man sogar den Eindruck, dass es darum geht, es sich absichtlich schwer zu machen – sprich auf möglichst originelle und absurde Muster zu fangen. Die Challenge besteht dann nicht mehr darin, viele Bisse zu bekommen, sondern die Fängigkeit der eigenen Kreation unter Beweis zu stellen.

Ich denke dieses Verlangen stellt sich mit der Zeit bei jedem ambitionierten Kunstköderangler (sei es nun Fliege oder Hardbait) ein, wenn man hohe Fangzahlen „nicht mehr nötig“ hat und anfängt, sich neue Ziele zu setzen a.k.a „Luxusprobleme“ zu erschaffen.

Noch zähle ich nicht zu dieser Fraktion. Zu groß ist der Durst nach vielen Drills und Erfolgsroutine, zu viele Methoden und Situationen gibt es, die noch darauf warten ausprobiert bzw. perfektioniert zu werden. Nichtsdestotrotz spielt bei mir die Ästhetik der Köder eine große Rolle. Die „Liebe auf den ersten Blick“  ist schließlich ein wesentlicher Schritt Richtung Fangerfolg. Hegt man ein gewisses Grundvertrauen in einen Bait, ist es nur eine Frage der Zeit, bis sich die Rute krümmt. So kam es auch mit dem Wobbler, um den es in diesem Artikel gehen soll.

Beim durchstöbern eines Onlineshops, blieb der Cursor auf einem recht unscheinbaren Minnow hängen. Grün-braune, gedeckte Töne in perfektem Mengenverhältnis, eine Prise Transparenz und fast schon peinlich genaue Oberflächendetails wie Augen, Kiemendeckel und Schuppenmustervertiefungen, hatten meine Neugierde geweckt. Dazu eine kurze Tauchschaufel im 45 Grad Winkel und die Wörtchen „Suspending/Floating“ in der Beschreibung. Wenige Sekunden später, war der Warenkorb um einen Artikel reicher. Das Objekt der Begierde hat übrigens auch einen Namen: Illex Arnaud 110 f – Farbe: Ayu

 

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Dass Illex relativ hochwertiges Tackle produziert, ist kein Geheimnis. Ob die Produkte als überteuert oder preislich akzeptabel eingestuft werden sollten ist Ansichtssache. 15 – 20 Euro für einen Hardbait sind in meinen Augen gerechtfertigt, wenn Laufeigenschaften und Qualität überzeugen. Ich denke, man macht oft den Fehler und drückt einigen Marken den Wucher-Stempel auf, weil man in ihrem Programm keine günstigen Modelle findet. Vielleicht ist der Grund dafür aber, dass sie keine „Kompromisslösungen“ in ihren Produkten wollen. Sie bewahren ihren Anspruch quer durch alle Serien und erwecken so insgesamt den Eindruck „überteuert“ zu sein. Hat man aber einen Hersteller XY, der in erster Linie preiswertere Wobbler produziert und lediglich ein paar „Spitzenmodelle“ anbietet, sagt einem das Konsum(unter)bewusstsein „Ahhh, wenn die sonst so günstige Dinger raushauen, muss DAS die absolute Wunderwaffe sein“. Im Verhältnis zu den eigenen Produkten vielleicht JA, im Vergleich zu „teuren“ Herstellern vermutlich NICHT. Unterm Strich würde ich sagen: Jeder mit Know-How angefertigte Kunstköder verdient  eine Chance!

Somit mäste ich meine Boxen sicher nicht mit Premium Baits, habe aber kein Problem damit zwischendurch paar Euro mehr für einen vertrauenswürdigen Köfi-Klon auszugeben. Trends folgen finde ich nicht gut bzw. halte es nicht für nötig, sich an Erfahrungen und Bewertungen anderer zu orientieren dagegen schon. Dabei gilt es voneinander unabhängige Meinungen und Reviews einzuholen, ist die Reputation einer Marke bzw. eines Modells durchgehend positiv, lohnt sich näheres Hinschauen allemal. Bereits einige Jahre zuvor, hatte das Label Illex mein Interesse geweckt, vielleicht aus dem Grund, dass ich es zu meiner Jugendfischzeit bei den „besten“ Anglern meines damaligen Vereins an der Rute und ergo auch in einigen Fischmäulern gesehen habe. Es vermittelte irgendwie – verglichen mit den damals erschwinglichen Anbietern – ein seriöses und vielversprechendes Image, angefangen vom Logo bis hin zum „Gesichtsausdruck“ der Hardbaits . Ganz so „underground“ wie die mir heute bekannten Firmen schien es dann doch nicht zu sein, ebenso wenig unbezahlbar. Es versprach einen guten Einstieg in die nächst-höhere „Wobbler-Liga“.

Und so landete – mit ein paar Jahren Verspätung –  im Mai 2014, der erste Minnow von Illex in meinem Briefkasten.

Ob er vor 2 Jahren schon Arnaud 110 F Sg hieß weiß ich nicht mehr. Ich glaube das Ding trug einen anderen Namen, könnte sogar ein flachlaufender Squirrel sein, jetzt finde ich nur noch Squirrels mit langer Tauchschaufel. Ist auch nicht so wichtig, Look & Lauf waren identisch zum Arnaud…Falls es einer von euch doch weiß, kann er das gerne in die Kommis schreiben und mir eine Nachhilfestunde in Wobblerkunde geben.

Es dauerte nicht lange, bis sich die perfekte Gelegenheit für den ersten Test bot. Wer meine Vorstellung im Forum gelesen hat weiß, dass ich ursprünglich aus Bayern komme. Meine bevorzugten Gewässer dort waren (teilweise stark verkrautete) Baggerseen, sowie kleine bis mittelgroße Flüsse samt Altwasser und anderen Stillwasserzonen. Meist sind sie nicht besonders tief und weisen eine üppige Vegetation sowohl über als auch unter Wasser auf. Extrem viele Kurven bestimmen ihren Lauf – Bäume, Büsche, Totholz und Steine säumen die Ufer. Durch grüne Wiesen und zäh bewirtschaftete Ackerflächen bahnen sie sich ihren Weg Richtung Donau. Dementsprechend abwechslungsreich ist auch die Fischfauna: Vom Stichling bis zum Wels fühlt sich dort alles wohl. Gute Forellenbestände trotz ebenso guter Hechtpopulationen, Karauschen und Huchen teilen sich buchstäblich die gleiche Flusskurve.

 

 

Idyllischer geht es kaum...

