Alles reine Kopfsache

Alles reine Kopfsache

Bis vor ein paar Jahren noch war alles relativ einfach. Da gab es runde Köpfe, auf die man einen Twister geschoben hat und gut. Inzwischen hat sich auf dem Gebiet der Twisterkopfforschung aber einiges getan. Und so gibt es: Schwimm-, Rugbyei-, Schlitten-, Dorschbomben-, Balance- und jede Menge anderer Köpfe, mit denen wir zum Twistern ausziehen können. Schwierig, in diesem Überangebot noch die richtige Wahl zu treffen. Denn jeder Kopf hat so seine eigenen Vorteile. Weil man ja eigentlich schon immer mit dem idealen Gerät fischen möchte, werde ich einmal versuchen, die Vorteile verschiedener Jigkopfformen aufzuschlüsseln.


 


Rundköpfe sind die Klassiker unter den Jigköpfen und gehen wohl am häufigsten über den Ladentisch. Durch die Position der Öse heben Gummis, die man an Rundköpfen führt, in einem Winkel von ca. 45 Grad ab. Das ist ein relativ steiler Winkel. Für schnell fließende Gewässer eignen sich diese Köpfe also nicht, denn sie werden zu schnell von der Strömung erfasst. Im ruhigen Wasser sind sie aber erste Wahl, denn weil diese Köpfe so schön steigen, erwischt man auch Fische, die 1 m über dem Grund stehen. 

Die Schlittenköpfe hingegen heben kaum vom Boden ab. Deswegen sind sie gut geeignet fürs Angeln im fließenden Wasser (der Köder wird nicht so schnell von der Strömung erfasst) und in größerer Tiefe. Dadurch, dass der Haken nach oben steht, können die Räuber auch leichter zupacken. Außderdem liegt der Köder stabiler im Wasser und kann sich nicht so einfach um die eigene Achse drehen. So kommt es zu weniger Schnurdrall und sicher auch zu einer höheren Bissverwertung. Gerade zum Zanderangeln im Fließwasser sind die Schlittenköpfe also super geeignet.


 


Rugbyeier sind fürs Angeln im ganz tiefen Wasser gemacht. Sie sind schwer, haben durch die Kopfform aber den Vorteil, dass eine gewisse Auflagefläche entsteht und sie nicht ganz so schnell sinken, wie Rundköpfe mit dem gleichen Gewicht. Wenn es also in Tiefenregionen von über 10 m geht, sind diese Köpfe spitze. Außerdem verkanten sie sich durch ihre Form nicht so leicht, wie z.B. Schlittenköpfe. Allerdings sind dies Köpfe etwas anfälliger für starke Strömung.


 


Dorschbomben kommen im Süßwasser nur in Extremfällen zum Einsatz. Z.B. wenn man in Flüssen fischt, die mit dem Meer verbunden sind. Hier kann es sein, dass ab- bzw. auflaufendes Wasser eine derart starke Strömung erzeugt, dass man extreme Bleigewichte auffahren muss, um die Kontrolle zu behalten. Wie der Name schon sagt, eignen sich diese Köpfe aber ganz hervorragend zum Twistern im Meer. Durch die spitze Kopfform ist ein schnelles Absinken garantiert. Mit einem 100 Gramm-Kopf fischt man bei leichter Drift auch in 60 m Tiefe sehr präzise und kann den Dorschen mal etwas anderes anbieten als einen Pilker.


 


Balance-Köpfe eignen sich zum feinen Vertikalangeln. (Ihr erhaltet sie z.B. von JENZI). Der Kopf wiegt kaum etwas und ist extrem flach, dafür aber umso breiter. Die Auflagefläche bewirkt ein Hin- und Hertaumeln beim Absinken, wenn man sie mit leichten Rucken aus dem handgelenk direkt unter der Rutenspitze fischt. Dieses Flatterverhalten macht vor allem Barsche richtig heiß. Um diese Köpfe kontrolliert zu fischen ist allerdings feines Gerät die Grundvoraussetzung. Am besten eignet sich eine Monofile 14er und eine feine, steife und kurze Rute. Extrem gut fangen diese Köpfe beim Eisangeln. Denn hier spielen sie ihre ganze Stärke aus: der Twister muss nur ganz sachte hoch und runter bewegt werden, um sein Spiel zu entfalten. Die im Winter etwas träger gewordenen Fische (Stoffwechel ist abgesenkt), haben es einfach, den Köder zu verfolgen und somit wird man mit diesem Kopf am Eisloch mehr Bisse erhalten als mit den meisten anderen.


 


Wobbel-Köpfe wie sie z.B. die Firma Cormoran am sogenannten Curly Dancer anbietet, eignen sich zum horizontalen Spinnfischen mit Twistern – also zum einfachen Einholen ggf. mit Spinnstopps. Hier sorgt die Auflagefläche dafür, dass der Köder nicht zu schnell aus dem Mittelwasser absackt. Auch bei langsamer Führung gelingt es so, den Köder im Bereich der Jäger im Freiwasser anzubieten. Der Kopf ist außerdem so konstruiert, dass ein daran befestigter Twister beim Einholen leicht von einer Seite zur anderen abkippt. Ziemlich verführerisch – nicht nur für Barsche.


 


Schwimmköpfe ermöglichen vor allem Anfängern erste Fischkontakte mit Twistern. Denn an einer ganz einfachen Montage fängt man ohne große Technikschulung schnell seine Fische: Bleiolive, Stopperperle und Wirbel auf der Hauptschnur – ein 20 – 50 cm langes Vorfach – daran den Schwimmkopf mit einem Twister und das war’s. Diese Montage wird ganz langsam über den Grund gezogen. Der Vorteil: der Köder kann wirklich im Zeitlupentempo geführt werden und zappelt den Fischen damit so lange vor den Augen herum, bis sie zuschnappen.


 



Klar, damit sind noch lange nicht alle Kopfformen und ihre Vorteile definiert. Wenn Ihr noch eine andere Jigkopfform in petto habt oder zusätzliche Vorteile kennt, schreibt doch einfach was darüber ins Forum. Danke.


 


(jd)



Kategorien: Tackle-Tipps

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