Der Shore Jigging/Spinning Plausch

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Lumpi99

Nachläufer
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Ich les hier schon lange mit und konnte viel lernen.
Jetzt kann ich auch mal was zurück geben und meine Erfahrungen mit dir Teilen.
Ich bin jedes Jahr ein bis zwei mal auf der Insel, im Juni und September.
Die meiste Zeit bin ich im Norden, hab die Insel aber schon zwei mal umrundet und konnte überall was fangen.
Im Juni fang ich überwiegend False Albercore, Bluerunner & Amberjack. Barracudas kann man Nachts und Morgens auch gut fangen, dafür bin ich aber meist zu faul.
Ich fische mit der Dialuna M Jigs um die 30 Gramm, Minnows und kleine Gummifische. Am fängigsten sind aber definitiv Jigs.
Bei tieferem Wasser kommt die Crossride 5G MH zum Einsatz für Jigs um die 60 Gramm oder Black Minnows auf Dentex.
Mit der L Combo kleinen Gummis, Jigs undMinnows geht eigtl immer was.
Ich such mir aber meistens Spots mit Struktur und Angel selten vom Strand. Außer kleineren Fischen und vorallem Eidechsenfischen war das selten wirklich erfolgreich.
Die Ecke die du anpeilst ist ganz gut und ich kann dir per pN ein zwei Spots geben.

TL Max
Hey @Madiu , vielen Dank für diesen detaillierten Bericht.
Konkrete Infos von jemandem, der die Gegebenheiten vor Ort tatsächlich kennt, sind insbesondere wenn man wenig Zeit mit bringt,
Gold wert.
Das Angebot nehme ich natürlich gerne an - Ein ganz dickes Dankeschön dafür vorab!:)
 

HotHering

Belly Burner
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Auf dem Weg nach Bangkok möchte ich ein kurzes Update von Koh Phangan geben. Die Angelei gestaltete sich zunächst schwierig, da insbesondere zum Sunset die näheren Spots voll mit Schwimmern und Schnorchlern waren - wir waren in der Nähe von Haad Yao, was wirklich unheimlich touristisch ist. Somit musste ich mich gegen die Empfehlung des lokalen Angelladenbetreibers an die frühen Morgenstunden halten und fand auch bald einen Spot, mit dem ich in Wurfweite zumindest in 4-5m tiefes Wasser kam.

Dort gab‘s unzählige Honeycomb Grouper - aber auch ein paar neue Arten:

Floral Wrasse:
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Blackedge Thicklip Wrasse:
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… und zum Schluss noch ein Crocodile Needlefish - Biss kurz vor Sonnenaufgang und ging an der 15 Gramm Rute ab wie Schmidts Katze:
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In Zusammenschau gab‘s somit an 9 Angeltagen 10 neue Arten zu bestaunen - ganz weit vorne waren dabei die Honeycomb Grouper in absoluter Überzahl.

Mit meiner sehr leichten Reisekombo für entspannte Frequenzangelei bin ich vollends zufrieden:
  • Westin W4 Light Spin 2nd L 2,4m 3-15g
  • Shimano Stradic 2500
  • Stroft GTP Typ E2
  • Seaguar Blue Label 10 lb Leader
… einzig bei den Jigs würde ich zukünftig voll auf Tungsten setzen, da die kleineren 7-10g Jigs sonst kaum auf Geschwindigkeit zu bringen sind, ohne in dem eher flachen Wasser direkt aus dem Wasser zu skippen.

Keine Abnehmer fanden der Savage Gear Bullet Mullet (trotz einer Attacke) und der Savage Gear Gravity Pencil. Für Wobbler wie Spearhead Ryuki und Rapala Solid Shad war das Wasser einfach zu flach.

Dies als Resümee zu meiner Uferangelei auf den touristisch sehr erschlossenen Inseln im Golf von Thailand. Da man hier wenig zu Thailand findet, interessiert es ja vielleicht den ein oder anderen!

Beste Grüße aus der Sonne!
 
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Lorenz

Dr. Jerkl & Mr. Bait
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Hab die mir unbekannte Dame mal gegoogelt und bin mir fast sicher, dass es eine Anspielung auf die THICKLIP wrasse ist...

Die musste ich auch erstmal googlen :p

Ich war nochmal am Ufer unterwegs konnte aber leider nichts landen. Einmal gereefed (Halco Rooster 195) und einen GT auf schwimmenden stickbait in einem Tau oder Geisternetzrest verloren. Ich konnte ihn schon sehen. Und dann ist im Drill nochwas ausgestiegen, was ein AJ gewesen sein könnte...