Idyllischer geht es kaum…

 

An einem sonnigen Maitag war es soweit. Mit einem langjährigen, sehr guten Kumpel (durch den ich erst so richtig zum Fischen gefunden, ihn aber ironischerweise nach jahrelanger Abstinenz wieder zurück ins „von ihm gebaute Boot“ geholt habe) kauften wir uns eine Tageskarte für einen Schmutter-Abschnitt, an dem wir in unserer Zeit als Jugendfischer ein paar Mal unterwegs gewesen waren. Wir kannten grob die meisten Stellen und wussten, dass man an manchen Tagen – etwas Gewässerkenntnis vorausgesetzt – gute Fänge erzielen, aber ebenso leer ausgehen konnte. Schwer zugängliches und hängerreiches Gewässer mit akzeptablem Fischbestand und einigen „Durststreckenabschnitten“ zwischendrin. Geschätzter Schwierigkeitsgrad: 4-5/10.

Da mindestens 80 % Raubfischer (mittlerweile deutlich mehr) in mir schlummerten und wir bereits um 5 Uhr am Wasser ankamen, war die Hechtjagd in den Morgenstunden beschlossene Sache. Mein Kumpel entschied sich zu feedern und an einem langsam fließenden Abschnitt sein Glück auf Brasse und Co. zu versuchen. Also lud ich ihn am entsprechenden Spot ab und begab mich zum Altwasser, das ich bis dato noch nie richtig unter die Lupe genommen hatte.

Mit etwa 5-10 m Breite, 0,5 – 2 m Tiefe, extrem hohem Busch- und Schilfbewuchs, sowie massig Totholz, war es – nicht nur optisch – das perfekte Habitat für Meister Esox. Theoretisch konnte man jeden Fleck abfischen, praktisch ließen das die kaum vorhanden Lücken im Dickicht jedoch nicht zu. Wenn ich etwas sicher über dieses Gewässer weiß, dann dass es dort Lauben en masse gibt. Vor allem in den wärmeren Monaten kocht das Wasser regelrecht vor ihnen. Die ca. 10 cm langen Fischchen lieferten mir eigentlich die einzige Info, die ich wirklich brauchte um die richtige Köderwahl zu treffen: Bühne frei für den Illex Arnaud!

Ich fackelte nicht lange, clippte das dünne Flexonit in den Snap und pendelte den Plastik-Snack durch den Morgennebel ans gegenüber liegende Ufer. Mit leichten Twitches und gelegentlichen Pausen, ließ ich ihn durch die Brühe tanzen, als die „Choreo“ durch eine blitzschnelle Attacke unterbrochen wurde. Der erste Räuber hing! (Wenn auch kein großer)

 

Morgenstund hat Bait im Schlund.

Morgenstund hat Bait im Schlund.

 

 

Der Anfang war gemacht und gerade als ich paar Würfe später den First-Cast-Catch in die „Zufalls-Schublade“ stecken wollte, rumpelte es ein zweites Mal. Ebenfalls ein kleines Exemplar, aber in Kombination mit der Landschaft im Licht der aufgehenden Sonne, einer dieser Angelmomente, der die von Laien oft gestellte Frage nach dem „Wieso gehst du fischen?“ ohne weiteren Erklärungsbedarf beantworten würde. Einer dieser Angelmomente, in denen nichts zählt außer die eigene Präsenz in eben jenem Moment… Du bist zu 100 % du, nichts ist wichtig und doch bedeutet es die Welt… Für einige von euch mag das vlt. pathetisch klingen. Ihr schüttelt den Kopf und steckt  mich in die pseudo-spirituelle Schublade. Könnt ihr gerne machen. Diejenigen die so empfinden wie ich und Momenten wie diesen alles abgewinnen, verstehen was ich meine und können getrost grinsen.

 

Doch, scheinbar geht es noch idyllischer... Für solche Bilder steht man gerne früh auf.

Doch, scheinbar geht es noch idyllischer… Für solche Bilder steht man gerne früh auf.

 

 

Ein bis zwei Würfe pro Stelle reichten aus. Meist war sowieso nur ein bestimmter Wurfwinkel möglich und bei einer solch geringen Gewässerbreite, würde der Bait mit 99 %iger Wahrscheinlichkeit früher oder später den Weg eines hungrigen Hechtes kreuzen. Ob er  letztendlich zupackt, ist ein anderes Blatt Papier.

Der spiegelglatte Altarm machte einen Knick und erlaubte mir sauberes Casten parallel zum Ufer, entlang einiger „Baumskelette“. Ich achtete penibelst darauf, keinen Frühtod des Arnauds zu riskieren und kurbelte in Cover-Nähe mit erhobener Rutenspitze und zurückhaltendem Tempo ein.

„BOOM!“ Ein harter Schlag fuhr durch den Rutengriff und während mein Körper noch damit beschäftigt war, das Adrenalin durch die Venen zu feuern, durchbrach weiter draußen ein quirliges Bündel Fisch die Oberfläche. Laute Platscher und hektische Windungen, machten eine sofortige Identifikation des Gegners schwierig, doch der schneeweiße Bauch brachte schnell Gewissheit: Das war doch nicht etwa… ein Aal!!!

Ich traute meinen Augen kaum:  Unter wolkenlosem Himmel, hatte sich um halb 7 Uhr morgens eine knapp 65 cm lange „Sumpfschlange“ auf den Illex gestürzt, dessen Haken sie mit aller Kraft loszuwerden versuchte. Nach einem kurzen und explosiven Drill, bekam ich sie Schlussendlich gelandet, doch das Ergebnis ihrer Bemühungen zog sich in Form eines schleimigen Souvenirs entlang des kompletten Stahlvorfachs.

 

Schleimer...

Schleimer…

 

 

Halt still verdammte Scheiße!

Halt still verdammte Scheiße!

 

 

Ein cooles Erlebnis, das von mir aus aber gerne die Ausnahme bleiben darf. Es gibt sicher spaßigere Dinge als im nassen Gras ohne Kescher und Lappen einen Aal zu versorgen und halbwegs akzeptabel auf der Speicherkarte zu verewigen. Andere Fische sind da weitaus fotogener. Nach einer gefühlten halben Stunde Entschleimung wollte ich keine Zeit mehr verlieren und den Wobbler weiter das tun lassen was er am besten kann: Fangen!

Wie ein Buschkrieger – nur deutlich unbeholfener –  bahnte ich mir meinen Weg durch das nippel-hohe Gras, während ich versuchte, die liebevollen Willkommensgrüße von Brennnessel, Dornstrauch und Co.  an meinen Beinen zu ignorieren. Natürlich hatte ich mich perfekt auf diesen Ausflug vorbereitet und intelligenterweise eine dünne Shorts angezogen, deren größte Talente darin lagen, sich mit Tauwasser vollzusaugen und einem das Gefühl zu geben, nackt über einen Stacheldrahtzaun zu klettern. Doch keine „Distelbombe“ der Welt konnte mir an diesem Morgen die Laune verderben – zu gut war es bis dahin gelaufen.

Als ich endlich wieder eine zumutbare Lücke gefunden und mich halbwegs stabil am Ufer positioniert hatte, ebnete sich mir eine perfekte „Zug-Route“ für den Wobbler. Auf dem Weg zurück zu seinem Herrchen, würde er mindestens drei versunkene Äste + einige Meter an überhängender Uferböschung passieren – mehr Potential konnte man einem Spot wohl kaum entlocken.

