Zur Nachtschicht verdonnert…

Zur Nachtschicht verdonnert…

Ich weiß nicht wie es euch geht. Aber ich angle sehr gern am Tag. Da kann man ein bisschen durch die Gegend glotzen, wenn nix beißt und ist nicht nur auf sich selbst reduziert. Andererseits fokussiert sich beim Nachtangeln alles auf den Tastsinn. Das kann knackige Zanderbisse natürlich noch ein bisschen knackiger machen. Im Zuge der stetig voranschreitenden Gewässeraufklarung müssen sich Tagangler wie ich genau an diesem Punkt hochziehen. Denn an vielen Gewässern zandert es jetzt nur nachts.

Also erstmal die Funzeln klarmachen. Ich fische eine Led Lenser, die jeden an Bord beeindruckt und den Dustin auch mal ärgert, wenn sie ihm ins Gesicht leuchtet.

Also erstmal die Funzeln klarmachen. Ich fische eine Led Lenser, die jeden an Bord beeindruckt und den Dustin auch mal ärgert, wenn sie ihm ins Gesicht leuchtet.

Was den Kollegen aber nicht aus dem Konzept bringt.

Was den Kollegen aber nicht aus dem Konzept bringt.

Nicht ganz untypisch: Ein "Draufleger". Von denen hatte ich an einem Abend 3 hintereinander. Allerdings konnte ich nur einen davon landen. Die beiden anderen haben sich losgeschüttelt.

Nicht ganz untypisch: Ein „Draufleger“. Von denen hatte ich an einem Abend 3 hintereinander. Allerdings konnte ich nur einen davon landen. Die beiden anderen haben sich losgeschüttelt.

 

So war‘s auch auf meiner letzten Holland-Tour mit Steffen, Johannes und Dustin. Die Barsche, die eine Woche vorher och entfesselt waren, hatten sich anscheinend eine Nulldiät verordnet. Tagsüber bissen – wenn überhaupt – eher kleinere Zander und das auch nur verzeinzelt.

j-zander2

Über diese kleinen Dinger haben wir uns tagsüber richtig gefreut. Es hat richtig mies gebissen, solange es hell war.

 

Mit Einbruch der Dämmerung bissen dann die besseren Fische.

Mit Einbruch der Dämmerung bissen dann die besseren Fische.

 

Hecht lief ganz gut. (Dazu schreibe ich aber nochmal einen separaten Bericht.) Dafür hätte man in der Dunkelheit aber sein ganzes Vermögen auf einen Zanderbiss setzen können, wenn man denn einen gefunden hätte, der dagegen gehalten hätte.

j-zander

Der kam gleich beim ersten Wurf bei einer Nachtschicht.

vertikal-zander

Vertikal-Nacht-Zander im Regen: Kein tolles Wetter – aber ein toller Biss.

 

Und dann wurde es völlig willkürlich. Action oder No Action? Egal. Rasseln oder keine Rasseln? Wurst. 18 oder 30 Gramm? Banane. Vertikal oder geworfen? Uninteressant. Irgendwann hatte jeder von uns mal eine Hochphase, in der das jeweilige System am erfolgreichsten war.

Dustin und ich fischten viel mit 7er Fin S – meist in grellen Farben.

Vielleicht sieht man ja die Verdickung am Schwanz. Da stecken Rasseln drin.

Vielleicht sieht man ja die Verdickungen am Fin S-Schwanz. Da stecken Rasseln drin.

 

Ich hatte meine mit zwei Glasrasseln im Schwanz ausgestattet, Dustin nicht. Beide montierten wir 18 Gramm (für 6 – 8 Meter ohne Strömung) und jeder fing seine Fische.

Immer wieder schön, wenn solche Fische reintocken. Nachts sind die Bisse noch ein bisschen intensiver.

Immer wieder schön, wenn solche Fische reintocken. Nachts sind die Bisse noch ein bisschen intensiver.

 

Kollege Steffen war mit einem rasselbewehrten Monster Slug in einem Glitter-Naturdekor am 25 Gramm-Kopf erfolgreich und heißt seit dieser Woche „Trophy-Steffen“, weil er mit 83 cm den größten Zander der Tour und mit 1,13 m den größten Hecht des Ausflugs gefangen hat.

113 cm. Der hat zweimal zugeschnappt, stand aber lange unten. Insofern war die Hoffnung groß, dass es sich um einen Meterzander handeln könnte. Aber so einen kapitalen nachthecht fängt man auch nicht alle Tage.

113 cm. Der hat zweimal zugeschnappt, stand aber lange unten. Insofern war die Hoffnung groß, dass es sich um einen Meterzander handeln könnte. Aber so einen kapitalen Nachthecht fängt man auch nicht alle Tage.

Schöne Wumme. Dafür lohnt es sich doch, eine Nachtschicht einzulegen.

Schöne Wumme. Dafür lohnt es sich doch, eine Nachtschicht einzulegen.

Und Johannes fing am besten auf einen 5er Schock-Shaker mit einem 30 Gramm-Jig.

Johannes hat uns am letzten Morgen richtig einen vorgeangelt. Der hatte schon 5 Fische auf seinen mit 30 Gramm beschwerten 5er Shaker in Limetreuse, bevor Steffen und ich den ersten Kontakt hatten.

Johannes hat uns am letzten Morgen richtig einen vorgeangelt. Der hatte schon 5 Fische auf seinen mit 30 Gramm beschwerten 5er Shaker in Limetreuse, bevor Steffen und ich den ersten Kontakt hatten.

 

Wenn man aus der ganzen Nummer einen Erkenntnisgewinn ziehen will, dann steht da unterm Strich nur die Tatsache, dass wer nachts auf Bude bleibt, keine Zander fangen wird. Wer rausgeht, hat gute Chancen, die Fische zu erwischen, die tagsüber nicht beißen wollen.

