Hechtsichere Dropshot-Vorfächer

Hechtsichere Dropshot-Vorfächer

Obwohl es sich beim Hecht eher um einen das Einzelgängertum favorisierende Gattung denn um einen Schwarmfisch handelt und es für fast alle Bedingungen Methoden gibt, mit denen man schneller und einfacher zum Esox kommt als mit dieser Zeitlupen-Technik, treten auch beim Hechteln immer mal wieder „Dropshot-Situationen“ auf. Z.B. wenn ein Fisch hinter einem Brückenpfeiler oder in einem Baum steht und man ihm den Köder eine Weile lang vor der Nase herumtanzen lassen will.

In der aktuellen Fisch&Fang habe ich in einem Bericht über meine Vorfächer zum Raubfischangeln ein hechtsicheres Dropshot-Vorfach aufgeführt, bei dem der Haken zwischen zwei ca. 3 mm voneinander entfernt sitzenden Klemmhülsen auf einem 36er Flexonit-Vorfach sitzt. Dieses Vorfach ist fast noch schneller geklemmt, als man eines aus Fluorocarbon binden kann. Wenn allerdings ein riesiger Fisch konstanten Druck auf die untere Klemmhülse ausübt, kann es (wohl) passieren, dass diese im Verlauf des Drills nach unten gezogen wird und dabei entweder das Vorfach kappt oder der Haken ganz vom Vorfach rutscht. Auf einer Messe in Rastatt hat mir ein Angler seine Lösung für dieses Problem vorgestellt, die ich euch nicht vorenthalten möchte. Und auch aus der Barsch-Alarm-Community kamen ein paar gute Ideen (siehe Kommentarleiste), die ich nachträglich in diesen Artikel eingearbeitet habe.

Das “Rastätter DS-Vorfach”: Auch bei diesem Vorfach wird der Haken mit einer Klemmhülse über und einer Hülse unter dem Hakenöhr auf dem Vorfach fixiert. Damit kapitale Fische die untere Klemmhülse aber nicht vom Vorfach ziehen können, teilt man das Vorfach mit einem unter dem Haken sitzenden und als Stopper fungierenden Wirbel. Eine den Haken stützende Perle komplettiert das System.

Das Gummiconnection DS-Vorfach: Da im Drill kein Druck auf den Bereich zwischen Blei und Haken kommt, ist es überflüssig, hier einen Hechtschutz einzubauen. Hier kann das Stahl durch Mono ersetzt werden. Die einfachste Lösung ist, den Haken ans Stahl zu klemmen und die das Blei haltende Schnur ins Öhr einzuknoten.

Die steel-Variante: Indem man das Stahlvorfach dreimal durch die Klemmhülse führt, entstehen zwei Schlaufen. In der oberen muss der Haken spielen. In die untere kann man ein Stück Mono knoten.

Falls ihr noch bessere Lösungen habt, könnt ihr die gern in den Kommentaren los werden. Vielen Dank schon mal vorab an alle, die sich hier beteiligen und so einer Menge Anglern dabei helfen, ihre DS-Montage hechtsicher zu gestalten.

Kategorien: Tipps & Tricks

Kommentare

  1. Raubmade
    Raubmade 19 September, 2008, 07:08

    Gute Lösung….nur kann man unterhalb des Wirbels auch Mono benutzen, da beim Drill keine/kaum Spannung entsteht wird der Hecht kaum die Verbindung zum Blei kappen.

    mfG
    Moritz

  2. dietel
    dietel 19 September, 2008, 07:22

    stimmt!

  3. alexace
    alexace 19 September, 2008, 07:43

    Na, dann schlage ich einen Einhängewirbel vor, dann kann jeder es halten wie er will 😉

    Gruß
    Alex

  4. dietel
    dietel 19 September, 2008, 07:54

    naja. zwar ist das vorfach hier aus stahl und bringt eh schon eigengewicht mit. aber je schwerer wir das alles machen, desto bescheidener die performance des köders. auf den einhänger würde ich verzichten. und den wirbel würde ich so klein halten wie nur möglich. einfach an der stärke des stahls orientieren…

  5. richie
    richie 19 September, 2008, 08:00

    ich gehe folgendermaßen vor:
    stahl durchs öhr, mittels klemmhülse befestigen, nach unten einfach mono anknoten und blei einhängen.
    so spart man sich die hälfte an draht(flexonit)und hat den haken rutschfrei montiert.
    richie
    gummiconnection.de