Gesagt, getan: Der Minnow landete wie erhofft in stattlicher Entfernung zur heißen Zone, sodass ich ihn unauffällig ins Kriegsgebiet einschleusen konnte. Twitch, Twitch – Pause… Schnelles Kurbeln, Twitch – Pause… Langsames Einholen – Pause… Zwei vermutete Strike-Zones wurden unberührt passiert,  doch als er im Schutz der Uferböschung nach einem kräftigen Jerk meinerseits ausbricht, reißt es mir beinahe die Rute aus der Hand! Zeitgleich bildet sich binnen Bruchteilen von Sekunden ein Schwall an der Oberfläche – Mein Puls rast!

Nach ein paar kräftigen Kopfschlägen und Gesangseinlagen der Rollenbremse, gleitet meine Hand unter den Kiemendeckel: YES!!! Ein makellos schöner Altwasser-Hecht hatte sich vom Lauben-Double verführen lassen. Mit Anfang 70  immer noch kein Riese, aber definitiv einen kleinen Fußmarsch zu meinem Kumpel wert.

 

 

Stattliches Schmutter-Krokodil: Der Arnaud macht’s möglich

Stattliches Schmutter-Krokodil: Der Arnaud macht’s möglich

 

Nach ein paar schnelle Fotos, entließ ich ihn am anderen Ende des Altwassers wieder in die Freiheit. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich übrigens gerade mal zwei Stunden geangelt – Drills, Fußmärsche, Fotosessions und Schleimbeseitigungen inklusive.

Die Frage nach meiner Zufriedenheit in Bezug auf den Wobbler erübrigt sich damit. Der Tag war noch jung und so ließ ich meinen Buddy weiter Brassen ärgern und kämpfte mich durchs Gestrüpp auf der Suche nach dem nächsten Hotspot. Als ich einen vielversprechenden Abschnitt ausgemacht und die Munition scharf gestellt hatte, kam was kommen musste: Hänger… „FUCK!…“

Ich ging methodisch vor, versuchte es erst auf die sanfte und dann auf die harte Tour. Spätestens wenn man beim verzweifelten „Reißen“ angelangt ist und kein Nachgeben seitens des Köder-Killers merkt, hat man verloren. Dem Gefühl nach war es ein kräftiger Stamm und als ich den Verlauf des umgestürzten Baums am Ufer in Gedanken weiterführte, fasste ich mir an die Stirn.

Von übermäßiger Euphorie geblendet, hatte ich die potentiellen Gefahren nur aus dem Augenwinkel „überflogen“ und nicht genau genug analysiert. Vielleicht wäre der Verlust zu vermeiden gewesen, wenn ich mich in meiner Ungeduld ein wenig gebremst hätte und durchdachter vorgegangen wär. Sei‘s drum, ich blockierte die Spule und …. PENG. Während die Schnur riss, hörte ich in weiter Ferne, den Angel-Engel eine Träne vergießen…

Scheiß drauf, schließlich hatte ich noch ein paar ähnliche – wenn auch nicht ganz so naturgetreue – Wobbler im Petto. Doch keiner von ihnen schien so richtig zu passen. Manche waren zu groß, manche zu bauchig, andere wiederum weder Suspender noch farblich attraktiv. Und so öffnete ich verzweifelt alle paar Minuten aufs Neue den Snap, um mich nach einem weiteren Abriss und einer Stunde erfolgloser Angelzeit in Punkto Raubfsich für diesen Tag geschlagen zu geben.

An dieser Stelle, will ich kurz meine Theorien vom Anfang dieser Geschichte wieder aufgreifen. Schwarz/weiß gedacht könnte man jetzt sagen: Dass ich nichts mehr gefangen habe lag am fehlenden Illex. Vielleicht… wahrscheinlich… Nein, sogar ziemlich sicher! Aber ist das wirklich so?

Der Köder war in meinen Augen optimal auf das Zielgewässer abgestimmt, sowohl Optik als auch Lauftiefe und -Verhalten passten perfekt zu den beschriebenen Gegebenheiten. Auch die Länge entsprach fast exakt, der dort vorkommenden Laubengröße. Aber hätten sich die Fische nicht auch ein anderes Modell packen können? Schließlich ist es nochmal ein Riesenunterschied ob ich um 5 oder um halb 8 morgens angeln gehe, vor allem an sonnigen Tagen. Des Weiteren habe ich keinen der darauffolgenden Köder, länger als 5 Minuten konsequent gefischt, Druck und Ungeduld hatten mich nach dem Verlust des Illex fest in ihrer Hand. Herausfinden werde ich das nie, vermuten kann ich es. Dazu aber mehr im Endfazit, denn der Artikel ist hier noch nicht zu Ende. Und so möchte ich einen kleinen Zeitsprung ins Jahr 2016 machen, wo wir mit einem Erlebnis von letzter Woche an meiner bisherigen Story anknüpfen.

Nachdem ich den Arnaud damals eingebüßt hatte, kam ich irgendwie nie dazu, mir Ersatz zu holen. Grundsätzlich brauchte ich Köder dieser Art und Größe zum Beangeln der Raubfische in meinem Hausgewässer nicht. Dort servierte ich den Hechten Gummilappen zwischen 15 und 25 cm, dazu voluminöse Jerk- und Swimbaits wie etwa Zalts, 3D Trouts, Spro BBZ etc. Hauptnahrungsquelle waren Forellen und Junghechte, dementsprechend fiel die Baitsize ein gutes Stück größer aus.

Als ich letztes Jahr zum Studieren nach Mannheim zog, drehte sich der Spieß um: Schnell wurde mir klar, dass XXL Köder hier am Rhein wenig Erfolg  versprachen, in erster Linie weil Zander und Barsch immer mehr in den Fokus rückten. So wuchs und gedieh die Sammlung meiner 7-15 cm Shads und die Verwendung kleiner schlanker Hardbaits, wurde zunehmender Bestandteil meiner Strategie.

Vor ein paar Wochen dann die lang ersehnte Wiederkehr: Ein nagelneuer Illex Arnaud 110 f strahlte mich aus dem geöffneten Päckchen an. Ich hatte schon ganz vergessen, wie verdammt gut er in Natura eigentlich aussah und dieses Mal – so hoffte ich – sollte die Freundschaft eine Weile länger halten, bevor die „hölzernen Sensemänner“ ihre Klauen erneut nach ihm ausstreckten.

Er sollte dort weitermachen, wo er aufgehört hatte und mir zeigen, dass er es nach all den Jahren immer noch wert war . Die Hunting-Zone: Wieder ein Altwasser, jedoch mit einem „kleinen“ Upgrade in Punkto Gewässergröße.

