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datou

Belly Burner
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Ich weiß nicht, wo sich die Kormorane tagsüber rumtreiben, aber gegen Sonnenuntergang fliegen die aktuell dort in riesigen Schwärmen ein. Habe sowas noch nie gesehen und dachte von weitem zuerst, das wären Krähen.
 

Peer Rügge

Echo-Orakel
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War gerade mal gucken, zur Zeit is es ruhig dort... meist kommen die Vögel 1x morgens und 1x abends vorbei.

Nachtrag zu den Speiballen:

Bei gehaltenen Vögeln:

"Bezüglich der Häufigkeit der Speiballenproduktion variieren die
Angaben zwischen durchschnittlich 0,11 bis 1,87 Speiballen pro Tag (Tab. 2). Aufgrund der
Unterschiedlichkeit der Versuchsanstellungen wird aus den Beschreibungen nicht ersichtlich,
ob beobachtete Unterschiede auf den Haltungsbedingungen, der Körpergröße der Vögel (und
somit ihren Energiebedarf), dem Futterregime (ein- oder mehrmalige Fütterung pro Tag), auf
den verfütterten Fischarten und -mengen oder anderen Faktoren beruhen."
(https://transparenz.schleswig-holst...ericht-speiballen-sh-final-novemberr-2021.pdf)

bzw bei wilden Vögeln

"Bei kamerabasierten
Untersuchungen freilebender Kormorane an einem Winterrastplatz auf Helgoland
beobachteten Hüppop und Fründt (2002) die Abgabe von 0,33 bis 1 (im Mittel 0,74)
Speiballen pro Nacht, bevorzugt in der letzten Stunde vor Sonnenaufgang. In keiner der
beiden Studien wurde die Abgabe von mehr als einem Speiballen pro Tag registriert. "
(https://oceanrep.geomar.de/id/eprint/24690/1/2-Kormoranbericht.pdf)

Insgesamt kann man von wohl im Jahresdurchschnitt von 350g pro Tier und Tag ausgehen mit starken Schwankungen nach Alter, Jahreszeit und Ort. Einfach mal so als Fakt ohne Wertung.

Was mich einfach hier stört ist diese dumme Meinungsmache - da konzentrieren sich die sicher recht verzweifelten Tiere aus einem sonst riesigen Gebiet (+ eine unbekannte Zahl an Wintergästen) an den letzten 3 freien Wasserlöchern und es wird suggeriert, das es immer und überall so aussieht - das ist halt das Niveau von unserem Landesverband, der sonst nichts Konstruktives hin bekommt. So ein Post ist billig, Bruthilfen und Renaturierung hingegen...
 

offset

Twitch-Titan
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Das ist keine Meinungsmache, sondern eine Tatsachendarstellung. Und darüber muss geredet werden, denn diese schiere Masse an hungrigen Kormoranen mach jedes Gewässer platt. Und es müssen Entscheidungen getroffen werden, die auch der Situation und Zukunftsperspektive unserer heimischen Fischwelt gerecht werden. Viel zu lange wurde Naturschutz einseitig betrachtet, der übertriebene Schutz des Kormorans ist ein hervorragendes Beispiel dafür.

Ich wohne in Mitteldeutschland an einem Äschenfluss. Wir sind schon seit Tagen am vergrämen in den Morgenstunden, denn bei uns reichen 20 Vögel und unser Fluss ist leer.
 

Angler9999

Finesse-Fux
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Was ebenso Schlimm ist, ist die Zerstörung der Natur. Ganze Strecke von Baumreihen sind tot. Der Kot vernichtet so ziemlich alles an Baum und Sträuer. Teilweise sehen Ufer wie im Zombieland aus. Das nicht Winterspeziell, sondern ganzjährig. Wer hier noch den Vogel weiter unter Schutz stellen will, der hat ne rosa Brille auf. Oder Grün….
 

Peer Rügge

Echo-Orakel
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ja wenn der Dietel auf Insta... - na dann! Guckt mal bei RBB-aktuell heute, da steht der LAVB Onkel vor ganzen 6 Kormoranen - ist doch einfach nur albern ;D Und was er da sagt oh man man man... (kann natürlich auch aus dem Kontext gerissen sein).

Ich denke wir wollen im wesentlichen doch meist das Selbe: ruhigen Gewissens bzw. ohne Anfeindung in halbwegs intakter Natur unserem Hobby nachgehen. Klar, n paar Leute wollen alles rausholen was geht aber das ist ja hoffentlich die Minderheit hier im Forum.

