• Hi Gast, Du bist neu hier. Um das Forum übersichtlich zu halten, bitten wir Dich, erst die Forensuche (Lupe oben rechts) zu bemühen, bevor Du ein neues Thema eröffnest. Vieles wird hier schon diskutiert. Vielen Dank fürs Verständnis und viel Spaß hier!

Lauerput

Master-Caster
Registriert
3. Mai 2019
Beiträge
588
Punkte Reaktionen
1.377
Nun haben wir aber den Zeitpunkt schon lange hinter uns, an dem der Mensch die "Natur sich selber regeln lassen kann". Seit wir den Lebensraum für uns beanspruchen, haben wir mit unserer Siedlungsform Auswirkungen auf die Natur. Und damit geht die Verantwortung der Regulierung einher: Stichwort Wildtiermanagement, das tägliche Brot von Jägern und Förstern. Und da kann man rütteln und argumentativ zerren, wie man will: Ohne das gibt es mehr Verlierer als Gewinner. Nicht beim Mensch, sondern bei der Natur. Der Bestand auch an Wildschweinen selbst würde sich dann selbst erliegen.

Beispiel: Wir haben Bär und Wolf weitestgehend aus unserem von der Natur- zu Kulturlandschaft gewordenem Siedlungsraum verdrängt. Wer hält Populationen von Wildschweinen im Griff? Oder anders: Was wäre wenn das keiner tut? Dann wäre an Landwirtschaft, beziehungsweise an effizienten Ackerbau (der Ursprung unseres Fortschrittes/ENtwicklung/Wohlstand) nicht mehr zu denken. Irgendwann würden die Tiere an durch Überpopulation bedingten Krankheiten eingehen.

Wieso sollte dieses nachweislich funktionierende als auch unverzichtbare Bestands Management also vor der Vogelwelt Halt machen? Wenn es nicht mehr genug Räuber gibt, die sich über den Kormoran hermachen, weil wir diese Prädatoren auch verdrängt haben, wer macht es dann? Die Natur selbst? Siehe Beispiel Wildschweine oder Weiterlesen. Ich sehe es ganz pragmatisch: Wir haben diesen Lebensraum für uns in Anspruch genommen, also haben wir auch die Pflicht, uns um ihn zu kümmern. Ob wir dies voll umfänglich und in guter Qualität tun, steht auf einem anderen Blatt. Dass wir es als Alpha-Prädator, der alles andere sich unterordnet, müssen, steht außer Frage. Man lässt sein Terrain/Haus nun mal nicht vergammeln. Außer ein paar fragwürdige Individuen vielleicht. Der Rest pflegt die Basis seiner Ernährung, die Grundlage der Existenz.

Klar können wir abwarten, bis der Kormoran alles zerhackt, bis auch der letzte Fisch verpilzt und der letzte Fischwirt pleite gegangen ist. Dann gibts für den Kormoran irgendwann nichts mehr zu futtern, seine Reproduktion wird wenig erfolgreich, seine Population passt sich wieder dem Nahrungsangebot an. Das wäre der natürlich Lauf. Aber bevor fast gänzlich ausgestorben oder extrem (sich selbst) dezimiert hat, erwischt es fast alle, die unter ihm angesiedelt sind.

Aber die Frage, wollen wir das? Also von mir aus würden 40% weniger dieser Vögelchen die Kormoran-Population nicht an den Abgrund bringen (zumal wir wissen, wie schnell sie sich wieder erholt).
Aber grundehrlich freuen würde ich mich, wenn der Äschenbestand nicht auf einem genetisch verarmten Bestand von 1,4 Fischen pro Flusskilometer in 10 Jahren wieder aufbauen muss. Falls 10 Jahre dann nicht schon zu viel sind.
Oder die Nistplätze von anderen schönen Vogelarten, wie dem Schwarzspecht, völlig zugeschissen und weggeätzt werden. Gerne würde ich meinem Kind die Vielfalt der Tierwelt zeigen ohne sagen zu müssen: Die Kormoran raffen sich erst in 20 Jahren an der Vogelgrippe nieder, bis dahin schauen wir heimische Tierwelt auf Youtube an.

Nö, hab ich gar keinen Bock drauf. Schon gar nicht, wenn zwei Beschlüsse und ein paar Knall-Pengs das Ganze so regulieren könnten, wie man es überall sonst auch tut. oder will ich das aus reinem Angelegoismus etwa? Nö, auch nicht, da ich quasi nicht mehr fischen gehe.