Mit geschätzten 7 km Länge und 60 – 100 Metern Breite, ist der von mir beangelte Altrhein eine andere Hausnummer. Anfang letzten Jahres, hatte er sich zunächst höchst undankbar gezeigt und mich einige schmerzhafte Lektionen gelehrt. Erst als ich nach und nach seine „Launen“ richtig zu deuten begann und sich die Informationsfetzen langsam zu einem großen Ganzen zusammenfügten, fing er an mich zu belohnen. Von guter Gewässerkenntnis kann allerdings noch lang nicht die Rede sein, dafür ist der Angelzeitraum zu kurz und die Ertragswellen nennenswerter Fänge zu unregelmäßig. Nichtsdestotrotz, fühle ich mich in meinem neuen Revier mittlerweile zu Hause, kenne eine Hand voll vielversprechender Stellen und kann teilweise sichere Entscheidungen bezüglich der Köderwahl treffen.

Eine geringe Wassertiefe die – je nach Pegelstand – zwischen 1,50 und 4 m in der Mitte des Grabens variiert, schlammiger Gewässerboden sowie massig Totholz und stellenweise sehr ausgeprägte Krautfelder, sind die groben, wissenswerten Features meines Altrheins.

Während der Hechtbestand im Hauptstrom stetig schrumpft bzw. generell eher zu vernachlässigen ist, scheinen die überfluteten Wiesen- und Waldabschnitte die Population im Altwasser stabil zu halten. Neben geeigneten Unterständen und Laichplätzen, treiben sich dort viele Wasservögel, Frösche, Brassen, Krebse  und Kleinfische herum, was den Entenschnäbeln sicherlich entgegenkommt. Auch Zander scheinen während ihrer Fortpflanzungszeit vom reichhaltigen Nahrungsangebot sowie der Gewässerbeschaffenheit zu profitieren. Gerade im Frühjahr, hat das Stillwasser gegenüber dem Hauptstrom die Nase vorn. Im Hochsommer dagegen, verziehen sich die größeren Fische  in sauerstoffhaltigere Regionen und die einst vor Leben sprießende Oase wird zu einer überdimensionierten Pfütze, in der jetzt Brutfische, Barsche, Aale und vermutlich auch (kleinere) Welse das Sagen haben.

Genug des Exkurses, widmen wir uns wieder dem Wesentlichen. Pünktlich zum Ende der hessischen Hechtschonzeit (16. April) stand ich am Ufer des besagten Altarms. Der Stand war seit einigen Wochen konstant niedrig bis normal, leichter Regen und Wind versprachen gute Bedingungen. Mein Plan um 6 Uhr am Wasser zu sein, wurde nach dem ersten Weckerklingeln kurzerhand auf 10 Uhr geändert, was mich dank des „schlechten“ Wetters nicht daran hinderte, als erster Angler an dem von mir ausgewählten Uferabschnitt zu stehen. Weiter hinten, an den „Komfort-Spots“, sah ich bereits Schirme in Reih und Glied stehen. Die Kühltruhenritter hatten ihre Hechtposen also schon ausgebracht. Nichts gegen diese Angelmethode oder geregelte Fischentnahme im Allgemeinen, auch ich gebe hin und wieder der „Stöpselsucht“ nach, jedoch waren die belagerten Plätze bekannte Standorte laichender Zander. Wie man weiß, sind trächtige Weibchen oft hungrig und verantwortungsbewusste Zanderpapas gerne bissig, wenn es um den Schutz ihres Nachwuchses geht. Wer sich während der Schonzeit, an solchen Stellen bewusst mit Köderfisch und Schwimmer positioniert und dann darauf plediert, nicht beeinflussen zu können, was an den Haken geht, verdient einen sauberen Rutenbruch und Angelscheinentzug. Zum Glück war der von mir gewählte Uferabschnitt mit Abstand am fussmarschfeindlichsten. Zum einen halten Schlamm, Äste und Steilhänge Sonntagsangler fern, zum anderen gibt es dort reichlich Deckung für Esox und Co.

 

Hochwasser-Stimmung am Altrhein – teilweise laden ganze Wälder zum fischen ein

Hochwasser-Stimmung am Altrhein – teilweise laden ganze Wälder zum fischen ein

 

 

Entgegen euren Erwartungen, begann ich die Session nicht mit dem Illex, sondern einem kleinen Zalt in knalligem Dekor. Das Wasser war durch Wind & Regen gut angetrübt und der zugezogene Himmel sorgte für spärliche Lichtverhältnisse. Des Weiteren erhoffte ich mir auf den „Jerkmischling“ einen größeren Abnehmer und hatte in der Vergangenheit mit verschiedenen Farbmustern der Suspender-Variante an meinen Hausgewässern gute Fänge erzielt. Ich würde sogar sagen, dass die meisten Hechte meiner Laufbahn als Spinnfischer, auf das Konto der „schwebenden Schweden“ gehen.

Und so begann ich meine geliebte WFT Penzill ihrem frühzeitigen Ableben Stück für Stück näher zu bringen. Einigermaßen vielversprechend anbieten lässt sich der Zalt damit, förderlich für Rute & Rolle ist diese Präsentation allerdings nicht. Sehnlichst fiebere ich dem Tag entgegen, wenn Jerkrute und Baitcaster endlich einen festen Platz in meinem Rutenhalter einnehmen, aber das Studentenleben hat nun mal auch seine Schattenseiten…

Viel Unrat in Form von Ästen und Blättern machte das Fischen zur Tortur, gerade im heißen Uferbereich, blieb bei so gut wie jedem Wurf irgendeine Scheiße am Drilling hängen. Nach etwa 30 Minuten montierte ich einen Gummi am leichten Bleikopf, den ich im Mittelwasser (sofern man es bei 0,5 – 3 Metern Tiefe überhaupt als solches bezeichnen kann) anbot. Die Schwierigkeit den Altarm systematisch zu befischen liegt darin, sowohl weiter draußen als auch in Ufernähe die richtige Lauftiefe zu wählen. Während es sich in der Mitte empfiehlt den Köder ca. 1,5 Meter unter der Oberfläche laufen zu lassen, sollte der selbe Bait dazu in der Lage sein, beim gleichen Run, das 30 – 50 cm Tiefe Flachwasser abzusuchen, ohne dabei ständig vom Grund abstehende Zweige und Blätter einzusammeln. Mit einem unterbleiten Shad am Einzelhaken geht das halbwegs gut, kostet aber mehr Zeit und ist – sofern (Seiten)wind vorhanden – furchtbar nervig.

Und so verschwand auch der Tellerschwanz in meiner Baitbox, um dem eigentlichen Star des Tages zu weichen: Der zweite Auftritt für den Arnaud!

