Zanderangeln mit dem Fireball

Zanderangeln mit dem Fireball

Als ich neulich in Holland war, ist mir ein Teil vor die Linse geraten, das ich schon von Fotos aus der Fachpresse kannte, mich aber immer gefragt habe, wie es heißt und wie man damit fischt. Fireball heißt das schöne Ding und ist eigentlich nichts anderes als ein recht schwerer Jigkopf mit einem extrem kurzen Haken und einer zusätzlichen Öse, in die man dann ein Vorfach mit einem weiteren Drilling einschlaufen kann.

Natürlich eignet sich der Fireball (der beliebteste amerikanische Hersteller heißt Northland) vor allem zum vertikalen Zanderangeln mit Gummis oder Köderfischen. Angelt man mit Köderfischen, dann werden die einfach mit der Lippe am Jig-Kopf angeködert und dann noch mit dem zusätzlichen Stinger-Hook (Zusatzdrilling) bewehrt. So kann man sich sicher sein, dass ein beißender Zander auch zum gehakten Zander wird.

Ich habe erfahren, dass es in Holland Leute gibt, die darauf schwören, den Fireball mit lebenden Köfis zu den Zandern herunterlassen. Diese Angler bevorzugen weiche Ruten. Wenn sich dann ein Zander nähert, sehen sie das schon weit vor dem Biss an der Rutenspitze. Die beginnt nämlich etwas zu wackeln, sobald der Köder den um ihn herumkurvenden Zander wahrnimmt. Die Panik des Fischchens wird also auf die Rutenspitze übertragen. Mit einer Feederrute kann man genau sehen, was da unten los ist.

Natürlich kann man den Fireball auch einfach mit Gummifischen bestücken und an einer kurzen Vertikalrute anbieten. Ich könnte mir das Ding aber auch als Wurfgeschoss zum Angeln vom Ufer oder Boot vorstellen, wenn eine entsprechende Wassertiefe oder Strömung ein Angeln mit schweren Gewichten nötig macht.

In Amerika schwören die Profis auf dieses System. Sie fischen immer unterschiedliche Köpfe (einer an der toten Rute oder mit zwei Ruten parallel), um zu sehen, auf welche Farbe die Fische besonders stehen. Wenn sie auf Orange Fische fangen, versuchen sie es auf der anderen Rute mit gelb/grün. Bleiben die Erfolge aus, wird auf die nächste Farbe gewechselt. Erst wenn sich eine Farbe als fängiger herausstellt, wird auch die andere Rute mit einem Fireball in der neuen noch fängigeren Farbe bestückt.

Kategorien: Zander

Kommentare

  1. thomas
    thomas 30 März, 2004, 10:02

    „Wenn sich dann ein Zander nähert, sehen sie das schon weit vor dem Biss an der Rutenspitze. Die beginnt nämlich etwas zu wackeln, sobald der Köder den um ihn herumkurvenden Zander wahrnimmt. Die Panik des Fischchens soll sich also auf die Rutenspitze übertragen können“.

    So wars früher in den Zeiten mit dem lebenden Köfi am Schwimmer auch. Man konnte sehen, wenn ein Hecht da war, weil dann das Fischen immer unruhiger wurde und plötzlich kam das „Plopp“, jener eigentlich unhörbare Laut, mit dem der Hechtschwimmer mit einem Ruck unter Wasser gezogen wurde.

  2. Raeuberschreck
    Raeuberschreck 30 März, 2004, 10:48

    „In Amerika schwören die Profis auf dieses System.“

    Ganz generell:
    Ich denke, dass der Vergleich des europäischen Zanders mit dem amerikanischen Walleye hinkt, und somit auch die Angelmethoden nicht so ohne weiteres übertragbar sind. Die beiden Fischarten sehen zwar sehr ähnlich aus, haben aber in ihren Ökosystemen eine andere Stellung. Während der Zander in unseren Gewässern als großer Raubfisch (auch) ganz oben in der Nahrungskette steht, sieht dass beim relativ kleineren Walleye schon anders aus. Die Zander ernähren sich hauptsächlich von Fischen, während die Walleyes sich mehr um kleinere „Gewässerbewohner kümmern“. Die Nahrungskonkurrenz in US-Gewässern ist zudem deutlich größer, da ein Großteil des Fischbestandes barschartige Fische sind. Die Walleyes kommen „drüben“ auch nicht in jedem Gewässer in großen Mengen vor, so dass sie hauptsächlich in sehr trüben bis moorig-schwarzen Seen beangelt werden, wodurch sich auch der Einsatz von diesen Schockfarben erklärt.

    Meiner Meinung nach eignen sich die meisten Walleye-Rigs besser für unsere Barsche als für ordentliche europäische Zander.

    Zu dem Fireball:
    Meines Wissens gibt es auch ’normale‘ Jigköpfe in allen Gewichtsklassen und Farben, die eine Zusatzöse für den Stinger haben.
    Das hat den Vorteil, dass der Gufi nicht „geschient“ wird und dass der Fisch fast immer am Zusatzdrilling hängt.

  3. dietel
    dietel 30 März, 2004, 10:59

    stimmt schon, die vergleiche zwischen unseren fischen und den walleyes mögen hinken. aber der fireball fängt auch in europa. dass diese köpfe recht bund sind, halte ich nicht unbedingt für einen nachteil. wobbler sind ja auch nicht bleifarben und fangen fische.