Ich mag halt die Erkenntnis, dass Management Vielfalt ermöglicht. Und das ist toll! Und habe wirklich so gar kein Verständnis dafür, wie nachweislich seit Jahrunderten funktionale fortwirtschaftliche Aktivitäten plötzlich bei diesem einen Viech vollkommen in Frage gestellt werden. Es ist vollkommen absurd und eigentlich schon Tierarten diskriminierend, einem Vogel x andere Tierarten auszuliefern. Schutzlos und ohne Not. Und vermutlich hätte der ein oder andere Kormoran auch ein schöneres Leben, wenn er sich nicht um die letzten 3 Plötzen mit 20 Kollegen streiten muss, sondern einfach satt wird und aufgrund etwas lauter Gewitter halt nur noch 2 Küken statt 25 im Leben durchbringt.
Bei uns ist der Abschuss des Cormorans, um erhebliche fischereiwirtschaftliche Schäden abzuwenden und heimische Fischbestände zu schützen, unter bestimmten Umständen erlaubt. Ich hab mal einen Jäger getroffen, der gleichzeitig auch an unseren Gewässern angelt und regelmäßig auch Cormorange erlegt. Leit seiner Aussage, wird dies jedoch von mal zu mal schwieriger, da die Cormorane sofort erkennen, ob er mit der Angelrute oder dem Gewehr unterwegs ist.
 

Vik le Trik

Finesse-Fux
Registriert
23. August 2018
Beiträge
1.076
Punkte Reaktionen
3.018
Ort
Berlin
Nun haben wir aber den Zeitpunkt schon lange hinter uns, an dem der Mensch die "Natur sich selber regeln lassen kann". Seit wir den Lebensraum für uns beanspruchen, haben wir mit unserer Siedlungsform Auswirkungen auf die Natur. Und damit geht die Verantwortung der Regulierung einher: Stichwort Wildtiermanagement, das tägliche Brot von Jägern und Förstern. Und da kann man rütteln und argumentativ zerren, wie man will: Ohne das gibt es mehr Verlierer als Gewinner. Nicht beim Mensch, sondern bei der Natur. Der Bestand auch an Wildschweinen selbst würde sich dann selbst erliegen.

Beispiel: Wir haben Bär und Wolf weitestgehend aus unserem von der Natur- zu Kulturlandschaft gewordenem Siedlungsraum verdrängt. Wer hält Populationen von Wildschweinen im Griff? Oder anders: Was wäre wenn das keiner tut? Dann wäre an Landwirtschaft, beziehungsweise an effizienten Ackerbau (der Ursprung unseres Fortschrittes/ENtwicklung/Wohlstand) nicht mehr zu denken. Irgendwann würden die Tiere an durch Überpopulation bedingten Krankheiten eingehen.

Wieso sollte dieses nachweislich funktionierende als auch unverzichtbare Bestands Management also vor der Vogelwelt Halt machen? Wenn es nicht mehr genug Räuber gibt, die sich über den Kormoran hermachen, weil wir diese Prädatoren auch verdrängt haben, wer macht es dann? Die Natur selbst? Siehe Beispiel Wildschweine oder Weiterlesen. Ich sehe es ganz pragmatisch: Wir haben diesen Lebensraum für uns in Anspruch genommen, also haben wir auch die Pflicht, uns um ihn zu kümmern. Ob wir dies voll umfänglich und in guter Qualität tun, steht auf einem anderen Blatt. Dass wir es als Alpha-Prädator, der alles andere sich unterordnet, müssen, steht außer Frage. Man lässt sein Terrain/Haus nun mal nicht vergammeln. Außer ein paar fragwürdige Individuen vielleicht. Der Rest pflegt die Basis seiner Ernährung, die Grundlage der Existenz.

Klar können wir abwarten, bis der Kormoran alles zerhackt, bis auch der letzte Fisch verpilzt und der letzte Fischwirt pleite gegangen ist. Dann gibts für den Kormoran irgendwann nichts mehr zu futtern, seine Reproduktion wird wenig erfolgreich, seine Population passt sich wieder dem Nahrungsangebot an. Das wäre der natürlich Lauf. Aber bevor fast gänzlich ausgestorben oder extrem (sich selbst) dezimiert hat, erwischt es fast alle, die unter ihm angesiedelt sind.