Durch seine leichte Transparenz und die Eigenschaft, bei entsprechenden Twitches stark auszubrechen und zu flanken, eignet er sich trotz relativ gedeckter Farben durchaus für trübere Verhältnisse. Verbaute Wurf- und Geräuschkugeln sowie eine ausgeprägte Rolling-Action, machen ihn selbst bei monotonem und langsamem Einholen zu einer Allround-Waffe. Gerade bei Hechten habe ich die Erfahrung gemacht, dass ein großer „Taumelradius“ von Vorteil ist. Weitläufige Bewegungen und markante Richtungswechsel, locken träge Entenschnäbel dort aus der Reserve wo mit „zittrigen“ Baits nicht viel zu holen ist. Das erklärt auch die Fängigkeit von Jerkbaits.

Beim ersten Wurf merkte ich, dass die Ködergröße perfekt mit den Wurfeigenschaften meiner Penzill harmonierte. Der 18 g schwere Wobbler, ließ sich trotz mager befüllter Spule und gelegentlichen Windböhen ordentlich rauspfeffern und ebenso gefühlvoll und kontrolliert führen.

Das erste Mal an diesem Tag hatte ich das Gefühl, „richtig“ zu fischen und kurz bevor ich ihn nach dem zweiten Lauf aus dem Wasser heben wollte, wurde meine Vermutung mehr als bestätigt.

Ein ordentlicher Hechtbrocken (80 +) hatte sich in 20 cm tiefem Wasser vor meinen Füßen auf den Bait gestürzt, so schnell und brachial dass ich nicht genug Zeit hatte den losen Schnurbogen zu straffen. Ich hatte nicht mehr mit einem Biss gerechnet und den großen Fehler begangen, den Köder einige Male anzujerken ohne nachzukurbeln. Ein halber Herzstillstand und zwei Sekunden „Drill“, die mit einem 1:0 für den Fisch endeten, waren der Preis, den ich für meine Unachtsamkeit zahlen musste. Trotz der augenscheinlichen Brutalität seiner Attacke, hatte der Hecht im letzten Milli-Sekundenbruchteil des Angriffs einen absolut kontrollierten Biss ausgeführt, gerade so, dass es zum Festhalten der Beute gereicht hätte und vorsichtig genug, um einer möglichen Gefahr aus dem Weg zu gehen. Ob dieses Verhalten zu 100 % beabsichtigt war, ist vermutlich Ansichtssache. Ich persönlich denke, dass er genau wusste, was er tat.

Ich war wütend und glücklich zugleich. Wütend auf mein Versagen, glücklich über das phänomenale Comeback des Wobblers. Eine Stunde mit zwei anderen Ködern gefischt: Kein Biss.

Zweiter Wurf Arnaud: Jackpot! Die Geschichte ging also dort weiter wo sie aufgehört hatte. Und genau hier kommt wieder die Frage auf: War es wirklich NUR der Köderwechsel?? Diesen Fleck hatte ich vorher weder mit Zalt noch mit Gummi abgesucht, er war also noch unverbraucht. Hätte er einen der beiden anderen Lures attackiert?? War die Fressphase der Fische an diesem Tag, auf Grund des Wetters vlt. auf den früher Mittag verschoben oder waren auf den vorherigen Ufermetern einfach keine Räuber in der Nähe gewesen?? – Keine Ahnung, aber man hätte mir schon drohen müssen die Hände abzuhacken, würde man mich dazu zwingen wollen den Köder jetzt zu wechseln.

Hochmotiviert machte ich den nächsten Wurf entlang des Ufers zu meiner Linken und twitchte im zügigen Tempo entlang der morschen Holzpfosten, wo das Wasser ebenfalls nicht tiefer als 50 cm zu sein schien. Gelegentliche Pausen sollten die Räuber neugierig machen und darauf folgende, gleichmäßige Kurbelumdrehungen ein zielsicheres Zupacken ermöglichen.

„BAM!!!“ – Genau das gleiche Spiel! Auf halber Strecke, klatschte der nächste Flachwasser-Esox auf die vermeintliche Beute, aber diesmal lief alles glatt! Nach ordentlicher Gegenwehr, umschlossen die Gummimaschen den ersten Fang des Tages, der allerdings ein gutes Stück kleiner als sein Vorgänger war. Für seine knapp 60 cm hatte er respektabel gekämpft und etwas beherzter zugepackt.

 

Die Erfolgssträhne geht weiter.

Die Erfolgssträhne geht weiter.

 

 

Leider ist die Selbstauslöserfunktion meiner Digicam sehr bescheiden und sauberes Anfokussieren gelingt trotz einiger Versuche und Stillhalten fast nie. Komischerweise bin ich immer schärfer als der Fisch, falls einer von euch das gleiche Modell hat (Nikon Coolpix AW110 ; Outdoor-Cam) und eine Lösung dafür weiß, wäre ich für Tipps sehr dankbar! Da ich Ausflüge mit der Spinnrute oft gerne alleine unternehme und man als Folge konzentrierteren Fischens dabei nicht selten die besten Fänge erzielt, sind  Passanten (die in 80 % der Fälle ihren Finger nicht von der Linse kriegen und so tun als gäbe es keine Horizontlinie) oder die mit großem Aufwand (und für den Fisch mit Stress) verbundene Selbstauslöserfunktion mit schlechter Quali keine brauchbaren Dauerlösungen für dieses Problem. Und bevor ich mir eine neue Cam rauslasse, müssen erstmal eine anständige Buhnenrute sowie Baitcasterkombo her…

Pike released, Vorfach gecheckt, weiter geht’s!  Stück für Stück arbeitete ich mich das Waldufer entlang, jederzeit auf einen Strike gefasst. Nachdem ich immer zuerst den Nahbereich absuchte, feuerte ich fächerförmig Richtung Gewässermitte, auf Grund der geringen Tiefe war diese als Standplatz nicht auszuschließen. Trotzdem fiel es mir nach den zwei Bissen schwer, konsequent das komplette Areal abzufischen, zu hoch war die Wahrscheinlichkeit den nächsten Hecht am Ufer anzutreffen.

Etwa 10 Minuten später, kam ich an eine kleine, markante Landzunge, die ich von der Seite aus großzügig überwarf, um den Köder möglichst nah entlang der steinigen Kante einzukurbeln. Ich wusste, dass sich der Vorsprung auch unter Wasser noch einige Meter fortsetzt und fiese Stein-Hänger für unvorsichtige Angler bereit hält. Mit erhobener Rutenspitze lotste ich den Illex  durch den Mini-Canyon, als der Stecken sich mit einem Schlag erneut bog! Meine Befürchtung, es könne sich um einen der besagten Felsbrocken handeln, wich nach ein paar kräftigen Kopfschlägen einer angenehmen Mischung aus Glücksgefühlen und Adrenalin.

Das Tier kämpfte ordentlich, wenn auch etwas untypisch und tatsächlich: Gold-schimmernde Flanken und bedrohlich aufgestellte Spikes kündigten ein respektables Glasauge an! Makellos und wohlgenährt, brachte das auffällig hochrückige Exemplar sicher um die 3 – 3,5 Kilo auf die Waage und das bei gerade Mal 60-65 cm! Da Zander bekanntlich weniger tolerant gegenüber Landaufenthalten sind und sich momentan um den Nachwuchs kümmern, hielt ich die  Foto-Prozedur möglichst kurz und verzichtete auf ohnehin enttäuschende Selbstauslöserversuche.

