Zwei Paternoster im Test

Zwei Paternoster im Test

Letzten Freitag ist Godfather meiner Einladung gefolgt und hat mich an meinem Hausgewässer besucht. Wir hatten es auf alle raubenden Flossenträger abgesehen, wollten jedoch vor allem die Fischli-Hegene und eine Eigenbau-Minikopyto-Hegene gegeneinander antreten lassen. Am Anfang befischten wir eine Kante in 8m Tiefe, ich mit der Fischli-Hegene, an der ich das Bleigewicht durch einen 20g-Pilker ersetzte, Godfather mit seiner Eigenkonstruktion, die aus 4 Minikopytos an Seitenarmen mit Einzelhaken und einem 7,5cm-Kopyto am 10g-Jigkopf bestand.

Schon nach kurzer Zeit hatten wir beide die ersten Zupfer, konnten jedoch keinen Barsch haken. Plötzlich surrte meine Bremse los, die ich auf Kleinbarschdrill eingestellt hatte. Ich stellte sie etwas fester und konnte einen 65er Hecht bis 1 m unter die Wasseroberfläche herandrillen. Da vor lauter Schreck kein Anschlag erfolgte, konnte sich der Hecht mühelos vom Pilker befreien.
Nun klopften wir die Kante natürlich mit unseren 15cm-Kopytos ab, aber Fehlanzeige. Da der Wind langsam ungemütlich wurde, beschlossen wir, uns am anderen Ufer im Windschattten wieder aufzuwärmen. Wir ankerten in 7m Tiefe, unweit von zwei umgestürzten Bäumen, die im Wasser lagen.

Schon nach den ersten Würfen zappelten die ersten Barsche am Haken, wobei sich die Eigenbau-Hegene zum Absuchen der Umgebung als geeigneter erwies, da sich der 7,5cm-Kopyto am Jigkopf optimal über Grund führen lässt. Auch die quirlige Aktion der Minigummis, die an den Seitenarmen montiert waren, überzeugte mich vollends. Nach 15 Minuten hatten die kleinen Barsche den Braten jedoch gerochen, und es herrschte Beißflaute.

Wir steuerten auf eine ruhige Bucht zu, als plötzlich flüchtende Kleinfische direkt an der Schilfkante unsere Aufmerksamkeit erregten. Wie aus dem Nichts schoss ein schöner Zanderrücken durch die Oberfläche, und kurz darauf bebte das Wasser. Auf einer Länge von ca. 30m flüchteten die Kleinfische in dem 1,5m tiefen glasklaren Wasser wild durcheinander.

Wir ankerten vorsichtig und warfen die Stelle an. Obwohl die Zander immer wieder in die Fischschwärme stießen, blieben all unsere Kunstköder und ein Rotauge unbeachtet. Weil uns an diesem Tag anscheinend das magische „Nobo-Händchen“ fehlte, beschlossen wir weiterhin die Barsche zu suchen.

Wir ankerten neben einer Sandbank, an der ich im Sommer schon wahre Barschinfernos erlebt hatte. Schnell hatten wir den ersten Fischkontakt und ein paar kleine Barsche im Boot. Mehrere mittlere Barsche waren ausgestiegen, als auch Godfather plötzlich einen Hecht drillte. Da wir uns durch die Barsche einen ganz leichten Anschlag angewöhnt hatten, war auch diese Freude nur von kurzer Dauer. Auch danach zupften größere Fische an den Hegenen, aber irgendwie war uns das Glück nicht hold.

Ich erinnerte mich an einen Artikel, in dem der Autor einen Köderfisch direkt unter dem Boot platzierte hatte und lies das Rotauge an der Posenmontage Richtung Grund herab.

Wir machten noch Späße über diese „Nachläufermethode“ als schon nach 5min die Pose abtauchte. Sofort setzte ich den Anhieb und ein Hecht lieferte einen für seine Größe recht rasanten Drill. Nach kurzem Schnappschuss wurde er, wie alle Fische an diesem Tag, wieder zurückgesetzt. Kurz darauf biss wieder direkt unter dem Boot ein kleiner Hecht auf den Pilker und wurde diesmal auch korrekt gehakt.

Der Tag bereitete uns Beiden eine Menge Spaß, so dass auch Godfather zu einem Anhänger der Hegenenangelei geworden ist. Seine Eigenkonstruktion hatte an diesem Tag die Nase vorn und wir waren uns einig, dass die Kopytovariante mit etwas Bastlergeschick dem Original in keinster Weise nachsteht.

Vor allem die möglichen Farb- und Größenvariationen lassen viel Spielraum für Experimente, wobei wir wenigstens den untersten, größeren Kopyto in Zukunft mit Stahl oder Hard Mono vor den Hechtzähnen schützen wollen.

Um die Fehlbissrate zu vermindern wollen wir außerdem die Seitenarme wie beim Original auf ca. 5-6 cm verkürzen.

Wenn noch Fragen zum Bau bestehen, werden wir diese im Forum beantworten, beachtet aber unbedingt die erlaubte Anzahl der Beifänger.

Kategorien: Barsch

Kommentare

  1. dietel
    dietel 24 November, 2003, 08:31

    und ihr habt natürlich recht: die seitenarme dürfen nicht viel länger als 4 cm sein. sonst gibt’s zuviel getüddel und außerdem sollten die kleinen köder ja auch etwas von der hauptschnur abstehen. das geht bei 25er schnur nur, wenn die springer entsprechend kurz sind.

    super, dass ihr gleich noch den bericht zum test liefert. danke an euch beide!!!

  2. godfather
    godfather 24 November, 2003, 11:48

    war wirklich eine angeltour der ganz feinen art!! da kam nie langeweile auf.

    die zander haben uns da eine gewaltig lange nase gezeigt! das werden wir so aber nicht auf uns sitzen lassen.

  3. pechi24
    pechi24 24 November, 2003, 12:51

    Mensch godfather, du hättest mir auch ruhig mal sagen können, wie lustig meine Mütze saß.

    War echt ein klasse Tag.

    Schön, dass es Angler gibt, die zum Angeln die gleiche, gesunde Einstellung haben.

  4. Tinsen
    Tinsen 24 November, 2003, 21:58

    hey, hört sich verdammt gut an, junx ! 🙂
    den nachläufer-bericht hatte ich auch gelesen. gut zu wissen, daß er funktioniert.

    das mit der kopyto-hegene klingt geil. könnt ihr nen bild einstellen ?

    ich hatte mir auch ne beifängermontage in diesem herbst gebaut mit zwei minitwistern vor dem gufi, konnte damit aber am testtag nicht mehr fangen als solo. zum vertikalfischen ist die hegene aber bstimmt besser, als beim spinnfischen vom ufer.

    ich denke du bist in thailand oder sonstwo, wo sonne ist christian ? 😉

  5. godfather
    godfather 24 November, 2003, 22:09

    donnerstag werde ich unter palmen frühstücken! ich hoffe der kälteeinbruch kommt nicht zu hart in berlin an!

  6. Tinsen
    Tinsen 25 November, 2003, 14:24

    viel spaß 🙂

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