Aber die Frage, wollen wir das? Also von mir aus würden 40% weniger dieser Vögelchen die Kormoran-Population nicht an den Abgrund bringen (zumal wir wissen, wie schnell sie sich wieder erholt).
Aber grundehrlich freuen würde ich mich, wenn der Äschenbestand nicht auf einem genetisch verarmten Bestand von 1,4 Fischen pro Flusskilometer in 10 Jahren wieder aufbauen muss. Falls 10 Jahre dann nicht schon zu viel sind.
Oder die Nistplätze von anderen schönen Vogelarten, wie dem Schwarzspecht, völlig zugeschissen und weggeätzt werden. Gerne würde ich meinem Kind die Vielfalt der Tierwelt zeigen ohne sagen zu müssen: Die Kormoran raffen sich erst in 20 Jahren an der Vogelgrippe nieder, bis dahin schauen wir heimische Tierwelt auf Youtube an.

Nö, hab ich gar keinen Bock drauf. Schon gar nicht, wenn zwei Beschlüsse und ein paar Knall-Pengs das Ganze so regulieren könnten, wie man es überall sonst auch tut. oder will ich das aus reinem Angelegoismus etwa? Nö, auch nicht, da ich quasi nicht mehr fischen gehe.

Ich mag halt die Erkenntnis, dass Management Vielfalt ermöglicht. Und das ist toll! Und habe wirklich so gar kein Verständnis dafür, wie nachweislich seit Jahrunderten funktionale fortwirtschaftliche Aktivitäten plötzlich bei diesem einen Viech vollkommen in Frage gestellt werden. Es ist vollkommen absurd und eigentlich schon Tierarten diskriminierend, einem Vogel x andere Tierarten auszuliefern. Schutzlos und ohne Not. Und vermutlich hätte der ein oder andere Kormoran auch ein schöneres Leben, wenn er sich nicht um die letzten 3 Plötzen mit 20 Kollegen streiten muss, sondern einfach satt wird und aufgrund etwas lauter Gewitter halt nur noch 2 Küken statt 25 im Leben durchbringt.
Danke für diesen mMn sehr guten Beitrag und die Einordnung. Manche wollen einfach nicht wahr haben, dass wir uns seit einigen Momenten im Erdzeitalter des Anthropozän befinden. Von wegen wilde Natur und nicht eingreifen...
 

Vik le Trik

Finesse-Fux
Registriert
23. August 2018
Beiträge
1.076
Punkte Reaktionen
3.018
Ort
Berlin
Viele interessante und valide Sichtweisen, die hier vertreten werden. Danke dafür! Die Wahrheit (oder der Kompromiss) liegt wie so oft sicher irgendwo dazwischen.

Wie dem auch sei, am heutigen Nachmittag war wieder einiges los auf der Alten Fahrt, das konnte man schon von der Tram aus gut erkennen.... Wäre ich ein Kormoran vom zugefrorenen Glindower See, würde es mich spätestens jetzt auch an den gedeckten Tisch ziehen. Ohne Sorge, dass einem die Wobbler um die Ohren fliegen. Aber ob die Situation da jetzt repräsentativ ist? Da habe ich meine Zweifel. Aber auch, dass es in ganz Brandenburg nur 600 Brutpaare geben soll!? No way!
Ich würde fast behaupten, dass wir am Wannsee (Insel Imchen) und Pfaueninsel mehr Brutpaare haben, als für Brb angegeben.

Was ich nicht verstehe, dass es keine belastbare Zahl an Tieren gibt. Jeder haut irgendeine Zahl raus. Gibt's kein Monitoring, weil doch eine in der Existenz bedrohte Art ;) ???

Hat den Prof. Arlinghaus et al & Co noch nix über diese Thematik geforscht und publiziert?
Dafür können die Verbände gerne Mal was locker machen.
 

Keilerkopf

Twitch-Titan
Registriert
21. Mai 2008
Beiträge
95
Punkte Reaktionen
225
Ort
Braunschweig
Viele interessante und nachvollziehbare Statements hier.
Das Grundproblem der Objektivierung bleibt für mich allerdings, da es scheinbar weder belastbare Zahlen zur Anzahl der Kormorane noch zur Biomasse über alle Gewässer gibt.
Daher können wir vortrefflich streiten. ;-)
Zuchtgewässer mit abnormer Fischdichte und täglicher externer Futterzufuhr sind als Vergleich zu anderen Gewässern auch fragwürdig.
Bei den leer gefressenen Forellen- und Äschenregionen ist sicher auch zu fragen, ob das mäandernde Fliessgewässer mit Totholzeintrag, Wurzelgeflecht und vielen Steinverstecken sind oder eher kanalisierte deckungsarme "Kanäle".