Hier mal was mir so ganz spontan einfällt wofür der LAVB sich mit unserem Geld sinnvoll einsetzen könnte: Eine ordentliche Fischereischeinprüfung in Brandenburg - mit Praxisteil!, Kartenkontingente wie in andern Bundesändern, weniger Spundwand, mehr Struktur unter Wasser damit sich die Fische auch mal verstecken können, denn unter die Bote kommt der Kormoran bekanntlich auch, Überflutungsflächen zum Laichen (z.b. Hecht), etwas Schilf, Seerosen... habe ich schon weniger Spundwände erwähnt? Aber will man sich wirklich mit all den Jachtclubs hier anlegen oder sogar mit den Fischern? "Weihnachtsbäume in die Havel" hätte ich z.b. als schönen Post empfunden und nicht diesen opportunistischen Mist - das ist tatsächlich PETA Niveou, die sich einen bekloppten YTuber raussuchen um damit alle Angler anzufeinden. Ich sehe den Kormoran im wesentlichen als schöne Ausrede um nichts zu tun, denn der ist ja geschützt, tja doof da können wir nix machen :emoji_shrug:
Und bitte bei allem den Threadtitel hier bedenken, es geht nicht um irgendeinen Bergbach und auch nicht um die Wublitz etc. - großen Respekt übrigens @offset, das ist sicher kein Spaß bei der Kälte und ich glaube dir gern das das dort bei Dir nötig ist - ich denke aber nicht, das ZU VIEL Umweltschutz hier bei uns DAS Hauptproblem ist, Kormoran hin oder her. Und ja, den NABU finde ich schon gut, Greenpeace auch, PETA nicht - so kompliziert kann die Welt manchmal sein :D
 

Angler9999

Finesse-Fux
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Hier RBB....
 

datou

Belly Burner
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Wo war eigentlich der LAVB, als Ende Dezember an der Alten Fahrt nochmal so richtig auf die Kacke gehauen wurde und von etlichen "Angelfreunden" zig (wirklich zig) Kilo gerissene Barsche in 20-Liter-Eimern und extrastabilen Mülltüten abgeräumt wurden?
 
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PhilippPDM

Barsch Vader
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mhm echt schwieriges Thema... so lange man sich täglich gequälte Tiere reinpfeift(mach ich auch) und nur Angst davor hat in Zukunft weniger Angelspaß zu haben(mach ich auch), hat man eigentlich gar kein Recht irgendwas gegen den Kormoran zu sagen oder? so nen Riesentrupp wirkt natürlich erstmal bedrohlich aber sobald das Eis weg ist und die Viecher sich wieder verteilen fällts doch eh nich mehr soooo auf oder? gefühlt sind es natürlich viel mehr Kormorane geworden aber tatsächlich fange ich trotzdem von Jahr zu jahr mehr und größere Barsche in der Havel.

natürlich wärs aber scheiße wenns irgendwann kaum noch Fische gibt weil die Kormorane überhand nehmen...ohne Frage. Nur geht der Trend tatsächlich dahin und ist die Lage(um die Fische) wirklich so kritisch?

und ja...ich hätte grundsätzlich gerne keine Kormorane, keinen Fischer mit Netzen, keine anderen Angler in meiner Gegend
 

fragla

Barsch Vader
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vorweg, ich mag die Kormorane auch nicht aber, gibt es Berichte wo Gewässer von den Vögeln nachhaltig geschädigt wurden? Der Kormoran gehört ja irgendwo auch zur Natur und diese zerstört sich nicht selber. Sicher wird die Biomasse durch die Vögel reduziert, keine Frage, nachhaltig geschädigt wohl eher nicht, denn die Natur ist in der Lage das aus zu gleichen.
Man sollte auch Bedenken, wo so viel Fisch auf engstem Raum steht, treten häufig auch Krankheiten auf, welche den Bestand auch stark dezimieren können. Das ist eine ganz natürliche Sache und möglicherweise verhindert der Kormoran genau das.
Wir Menschen können uns sicher nicht vorstellen was da an Biomasse im Wasser lebt. Bei uns hier gibt es auch Kormorane für die Gewässer Größe meiner Meinung nach zu viel. Trotz der Vögel und das im Winter mehrmals der Abfluss geöffnet wurde (mit entsprechenden Fischverlust, schönes silbernes Bachbett :(), hat man als Angler nichts von Schädigungen gemerkt.
Die umstehenden Bäume haben da viel größeren Schaden genommen und sind teilweise gestorben.
 
