Wie gefährlich sind Weichmacher wirklich?

Wie gefährlich sind Weichmacher wirklich?

Eigentlich ist es schon seit Jahren bekannt, schwedische Versuche mit Forellen (200 weiblich und 200 männliche Tiere) die in einem abgesperrten Flussabschnitten direkt unterhalb eines Auslaufes einer Kläranlagen gehalten wurden, habe es bewiesen, Östrogene und andere nicht klärbare Stoffe, bewirkten bei 80% der männlichen Fischen eine Geschlechtsumwandlung.


Eine neue Studie hier in der Schweiz, hat diese Tatsache bestätigt, was ich hier jedoch nicht weiter ausführen möchte (gerne verschicke ich den ganzen Bericht auf Wunsch per Email – es gibt übrigens in diesem Bericht auch einen Bezug auf hessische Gewässer). Worum es mir hier geht ist: Ich komme aus der Fliegenfischerei und habe nur oberflächliche Erfahrungen mit Gummis, doch diese Art der Fischerei hat mich gepackt und ich habe mir an einem hervorragenden Barsch- und Hechtgewässer einen Angelschein beschafft. Nun habe ich aber oben erwähnten Bericht gelesen und daraus geht hervor, dass Weichmacher in Plastik und Gummi eine nachweislich gefährliche Chemikalie ist und von der Haut aufgenommen wird.

Bei jüngeren Menschen führen diese Gifte zur Beeinträchtigung der Zeugungsfähigkeit. Bitte nicht lachen – es ist eindeutig erwiesen. Natürlich will ich niemanden Angst machen, doch ich frage mich nun, ob nicht unsere Gummiköder, die ja weich und flexibel sein sollen, nicht im höchsten Masse mit diesen gefährlichen Weichmachern durchsetzt sind? Wurde das in diesem Forum schon einmal ernsthaft diskutiert oder versucht man diese Tatsache zu verdrängen, wozu ich zugegebenermassen auch neige, da ich viel zu gerne angle?!


Wünsche euch trotzdem ein ungetrübtes Petri-Heil und vielleicht sehen wir uns ja mal mit  Lederhandschuhen am Wasser.

Kategorien: News

Kommentare

  1. perchman
    perchman 27 Januar, 2005, 09:24

    Hallo in die Schweiz,

    Weichmacher sind praktisch in allen Kunststoffen. Der Anteil von Weichmachern in Gufis ist bezogen auf das Gesamtvolumen sicherlich vernachlässigbar. Unsere Gewässer sind mit anderen Chemikalien die in Klärwerken nicht entzogen werden (z.B. Hormone und diverse andere Medikamentenrückstände) derartig belastet das ich denke du solltest das Problem nicht am kleinsten Bestandteil festmachen.
    Ost- und Nordsee sind ökologisch betrachtet in einem katastrophalen Zustand. Im Atlantik schwimmt mehr Müll als pflanzliches Plankton.
    Vielleicht sollte man wirklich im kleinen Maßstab beginnen Verantwortung zu übernehmen und auf Gufis verzichten oder auf Blei wenn man damit sein Gewissen beruhigen kann :-).

  2. efrey
    efrey 27 Januar, 2005, 09:25

    Hallo Eidgenosse,

    die erwähnte Untersuchung hätte ich gerne – wenn Du sie mir mailen könntest?
    Zum Thema glaube ich, dass – unabhängig von der sicher erheblichen Belastung der Gummifische – es eher die Einleitungen der Abfallprodukte der Kontrazeptiva sind, die unsere Spermienaktivitäten und -mengen beeinflussen.
    Ich erinnere mich, dass wir vor Jahren einen 6 ha grossen Angelsee ablassen mussten. Dort haben wir an den bevorzugten Angelplätzen über 1500 Kunstköder, 16 Kilo Schnurreste, 4 montierte Angeln und 17 Vorderteile von Steckruten gefunden haben. Fairerweise muss man dazusagen, dass dieser See davor schon 5 Jahre nicht mehr abgelassen wurde.

  3. CatchAndReleaseIt
    CatchAndReleaseIt 27 Januar, 2005, 10:19

    Hab mich schon immer gewundert, warum einige Kollegen so weibliche Rundungen haben **gggg** … nur Spazz … 😉

    Wenn ich mir überlege, dass pro Angeltag bei mir (fast) immer 2-3 Gufis „untenbleiben“ … und man dies auf die Masse an Anglern hochrechnet … da kommt ganz schön was zusammen … 🙁
    … warum nicht im Kleinen beginnen ?! … den Ansatz von z.B. Berkley mit Kunstködern auf Stärkebasis (Gulp) und anderer Hersteller mit Alternativen zu Bleijigköpfen ist schonmal nicht schlecht …

  4. tfischer
    tfischer 27 Januar, 2005, 10:43

    Zitat:“ vielleicht sehen wir uns ja mal mit Lederhandschuhen am Wasser.“

    Darum sind meine Finger immer so geschmeidig nach einem Angeltrip.