  4. Raeuberschreck
    Raeuberschreck 30 März, 2004, 11:21

    Wenn an einem Fireball ein (lebender !?) Köderfisch hängt, geht von dem bunten Blei bestimmt nicht der entscheidende Bißreiz aus. Ich kann mir das jedenfalls nur schwer vorstellen…
    Ich weiß auch, dass gerade Zander manchmal auf grelle Schockfarben stehen. Mit diesen ‚Leuchtködern‘ kann man dann viele Zander an den Haken bringen, wobei es sich in der Regel um kleinere Exemplare handelt.
    Meistens bringen aber natürliche und gedeckte Farben die deutlich größeren Fische. Man hat zwar weniger Bisse, aber die Ausdauer wird oftmals belohnt…

  5. fishhunter
    fishhunter 30 März, 2004, 13:11

    Ich muss Raeuberschreck auch recht geben, was in den USA gut ist, muss es bei uns noch lange nicht sein u. umgekehrt natürlich auch. Viele von euch kennen bestimmt noch die FlyingLures, die wurden in TV-Shops angeboten als der wahre Barsch und Zanderkiller, geht mal jetzt in einen Angelladen und fragt nach diesen Dingern, ihr werdet bestimmt fast immer vergebens danach suchen.
    Ich habe schon so vieles gesehen, was neu war und riesige Erfolge bringen sollte u. zwei Jahre später hat kein Hahn u. Huhn mehr nach gekräht.
    Das soll nicht heißen das der Fireball schlecht sein muss, aber das Neue muss sich nun mal erst am Angelmarkt beweisen und dass sieht man in ein bis zwei Jahren und solange werden die meisten mit ganz normalen Jigköpfen weiter angeln u. auch fangen.

    gruß – fishhunter

  6. dietel
    dietel 30 März, 2004, 13:52

    der war weit besser als sein ruf. kenne leute, die schwören auf das teil zum barschangeln an versunkenen bäumen. hat sich hier halt nicht durchgesetzt. liegt sicher auch dran, dass der barsch hierzulande keinen hohen stellenwert besitzt.

    in amerika ist der fireball nix neues. das system gibt’s schon ne ganze weile und ewig viele varianten. muss ja auch nicht jeder losrennen und die teile suchen. wär hier ja eh vergebens. wenn schon, dann bestellen. bezüglich der fängigkeit kann ich mich nur wiederholen: das ding bringt fisch. hab mit eigenen augen einen holländer gesehen, der so geangelt hat und 8 fische landen konnte. in erster linie ist dieses ding für vertikalangler gebaut worden, die gern mit köfis angeln. und tatsächlich gibt’s momente am wasser, in denen natürliche köder besser fangen als künstliche. und für diese momente ist der fireball nicht schlecht. im gegenteil.

  7. PharmaMan
    PharmaMan 30 März, 2004, 15:45

    Klasse, genau das macht den Reiz von Barsch-alarm aus: Neues firmenunabhängig vorgestellt zu bekommen, mit dem jemand gute Erfahrungen gemacht hat. Auch klar ist leider, daß man nicht mit allem fischen kann oder muß was auf dem Markt ist!

  8. dietel
    dietel 30 März, 2004, 21:46

    meinste nicht, dass die kombi manchmal der entscheidende kick sein kann. z.b. beißen die barsche beim eisangeln auch nur, wenn man den ddrilling noch mit einem würmchen dekoriert. auch auf firetiger-querdinger, äh balance-jigs. könnte mir schon vorstellen, dass der bunte kopf neugierig macht und der köfi dann das misstrauen in eine fressattacke ummünzt.

  9. dietel
    dietel 30 März, 2004, 21:56

    macht ja auch spaß so ne aktive community mit frischen infos zu versorgen. und dass man nicht alles fischen kann und muss, ist ja auch richtig. aber ich selber mag es halt auch, mich mit der materie auseinanderzusetzen. und wenn ich so ein teil in einer köderbox sehe, dann will ich na klar wissen, um was es sich dabei handelt. und ihr seid doch in echt auch nicht anders, oder? das ist ja das schöne und kranke zugleich – man kann nie genug bekommen. egal, ob es fische, köder, infos, angelkarten etc. sind. es könnte von allem ein wenig mehr sein. wenn man nicht auch ein wenig auf das liebe geld achten müsste…

  10. Raeuberschreck
    Raeuberschreck 30 März, 2004, 22:27

    Probieren geht über studieren!
    Wenn mir so’ne Teile mal über den Weg laufen, werde ich mir bestimmt auch ein paar zulegen. Die Zusatzöse für den Stinger ist auf jeden Fall eine gute Idee!

    Hier könnte ich jetzt wieder auf ein Vergleichsfischen zurückkommen… 😉
    Vielleicht können wir ja beim Zander-Treff genaueres herausfinden…

  11. dietel
    dietel 31 März, 2004, 07:42

    wird wohl schwer, weil aufm strom nur vom verankerten boot geangelt werden darf. aber wenn ich da nen monat oben bin, hab ich viel zeit zum testen und werd sicher mal nen fireball ins rennen schicken. geworfen natürlich.

  12. angeliter
    angeliter 1 April, 2004, 09:32

    hab schon seit längerem nach diesen dingern gesucht, aber nix gefunden. wo bekommt man die?!

  13. esox100
    esox100 1 April, 2004, 19:18

    Hallo! Ich habe die Dinger neulich im Angel Center Eiche (bei Berlin) gesehen.

  14. NorbertF
    NorbertF 13 Oktober, 2006, 15:21

    Wenn du noch welche hast, vor Allem die Haken dazu, ich kauf sie dir gerne ab. Ich hab langen keinen Kunstköder mehr gesehen der so gut gefangen hat wie die Flying Lures. Sehr schade dass man die nirgends mehr bekommen kann.

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