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Allrounder90

Gummipapst
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Ich finds immer wieder erstaunlich wie gerade der "Mensch" sich hinstellt und mit dem Finger auf "die Bösen Vögel" zeigt.

Wieviele Jahre geht das jetzt schon so? Eigentlich müssten alle Gewässer schon leer sein?

Natürlich mag das für Kleinstgewässer scheiße sein. Aber in dem Kleinstgewässer dann auf die ach so seltenen Fische selbst angeln ist dann wieder ok? Das die meisten Gewässer so im Arsch sind, ist natürlich nicht die die Schuld des Menschen ^^.

Stichworte wie: "UNSER FLUSS!" "UNSER VEREINSSEE!" fallen dann immer gern. Sry aber das ist nicht euer Eigentum. Dem Vogel die Nahrung zu verwehren weil man selbst gern paar Fische fangen will (zum Spaß...) ist echt ne arg komische Ansicht. Dann kommen auch gern die "Naturschützer" um die Ecke oder wie sich manch Angler gern hinstellt. Beim Vogel hört dann die Natur aber schon ganz schnell auf. Achne das Argument war ja immer der Naturschutz hört an der Wasseroberfläche auf...

Die armen Bäumen ... Das nennt man Natur und die wird sich nie selbst ausrotten, hat n paar Milliarden Jahre ganz gut geklappt ... nur dann kam der Mensch...

Ich mach mir meine Welt wie sie mir gefällt.
 
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Peer Rügge

Echo-Orakel
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ab 1:30min... (komisch gestern im Live-stream war der Beitrag deutlich länger und differenzierter)
 
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Angler9999

Finesse-Fux
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vorweg, ich mag die Kormorane auch nicht aber, gibt es Berichte wo Gewässer von den Vögeln nachhaltig nachhaltig geschädigt wurden? Der Kormoran gehört ja irgendwo auch zur Natur und diese zerstört sich nicht selber. Sicher wird die Biomasse durch die Vögel reduziert, keine Frage, nachhaltig geschädigt wohl eher nicht, denn die Natur ist in der Lage das aus zu gleichen.
Man sollte auch Bedenken, wo so viel Fisch auf engstem Raum steht, treten häufig auch Krankheiten auf, welche den Bestand auch stark dezimieren können. Das ist eine ganz natürliche Sache und möglicherweise verhindert der Kormoran genau das.
Wir Menschen können uns sicher nicht vorstellen was da an Biomasse im Wasser lebt. Bei uns hier gibt es auch Kormorane für die Gewässer Größe meiner Meinung nach zu viel. Trotz der Vögel und das im Winter mehrmals der Abfluss geöffnet wurde (mit entsprechenden Fischverlust, schönes silbernes Bachbett :(), hat man als Angler nichts von Schädigungen gemerkt.
Die umstehenden Bäume haben da viel größeren Schaden genommen und sind teilweise gestorben.
Es gibt unzählige Berichte über die Zerstörung von Bäumen und Uferbereiche durch den Kot der Kormorane.
Hier Beispielbilder. Bei mir sind es viele Uferbereiche, die sich ohne Vertreibung dieser Vögel sich nicht wieder erholen.
Die Biomasse ist sicherlich ein Thema. Die Auswirkungen sind in immer weniger werdenden Bestand von Edelfischen. Dazu kann jeder was erzählen.
Messbar/Beweisbar anhand Zahlen vorher/nachher über einen Zeitraum ist es durch uns nicht. Also wie groß der Anteil vom Kormoran wirklich ist, im Verhältnis zu anderen Belastungen. Dazu haben wir nicht die Mittel und die, die es könnten machen es nicht.
Die Teichzuchtbesitzer messen das durchaus und können sagen, wie groß der Anteil durch Kormorane oder Otter etc. ist....

 

fragla

Barsch Vader
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Es gibt unzählige Berichte über die Zerstörung von Bäumen und Uferbereiche durch den Kot der Kormorane.
Mir geht es nicht um die Ufer und deren Vegetation, das habe ich auch erlebt.
Die Teichzuchtbesitzer messen das durchaus und können sagen, wie groß der Anteil durch Kormorane oder Otter etc. ist....
Die Fischzüchter haben in erster Linie Angst um Ihren Gewinn und Existenz. Im Vergleich zu einem natürlichen See sind das 2 Paar Schuhe und sollte nicht in die Bewertung ein fließen.
Die Natur sorgt dafür, dass keine Art eine andere ausrottet, (natürliches Gleichgewicht) außer der Mensch hat noch seine Finger im Spiel.
Wenn die Biomasse nicht durch Räuber verkleinert wird, dann durch Krankheiten, es wird so oder so geschehen.
An unserer Aufzuchtsrecke stehen die Rotaugen und Ukkis so dicht, das man nicht den Grund sehen kann, je nach Wetter und Monat sieht man immer mehr wie die Tiere verpilzen.
Die haben dort bis auf ein paar Reiher keine natürlichen Feinde.
 