Einen sehr schönen Bericht über die nachtangelei hat übrigens DozeyDragon verfasst, der zu seinen Berliner Zeiten extrem viel an der Spree unterwegs war. Fast ausschließlich nachts: https://www.barsch-alarm.de/news/zander-in-der-nacht/

Also runter von der Couch und ran an die Nachtzander!

Kategorien: Zander

Kommentare

  1. Barschbernd
    Barschbernd 20 Oktober, 2015, 10:08

    Ha, ha, da hast Du ja schon für MD geübt, also die Led Lenser im November nicht vergessen ;-).

  2. Meridian
    Meridian 21 Oktober, 2015, 08:39

    Super der alte Bericht im Bericht.
    Das waren noch Zeiten…schöne Zeiten.

    Zur LED-Lenser…die alte H7R hatte leider noch eine nicht allzu durchdachte Kippeinrichtung der Lampe…leiert leider irgendwann aus. Bei der neuen H7 wurde dies verbessert. H14R unglaubliche Leuchtstärke, aber auch nicht leicht.
    Da kann jede Petzl und co. dagegen abwackeln. Zumal der Preis ähnlich ist.

  3. -biX-
    -biX- 22 Oktober, 2015, 09:43

    Meine Wenigkeit und meine Mitangler (zur Not nach entsprechendem höflichem Hinweis 🙂 nutzen grundsätzlich nur Lampen mit Rotfilter.
    Es ist immer wieder erstaunlich, wie ruhig Tiere bleiben, wenn sie mit Rotfilter angestrahlt werden. Das beginnt beim Tauwurm und setzt sich über Fische, Kriechtiere bis zu den Säugetieren fort.
    Während „Weißlicht“ in der Regel sofortige Panikreaktionen/Weglaufen/Wegschwimmen auslöst, hat man dieses Problem bei Rotlicht nicht. Beim Nachtangeln sind die Fische somit viel ruhiger.
    Hat eine Stirnlampe keinen Rotfilter halte ich persönlich sie für ungeeignet.

  4. MorrisL
    MorrisL 22 Oktober, 2015, 21:43

    Feine Story , gibt es echt inzwischen 5″er Shaker ? Und welche Lampen haben einen Rotfilter? Danke

    Grüße Morris

  5. -biX-
    -biX- 23 Oktober, 2015, 12:08

    Ja, „Rotfilter“ ist nicht der gaaaaanz korrekte Ausdruck 🙂 Ich meinte Rotlicht, das durch eine rote Diode oder einen „Rotfilter“ erzeugt wird, der über das „normale Weißlicht“ geklappt wird.
    Neben den hochpreisigeren Stirnlampen mit Rotlicht kann ich die günstigen Energizer Kopfleuchten empfehlen.
    Die von mir genutzte scheint es aber nicht mehr zu geben (konnte sie spontan jedenfalls nicht finden), denn die merkt sich die zuletzt eingestellte/verwendete Lichtvariante und schaltet beim erneuten Einschalten direkt dahin, so dass man nicht erst durch alle Lichtvarianten beim erneuten Anschalten durchschalten muss. Ich weiß leider nicht mehr, wie diese Funktion heißt (vielleicht kann sich ja ein „Mitleser“ hier einbringen). Allerdings finde ich diese „Memory-Funktion“ ziemlich wichtig, damit man nicht, um zum Rotlicht zu kommen, erst die ganz Festbeleuchtung (Weißlicht) anmachen muss.

    Ach ja, bei Rotlicht behält man übrigens seine Nachtsichtigkeit bei. Geht die „Rotlampe“ wieder aus, brauchen die Augen also nicht so ewig, um sich wieder an die Dunkelheit zu gewöhnen.
    Rot ist also besser 🙂

  6. dietel
    dietel Autor 24 Oktober, 2015, 10:26

    @Morris: Es waren 4,5er.

  7. markus_bass
    markus_bass 27 Oktober, 2015, 02:23

    Als Hobbyastronom beschäftigt man sich wegen dunkeladaption mit Rotlicht. Entweder man lötet sich selbst rote LEDs in die Stirnlampe oder gibt nen Euro extra aus und bezieht eine Stirnlampe über Astroleuchten.de. Mit Filtern habe ich keine sonderlich guten Erfahrungen gemacht.
    Soll keine Werbung sein sondern lediglich eine Referenz. Habe selbst keine Verbindung zu den Jungs dort.

  8. markus_bass
    markus_bass 27 Oktober, 2015, 03:15

    @ Dietel. Bin immer noch dabei mich im Bereich Vertikalangeln zu orientieren. Da sind ja schon interessante Tipps in punkto Köder gegeben worden. Kannst du noch ein Wort zu Thema Rute und Rolle verlieren mit denen Ihr am Start gewesen seid?
    Vielen Dank.

  9. dietel
    dietel Autor 27 Oktober, 2015, 06:32

    Zum Vertikalangeln haben wir 30-Gramm Cast-Ruten genommen. Dustin eine Expride, ich eine Poison Adrena. Da gibt’s auch wieder die unterschiedlichsten Ansichten. Die einen brauchen richtig harte Ruten, anderen ist eine etwas weniger straffe Aktion lieber. Dazu ne Low Profile-Rolle. Die muss eigentlich nichts können außer bremsen und kurbeln. Ich habe da 20er Sufix 832 drauf. Hört sich dick an. Ist sie aber nicht.

  10. rednec
    rednec 31 Oktober, 2015, 00:18

    Die Lampen von Petzl haben zum Teil eine klappbare rote Scheibe , die man bei Bedarf einfach runter ( vor den LED’s) klappt —–> roter Lichtstrahl

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