Edit:
Trotz schlechter Tide wollte ich nochmal ein paar Würfel machen und hab die Fischer getroffen, denen das Netz gehört. Zum Trost gab's noch ein paar Lobster.
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Zuletzt bearbeitet:

Promachos

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Ich dachte die gute Dame sei in unserer Altersklasse noch bekannt.
Als es damals losging mit den aufgespritzten Lippen, war sie quasi das Sinnbild fehlgeleiteter Ästhetik.
Dank @gloin bin ich jetzt im Bilde
Und schön, dass du uns in die gleiche Altersklasse steckst. Das hab ich nicht verdient:p
 

der Kai

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Hab gerade einen neues "Jig Wallet" befüllt und bin schwer begeistert für die 2,50€, die ich dafür ausgegeben habe. Die SG Needle Jigs (der Längste hier hat 80g) und die Gekitos passen wunderbar :D

Ist natürlich kein Angelzubehör, sondern eine Patronentasche für Jäger (?) ... keine Ahnung, was man sonst mit sowas wollen könnte :emoji_shrug:

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Tako

Belly Burner
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Ich war gestern auf der Rückreise unseres 9-tägigen Urlaubs auf Teneriffa und hatte im Flieger viel Zeit, mir die Eindrücke der letzten Tage von der Seele zu schreiben. Es war mal wieder kein reiner Angelurlaub, aber dennoch spielte unser liebes Hobby eine zentrale Rolle bei der Planung unserer Ausflüge. Es macht mir einfach mehr Spaß, eine Mission beim Erkunden neuer Orte zu haben, der Rest kommt nebenbei ganz von alleine. Meine war dieses Mal Sierra, Amberjack, Dentex, Barracuda, Wolfsbarsch und Co.

Nach ca. 4 h Flug ab Stuttgart und einer Stunde im Mietwagen sind wir in unserer Ferienwohnung in der Nähe von Los Realejos angekommen. Mit frisch gebrühtem Kaffee, bei traumhaftem Blick auf den Atlantik und voller Vorfreude wurden am nächsten Morgen die Ruten montiert und der Angelrucksack gepackt. Die Lizenzen hatte ich schon im Voraus bei https://balearicfishinglicence.com gekauft.
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Mit dabei waren drei Combos:

  • Noeby Beast MH mit Shimano Saragosa 6000, Gosen Jigging PE2 und 35 lb Varivas Fluorocarbon Shock Leader (50 lb Seaguar Blue Label als weitere Option)
  • Noeby Beast MH mit Penn Conflict 5000, Seaguar X8 PE2 (Rute für meine Frau und als Backup)
  • Hearty Rise Wanderer 40 g und Daiwa Caldia SW 4000, Daiwa J-Braid PE1.2 und 25 lb Seaguar Blue Label

Als Köder diverse Stickbaits, Popper, Jigs von 10-80 g und ein paar Softbaits. Dazu noch einiges an Terminal Tackle, Ersatzschnüre und Teleskop-Gaff & Kescher. Mit 10 kg inkl. Transportrohren und -Box meines Erachtens schon sehr viel, aber besser haben als brauchen, dachte ich mir.
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Wie schon im Voraus vom Wetterbericht prophezeit, waren die Bedingungen leider alles andere als einfach. Die Kanareninsel wurde von einer sehr ordentlichen Prise aus Nordosten angeblasen und der Atlantik war entsprechend aufgewühlt.

Dennoch voller Motivation wurde die Küste in der Nähe unserer Ferienwohnung erkundet, um dabei relativ schnell feststellen zu müssen, dass hier bei dieser Brandung ein sinnvolles und einigermaßen sicheres Angeln nicht möglich ist. Auch die meisten anderen, der vorab mithilfe von Google Maps und https://activecaptain.garmin.com/de-AT/Map ausgesuchten, Spots an der nördlichen Küste waren und blieben fast die ganze Woche unbefischbar.
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Bei den Wetterrecherchen fand ich www.meteoblue.com sehr hilfreich. Die Seite bietet eine Kartenansicht mit Windanimation, Sonnenstunden und Niederschlagsradar.

