News Materialschlacht am Peenestrom – Exclusive Unsponsored User-Trip-Report


Seit Monaten schon freuen wir uns auf die Woche am Peenestrom. Entsprechend hatten wir lange Zeit uns richtig vorzubereiten. Und mit richtig meine ich RICHTIG. Aber nochmal ein kurzer Sprung zurück.

Als mir meine Frau mitteilte, dass ich beim erstem Urlaub nach der Geburt unseres Sohnes nicht eingeplant sei, fand ich das im ersten Moment natürlich schade, Sekunden später hatte ich dann aber schon den Telefonhörer in der Hand und meinen Kumpel @moochi an der Strippe. Meine Idee: Eine Woche lang im Wohnwagen direkt am Peenestrom verbringen und angeln, was das Zeug hält. Meine Bella (Anka Ruderboot mit 5PS Motor) wartete dort schon seit längerem sehnsüchtig auf uns. Und so war die Entscheidung schnell getroffen, dem zickigen Strom zum ersten Mal einen mehrtägigen Besuch abzustatten. Sonst sind wir nämlich immer nur tageweise dort oben.

Nun war der Trip also ausgemacht, lag aber noch in weiter Ferne. Und was macht der gemeine Barsch-Alarmer dann so? Richtig, er bereitet sich vor, was soviel bedeutet wie Tackle kaufen. Entgegen unserer eigenen Vorgaben, in 2017 keine Ruten/Rollen mehr kaufen zu wollen, wurde nochmal fleissig investiert. Von hunderten Euros, die in Gummifische, Jigköpfe, etc. investiert wurden ganz zu schweigen. Die Materialschlacht war in vollem Gange und die Ausrüstung wurden perfektioniert, morgentliche Stinger-Bastelstunden inklusive. Hat halt doch etwas Gutes, wenn der Nachwuchs einen schon um 6 Uhr morgens in den Tag starten lässt.

Stingerbasteln um 6 Uhr morgens

 

Ins Rennen gingen wir dann wie folgt:

@AFE
•    Shimano Expride 168MH2 & Shimano Metanium DC
•    Shimano Expride 173XH & Daiwa Zillion TW HLC 1514 SHL
•    Hearty Rise Egi Collector 832 & Shimano Sustain 2500
•    Shimano Zodias 268ML2 & Shimano Stradic 2500
•    Ersatzrute: A-Tec Crazee Eging S822M

@moochi
•    Illex Nitro Off Shore & Shimano Vanquish 3000
•    Tailwalk del Sol MH & Shimano Twinpower 3000
•    Fox Terminator Big Bait & Shimano Sustain 4000
•    Hearty Rise Egi Collector 832 & Shimano Sustain 2500
•    Fox Shad Jigger Sensitive & Shimano Rarenium 2500

Wie ihr seht haben sich bei mir zwei Baitcast-Kombos eingeschlichen. Mir macht die Angelei damit schon seit längerem Spass und so wollte ich auch das Jiggen auf Zander und Barsch damit versuchen. Zudem erhoffte ich mir weniger nervige Schnurbögen und mehr Wurfweite gegen den Wind. Für mich also eine Art Bewährungsprobe. Nicht ganz günstig, aber die Berichte von Dustin und @dietel zu den o.g. Ruten haben mich überzeugt es damit versuchen zu wollen. Neben dem Jiggen mit der Caste wollte ich es gerne mal mit Flex Heads, bzw. Cheburashka versuchen. Ein Chebu-Bericht von @dietel hatte mich dazu nochmal motiviert. Der Gedanke, einen Gufi aufzuziehen und einfach mit den Gewichten wechseln zu können, erschien mir zu charmant, als dass es nicht einen Versuch wert wäre. Weniger Schlepperei & weniger geriggte Gufis standen auf der Haben-Seite, auf der anderen Stand die Frage nach Köderlauf und Fehlbissquote.

Sonntag früh war für mich das Beladen des Autos angesagt. Nachdem alles gut verstaut war, ging es mit Highspeed (nur 26l Verbrauch bei 230kmh!) Richtung Wolgast. Ich wollte ja den Nachmittag schonmal nutzen, um mich einzufischen und einen vorzulegen. @moochi konnte erst am Montag dazustoßen.

Kann man machen – muss man aber sicher nicht.

Gesagt getan. In Wolgast angekommen, habe ich direkt das Boot startklar gemacht und mich auf den Weg zu den ersten Spots gemacht. Die üblichen Stellen, z.B. Kanten der Schifffahrtsrinne brachten allerdings keinen Fisch. Habe dann mal versucht, im Flacheren, auf 3,5m zu fischen. Ein grüner 3“ Lunker City Grubster brachte dort tatsächlich den ersten und einzigen Fisch des Tages.