Zum Winterquartier hier:
Die Vögel werden bestimmt einiges verputzen dort in den 5-14 Tagen, aber wie bewerten wir, ob das kritische Mengen sind auf das Gewässersystem? Geht der Kormoran bevorzugt auf kranke, langsame Fische?

Mein Fazit ohne objektive Daten wäre daher weder die Verteufelung noch der Heiligenschein:
Wenn die Tiere nicht mehr gefährdet sind (und das ist die Art definitiv nicht), plädiere ich für eine Freigabe der Jagd bei entsprechender Verwertung (Gulasch, Schinken, was auch immer). Die Tiere für die Mülltonne töten, fände ich unangemessen.

PS: Zu gewissen Zeiten helfen die Vögel mir vom Ufer analog zu anderen Raubvögeln sogar beim Finden der Fische.
 

dietel

Barsch-Yoda
Teammitglied
Administrator
Registriert
18. Oktober 2002
Beiträge
4.983
Punkte Reaktionen
15.523
Ort
Berlin, Germany
Website
www.barsch-alarm.de
Hi Leute.
Das Thema berührt mich. Mein Boot liegt im Wannsee. Ich liebe das Angeln auf der Havel. Mir machen die Vögel Sorgen. Kann auch sein, dass sie unbegründet ist. Kann auch sein, dass die vielen Angler mindestens genauso einen Eingriff in den Bestand vornehmen. Fest steht, dass sehr viel Fisch in den Winterlagern steckt und wenn der weggefressen ist, wird man das sicher bemerken.

Ich habe einen Link zu einem kleinen Clip von heute morgen:

 

Mohrchen

Barsch Vader
Registriert
14. Juni 2005
Beiträge
2.153
Punkte Reaktionen
5.085
Ort
LOS
Bei den leer gefressenen Forellen- und Äschenregionen ist sicher auch zu fragen, ob das mäandernde Fliessgewässer mit Totholzeintrag, Wurzelgeflecht und vielen Steinverstecken sind oder eher kanalisierte deckungsarme "Kanäle".
Bei den, von Kollegen Drehteufel genannten Flüssen/Bächen handelt es sich keineswegs um kanalisierte deckungsarme "Kanäle" - jedenfalls nicht bei Selke und Wipper. Das weiß ich mit Sicherheit, da ich selber aus der Region komme bzw. dort aufgewachsen bin und Totholzeintrag, Wurzelgeflecht und vielen Steinverstecke gibt es dort genug.
 

Keilerkopf

Twitch-Titan
Registriert
21. Mai 2008
Beiträge
95
Punkte Reaktionen
225
Ort
Braunschweig
Bei den, von Kollegen Drehteufel genannten Flüssen/Bächen handelt es sich keineswegs um kanalisierte deckungsarme "Kanäle" - jedenfalls nicht bei Selke und Wipper. Das weiß ich mit Sicherheit, da ich selber aus der Region komme bzw. dort aufgewachsen bin und Totholzeintrag, Wurzelgeflecht und vielen Steinverstecken gibt es dort genug.
Danke für die Antwort auf meine Frage. Unsere Oker ist in manchen Ecken bspw. sehr begradigt und soll jetzt eine Renaturierung erfahren. An solchen Ecken ist es für den Räuber (vermutlich( einfacher. Hat mich daher inetressiert, wie die Struktur da war/ist.
 

offset

Twitch-Titan
Registriert
1. Juni 2012
Beiträge
87
Punkte Reaktionen
79
Bachforellen stellen sich ins Holz, die Äsche zieht sich bei Gefahr in die tiefen Bereiche des Kolkes bzw. der Gumpe, ganz anderes Fluchtverhalten. Dort wird sie jedoch zur leichten Beute. Da hilft auch Struktur nix, sie stellt sich einfach nur ins Tiefe.

Es stellt sich jedoch die Frage, warum die Äsche seit der letzten Eiszeit kein andere Überlebensstrategie gegenüber dem Kormoran entwickelt hat, 90 Prozent Populationsverlust sind nicht so häufig reproduzierbar...