 

 

….und weiter...

….und weiter…

 

...

 

 Hoch die Flossen!


Hoch die Flossen!

 

Nachdem der Fisch wieder in seinem Element war, legte ich den Rucksack ab, drehte mir meine wohlverdiente Zigarette und ließ das Geschehene Revue passieren. Was zur Hölle war denn in der letzten Stunde alles passiert?!! Den frühen Mai-Morgen im Jahr 2014 mitgerechnet, hatte ich dieses Gottesgeschenk von Wobbler insgesamt vielleicht drei bis vier Stunden gefischt…Beide Male an Gewässern die ich zwar kannte, aber nicht „beherrschte“. Das Ergebnis waren 7 Bisse wovon ich 6 verwerten konnte, einen heimtückischen Zupfer (zwischen dem 60er Hecht und dem Zander) weiter draußen nicht mitgerechnet. Aal, Zander, Hecht…Alle waren dem Charme des Illex erlegen.

Nachdem ich 20 Minuten später ohne weiteren Fischkontakt mit dem Ufer fertig war und der Wind am späten Mittag kräftiger wurde, beschloss ich mich mit der Ausbeute zufrieden zu geben und fuhr Nachhause. Doch nach einer deftigen Mahlzeit und paar Stunden vor dem PC, juckten mir wieder die Finger. „Solche Tage muss man ausnutzen“ – „Komm schon, der erste Tag seit Ende der Schonzeit“, sagte mir das Teufelchen auf der Schulter, das statt einem Dreizack eine Spinnrute in der Hand hielt. Ich rief meinen Kollegen Ruben an (der Bassbericht: Ihr erinnert euch) und verabredete mich zum frühen Abend hin mit ihm am Wasser.

Wir trafen uns an einer anderen Stelle, (dort wo morgens die Sonntagsangler am Werk waren) an der es zwar weniger Versteckplätze, dafür aber ordentliche Tiefenunterschiede in einiger Entfernung zum Ufer gab. Durch eine Verengung, wird hier das Altwasser sozusagen in zwei Hälften geteilt und begünstigt durch den Regen sowie dem daraus resultierenden, leicht steigenden Wasserpegel, hatte sich im Laufe des Tages eine Art Strömungsrinne gebildet. Leider war genau dieser Spot besetzt. Vater und Sohn hatten es mit Wurm an Pose und Grundrute auf Friedfisch abgesehen. Wirklich in oder entlang der Rinne wollte ich es aber sowieso vermeiden zu fischen, mit hoher Wahrscheinlichkeit wären Zander die ersten Abnehmer gewesen. So latschte ich ein paar Meter weiter und feuerte den Bait meines Vertrauens in den Bereich wo das Wasser zum Stehen kam. Auch diesmal zupfte ich den Wobbler relativ zügig, zum einen um die die Chance auf Zander etwas zu senken, zum anderen weil es einer dieser Tage zu sein schien, an dem die Räuber aktiv waren. Zweiter Wurf – ich bin gerade dabei, Ruben über die Fängigkeit meiner „Neu“anschaffung aufzuklären – als plötzlich ein kräftiger Ruck durch die Rute fährt. „JAP! HAB EINEN!“ Hektische Kopfschläge und schnelle, recht kräftige Richtungswechsel, die meine Spule ein paar Mal zum Summen bringen, lassen zwar auf keinen Riesen, aber durchaus auf einen vorzeigbaren Fisch hoffen.

Vorzeigbar ist gut: Als der Gegner das erste Mal seine Identität Preis gibt, rutscht mir das Herz in die Hose: „ALTER, EIN BARSCH!!!“  Noch nie hatte ich live, so dicke schwarze Streifen auf einer so voluminösen Flanke gesehen! Die aufgestellte Rückenflosse musste an die 10 cm hoch sein. Mit zittrigen Knien strandete ich das Tier und konnte mein Glück kaum fassen. „Der hat über 40!“. Völlig fassungslos starrte ich den grünen Moppel an, Ruben rannte meinen Rucksack holen wo Kamera und Maßband verstaut waren. Ich legte Zeigefinger und Daumen um die Unterlippe der gigantischen Fressluke, stützte das geschätzt 1,5 – 2kg schwere Tier am Bauch und begann Ruben fast schon diktatorische Knips-Anweisungen zu geben. „Hintergrund gerade! Nichts abschneiden! Ist das Bild scharf?“ – „Die sind irgendwie überbelichtet“ – „Dann mach den Blitz aus!“. Zum Glück hatten wir die Fotos mit Blitz…Auch wenn sie nicht die gewünschte Schärfe und Belichtung erreicht hatten, waren sie nach kleinen Bearbeitungen in PS vorzeigbar. Die Pics ohne Blitz waren ausnahmslos verschwommen.

 

Kapitaler Punk – Ohne Worte!

Kapitaler Punk – Ohne Worte!

 

 

In dem ganzen Stress, hatte ich Trottel selber aber den Fehler gemacht und die Schlammpartikel nicht von der Flanke gepflückt. Das mag für manche von euch sehr kleinlich klingen, aber schöne Bilder gewinnen für mich von Jahr zu Jahr an Stellenwert. Es geht in erster Linie nicht darum, einen Beweis für den Fang zu haben, sondern den Angelprozess zu „vervollständigen“  und ein kleines Kunstwerk zu schaffen. Auch den Fisch ein Stück weit zu „ehren“ und unvergesslich zu machen. Für manche Angler absoluter Nonsens, für andere wiederum ein unverzichtbarer Bestandteil ihres Hobbys. Werfen, fangen, fotografieren, Freiheit schenken  – irgendwie sind für mich das die vier Elemente der Fischerei. Und das liegt nicht in der Tatsache begründet, dass ich ein „Neuzeit-Kiddie“ bin. Schon als kleiner Junge war mir ein Fisch lebend mehr wert als in der Pfanne. Ironischerweise, obwohl ich bei meinem Opa in Russland das erste Mal eine Angel in der Hand hielt. Er wollte, dass ich die Barsche mitnehme, ich wollte sie fotografieren und schwimmen lassen. Damals war ich 7 Jahre alt. So viel zu manchen Vorurteilen :)…

Ich legte das Maßband an den Fisch: „ 42…43…44…45…46…46,5cm!!!“  Von meinem alten PB mit „läppischen“ 39 ein gewaltiger Sprung. „ICH PACKS NICHT“. Die Freude übertraf wohl schon fast mein Schwarzbarscherlebnis vom Vormonat. Ich meine, das war ein Fisch, wie ihn andere Jahre lang gezielt in deutschen Gewässer zu fangen versuchen, oft ohne Erfolg. Das Tier musste so alt sein wie ich… Wenn man sich das vor Augen hält, ist es mir absolut schleierhaft, wie man so ein Geschöpf totknüppeln kann. Würde mein Überleben davon abhängen JA, für ein „nettes Abendessen“ stünde das nicht zur Debatte. Ich hielt ihn eine Weile in aufrechter Position – die Kiemen mit Wasser versorgt – und als er wieder zu Kräften kam, ließ ich los… “Ciao…Danke!“.