Simon D

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Nun haben wir aber den Zeitpunkt schon lange hinter uns, an dem der Mensch die "Natur sich selber regeln lassen kann". Seit wir den Lebensraum für uns beanspruchen, haben wir mit unserer Siedlungsform Auswirkungen auf die Natur. Und damit geht die Verantwortung der Regulierung einher: Stichwort Wildtiermanagement, das tägliche Brot von Jägern und Förstern. Und da kann man rütteln und argumentativ zerren, wie man will: Ohne das gibt es mehr Verlierer als Gewinner. Nicht beim Mensch, sondern bei der Natur. Der Bestand auch an Wildschweinen selbst würde sich dann selbst erliegen.

Beispiel: Wir haben Bär und Wolf weitestgehend aus unserem von der Natur- zu Kulturlandschaft gewordenem Siedlungsraum verdrängt. Wer hält Populationen von Wildschweinen im Griff? Oder anders: Was wäre wenn das keiner tut? Dann wäre an Landwirtschaft, beziehungsweise an effizienten Ackerbau (der Ursprung unseres Fortschrittes/ENtwicklung/Wohlstand) nicht mehr zu denken. Irgendwann würden die Tiere an durch Überpopulation bedingten Krankheiten eingehen.

Wieso sollte dieses nachweislich funktionierende als auch unverzichtbare Bestands Management also vor der Vogelwelt Halt machen? Wenn es nicht mehr genug Räuber gibt, die sich über den Kormoran hermachen, weil wir diese Prädatoren auch verdrängt haben, wer macht es dann? Die Natur selbst? Siehe Beispiel Wildschweine oder Weiterlesen. Ich sehe es ganz pragmatisch: Wir haben diesen Lebensraum für uns in Anspruch genommen, also haben wir auch die Pflicht, uns um ihn zu kümmern. Ob wir dies voll umfänglich und in guter Qualität tun, steht auf einem anderen Blatt. Dass wir es als Alpha-Prädator, der alles andere sich unterordnet, müssen, steht außer Frage. Man lässt sein Terrain/Haus nun mal nicht vergammeln. Außer ein paar fragwürdige Individuen vielleicht. Der Rest pflegt die Basis seiner Ernährung, die Grundlage der Existenz.

Klar können wir abwarten, bis der Kormoran alles zerhackt, bis auch der letzte Fisch verpilzt und der letzte Fischwirt pleite gegangen ist. Dann gibts für den Kormoran irgendwann nichts mehr zu futtern, seine Reproduktion wird wenig erfolgreich, seine Population passt sich wieder dem Nahrungsangebot an. Das wäre der natürlich Lauf. Aber bevor fast gänzlich ausgestorben oder extrem (sich selbst) dezimiert hat, erwischt es fast alle, die unter ihm angesiedelt sind.

Aber die Frage, wollen wir das? Also von mir aus würden 40% weniger dieser Vögelchen die Kormoran-Population nicht an den Abgrund bringen (zumal wir wissen, wie schnell sie sich wieder erholt).
Aber grundehrlich freuen würde ich mich, wenn der Äschenbestand nicht auf einem genetisch verarmten Bestand von 1,4 Fischen pro Flusskilometer in 10 Jahren wieder aufbauen muss. Falls 10 Jahre dann nicht schon zu viel sind.
Oder die Nistplätze von anderen schönen Vogelarten, wie dem Schwarzspecht, völlig zugeschissen und weggeätzt werden. Gerne würde ich meinem Kind die Vielfalt der Tierwelt zeigen ohne sagen zu müssen: Die Kormoran raffen sich erst in 20 Jahren an der Vogelgrippe nieder, bis dahin schauen wir heimische Tierwelt auf Youtube an.

Nö, hab ich gar keinen Bock drauf. Schon gar nicht, wenn zwei Beschlüsse und ein paar Knall-Pengs das Ganze so regulieren könnten, wie man es überall sonst auch tut. oder will ich das aus reinem Angelegoismus etwa? Nö, auch nicht, da ich quasi nicht mehr fischen gehe.