Gibt es Binnenkormorane vielleicht noch nicht so lange in Europa und was ist mit der These, dass Holländer im Mittelalter Kormorane aus China zum Fischfang in Europa mitbrachten?

Beim Kormoran passt vieles nicht zusammen.
 

fragla

Barsch Vader
Registriert
14. Januar 2021
Beiträge
2.237
Punkte Reaktionen
5.553
Alter
55
Ort
Thüringen
Wieso sollte dieses nachweislich funktionierende als auch unverzichtbare Bestands Management also vor der Vogelwelt Halt machen? Wenn es nicht mehr genug Räuber gibt, die sich über den Kormoran hermachen, weil wir diese Prädatoren auch verdrängt haben, wer macht es dann? Die Natur selbst?
Da ist auf alle Fälle was dran. Ich habe mal nach natürlichen Feinden des Kormoran gegoogelt und da gibt es wohl nicht wirklich was effektives außer Seeadler, Uhu und Waschbär welche auch hauptsächlich während der Brut ein greifen können.
Seltsamerweise greift nicht einmal die Vogelgrippe.

Übrigens war die Artenvielfalt zu DDR Zeiten trotz vielfach ungeklärter Ab- und Industriewassereinleitung wesentlich höher, wir hatten neben Bach- und Regenbogenforellen, Äschen, Hasel, Döbel, Groppe, Schlammpeizker, Bachneuenaugen usw. Hasel und Döbel haben das Ende der 90er bei uns nicht mehr erlebt
An der Wipper behaupte ich das Gegenteil, denn da gab es zu DDR Zeiten nicht mal Pflanzen im Wasser. Die Forellen wurden da regelmäßig besetzt, bzw sind aus der angrenzenden Forellenzucht entwischt.
Ich war in den letzten 3 Jahren bei mehreren Monitorings dabei und der Bestand an Groppe, Schlammpeitzger, Bachneunauge und Gründling ist an mehreren Bächen gegeben.
Die Kormorane sind damals auf die Bäche ausgewichen und haben innerhalb kürzester Zeit die Äschenpopulation von Selke, Thyra und Wipper nahezu komplett ausgelöscht. In den ersten beiden Bächen war die Äsche der Leitfisch. In der Thyra habe ich seitdem nie wieder eine Äsche gefangen.
Hier darf man auch eine Sache nicht vergessen, die Angler sind auch um einiges mehr geworden und sorgen dafür, das kein maßiger Fisch im Bach schwimmt. An "meiner" Wipperstrecke gibt es spätestens 14 Tage nach dem 01.04. keine Forelle, Saibling oder ähnliches mehr und das liegt nicht am Kormoran.
Die Natur ist immer im ständigen Wandel und es gibt immer Gewinner und Verlierer.
Ich kenne den Kormoran auch nicht aus meiner Kindheit/Jugend, da waren die Gewässer allerdings sehr oft im November schon gefroren. Ob es deutlich weniger Vögel gab oder diese einfach woanders überwintert haben, kann man nur spekulieren.
 

Allrounder90

Gummipapst
Registriert
25. April 2019
Beiträge
797
Punkte Reaktionen
5.149
Alter
35
Ort
Neubrandenburg
Wer hält Populationen von Wildschweinen im Griff
Beschäftigte dich mal tiefgehend mit der Jagd und was sie so bringt.

Dazu schau dir die Hobbyjäger an ....

Das "Wildtiermanagement" ist auf so vielen Ebenen gescheitert. Schonmal bei ner Drückjagd dabei gewesen. Da wird nicht selektiert. Da wird mitgenommen was geht.

Leitbache weg ... Zack hast mehr Schweine in paar Monaten als vorher.

Aber das Fass will ich hier garnicht aufmachen. Aber mit Management hat das mal überhaupt nix zu tun. Ich war in der Jagdbehörde beruflich tätig, ich hab viele "Jäger" gesehen. Da kommt dir das kotzen. Ich frag mich immer noch wie diese Scheisse die da abläuft zur heutigen Zeit in DE noch erlaubt sein kann.

Schau dir mal die Tiere an die so geschossen wurden... Elendig verreckt weil das halbe Bein weggeballert wurde. Ist auch kein Wunder bei den nicht vorhanden Schießfertigkeiten. Was da n Waffenschein bekommt ist einfach nur traurig. Ich habe das ganze Trauerspiel leider mehrfach mit ertragen müssen.... Bin da nicht ohne Grund weg ... Tierverachtend nichts anderes ist das
 
Zuletzt bearbeitet:

Simon D

Master-Caster
Registriert
22. Juli 2015
Beiträge
698
Punkte Reaktionen
1.388
Ort
Saarland
Beschäftigte dich mal tiefgehend mit der Jagd und was sie so bringt.