  6. dietel
    dietel 19 September, 2008, 08:05

    wenn ich heut abend wieder vom wasser komme, haben wir hier ne ganze sammlung an guten ds-vorfächern gegen hecht. find ich ja gut. werd den artikel dann nochmal neu schreiben…

  7. alexace
    alexace 19 September, 2008, 08:46

    Na so viel schwerer ist so ein kleiner Einhängewirbel doch nun auch nicht. Zudem erlaubt er einem doch flexibler auf die Gegebenheiten an Wasser zu reagieren: kurzer Stahl/Mono (kein "langes" abstehendes Drahtende – das Gekreusel nach div. Einsätzen und Gewichtsverschiebungen stört mich persönlich), langer Stahl/Mono = viel Platz für's Blei/Tiefenregulierung. Alternativ kann auch ein Jig Verwendung finden, aber dann verlässt man schon fast den DS-Charakter der Montage.
    Ich denke eher das ist Empfindungssache, Aufwand weniger.

  8. Fritze-Bollmann
    Fritze-Bollmann 19 September, 2008, 18:14

    schöner beitrag! echt ne super lösung! 😀 😀

  9. Grigo
    Grigo 19 September, 2008, 18:17

    Moin Moin,
    unter der Hülse einen etwas dünneren PVZ Schlauch am Vorfach der länger ist als die Hülse und an beiden Enden herausschaut somit entfeld Perle und Wirbel beim Blei- (UNTEN)
    Andreas 😆

  10. steel
    steel 20 September, 2008, 06:44

    Das Stahl einfach drei mal durch die Hülse führen. An der oberen kleinen Schlaufe kommt der Widegrap an die untere ein stück mono fürs Blei.

  11. raubfischpolizei
    raubfischpolizei 20 September, 2008, 08:15

    Den Wirbel finde ich völlig überflüssig. Wenn man die Klemmhülse auf das Vorfach abstimmt und sie mit einer Klemmhülsenzange festdrückt, rutscht da auch nichts.

    Bei Ködergrößen ab etwa 12 cm (Fin-S, Texas Shad u.ä.)
    montiere ich VMC Barbarian Haken direkt mittels Palomarknoten an 70er Flurcarbon (Climax). Durch die große Öse dieser Haken ist das kein Problem.
    Nachdem der Haken gebunden ist, führe ich das obere Schnurende noch mal von unten durch die Öse und der Haken steht wie eine eins!
    Da oben genannte Köder im vorderen Teil ohnehin keine Aktion haben, tut es ihnen nicht weh, dass ich sie, wie bei einem Jigkopf, auf den Haken aufziehe.
    Diese Montage setze ich schon lange erfolgreich ein (sehr gerne zB im Streler Sund) und Hechte sind immer mit von der Partie. Bisher hatte ich noch keine Verluste durch Materialversagen!

  12. Havelschreck
    Havelschreck 20 September, 2008, 15:49

    Schöner Beitrag,mir ist bei dieser Montage nur etwas zuviel Klimbim im Bereich des Hakens. Ich ziehe das Stahlvorfach erst durch ne Quetschhülse,dann durch Hakenöhr und wieder retour durch die Hülse.Diese wird dann vom aufgezogenen Köder verdeckt.Oben einfach ne Schlaufe zum Einhängen und unten Karabinerwirbel mit ca.30g Birnenblei.Denke mal,das sollte so funktionieren. 😀

  13. bengilo
    bengilo 23 September, 2008, 07:41

    Man kann auch Standouthaken benutzen. Diese haben durch ihren Y-Kopf ohnehin zwei Ösen. An die obere Öse Flexonit anbinden (Klemmhülsenfrei-nur geknotet oder umwickelt) und an die untere wie gewohnt FC, an dem man dann das Blei anknüpft-keine Klemmhülsen, der Haken steht gut ab und hängt nicht wie bei der oben beschriebenen "Freilaufmontage" in manchen Situationen nach unten. Auch beim Anhieb erfährt der Haken eine gute Hebelwirkung.

    Gruß Benni

  14. Angelteam.eu
    Angelteam.eu 23 September, 2008, 10:45

    Sehr guter und sehr interessanter Beitrag, auch die anderen Ideen scheinen mir sehr gut. Ich werde mir wohl einige verschiedene Vorfächer mal zusammen basteln.

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