„Alter was geht bei dir?!“ fragte Ruben. „Keine Ahnung, frag den da…“ sagte ich und zeigte auf den Wobbler. Der Barsch war nichts weiter als ein glücklicher Zufall. Ich hatte es nicht gezielt auf ihn abgesehen und generell sind in diesem Altrhein viel weniger Großbarsche anzutreffen als im Hauptstrom. Noch nie hatte ich dort jemanden einen fangen sehen und diejenigen, die ich im Sommer auf Mini-Köder erbeuten konnte, hatten die 20 cm nur selten überschritten. Ich würde fast wagen zu behaupten, dass man Tiere dieser Größenordnung im Altrhein an einer Hand abzählen kann. Aber genau das ist Angeln. Wenn Pläne und Strategien aufgehen ist es geil, wenn man aber in den gelegentlichen Genuss des Glücks kommt, kann es sogar noch geiler sein…

Und wo wir jetzt schon beim Thema Ungewissheit sind: War es nun das alleinige Werk des Illex?

Nach einer solchen Wahnsinnsshow fällt es mir schwer, „Nein“ zu sagen und doch muss ich es irgendwie tun. Wie bereits am Anfang dieser Geschichte erwähnt, kann man keinen direkten Vergleich zu Alternativ-Ködern ziehen. Die Zeit ist rum, die Fische sind gefangen. Sich mit „Was wäre wenn…“ aufzuhalten macht keinen Sinn. Tatsache ist: In DIESEM Fall haben sie auf den einen Wobbler gebissen, ob es ähnliche Situationen geben wird steht in den Sternen. Im Endeffekt ist Fangerfolg ein Zusammenspiel vieler Faktoren: Timing, Ort, Köderwahl, Köderführung und natürlich… Glück! Es gibt nicht DEN ultimativen Bait, auch wenn der Arnaud in diesem Fall die komplette Räuberpalette (Wels & Rapfen folgen hoffentlich noch) überzeugt hat, ist er keine „eierlegende, Wollmilchsau“. Mit Sicherheit gibt es unzählige Modelle anderer namhafter Firmen die mindestens das Gleiche auf dem Kasten haben und für EURE ganz persönliche Highlights sorgen. Was lernen wir daraus? Vertraut eurem Bauch! Wenn euch ein Köder gefällt, sei es aus rationalen oder emotionalen Gründen, holt ihn euch und fischt damit bis er fängt! Das Prinzip „Du musst nur fest daran glauben…“ trifft hier voll zu. Beachtet ihr bei eurer Auswahl wichtige Parameter wie Köderfischvorkommen, Gewässereigenschaften und Laufverhalten, kreieren Diese – in Kombination mit dem „richtigen“ Bauchgefühl – das was dem Begriff „perfekter Bait“ sehr nahe kommt! Ich denke es warten noch weitere „große Lieben“ auf mich. Denn um sich allein einem Produkt zu verschreiben, gibt es zu viele „heiße Gestelle“ auf dem Markt.

Mein Versprechen bezüglich der Textlänge konnte ich leider nicht einhalten, um ein paar Bilder mehr habe ich mich bemüht. Ich hoffe ihr hattet Spaß am Lesen und konntet was mitnehmen. Ich wünsche euch viel Erfolg in eurer „Beziehung“.

 

Tl, Rick

Kategorien: Fangberichte

Kommentare

  1. Icehockeyplayer96
    Icehockeyplayer96 28 April, 2016, 12:24

    Schöner Bericht Rick 😉

  2. bukki
    bukki 28 April, 2016, 13:23

    beneidenswert. schöne gewässer und top fische!

    kannst du bei der cam nicht manuell fokusieren (und bei viel licht eine lange brennweite fixieren)

  3. aspiusfan
    aspiusfan 28 April, 2016, 14:03

    Wieder richtig geiler Artikel, Rick. Der Scheiss knallt richtig rein… Bin gespannt auf unsere erste Kennenlernen-Belly-Tour am WE 😀

  4. bukki
    bukki 28 April, 2016, 14:37

    nicht lange Brennweite, ich meinte hohen blendenwert

  5. PM500X
    PM500X 28 April, 2016, 16:00

    Krass. Richtig starker Artikel. Und verdammt gut geschrieben. Macht unheimlich Spaß, ihn zu lesen. Bitte mehr davon 🙂

    (PS: Ich glaub ich muss mir morgen direkt einen Arnaud kaufen gehen)

  6. Perch2711
    Perch2711 28 April, 2016, 16:19

    Der Arnaud ist echt super. Fängt eigentlich immer. Hechte sowieso aber auch immer wieder schöne Barsche wie bei dir.

  7. gummikind
    gummikind Autor 28 April, 2016, 16:54

    dankeschön :).. @bukki: Leider nein… Ist ne Kompaktcam und manuelles Einstellen der einzelnen Parameter ist nicht möglich…Sie punktet halt mit ihrer Robustheit, Wasserdichte etc. etc. Hab schon 2 Cams über (bzw. besser gesagt IN ) den Jordan geschickt, einmal ins Wasser geflogen und futsch waren sie… Hier hab ich nicht mal optischen Zoom weil das Objektiv ebenfalls wasserdicht verbaut ist. Für ihre Größe ist sie – per Knopfdruck ausgelöst – relativ zuverlässig was gute Bildqualität angeht aber bei der Selbstauslööserfunktion versagt sie, vor allem wenn es Staffelungen und somit auch Tiefenunterschiede zwischen den Objekten gibt. Ich dachte vlt. hat einer das gleiche Modell und hat nen Tip bzgl. Lichteinfallwinkel und deren Einfluss auf die Quali, oder eine der Automatikeinstellungen in Kombo mit der Auslöserfunktion, die evtl. bessere Ergebnisse erzielen. Dauert noch n bisschen, bis ich mir endlich mal nen anständigen Apparat rauslasse… aber der Fisch des Lebens kann immer kommen und dann darf nichts schief gehen. Grüße

  8. schlotterschätt
    schlotterschätt 28 April, 2016, 17:30

    Yo mei, wo hast Du Dich denn bis jetze rumjetrieben ?
    Astreine Story, geiler Stil und seeehr kurzweilig und unterhaltsam geschrieben. Vielen Dank dafür und gerne mehr davon !!!
    Jede Wette, vor dem geistigen Auge etlicher hier versammelter Tacklefetischisten erscheint trotzalledem jetzt der Stein der Weisen in Form eines Illex Arnaud 110 F in der Farbe Ayu.