Im Südwesten der Inseln und somit im Windschatten war das Wetter milder, der Wind weniger und das Wasser ruhiger.
An einem Spot in der Nähe von Los Gigantes haben einheimische Ansitzangler einen riesigen Amberjack gefangen. Leider habe ich den Drill nicht mitbekommen, denn mir ist vollkommen schleierhaft, wie sie diesen Fisch landen konnten. Er war geschätzt 1,30 m lang und 25 kg schwer, mit riesigem Kopf, und wurde quer über beide Schultern hängend abtransportiert. Ich ärgere mich im Nachhinein sehr darüber, sie nicht um ein Foto gebeten zu haben. Der Anblick dieses Fisches wird mir so schnell nicht mehr aus dem Kopf gehen.
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Kurzgefasst blieb das aber auch der einzige ordentliche Fisch, den wir den ganzen Urlaub abseits der Fischtheken zu Gesicht bekommen sollten - und selbst dort war der Anblick eher mager.
Zugegeben haben wir die Morgendämmerung aus Bequemlichkeitsgründen ausgelassen, waren aber sicherlich vier Abende bis in die Dunkelheit an vermeintlich guten Spots und auch tagsüber an vielen verschieden gearteten Stellen rund um die Insel. Bis auf einige Eidechsenfische sowie einen Triggerfisch kein Kontakt. Kein einziger richtiger Biss, keine raubenden Fische, kein Futterfisch weit und breit.
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Ich habe zwar sehr wenig Erfahrung im Shorejiggen und allgemein im Meeresangeln, aber ich war meines Erachtens gut vorbereitet und habe auch bestimmt nicht alles falsch gemacht. Auch dass in neun Tagen nur eine Hand voll einheimischer Angler mit Teig und Pose und nur drei weitere Spinnfischer zu sehen waren, lässt mich annehmen, dass es dort wahrscheinlich nicht die beste Zeit zum Angeln war. Hinterlassenschaften anderer Angler, auch Reste von Braid mit mittels FG angeknotetem dicken Fluoro fanden sich demgegenüber leider zur Genüge.

Ich hätte mich schon sehr über wenigstens einen ordentlichen Fisch gefreut und es mir aus meiner Sicht auch gegönnt. Aber so ist Angeln eben, Zuhause wie auch im Urlaub ist nicht jeder Tag Fangtag. Nur dass die Schneiderzeit zuhause einfacher auszusitzen ist und ich aus familiären Gründen wahrscheinlich leider so schnell nicht mehr die Chance auf die oben genannten Fischarten haben werde.
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Mission gescheitert? Jein, der Weg ist das Ziel, heißt es ja so schön. Denn schön war es trotzdem. Wenn die anglerische Erwartungshaltung während des Sonnenuntergangs in kitschig-romantischer Kulisse von Minute zu Minute steigt, die Würfe mit letzter Kraft noch einmal ein paar Meter weiter werden und jede Absinkphase voller Konzentration und Körperspannung beobachtet wird, um den erhofften Biss sofort quittieren zu können. Und man dann, im Licht der Kopflampen eine knappe Stunde über Stock und Stein zurück zum Auto kletternd und stolpernd, mit etwas schlechtem Gewissen einfach nur glücklich darüber ist, eine Frau gefunden zu haben, die diesen Wahnsinn gelegentlich mitmacht.

Auch die Ausflüge abseits des Wassers über die kurvenreichen Straßen durch eine sehr abwechslungsreiche Landschaft wie z.B. in den Teide-Nationalpark, in dem man die Wolken einfach unter sich lassen kann, haben mir sehr gut gefallen.
Allerdings möchte ich mir nicht vorstellen, wie das Menschen- und Verkehrsaufkommen auf der Insel zur Haupturlaubszeit ist.
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Ich habe wieder einiges dazugelernt und reise neben vielen neuen Eindrücken auch mit der Gewissheit zurück, dass es nicht an schlechter Vorbereitung gelegen hat. Denn wie wir alle wissen: Es darf an allem liegen, nur nicht am Material. ;)

Viele Grüße, Vincent
 

Bookwood

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Sehr schöner Bericht, Vincent. Dranbleiben und immer wieder probieren auch wenn´s nicht so oft wie gewünscht klappt mit dem Angelurlaub.
Einsatz wird irgendwann belohnt.
 

Lumpi99

Nachläufer
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Schade, dass es mit den Fischen nicht geklappt hat, trotzdem sehr angenehm zu lesen.
Magst du verraten, welches Gaff mit welchem Haken du verwendest bzw. kam das schon mal zum Einsatz und wenn ja, wie ist deine Einschätzung zur Belastbarkeit?
 

Saso

Keschergehilfe
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Ich war gestern auf der Rückreise unseres 9-tägigen Urlaubs auf Teneriffa und hatte im Flieger viel Zeit, mir die Eindrücke der letzten Tage von der Seele zu schreiben. Es war mal wieder kein reiner Angelurlaub, aber dennoch spielte unser liebes Hobby eine zentrale Rolle bei der Planung unserer Ausflüge. Es macht mir einfach mehr Spaß, eine Mission beim Erkunden neuer Orte zu haben, der Rest kommt nebenbei ganz von alleine. Meine war dieses Mal Sierra, Amberjack, Dentex, Barracuda, Wolfsbarsch und Co.