Der erste Zander des Trips.

Abends im Camp habe ich zwei Angler getroffen, die gerade eine Woche hinter sich hatten. Sie hatten wohl ganz gut Hecht gefangen (2x >1m), wenige maßige und sehr viele untermaßige Zander. Sollte sich das bei uns in den kommenden Tagen bestätigen?! In jedem Fall bedeutete das für uns mit 0,55er Fluo, bzw. Stahl zu fischen, um das Risiko einen Hecht zu verlieren zu reduzieren. Es sollte sicher später herausstellen, dass das keine falsche Entscheidung war.

Montag früh ging es für mich um 5:30 Uhr morgens raus. Jede Minute ohne Frau und Kind wollte sinnvoll genutzt werden. Leider hat sich das frühe Aufstehen anglerisch nicht gelohnt. Dustin hätte es wohl so vorhergesagt. Wenigstens kam ich so in den Genuss eines schönen Sonnenaufgangs und war etwas an der frischen Luft. Außerdem konnte ich einen Fang der anderen Art machen. Bei wenig Strömung und absoluter Windstille konnte ich einen (für mein Boot) riesigen Fender, der im Wasser trieb, aufsammeln. Passte sehr gut, denn ohne Fender hätten wir das Boot nicht an der Kaimauer festmachen können, sondern jeden Tag per Hand slippen müssen.

Mittags kam dann @moochi im Camp an. Kurz frühstücken, Lebensmittel sowie zwei mega-stylische Sonnenhüte einkaufen sowie alles auspacken, war angesagt. So sieht das dann aus, wenn zwei Tacklenerds für eine Woche angeln fahren – Vorzelt voll!

Genug für einen gut ausgestatteten Angelladen

Nachdem die notwendigsten Dinge erledigt waren, ging es endlich zu zweit raus. Wie man auf dem folgenden Bild sehen kann, versuchen wir übrigens auf dem Boot, mit ausgewähltem Tackle unterwegs zu sein. Viel Platz ist nicht, daher beschränken wir uns immer auf 2 Ruten pro Person, Kescher, jeweils eine Bakkan, Echolot und die Ruder, als Notfall Antrieb.

Man beachte den Monster-Fender.

 

Unsponsored Gummifisch-Wahnsinn.

@moochi konnte relativ bald einen Mittsiebziger-Hecht fangen. Wie macht der Sack das nur  immer?! Ich habe noch nie einen Hecht im Strom gefangen und mein PB ist mit 85cm auch eher bescheiden. Nun ja, man freut sich natürlich mit und so wurde wie immer, wenn einer vernünftig fängt, abgeklatscht. Leider habe ich das Foto etwas versemmelt. Der Fisch sieht hier schlanker aus, als er wirklich war. Kleiner Tipp an dieser Stelle. Geringe Brennweite und nah ran macht sich deutlich besser, als ranzoomen aus Entfernung. Das 0,55er FC war übrigens ordentlich mitgenommen und musste ausgetauscht werden. Mit dem üblichen 0,35er, was wir bislang immer zum Zanderangeln verwendet haben, wäre der Fisch mit Sicherheit verloren gegangen.

73cm auf 10cm Zocca Bait.

Wie dem auch sei. Nennenswerte andere Fische brachte der Tag nicht. Ich glaube, ich habe noch einen 30er Barsch auf einen unsponsored Noike Wobble Shad gefangen, den wir nicht fotografiert haben, ansonsten war Bissflaute angesagt. So ging es dann nach ca. 13h (für mich) angeln, gegen 21:30 Uhr Richtung Abendessen & Bettchen.

Der nächste Morgen (Dienstag) startete wie immer um 5:15 Uhr und auch diesmal mit einem tollen Sonnenaufgang. Da denkste, du hast Urlaub und bekommst endlich mal Schlaf, aber nichts da. Mit @moochi angeln ist in dieser Sache herausfordernder als das 4-monatige Baby zu Hause.

Windstille.

Bei mir ging es wieder nur mit den beiden BC Kombos los. Die Hearty Rise Statio-Kombo habe ich den ganzen Trip über tatsächlich nur am ersten Tag für 5 Würfe verwendet. Schade eigentlich, aber derzeit macht mir das Werfen mit der Multirolle einfach mehr Spaß. Wird die alte Liebe zur Egi Collector je wieder entfachen?!

Shimano ganz vorne.

 

Anfahrt zum ersten Spot.

Der erste Spot brachte neben einigen kleinen Zandern und Barschen meinen ersten Peenestrom-Rapfen. Nette Abwechslung und eine schöne Überraschung. An der Präsentation muss ich noch feilen. Ich hab mich nur daran erinnert, keinen Kiemengriff zu machen, um den Fisch nicht zu verletzen. Und da der Fisch ja zügig wieder in sein Element entlassen werden sollte, machten wir dann halt nur ein schnelles Foto mit viel Finger im Bild.

