Georg Baumann: Peene-Zander auch im Juli noch bissig

Georg Baumann: Peene-Zander auch im Juli noch bissig

Eigentlich wollte ich ja mit Hacki auf die Ostsee fahren, doch leider hat uns da der Wind einen kräftigen Strich durch die Rechnung gemacht. Gott sei dank hat man in Wolgast mit der Peene ein Top-Revier direkt vor der Haustür, das auch bei extremen Wetter immer noch zu befischen ist. Im Juni war hier ein hervorragender Zander-Monat. In dieser Zeit zogen die Räuber in großen Schwärmen umher und absolute Traumfänge waren möglich. Doch auch jetzt kann man noch schöne Fische fangen. Zwar stehen die Stachelritter nicht mehr so massiv zusammen, doch mit einem erfahrenen Angler an Bord findet man nach wie vor* sehr gute Plätze. Also zog ich mit Guide Marco und seinem Kumpel Gunther morgens los, um ein wenig die Zander zu ärgern.

Bereits nach wenigen hundert Metern hatten wir den ersten Hot-Spot erreicht. Dass hier die Zander gerne im Strömungsschatten der mächtigen Pfeiler auf Beute lauern, zeigte uns Gunther bereits mit seinem ersten Wurf. Ein schöner Stachelritter von 55 cm inhalierte sein gelbes Gummi und konnte sicher gelandet werden. Das machte Lust auf mehr. 20 Minuten später war es dann Marco, der mit einem Zander des gleichen Kalibers nachlegte. Das sollte es dann aber an dieser Stelle gewesen sein.

Nach einer weiteren guten Stunde zogen wir weiter stromauf und beangelten einen breiteren Flussabschnitt, an dem Marco am Tag zuvor erfolgreich gewesen war.

Wir standen hart im Wind. Um in der Strömung überhaupt noch Kontakt zum Köder zu halten, mussten wir mit dem Wind werfen und das Gummi dann gegen die Strömung tanzen lassen. Damit der Köder vom Grund aufsprang, reichte in der Situation eine einzige Kurbelumdrehung mit der Rolle. Den Rest erledigte die Strömung. Wir fischten mit 28-30g Bleiköpfen, wobei der Erie-Jig eindeutig den Vorzug vor dem Rundkopf erhielt. Durch seine Form wird er eher an den Grund gedrückt, was die Kontrolle erheblich erleichterte. Die war aber auch dann noch eine heikle Sache und es erforderte höchste Konzentration, den Aufschlag des Köders in der Rute zu erkennen.

Dass Marco uns wiederum an einen heißen Platz geführt hatte, wurde schnell deutlich. Ich erhielt im Laufe der nächsten Stunden mehrere Bisse, von denen ich jedoch keinen verwandeln konnte. Zum einen bissen die Zander recht vorsichtig, wie die Spuren am Gummi zeigten und zum anderen war meine Rute etwas zu weich für diese Angelei. Da ich auf das Zander-Angeln nicht eingestellt war, hatte ich nur „sicherheitshalber“ meine steife Barsch-Rute mit 40g Wurfgewicht eingepackt. Für das normale Angeln auf Stachelritter reicht die Gerte völlig aus, doch hier war sie dann doch überfordert. Der Anhieb drang nicht mit der entscheidenden Kraft bis zum Fischmaul durch und so blieb ich an diesem Tag Schneider. Gunther erging es in der immer stärker werdenden Strömung nicht viel besser. Auch er blieb einige Male zweiter Sieger. Lediglich Marco konnte am Nachmittag noch einen kleinen Zander verhaften. Bedauerlicherweise stieg ihm noch ein schöner Fisch kurz vor dem Boot aus.

Die Tour hat gezeigt, dass auch im Juli – und sicherlich auch im August – schöne Fänge an der Peene möglich sind. Dabei kann auch gezielt auf Hecht geangelt werden, der meist etwas näher am Ufer steht, wo die Strömung nicht ganz so heftig ist. Ich bin auf jeden Fall heiß und freue mich schon auf die nächste Tour, wo ich dann mit anderem Material angreifen werde.
(An Marco: Noch mal herzlichen Dank für das tolle Guiding! War echt stark. Was soll das erst im Herbst werden, wenn die Hechte und Zander wieder so richtig wild werden?)

(gb)

Wer auch Lust hat, mal bei Hacki in Wolgast zu fischen, kann sich jederzeit bei ihm melden:
Am Fischmarkt – Museumshafen
17438 Wolgast
0171 – 721 97 12
www.angeln-exklusiv.de
fischen@angeln-exklusiv.de

Ich war während meines Aufenthalts in der Pension „Am Peeneufer“ untergebracht und sehr zufrieden. Für diejenigen von Euch, die ihren Fang mit nach Hause nehmen möchten, filetiert der stets freundliche Wirt die Fische sogar und friert sie für die Dauer des Aufenthalts ein.

Kontakt:
Hans Jürgen Biedermann
Pension „Am Peeneufer“
Badstubenstr. 24
17438 Wolgast
Tel: 03836 – 202673
Fax: 03836 – 237653

Kategorien: Zander

Kommentare

  1. dietel
    dietel 30 Juli, 2003, 09:03

    so langsam läuft das ja richtig gut mit den gastbeiträgen. wir hoffen alle, dass du uns auch weiterhin noch mit news versorgst – zumal du ja bald bei der fisch&fang an der quelle sitzt. meine gerätetipp: colorado von YAD. die hab ich mir nach meinem zweiten ausflug an die peene zugelegt, weil mir meine zanderruten auch alle zu fein waren.

  2. lohmann
    lohmann 30 Juli, 2003, 09:13

    wieder mal ein super Bericht über die Peene, leider habe ich es dieses Jahr noch nicht bis zu Hacki geschafft, aber es wird schon noch…….vielleicht sollten wir eine BarschAlarm Tour an die Peene planen.!?!

  3. godfather
    godfather 30 Juli, 2003, 09:27

    sehr schöner bericht. natürlich liegt eine schlechte bissausbeute meist am unpassenden material! wie siehts denn mit der cleveland von YAD aus? ist die zu hart?

  4. dietel
    dietel 30 Juli, 2003, 10:10

    das wär doch mal ne maßnahme!

  5. dietel
    dietel 30 Juli, 2003, 10:12

    nee, die ist nicht zu hart. aber die colorado ist halt genial zum zanderangeln. wobei die cleveland halt der allrounder schlechthin ist. mit der kannst du auf alles gehen. zu weich wird die maximal beim hochseeangeln.

  6. gb
    gb 30 Juli, 2003, 11:42

    @jd: klar schreib ich gerne wieder was.
    derjenige, der in dem Bericht zweimal (o. und u.) abgelichtet ist, ist übrigens Marco. Der andere ist sein Spezi Gunther. (nur der Vollständigkeit halber).
    georg

  7. oli
    oli 30 Juli, 2003, 12:38

    hört sich richtig gut an. bin auf jeden fall dabei.

  8. lohmann
    lohmann 30 Juli, 2003, 12:53

    na dann werde ich mal im Forum nen Aufruf starten……..

  9. dietel
    dietel 30 Juli, 2003, 14:20

    na da sind wir dann ja mal gespannt auf die hammerberichte aus der kommandozentrale…

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