Nach ca. 4 h Flug ab Stuttgart und einer Stunde im Mietwagen sind wir in unserer Ferienwohnung in der Nähe von Los Realejos angekommen. Mit frisch gebrühtem Kaffee, bei traumhaftem Blick auf den Atlantik und voller Vorfreude wurden am nächsten Morgen die Ruten montiert und der Angelrucksack gepackt. Die Lizenzen hatte ich schon im Voraus bei https://balearicfishinglicence.com gekauft.
Anhang anzeigen 351018
Mit dabei waren drei Combos:


  • Noeby Beast MH mit Shimano Saragosa 6000, Gosen Jigging PE2 und 35 lb Varivas Fluorocarbon Shock Leader (50 lb Seaguar Blue Label als weitere Option)
  • Noeby Beast MH mit Penn Conflict 5000, Seaguar X8 PE2 (Rute für meine Frau und als Backup)
  • Hearty Rise Wanderer 40 g und Daiwa Caldia SW 4000, Daiwa J-Braid PE1.2 und 25 lb Seaguar Blue Label

Als Köder diverse Stickbaits, Popper, Jigs von 10-80 g und ein paar Softbaits. Dazu noch einiges an Terminal Tackle, Ersatzschnüre und Teleskop-Gaff & Kescher. Mit 10 kg inkl. Transportrohren und -Box meines Erachtens schon sehr viel, aber besser haben als brauchen, dachte ich mir.

Anhang anzeigen 351019
Anhang anzeigen 351020
Wie schon im Voraus vom Wetterbericht prophezeit, waren die Bedingungen leider alles andere als einfach. Die Kanareninsel wurde von einer sehr ordentlichen Prise aus Nordosten angeblasen und der Atlantik war entsprechend aufgewühlt.


Dennoch voller Motivation wurde die Küste in der Nähe unserer Ferienwohnung erkundet, um dabei relativ schnell feststellen zu müssen, dass hier bei dieser Brandung ein sinnvolles und einigermaßen sicheres Angeln nicht möglich ist. Auch die meisten anderen, der vorab mithilfe von Google Maps und https://activecaptain.garmin.com/de-AT/Map ausgesuchten, Spots an der nördlichen Küste waren und blieben fast die ganze Woche unbefischbar.
Anhang anzeigen 351024
Bei den Wetterrecherchen fand ich www.meteoblue.com sehr hilfreich. Die Seite bietet eine Kartenansicht mit Windanimation, Sonnenstunden und Niederschlagsradar.


Im Südwesten der Inseln und somit im Windschatten war das Wetter milder, der Wind weniger und das Wasser ruhiger.
An einem Spot in der Nähe von Los Gigantes haben einheimische Ansitzangler einen riesigen Amberjack gefangen. Leider habe ich den Drill nicht mitbekommen, denn mir ist vollkommen schleierhaft, wie sie diesen Fisch landen konnten. Er war geschätzt 1,30 m lang und 25 kg schwer, mit riesigem Kopf, und wurde quer über beide Schultern hängend abtransportiert. Ich ärgere mich im Nachhinein sehr darüber, sie nicht um ein Foto gebeten zu haben. Der Anblick dieses Fisches wird mir so schnell nicht mehr aus dem Kopf gehen.

Anhang anzeigen 351025
Kurzgefasst blieb das aber auch der einzige ordentliche Fisch, den wir den ganzen Urlaub abseits der Fischtheken zu Gesicht bekommen sollten - und selbst dort war der Anblick eher mager.
Zugegeben haben wir die Morgendämmerung aus Bequemlichkeitsgründen ausgelassen, waren aber sicherlich vier Abende bis in die Dunkelheit an vermeintlich guten Spots und auch tagsüber an vielen verschieden gearteten Stellen rund um die Insel. Bis auf einige Eidechsenfische sowie einen Triggerfisch kein Kontakt. Kein einziger richtiger Biss, keine raubenden Fische, kein Futterfisch weit und breit.

Anhang anzeigen 351021
Ich habe zwar sehr wenig Erfahrung im Shorejiggen und allgemein im Meeresangeln, aber ich war meines Erachtens gut vorbereitet und habe auch bestimmt nicht alles falsch gemacht. Auch dass in neun Tagen nur eine Hand voll einheimischer Angler mit Teig und Pose und nur drei weitere Spinnfischer zu sehen waren, lässt mich annehmen, dass es dort wahrscheinlich nicht die beste Zeit zum Angeln war. Hinterlassenschaften anderer Angler, auch Reste von Braid mit mittels FG angeknotetem dicken Fluoro fanden sich demgegenüber leider zur Genüge.