Peene-Silber.

Nachmittags gab‘s dann bei mir endlich wieder den süchtigmachenden „Tock“ und ein schöner Zander stieg ein.

Tock!

Mehr war an diesem Tag aber auch nicht zu holen. Ich konnte relativ zufrieden sein. Jeden Tag einen vernünftigen Zander zu fangen, muss man auch im Peenestrom erstmal hinbekommen. Wir sinnierten, dass wir bei 13h angeln pro Tag, wahrscheinlich in der Spree genauso viel/wenig fangen würden?!

Der kommende Morgen (Mittwoch) begann mit richtigem Angelwetter. Wind, keine Sonne, perfekt für Hecht eigentlich?! Naja, wir waren ja aber für die Stachligen hergekommen und davon konnte ich auch gleich mal einen ans Band kriegen. Meine Quote von einem Zander pro Angeltag war damit direkt gesichert. Einen schönen Barsch konnte ich auch noch zu einem schnellen Foto überreden.

3 Zander in 3 Tagen…

Nachmittags hatten wir dann (noch) mehr Glück. Ein Spot brachte drei tolle Fische. Glücklicherweise gingen sie alle bei mir an den Haken. Verrückt. Wir haben in die gleich Richtung mit den gleichen Ködern geangelt, beide gefaulenzt. Irgendwie wollten sie aber lieber bei mir anbeißen. Mitleid hatte ich jedoch mit @moochi nicht, denn normalerweise fängt er immer besser als ich. Seine schlechter werdende Laune konnte ich allerdings nachvollziehen und so hoffte ich doch insgeheim, dass er auch mal einen guten Fisch an die Angel bekommt.

Fisch 1.

 

Fisch 2.

 

Fisch 3.

Das ganze spielte sich übrigens innerhalb von 30 Minuten ab. Nachdem dann länger nichts mehr ging an dieser Stelle, entschieden wir uns für einen Spotwechsel. Ein Fehler, wie sich im Nachhinein herausstellte. Sofort wurde der Spot von anderen Booten belagert. Im Nachhinein haben wir gehört, dass unsere Nachfolger dort noch 3-4 gute Fische fangen konnten, einer davon mit immerhin 70 Zentimeter. Hinterher ist man immer schlauer. Am nächsten Spot konnte @moochi dann endlich seinen lang ersehnten ersten maßigen Zander der Tour fangen.

Endlich!

Außerdem biss bei ihm noch dieser kleine Racker.

Raubbrasse.

Nachdem dort aber sonst nichts weiter ging und unsere vorherige Stelle wieder frei wurde, sind wir nochmal dorthin gefahren. Erneut hatte ich das Glück des Tüchtigen und es schlug ein. Ein schöner Zetti hat sich zum Abschluss des Tages mit einem kräftigen „Tock“ gemeldet und mir einen schönen Drill beschert.

Zetti-Power.

Die vormittags Session des kommenden Tages (Donnerstag) sollte dann leider für dieses Urlaub die letzte sein. Ein familiärer Notfall zwang uns, abzubrechen. Eigentlich hätten wir noch 2 Tage gehabt. Super schade, denn wir waren noch heiß wie Frittenfett, aber die Familie geht nun mal vor.

Die Fahrt zum ersten Spot war dann eine interessante Angelegenheit, frei nach dem Motto: Wie sie sehen, sehen sie nichts. Dichter Nebel zwang uns Google Maps zur Hilfe zu nehmen, damit ging es aber.

Whiteout.

Leider brachte die Session außer kleinen Schniepel-Zandern nichts weiter ein. Wir fragten uns, ob es sich lohnt einen Spot zu beangeln, an dem die kleinen wie wild beißen?! Unserer Erfahrung nach brachte nur ein Spot einen maßigen Fisch hervor, wo sich ansonsten die Kleinen tummelten.

Endlich Sonne.

Insgesamt war es ein super Trip. Wir haben maximal viel geangelt (ca. 13-14h pro Tag) und einige neue Spots für uns entdeckt. Gefangen haben wir ganz passabel, wobei die Verteilung (zum Glück) etwas zu meinen Gunsten ausgefallen ist. Einige Erkenntnisse haben wir auch gewonnen:

•    Der Keitech Easy Shiner ist und bleibt unserer Top Zander Köder.
•    Die Fische scheinen eher flach zu stehen im Sommer.
•    Froschgrüne Köder schlagen sämtliche andere Farben, selbst meine geliebten Electric Chicken.
•    Abends beißt‘s besser als morgens.
•    2 Kombos pro Person reichen dicke. Ich habe zu 95% die Expride MH gefischt und zu 5% die XH.
•    Statios sind bei mir vorerst out, fürchte ich.
•    Ein Fehlbiss bei nem Lunker City Grubster bedeutet meist, dass der Schaufelschwanz abgebissen ist.
•    Hecht gezielt zu beangeln ist bei der riesen Wasserfläche für uns super schwierig. Kein PB Hecht für mich mal wieder. Langsam macht sich diesbezüglich Verzweiflung breit.
•    Flex Heads sind super. Keine riesen Fehlbissorgien und die Köder scheinen auch zu laufen. Sonst hätte ich damit ja nichts gefangen. Einzig die Hakenfrage ist für mich noch nicht endgültig geklärt. Der Illex Onigake (gibt’s leider nicht mehr zu kaufen) ist schon ganz gut, einfache Wurmhaken halten die Köder meiner Meinung nach zu schlecht.
•    Morgens läuft‘s schlechter als Abends.
•    0,55er FC oder Stahl machen den Zettis in trübem Wasser nichts aus (wir hatten 20cm Sichttiefe)

Lustige Anekdote am Rande. Ein älteres Ehepaar kam eines Abends ganz Stolz nach Hause. Er wollte ihr das werfen beibringen, denn sie ließ den Köder meist einfach nur runter plumpsen. Genau dies hat ihr allerdings einen 1,10m Hecht eingebracht. Wahrscheinlich hat der 3“ Köder ihn direkt auf dem Kopf getroffen und er schnappte zu. Den Drill hat sie dann natürlich brav ihren Mann machen lassen.

Ein schöner Bericht, so kommt der Peenestrom auch auf meine Liste der nächsten Angelziele.

Gruß Uwe
Schöner Bericht.
Schade, dass ihr so wenig gefangen habt.
Gut, dass das keiner gesponsert hat, sonst hätte es noch geheißen, es läge an den Baits! :)
Deshalb ist der mehrfach fast inflationär erwähnte Hinweis auf "unsponsered" auch sehr wichtig. ;)
Toller Bericht, hat beim lesen richtig gefesselt !!!!
Cool, Petri zum Nachwuchs und zum erfolgreichen Tripp! Ihr hattet glaub ne Menge Spaß. Danke für den Bericht!!
Danke....ja, war ein Toller Trip. Wird so definitiv wiederholt!
Alex schön geschrieben.
Ich weiß wie anstrengend so ein Tag dort sein kann. Der Spaß wiegt aber alles auf. Die Frage ob man an der Spree einen ähnlichen Erfolg erzielen kann hatten wir nicht das erste Mal. Nach so vielen schlechten Tagen auf dem Peenestrom geht es nur noch als Ausnahme dort hin.
Schönes Ding, sehr angenehm zu lesen. Und als Follow-Up mit dem Thread durchaus auch was zum Schmunzeln.
Vorbildlich durchgezogen. "Einmannfrei", wie mein Nachbar sagen würde. Bei der Anzahl der Ruten musste ich schon etwas schmunzeln, weils ja auch entsprechend auf viele Boxen etc. hindeutet.
@Citizenbe: Danke. Einmannfrei wird direkt in den Wortschatz aufgenommen. Herrlich.

@AFE: Danke für den schönen Bericht. Am Strom hat sich schon so mancher die Zähne ausgebissen. Ich hab da aber auch meinen bislang größten Zetti gefangen und viele unvergessliche Stunden/Tage/Wochen verlebt.

Ist udn bleibt ne Zicke der Strom. Leider ist da halt inzwischen so viel los, wenn es beißt, dass man Platzkarten ziehen muss. Hat man ja auch hier zu lesen bekommen. Und eigentlich fischt man ja liber dort, wo man Fisch vermutet als da, wo noch ein Plätzchen frei ist.
Schöner Bericht und schöne Bilder, danke dafür!
Alex, akkurater Bericht...hat spass gemacht den zu lesen und wie viele schon erwähnt haben, der Strom ist zickig...aber für mich immer ne Reise wert.
Danke! Ein ganz toller Bericht, liest sich sehr gut! Ich selbst war noch nicht auf der Peene fischen, aber vermutlich sollte ich da mal hin...
Nochmals Danke!
G
  • G
    GregKeilof
  • 23.08.2017
Cooler Bericht Alex. Deckt sich weitgehend mit meinen Erfahrungen dort, vor allem was die frühen Morgenstunden und die Hechtausbeute angeht. Schöne Bilder, schöne Hüte!
Zum Thema Morgenstund: Ich habe meinen besten Zander dort um 7 Uhr morgens gefangen. Dustin hätte den nicht bekommen :)
Super Bericht. Der Fender ist der Hammer, musste richtig lachen!!! :D
Freut mich Mädels...Danke fürs Lob..
A