  9. gummikind
    gummikind Autor 28 April, 2016, 20:50

    Haha Danke 😀 Ja dann würd meine eigentliche Message wohl irgendwie flöten gehen.. Hätte ich vlt. noch mal n bisschen klarer rausarbeiten können, dass es NICHT um den Allmighty Ayu geht, sondern dass ein Bait alleine einen Scheiss Dreck wert ist, wenn alles andere (Sowohl Glück als auch Können) nicht mit einfließt. Ich denke es war ein guter „Zufall“l, dass die Raubfische an diesen Tagen in Beißlaune waren, wenn diese Grundvoraussetzung nicht gegeben wär, hätte auch der Wobbler nicht allzuviel gerissen. Hoch Lebe die Unberechenbarkeit der Unterwasserfauna

  10. schlotterschätt
    schlotterschätt 28 April, 2016, 21:19

    Neenee, passt schon, trotz klarer Ausarbeitung und Verkündung gehen hier desöfteren Messages flöten. ( schade das et hier keen Grinsesmilie jibt )

  11. bountychiller
    bountychiller 28 April, 2016, 22:50

    gratuliere! super geschrieben! RESCHPEKT!

    lg, aus Österreich

  12. Güllfredo
    Güllfredo 29 April, 2016, 07:29

    Großartige Story! Gerne mehr davon. Danke!

  13. Spin+Fly
    Spin+Fly 29 April, 2016, 08:09

    Schöner Bericht!
    Bzgl. der Cam, hab die gleiche, solltest du in den Einstellungen mal das Fokusmessfeld von Auto (o. Multi) auf Spot umstellen.

  14. deherbert
    deherbert 29 April, 2016, 12:00

    Geiler Bericht!
    Arnaud wird morgen gekauft 😉

  15. hebeda
    hebeda 29 April, 2016, 13:32

    und jetzt bitte so ein bericht mit einem 50 cent no name china wobbler … oder ner mohrrübe …. oder löwenzahnblüten am dropshot (hab ich schon viele barsche mit gefangen,als ich mal die köderbox vergessen hatte )

    😉

  16. Nachtzander64
    Nachtzander64 29 April, 2016, 21:10

    Sehr guter Bericht ! Vielen Dank ! Gerne mehr.

  17. eggerm
    eggerm 30 April, 2016, 11:29

    Sehr schöner Bericht Respekt! Mir gefallen die Fotos!

    Einzig kleine Anmerkung, müsses Flys und Baitsize sein, kann das nicht die Fliege und Ködergröße bleiben. Da hats ja schon immer Begriffe dafür gegeben. Versteh das zwanghafte „einenglischen“ da nicht ganz…

    Ansonsten wieder ein super lebendiger Bericht. Freu mich schon auf den Nächsten!

    MfG Matthias

  18. gummikind
    gummikind Autor 30 April, 2016, 13:22

    danke nochmal! @spin+fly vielen dank, werds ausprobieren! @eggerm auch dir vielen dank für die Komplimente!! Müssen tut natürlich gar nichts und auf Teufel komm raus Anglizismen DROPPEN muss nicht sein, hast du Recht 🙂 Sinnloser Englisch-Gebrauch nach dem Motto „Kuck mal ich geh mit der Zeit und bin MODERN“ ist fürn Arsch. Wenn ich das mach, dann entsteht das zufällig im Schriebfluss bzw. ich versuche das gleiche Wort in 2 aufeinanderfolgenden Sätzen zu vermeiden einfach ums flüssiger klingen zu lassen. Wenn dieses Vorhaben den genau gegenteiligen Effekt erzielt gings halt zufällig daneben 😀 Also ich werd jetzt weder Englische Begriffe erzwingen noch versuchen sie absichtlich zu vermeiden. Es kommt wies halt kommt. Achja ich hör ziemlich viel Rap und bin sprachlich dementsprechend geschädigt. Kann ich nix für 😀 Ps: Nächster Bericht kommt, versprochen!

  19. eggerm
    eggerm 30 April, 2016, 14:05

    Kein Problem! Red ja auch gerne on Twitchbaits und Shakeyheads, vor allem weil ich mich um Welten mehr in englischen Angelmedien herumtreibe als deutschen. Mir sticht sowas trotzdem leider viel zu schnell ins Auge…werd offensichtlich alt 😉
    Ansonsten weiter so!

    MfG Matthias

  20. PM500X
    PM500X 1 Mai, 2016, 01:57

    @Spin+Fly: Ich kenne die von Gummikind genutzte Kamera nicht, allerdings haben die Auto-, Multi- und Spotmessung nichts mit dem Fokus zu tun, was fälschlicherweise oft angenommen wird. Damit wird lediglich das Größe bzw. die Art der Belichtungsmessung verändert. Nur zur Info 🙂

  21. PM500X
    PM500X 1 Mai, 2016, 02:03

    Ops. Ich Trottel. Es ging ja nur um die Belichtung und gar nicht um den Fokus. Daher war mein Kommentar völlig überflussig. Sorry 🙂

  22. scorpion1
    scorpion1 1 Mai, 2016, 13:47

    Wahnsinn ! super vielen Dank für diesen klasse Artikel und die Arbeit die drinn steckt ! Hut ab

  23. Jamdoumo
    Jamdoumo 3 Mai, 2016, 16:46

    Toller, ja richtig toller Bericht!

    Der ursprüngliche Köder war, sofern ich das auf dem Bild mit dem Hecht beurteilen kann, ein Arnaud 100F der 110er (der neue) hat 3 Haken.

    Weiter so und Petri heil.

  24. LeoHH
    LeoHH 6 Mai, 2016, 13:21

    Super geiler Artikel und absolut spannend geschrieben. Hing lange nicht so gebannt und gut geschrieben Text. Klasse wortwahl und super authentisch.

    Dickes Petri!

  25. Mr. Orange
    Mr. Orange 12 Mai, 2016, 10:58

    Schöner Bericht, sauber und spannend geschrieben. Glückwunsch zum PB Barsch.

    Petri…

  26. blankmaster
    blankmaster 13 Mai, 2016, 18:39

    Toll geschriebener Bericht, macht großen Spaß, ihn zu lesen.

    Und ja…..Arnauld rules.
    Wenn der Arnaud nicht läuft, läuft an der Oberfläche nix – übrigens zeitweilig auch in Barschdekor sehr fängig.

  27. Sir Saturday
    Sir Saturday 9 Mai, 2019, 17:50

    Gerade den Bericht entdeckt und bin sehr begeistert von der Konsequenz der mitgedachten Prämisse. Toll, dass du dich nicht hinreißen lassen hast, einfach nur ne unreflektierte Lobeshymne auf deinen Köder zu singen, sondern, dass du stringent an deinem Erklärungsmodell festhältst. Wissenschaftliche Herangehensweise mit Unterhaltungswert. Spricht mich sehr an.

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