Dazu schau dir die Hobbyjäger an ....

Das "Wildtiermanagement" ist auf so vielen Ebenen gescheitert. Schonmal bei der Drückjagt dabei gewesen. Da wird nicht selektiert. Da wird mitgenommen was geht.

Leitbache weg ... Zack hast mehr Schweine in paar Monaten als vorher.

Aber das Fass will ich hier garnicht aufmachen. Aber mit Management hat das mal überhaupt nix zu tun. Ich war im der Jagdbehörde beruflich tätig, ich hab viele "Jäger" gesehen. Da kommt dir das kotzen. Ich frag mich immer noch wie dies Scheisse die da abläuft zur heutigen Zeit in DE noch erlaubt sein kann.

Schau dir mal die Tiere an die so geschossen wurden... Elendig verreckt weil das halbe bein weggeballert wurde. ist auch kein Wunder bei den nicht vorhanden Schießfertigkeit. Was da n Waffenschein bekommt ist einfach nur traurig. Ich habe das ganze Trauerspiel leider mehrfach mit ertragen müssen.... Bin da nicht ohne Grund weg ... Tierverachtend nichts anderes ist das


Mein Onkel ist Förster und Jäger hauptberuflich. Seit etwa 40 Jahren im Dienst und ich war bei diversen Jagden und Drückjagden dabei. Ich glaub, der versteht schon ganz gut, was man schießen soll und was nicht.

Ich habe ganz deutlich hervorgehoben, dass die Qualität der Umsetzung der Wildhege auf einem anderen Blatt steht. Und auch von Hobbyjägern und ihren Schiesskünsten hab ich kein Wort gesagt. Tut mir leid, dass du scheinbar den Bodensatz der Jagd hast miterleben müssen. Ich denke, das ist leider Teil vom Geschäft, dass nicht alle so auf der Höhe sind. Wenn der Dachdecker nen Fehler macht, haut er sich halt auf den Daumen. Wenn der Berufsjäger das tut, erwischt es halt das Schweinebein. Oder die falsche Sau. Schön ist das nicht, da bin ich ganz bei dir. Auch in meiner Branche (SW/FW Fischzucht, RAS Systeme) läuft nicht alles immer sauber und ordentlich. Auch hier arbeiten Menschen mit Tieren und es passieren Fehler. Das gehört in den Anfangsphasen leider dazu. Und auch später kann so etwas passieren.

Aber deshalb das GANZE und ALLE in Frage zu stellen und alle von mir o.g. (und alle die ich nicht im Kontext der Jagd aufgezählt habe) Konsequenzen in Kauf nehme,n indem man komplett auf jegliches Eingreifen verzichtet? Sorry, aber das fände ich schlichtweg fahrlässig und die Vergangenheit hat oft genug gezeigt, dass das komplett eskalieren kann.
 
Zuletzt bearbeitet:

lexy

Echo-Orakel
Registriert
2. Januar 2010
Beiträge
235
Punkte Reaktionen
378
Ort
Uckermark
Beschäftigte dich mal tiefgehend mit der Jagd und was sie so bringt.

Dazu schau dir die Hobbyjäger an ....

Das "Wildtiermanagement" ist auf so vielen Ebenen gescheitert. Schonmal bei der Drückjagt dabei gewesen. Da wird nicht selektiert. Da wird mitgenommen was geht.

Leitbache weg ... Zack hast mehr Schweine in paar Monaten als vorher.

Aber das Fass will ich hier garnicht aufmachen. Aber mit Management hat das mal überhaupt nix zu tun. Ich war im der Jagdbehörde beruflich tätig, ich hab viele "Jäger" gesehen. Da kommt dir das kotzen. Ich frag mich immer noch wie dies Scheisse die da abläuft zur heutigen Zeit in DE noch erlaubt sein kann.