Ich hätte mich schon sehr über wenigstens einen ordentlichen Fisch gefreut und es mir aus meiner Sicht auch gegönnt. Aber so ist Angeln eben, Zuhause wie auch im Urlaub ist nicht jeder Tag Fangtag. Nur dass die Schneiderzeit zuhause einfacher auszusitzen ist und ich aus familiären Gründen wahrscheinlich leider so schnell nicht mehr die Chance auf die oben genannten Fischarten haben werde.
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Mission gescheitert? Jein, der Weg ist das Ziel, heißt es ja so schön. Denn schön war es trotzdem. Wenn die anglerische Erwartungshaltung während des Sonnenuntergangs in kitschig-romantischer Kulisse von Minute zu Minute steigt, die Würfe mit letzter Kraft noch einmal ein paar Meter weiter werden und jede Absinkphase voller Konzentration und Körperspannung beobachtet wird, um den erhofften Biss sofort quittieren zu können. Und man dann, im Licht der Kopflampen eine knappe Stunde über Stock und Stein zurück zum Auto kletternd und stolpernd, mit etwas schlechtem Gewissen einfach nur glücklich darüber ist, eine Frau gefunden zu haben, die diesen Wahnsinn gelegentlich mitmacht.


Auch die Ausflüge abseits des Wassers über die kurvenreichen Straßen durch eine sehr abwechslungsreiche Landschaft wie z.B. in den Teide-Nationalpark, in dem man die Wolken einfach unter sich lassen kann, haben mir sehr gut gefallen.
Allerdings möchte ich mir nicht vorstellen, wie das Menschen- und Verkehrsaufkommen auf der Insel zur Haupturlaubszeit ist.

Anhang anzeigen 351026Anhang anzeigen 351022
Anhang anzeigen 351023

Ich habe wieder einiges dazugelernt und reise neben vielen neuen Eindrücken auch mit der Gewissheit zurück, dass es nicht an schlechter Vorbereitung gelegen hat. Denn wie wir alle wissen: Es darf an allem liegen, nur nicht am Material. ;)


Viele Grüße, Vincent
Sehr schöner Bericht! Ich war im Februar auf Teneriffa und hatte ähnliche Probleme. Aus Erfahrung kann ich sagen, dass es eine wichtige Rolle spielt, ob man die Ortschaft gut kennt und an welchem Spot welche Fische gefangen werden.

Wenn man nach dem Zufallsprinzip angelt, spielt Glück meistens eine große Rolle. Was ich in der Regel mache: Ich markiere mir die Spots, an denen ich war, frage Einheimische nach guten Stellen und probiere auch selbst immer wieder etwas Neues aus.

Wenn du die Insel mehrmals besuchst, bekommst du mehr Vertrauen, kennst die Spots besser und weißt, zu welcher Jahreszeit mit welchen Methoden an welchem Spot welche Fische gefangen werden können.

Es ist keine einfache Aufgabe, also mach dir keinen Kopf! So wie es aussieht, warst du gut vorbereitet und auch motiviert. Beim nächsten Mal klappt es bestimmt besser!
 

Tako

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Stuttgart
Schade, dass es mit den Fischen nicht geklappt hat, trotzdem sehr angenehm zu lesen.
Magst du verraten, welches Gaff mit welchem Haken du verwendest bzw. kam das schon mal zum Einsatz und wenn ja, wie ist deine Einschätzung zur Belastbarkeit?
Hi Lumpi, für das Thema habe ich hier sogar einen eigenen Thread eröffnet, da steht alles drin. Und leider immer noch keine Erfahrungen damit. Die Eidechsenfische wollte ich nun doch nicht gaffen. :D
 

flarol

Finesse-Fux
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@Tako Danke für deinen Bericht!

Ich hatte letztes Jahr in Kroatien echt Probleme. Du kannst dir gar nicht vorstellen wie ich gezweifelt habe.

Ohne die tollen Leute hier, hätte ich vermutlich aufgegeben. Hab's aber durchgezogen, jeden Tag um 4 aufgestanden, alles probiert, was mir möglich war... Trotzdem wollte es nicht klappen.

Diesen Sommer bin ich für fast drei Monate im Norden (Schweden/Norwegen) unterwegs, auf der einen Seite freue ich mich, auf der andern Seite habe ich manchmal das Gefühl, ich werde wieder scheitern. Das kommt manchmal in Wellen.

Lange Rede kurzer Sinn, nicht Aufgeben. Ich mach das auch nicht, niemals!

LGR
 
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