    Ich bin zwar nur ein kleiner Durchschnittsangler, aber sollten die Jungs von ProfiBlinker dann nicht schon irgend welche Wucherungen an den Finger haben ?

    Haben se aber nich, hab ich selbst jesehen.

    MfG
    tfischer

  5. nobo
    nobo 27 Januar, 2005, 10:44

    da bekommt die bezeichnung Weichmacher doch eine ganz andere bedeutung.

  6. pechi24
    pechi24 27 Januar, 2005, 10:50

    Ich würde mal sagen, dass es für die Gewässer nicht ganz so erheblich ist, wenn dort ein paar Gummis versenkt werden.

    Ich denke wir sollten vielmehr an das ganz persönliche Wohl denken, denn wenn man sich mal fabrikneue Gummiköder aus einer Verpackung in die Hand nimmt, triefen die geradezu vor irgendwelchen Stoffen.

    Habe mit Raeuberschreck auch schon darüber disskutiert, da wir ja etwas größere Gummimengen durch die Hände gehen lassen. Habe z.B. Produktfotos oft mit Gummihandschuhen aus dem Medinzinbereich gemacht und die Dinger sahen danach nicht wirklich gut aus.

    Ich finde die Disskussion richtig, wäre natürlich toll wenn uns ein Chemiker aufklären könnte wie gefährdet wir als Angler wirklich sind. Schließlich habe ich noch keinen Stammhalter in dioe Angelwelt gesetzt.

  7. pechi24
    pechi24 27 Januar, 2005, 10:52

    Nobo du Schelm, es ist nichts bewiesen.

    Ganz gesund scheinen die Weichmacher dann aber wirklich nicht zu sein 🙂 oder verlieben sich andere Menschen auch in ihre Angel und küssen diese.

  8. pechi24
    pechi24 27 Januar, 2005, 11:26

    Wenn man innerlich zerfressen wird, nützen einem die schönen Hände auch nichts mehr.

    Die Handwerker die mit Asbest gearbeitet haben, hatten auch nichts an den Fingern. Man braucht ja keine Panik zu machen, aber verharmlosen sollte man auch nichts. Gesund sind Weichmacher ja nun wirklich nicht und wenn man die Gefahren genau kenen würde, könnte man sich ja problemlos schützen.

  9. ede
    ede 27 Januar, 2005, 11:28

    Ich würde wirklich gerne wissen, was das für ein Zeugs ist, das auf den Gummidingern drauf ist. Öl oder was?
    Man hat damit ziemlich viel Hautkontakt.
    Die Menge ist bei einigen Chemikalien nicht so entscheidend, wenns giftig genug ist …

  10. Fishadelic
    Fishadelic 27 Januar, 2005, 13:43

    Also mir kommt da spontan der Beitrag im aktuellen „Raubfisch“-Magazin über Selber-Bleigiessen in den Sinn…

    Das sei ungefährlich aber man müsse es draussen oder im gut belüfteten Raum tun… ???

  11. Eidgenosse
    Eidgenosse 27 Januar, 2005, 13:55

    Hallo tfischer

    Haben die ProfiBlinker Jungs Kinder? Falls nicht weisst du nun wieso :-)! Träge Spermien zeigen sich nicht als Wuchcherungen an den Händen.

    Uebrigens hat man früher Asbest auch auf die leichte Schulter genommen, die Folgen sind heute bekannt.

    Trotzdem, lasse ich mir das Twistern nicht vermiesen, doch nachdenklich stimmt die Sache schon

    Der Eidgenosse

  12. Eidgenosse
    Eidgenosse 27 Januar, 2005, 14:00

    Hallo

    Ich schicke dir den Artikel gerne! Kannst du mir bitte deine Email angeben, die Datenmenge ist zu gross für diese Form der Übermittlung. Schreib mir doch kurz auf meine Email stefan.sieber@agfa.com und ich antworte mit der ganzen Datei!