Schau dir mal die Tiere an die so geschossen wurden... Elendig verreckt weil das halbe bein weggeballert wurde. ist auch kein Wunder bei den nicht vorhanden Schießfertigkeit. Was da n Waffenschein bekommt ist einfach nur traurig. Ich habe das ganze Trauerspiel leider mehrfach mit ertragen müssen.... Bin da nicht ohne Grund weg ... Tierverachtend nichts anderes ist das
Wo siehst du denn da den signifikanten Unterschied zur Angelei ? Und
sicherlich gibt es bei den Jägern schwarze Schafe, wie auch bei den Anglern. Leitbachen schießt man nicht.. Laichfische beangelt man nicht... blablabla. Trotzdem wird es gemacht, deshalb jetzt über die Jagd hetzen, aber selbst angeln ? Sorry aber das ist wie Wasser predigen aber Wein trinken.
 

Allrounder90

Gummipapst
Registriert
25. April 2019
Beiträge
797
Punkte Reaktionen
5.149
Alter
35
Ort
Neubrandenburg
Wo siehst du denn da den signifikanten Unterschied zur Angelei ? Und
sicherlich gibt es bei den Jägern schwarze Schafe, wie auch bei den Anglern. Leitbachen schießt man nicht.. Laichfische beangelt man nicht... blablabla. Trotzdem wird es gemacht, deshalb jetzt über die Jagd hetzen, aber selbst angeln ? Sorry aber das ist wie Wasser predigen aber Wein trinken.
Joa schwarze Schafe ^^, die Herde ist schwarz.

Beim Angeln hab ich persönlich nie so ein Schlachtfeld gesehen sry. Wenn ich einen Fisch entnehme schmeiß ich den vorher nicht erst ins Gebüsch und lass den da qualvoll verenden bis ich den dann mal gefunden habe. Und wenn nicht ja dann ist das so. Da kommen Jäger nicht mal mehr die Treppe zum Amt hoch und wollen ne Sondererlaubnis damit sie ausm Auto schießen können. Aja und wie holst du dann das Wild ausm Gebüsch mit deinen 70 Jahren und nein das war kein Einzelfall.

Professionelle Jagd .... da geh ich mit, aber dieses Hobbymäßige wo man sich am besten noch in Jagdgemeinschaften einmietet um bissel rumzuballern ^^. Tolles Konzept.

Dann hocken da Jäger in den kontrollierenden Behörden und kontrollieren sich schön gegenseitig, wenn man das überhaupt Kontrolle nennen kann. Sry aber ich hab das alles mit eigenen Augen gesehen und mitbekommen das ist kein Hören Sagen. Zumal wenn man hier von "Management" redet ... ja sry mein Onkel zerkleinert das Wild was hier so im Gebiet geschossen wird. Was da in die eigene Tasche wandert und nicht angegeben wird ist nicht grad wenig ... die Zahlen kannst gesammelt in die Tonne kloppen. Vom Zustand des Wildes will ich garnicht erst anfangen, hätte auch ne Attrappe aufm Schießplatz sein können.....

Hier wird doch immer die waidgerechte Ausübung gepredigt, ein Fass aufgemacht wenn der Fisch im Gras liegt. Den Maßstab sollte man dort mal ansetzen.
 

Angler9999

Finesse-Fux
Registriert
2. Juli 2010
Beiträge
1.290
Punkte Reaktionen
1.908
Ort
PM
Arlinghaus hat zum Thema Bodden-Hecht was zum Kormoran geschrieben.
Ab Seite 94.

Das BA diskutiert zum Thema Kormoran ebenfalls schon lange

Wer lieber Bilder mag, hier ein 12 Jahre alter YT Beitrag

Ich selbst sehe es so, der Mensch hat hier immens in die Natur eingegriffen, nur er kann ein Gleichgewicht mittelfristig wieder herstellen.
(siehe hier auch Ähnlichkeiten zum Grand Canyon)

Das Winterlager Alte Fahrt ist nur sichtbar und deswegen auffällig. Das eigentliche Problem Alte Fahrt als Winterlager-Schutz zu schützen ist nicht gelungen.
 
Zuletzt bearbeitet:

Drop Shoter

Finesse-Fux
Registriert
29. November 2010
Beiträge
1.459
Punkte Reaktionen
915
Arlinghaus hat zum Thema Bodden-Hecht was zum Kormoran geschrieben.
Ab Seite 94.

Das BA diskutiert zum Thema Kormoran ebenfalls schon lange

Wer lieber Bilder mag, hier ein 12 Jahre alter YT Beitrag

Ich selbst sehe es so, der Mensch hat hier immens in die Natur eingegriffen, nur er kann ein Gleichgewicht mittelfristig wieder herstellen.
(siehe hier auch Ähnlichkeiten zum Grand Canyon)

Das Winterlager Alte Fahrt ist nur sichtbar und deswegen auffällig. Das eigentliche Problem Alte Fahrt als Winterlager-Schutz zu schützen ist nicht gelungen.
Danke für deinen Beitrag mit den Verweis auf belastbare Zahlen aus der Wissenschaft.

