Barsch-Schleppen mit dem Gummifisch

Auf einem Streifzug durch mein Foto-Archiv bin ich heute auf einen interessanten Ordner aus dem Jahr 2004 gestoßen. Eigentlich war geplant, die Bilder für einen kleinen Foto-Report im Raubfisch zu verwenden. Weil wir nur zwei vorzeigbare Barsche fingen, ist daraus nichts geworden. Mit Gummifischen haben wir aber noch oft geschleppt, um die Barsche zu finden. Gerade in unseren Brandenburger Klarwasserseen war es oft erfolgreicher, einen 6 ½ er Kopyto am 10-Gramm-Kopf hinter dem Boot herzuziehen, als einen tief laufenden Hornet im Weißfischdesign (damals einer unserer absoluten Lieblingswobbler).

Insofern hat der folgende Fotoreport nicht nur eine nostalgische Note für Felix und mich, sondern auch einen zart angedeuteten angelpraktischen Nährwert – zumindest für alle unter euch, die noch nie mit Gummis auf Barsch geschleppt haben.

Obwohl das nun 10 Jahre her ist, erinnere ich mich noch an viele kleine Details. Wir waren damals zwei Tage in Eldenburg und haben uns bei den Müritzfischern ein Boot ausgeliehen. Wir wollten damals möglichst viele fette Barsche fangen und hatten gehört, dass die sich an den Steinen auf der linken Uferseite des Kölpinsees aufhalten sollten. Der Fischer gab allerdings Entwarnung. Für die Barsche waren wir noch zu früh dran.

Nun waren wir aber schonmal da. Und auf hecht wollten wir nicht angeln. Zumindest nicht gezielt. Dennoch gabs am ersten Tag ein Fritten-Inferno mit gefühlten 100 Kleinhechten.

Am zweiten Tag wollten wir Strecke machen und die Barsche mit geschleppten Gummis aufspüren. Wenn ich die Bilder anschaue, werde ich ganz sentimental. Knallrote Jacke, Barsch-Alarm-Kappe, Skeletor und eine 750er Symmetre,…

dazu den Kopyto in Schwarz mit hellem Bauch – damit war ich auch schon barschfein, damals.

Anfangs bewegten wir uns an den Kanten entlang. Felix hatte das Echolot im Blick und den Motor unter Kontrolle. Wir schleppten damals ziemlich schnell.

Nachdem an den Kanten wieder nur kleine Fritten bissen, versuchten wir es flacher.

Und hier konnten wir dann auch unsere beiden Barsche verhaften.

Besuch bekamen wir an dem Tag auch.

Wir haben das Boot nach jedem unserer Barsche natürlich angehalten, um noch ein paar Schwarmkollegen abzugreifen. Allerdings sollte das mit dem Nachwerfen nicht klappen.

Aber ich habe ja noch eine kleine Anschlussstory parat. Ebenfalls in einem für mich nicht untypischen Outfit. Hier war ich mit dem Ruderboot auf dem Liepnitzsee unterwegs. Wesentlich langsamer. Dafür sportlicher. Hier sind die Barsche oft im Freiwasser unterwegs. Teilweise brechen die Ufer schon vor der Schilfkante auf 6 bis 10 Meter ab.

Da kann ein geschleppter Gummiffisch Wunder wirken. Auf der dem Ufer zugewendeten Rute fischte ich meistens etwas leichter als auf der anderen.

Hier hatte ich eigentlich immer gute Erfolge mit einem grünlichen Kopyto mit Motoroil-Anteil und Glitter.

Auch hier habe ich immer nachgeworfen, wenn ich einen Barsch an der Angel hatte. Ob der Brocken nun der Schlepp-Fahndung ins Netz ging oder nicht, weiß ich nicht. Ich weiß aber, dass ich mich über solche Fische schon immer sehr gefreut habe.

8 Kommentare

  1. [QUOTE=FangFabrik;335206]Nana;-) Der Bart wechselt seine Farbe jeher nach Jahreszeit… zur Tarnung[/QUOTE]

    Der Bart ist mir auch sofort aufgefallen . Ist wohl Dauerherbst jetzt beim Hannes :mrgreen:.

  2. Guten Morgen.

    Coole RetroStory 😉
    Kann den sentimentalen Anflug nachempfinden und kenne das Gefühl beim Blättern in alten Fotoordnern.
    Und wie erstaunt man über die optische Veränderung von Freunden und sich selbst nach gerade einmal 10 Jahren ist 😉

    Mehr Retro bitte.

    Bastian

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