    Schöne Grüsse
    Stefan

  13. fishing-hase
    fishing-hase 27 Januar, 2005, 15:28

    stimmt meiner meinung auch. blei verdampft erst bei über 1000°C.
    ich schreib dazu gerade einen bericht!

    severin

  14. fishing-hase
    fishing-hase 27 Januar, 2005, 15:30

    also ich meine eigentlich nicht zum blei sondern über das blei giessen!

    severin

  15. RobertB
    RobertB 27 Januar, 2005, 15:31

    Das ist meistens Silikon bzw. pflanzliches Öl, damit die Kunstköder nach der Herstellung in der Verpackung nicht wieder „zusammenschmelzen“!

  16. Fishadelic
    Fishadelic 27 Januar, 2005, 17:35

    Das Blei selber schon. Aber da ist ja noch anderer Müll mit dabei… der dann abgeschöpft werden soll… Also ich seh‘ mich nicht in der Bleiküche werkeln!

    Aber easy.

  17. Thomsen
    Thomsen 27 Januar, 2005, 19:00

    Im Atlantik schwimmt mehr Müll als pflanzliches Plankton?

    Woher stammt diese Information?….frag ich mich gerade besorgt….

    Thomas

  18. Thomsen
    Thomsen 27 Januar, 2005, 19:12

    Bitte auch an mich, Stefan….

    Meine Mail steht in Klammern und in meinem Profil.

    Thomas

  19. Thomsen
    Thomsen 27 Januar, 2005, 19:13

    Blei (Pb) ist eines der schlimmsten Zellgifte…soviel dazu.

    Thomas

  20. Thomsen
    Thomsen 27 Januar, 2005, 19:37

    Was nicht [direkt] tötet, härtet ab… (frei nach Nietzsche).

    Stimmt’s…?

    Thomas

  21. perchman
    perchman 28 Januar, 2005, 15:00

    das stand neulich mal in einem Artikel auf der Spiegel-Homepage…

  22. Thomsen
    Thomsen 28 Januar, 2005, 21:32

    Das erscheint mir doch etwas übertrieben….die pflanzliche Biomasse ist enorm.

    Ist wahrscheinlich nur ne Formulierung, um die Sinne für Umweltbelange zu schärfen…muss ja nicht verkehrt sein.

    Thomas

  23. stadtangler
    stadtangler 28 Januar, 2005, 22:28

    ich frage mich schon seit einiger zeit, wann wohl mal einer auf die idee kommt, die belastung der gewässer durch die vom angler verlorenen materialien zu erforschen. da kommt bestimmt ne menge blei und blech zusammen. und natürlich jede menge gummi. da gibts so manchen see ich brandenburg, da möchte ich gerne mal tauchen. da gibts ja überall so stellen, wo man immer wieder mal hängenbleibt. da müssten doch die wobbler kiloweise hängen. …

  24. WoodyX6
    WoodyX6 29 Januar, 2005, 19:15

    Ich bin quasi gezwungen jeden Tag Gummifische etc anzufassen…würde mich also als Versuchskaninchen zu Verfügung stellen =)

  25. ede
    ede 31 Januar, 2005, 14:59

    Danke!
    Dann sollte das zumindest kein Problem sein.
    Ist es sinnvoll die Gummis auch in der Box zu ölen? Beeinflusst das die Haltbarkeit?

  26. ede
    ede 31 Januar, 2005, 15:06

    Das wurde schon gemacht.
    Hier kannst Du einen Bericht downloaden:

    http://www.cws-scf.ec.gc.ca/publications/papers/108/index_e.cfm

    Er heißt lead fishing sinkers and jigs in Canada.

  27. godfather
    godfather 1 Februar, 2005, 23:15

    dann gib mal schnell ne spermaprobe ab!
    🙂

  28. perchman
    perchman 2 Februar, 2005, 13:29

    Tja. sowas in der Richtung war wohl beabsichtigt.
    Als Quelle für den Müll wurde glaube ich Südamerika genannt. wo Abfälle seit Jahrzehnten über kilometerlangelange Pipelines ins Meer geleitet werden und die Schiffahrt.

    Ich schau mal nach ob ich den Artikel finde…

    petri

  29. WoodyX6
    WoodyX6 5 Februar, 2005, 13:16

    kein ding 😉 wird dann aber nur zu forschungszwecken benutzt klar =)

  30. Happynes
    Happynes 7 Februar, 2005, 23:47

    Hi
    Da sollte man sich wirklich mal gedanken drüber machen!!!!
    Nicht nur wegen sich selber (das muss jeder für sich selber entscheiden)
    Die Gefahr ist wohl schon recht groß für Flüsse aber wie sieht es denn in Seen aus die keinen Abfluss haben.
    Gruß
    Thomas

  31. Esox2711
    Esox2711 28 Februar, 2005, 22:10

    Ich finds traurig was man da alles rum experementiert an fisch und Gewässer…:(

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