Ich war vergangenes Jahr das erste Mal im Brackwasser in Schweden angeln. Was sowohl mir als auch Angelkollegen mit viel Boddenerfahrung aufgefallen ist, dass wir über viele Tage hinweg keine Kormorane gesehen haben und schon lange keine Schwärme wie in Mecklenburg-Vorpommern. Dafür war die Anglerdichte sehr hoch, die Leute waren sehr freundlich und auch kommunikativ, man tauschte sich an der Slippstelle aus. Da waren keine Fischkisten oder blauen Säcke voll Fisch in den Booten der Einheimischen zu sehen.
Auch wenn meine Beobachtungen keine verbindlichen Rückschlüsse auf den Einfluss des Kormoran zulassen so bin ich davon überzeugt dass Entnahme, egal ob von Kormoranen oder von Anglern, Einfluss auf die Fischbestände haben. Und die Schweden haben augenscheinlich ein deutlich besseres Kormoranmangement und die besseren Fischbestände.
 

Simon D

Master-Caster
Registriert
22. Juli 2015
Beiträge
698
Punkte Reaktionen
1.388
Ort
Saarland
Hier mal ein kleines Video zum schwedischen Kormoranmanagement:


Ganz vielleicht findet sich darin ein kausaler Zusammenhang zwischen dem Fischbestand und den Maßnahmen. Ganz vielleicht.
 

datou

Twitch-Titan
Registriert
9. August 2024
Beiträge
51
Punkte Reaktionen
155
Ort
14473
Heute Nachmittag war ich wieder an der Alten Fahrt bzw. der Langen Brücke. Nicht zum Angeln, sondern um zu gucken, wie die Lage dort aktuell ist.

Bevor ich euch die schildere, setzt euch bitte stabil hin. Und falls ihr gerade Stress o.ä. hattet, kommt erstmal runter, bevor ihr weiterlest.






















OK, nun zur Sache, also zunächst einmal habe ich mich gewundert, dass keine Kormorane mehr im Hafenbecken zu sehen waren, aber einige flogen noch umher. An der Alten Fahrt selbst im Prinzip ähnlich, insgesamt vielleicht 10 Kormorane, die meisten davon in der bekannten "Barschecke" auf dem Rest-Eis, wo sie mit einem Grau- und einem Silberreiher gestritten haben. Im Wasser keinerlei Anzeichen für Fischaktivität. Um 16 Uhr ist an den bekannten Stellen normalerweise der Bär los. Heute: nichts. Blick ins Wasser: nichts. Taschenlampe (ziemlicher Strahler) an: nichts. Uferpromenade abgeklappert: nichts. Dann zur Langen Brücke und dort im Schatten ins Wasser geleuchtet: nichts. Weiter durch den Tunnel zum Hafenbecken. Da steppt um diese Zeit normalerweise auch der Bär. Aber heute: nichts.

Mit anderen Worten: Ich habe heute, am 14. Januar 2026, an der Alten Fahrt keinen einzigen Fisch gesehen. Das soll nicht heißen, dass da keine Fische waren, aber ich habe selbst mit Hilfe einer Taschenlampe keinen einzigen gesehen. :cry:

Ich bin immer noch total geschockt, musste das erstmal loswerden. :(
 

fragla

Barsch Vader
Registriert
14. Januar 2021
Beiträge
2.237
Punkte Reaktionen
5.553
Alter
55
Ort
Thüringen
Hier mal ein kleines Video zum schwedischen Kormoranmanagement:
Schweden ist aber nicht Deutschland! Du wirst keinen Jäger finden der an der Alten Fahrt die Viecher mit Blei voll pumpt.
Mit anderen Worten: Ich habe heute, am 14. Januar 2026, an der Alten Fahrt keinen einzigen Fisch gesehen. Das soll nicht heißen, dass da keine Fische waren, aber ich habe selbst mit Hilfe einer Taschenlampe keinen einzigen gesehen. :cry:
Schon mal daran gedacht, das sich die Fische vielleicht auch der Vernichtung entziehen. Die können auch einfach mal weg schwimmen.
 

Oben