Zwei Tage auf dem Tegeler See

Zwei Tage auf dem Tegeler See

Schon öfters mal war ein erster Bericht für die BA-Startseite in Planung. Letztes Jahr z.B. nach einer Woche Schweden am Foxen. Aber es scheiterte immer am eigenen Anspruch, einen wirklich schönen Artikel zu schreiben. Jetzt bin ich einen Schritt weiter und denke, dass jede noch so kleine Geschichte, gerade wenn sie aktuell ist, Spaß macht – besonders wenn’s um das Angeln in Deutschland geht (um motiviert ans Wasser zu gehen und um zu wissen, was beißt und wo welcher Fisch gerade steht).

(Einschub von Johannes: Ich hab ein bisschen gebraucht, um den Bericht hochzuladen. Deswegen ist er nicht mehr ganz tagesaktuell. Tschuldigung. Ich gelobe Besserung. Einschub Ende.)

 

Tag 1 (Donnerstag)

 

Ein bisschen zu lang geschlafen und zu spät am Wasser, dafür umso entspannter, Kanadier aus dem Schuppen, die neuen alten Sitze montiert, Ruten verstaut, E-Batterie rein, Traxxis dran, und los geht’s.

001_der_kanadier

Das Wetter war einfach der Wahnsinn, zum Angeln vielleicht suboptimal, kaum Wind, blauer Himmel und 23 Grad wobei uns eine Wassertemperatur von 14,5 Grad Mut machte. Die Steganlage erschien wie ein gigantisches Freiluftaquarium. Im kristallklaren Tegeler Wasser standen große Lauben- und Plötzenschwärme und immer wieder ein paar Halbstarke Barsche sowie einige große Brassen mit Laichauschlag. Später gab’s dann noch zahlreiche Rapfenattacken im Freiwasser zu bewundern und in den Buchten stach hin und wieder ein getigerter Hechtrücken über Sandig-krautigem Grund heraus.

Das Resultat des ersten Tages war etwas verrückt: Mit dem Gedanken auf Jungfischimitationen zu setzten, konnten wir zwischen 11.00 und 14.00 Uhr mehrere Rotfedern und Raub-Brassen auf kleine Gummifische und Twister fangen. Der ein oder andere Schnipelbarsch war auch dabei.

003_brassen_auf_gummi004_rotfeder_auf_gummi002_erster_barsch

Wir montierten Stickbaits und Minnows bis 6 cm, größtenteils Suspender, da wir nun kaum noch in tieferem Wasser fischten (0,5 – 2,5 Meter) und konnten bald einen schönen 50er Hecht und 59er Rapfen fangen und releasen.

005_rapfen_01

Danach ging kaum noch was, ein paar kleine Barsche auf Stickbart und Spinner, sonst nicht viel. Highlight des nachmittäglichen Naturkinos war dann, neben unzähligen Graureihern, Bisamratten, paarenden und das Wasser zum Kochen bringenden Brassen, ein riesiger Hecht (1m+), der im Flachwasser vor einem gewaltigen Brassenschwarm patrouillierte, sich aber nicht zum Biss überreden ließ und dann blitzartig mit einem Flossenschlag das Weite suchte.

 

 

Tag 2 (Samstag)

 

Diesmal zu dritt im Kanadier – das erste Mal zu dritt, aber es klappt 🙂 obwohl der Wind ordentlich zugelegt hat, was die Geschichte im Kanadier nicht angenehmer macht. Resultat: Einige Minibarsche, gefolgt von einem 67 Rapfen und drei Hechten (55 / 59 / 65 cm, jeder durfte mal ran) die Entschädigung für alle kippligen und teils unkomfortablen Momente an diesem Tag 🙂

008_rapfen_02 006_im_drill 007_der_hecht

Das Tageshighlight – der 65er Hecht auf Sicht: Als wir uns in Schleichfahrt einem sehr flachen, in der Sonne liegenden Uferbereich nähern (ca. 60cm tief), an den eine Steganlage anschließt, ist schon von einiger Entfernung durch die Polbrille ein getigerter Rücken zu sehen. Wir stoppen in ca. 7 Metern Entfernung. Der 65er Quad Minnow SP fliegt über den Hecht und wackelt in ca. 1,5 Meter Distanz am Hechtmaul vorbei, keine Reaktion. Beim zweiten Wurf sind es nur noch 80 cm – keine Reaktion. Wurf drei und der Minnow tänzelt in Zeitlupentempo 15 cm vor dem Entenschnabel durchs Wasser, wieder nichts… Minnow ab und einen alten weißen Twister mit 8 cm ins Stahlvordach eingehängt. Erster Wurf, anlupfen, absinken, anlupfen, absinken. Der Hecht bewegt sich! Er verfolgt den Köder, anlupfen, absinken, er verkürzt die Distanz – so ein Scheiß, nur noch drei Meter, anlupfen, absinken, der Hecht wird schneller, nur noch ein Meter bis zum Boot, anlupfen… scheiße Wasserpest am Haken und dann doch noch BÄÄÄM! In der letzten Absinkphase knallt der Hecht voll rein, trotz einer großen Krautfahne am Köder, das hab ich noch nicht erlebt 🙂 – Und wir fragen uns, warum wir das nicht gefilmt haben…

Die Fotos sind leider nicht Top, auf dem Kanu die Handys in wasserdichter Verpackung… Nicht so einfach und zum Schonen der Fische haben wir dann lieber auf das ein oder andere Foto verzichtet.

Nächstes Mal hoffentlich mehr Bilder.

Fabi

Kategorien: Fangberichte

Kommentare

  1. blankmaster
    blankmaster 21 Mai, 2016, 12:31

    Hallo,
    schöner Bericht, danke dafür.
    Zu DRITT einen Tag Fischen auf einem Kanadier ? Respekt ! 🙂

  2. aspiusfan
    aspiusfan 23 Mai, 2016, 21:51

    Cooler Bericht, danke dafür 🙂 Und ja du hast recht, macht wirklich hart heiß auf den nächsten Trip. „Leider“ nicht in D sondern NL 😉 gerne öfters! Grüße Simon

  3. Barschgeburt
    Barschgeburt 24 Mai, 2016, 16:02

    auch von meiner seite aus ein großes lob. vielleicht schaffen wir es ja mal (wieder) gemeinsam die ruten in den rhein rein zu halten. grüße aus köln vom bonn 😉

Nur registrierte Benutzer können ein Kommentar verfassen.