Ich mag halt die Erkenntnis, dass Management Vielfalt ermöglicht. Und das ist toll! Und habe wirklich so gar kein Verständnis dafür, wie nachweislich seit Jahrunderten funktionale fortwirtschaftliche Aktivitäten plötzlich bei diesem einen Viech vollkommen in Frage gestellt werden. Es ist vollkommen absurd und eigentlich schon Tierarten diskriminierend, einem Vogel x andere Tierarten auszuliefern. Schutzlos und ohne Not. Und vermutlich hätte der ein oder andere Kormoran auch ein schöneres Leben, wenn er sich nicht um die letzten 3 Plötzen mit 20 Kollegen streiten muss, sondern einfach satt wird und aufgrund etwas lauter Gewitter halt nur noch 2 Küken statt 25 im Leben durchbringt.
 
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drehteufel

Dr. Jerkl & Mr. Bait
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Ich kann mich noch an einen Winter um die Jahrtausendwende rum erinnern, wo es auch lange kalt war und die stehenden Gewässer zugefroren waren. Die Kormorane sind damals auf die Bäche ausgewichen und haben innerhalb kürzester Zeit die Äschenpopulation von Selke, Thyra und Wipper nahezu komplett ausgelöscht. In den ersten beiden Bächen war die Äsche der Leitfisch. In der Thyra habe ich seitdem nie wieder eine Äsche gefangen.
Bis Anfang oder Mitte der 90er kannte ich den Kormoran im Binnenland überhaupt nicht, dann kamen ein paar, später wurden es Massen.
Sorry, aber ich bin wirklich entsetzt, wie viele Kormoranfreunde bzw. -befürworter es hier gibt, unfassbar.
 

datou

Belly Burner
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Viele interessante und valide Sichtweisen, die hier vertreten werden. Danke dafür! Die Wahrheit (oder der Kompromiss) liegt wie so oft sicher irgendwo dazwischen.

Wie dem auch sei, am heutigen Nachmittag war wieder einiges los auf der Alten Fahrt, das konnte man schon von der Tram aus gut erkennen.... Wäre ich ein Kormoran vom zugefrorenen Glindower See, würde es mich spätestens jetzt auch an den gedeckten Tisch ziehen. Ohne Sorge, dass einem die Wobbler um die Ohren fliegen. Aber ob die Situation da jetzt repräsentativ ist? Da habe ich meine Zweifel. Aber auch, dass es in ganz Brandenburg nur 600 Brutpaare geben soll!? No way!
 

offset

Twitch-Titan
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Ich kann mich noch an einen Winter um die Jahrtausendwende rum erinnern, wo es auch lange kalt war und die stehenden Gewässer zugefroren waren. Die Kormorane sind damals auf die Bäche ausgewichen und haben innerhalb kürzester Zeit die Äschenpopulation von Selke, Thyra und Wipper nahezu komplett ausgelöscht. In den ersten beiden Bächen war die Äsche der Leitfisch. In der Thyra habe ich seitdem nie wieder eine Äsche gefangen.
Bis Anfang oder Mitte der 90er kannte ich den Kormoran im Binnenland überhaupt nicht, dann kamen ein paar, später wurden es Massen.
Sorry, aber ich bin wirklich entsetzt, wie viele Kormoranfreunde bzw. -befürworter es hier gibt, unfassbar.
Die Harzer Flüsse sind damals komplett eingebrochen, wir haben Äschen nachbesetzt, was verfügbar war (denke es waren schwedische Stämme, haben nicht nachgefragt, warum auch) und konnten in einigen Abschnitten auch gute Aschenfamilien wieder etablieren. Allerdings sind besonders die Flussoberläufe nie wieder richtig besiedelt worden.

Übrigens war die Artenvielfalt zu DDR Zeiten trotz vielfach ungeklärter Ab- und Industriewassereinleitung wesentlich höher, wir hatten neben Bach- und Regenbogenforellen, Äschen, Hasel, Döbel, Groppe, Schlammpeizker, Bachneuenaugen usw. Hasel und Döbel haben das Ende der 90er bei uns nicht mehr erlebt.

Aber all das rumdiskutieren hier bringt überhaupt nichts. Es müssen Veränderungen her, das schwierige ist eine valide Fischbestandsdokumentation und ein öffentliches Interesse unsere Fischfauna zu erhalten. Und da fehlt's aus meiner Sicht massiv an Lobby und die Arbeit der Angler, wie übrigens auch die der Jäger, hat mittlerweile eine sehr geringe Wertschätzung...
 

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