Die Regenbogen sind los

Es ist mal wieder soweit. Es geht wieder an einen kleinen Bach ins Moseltal zum Forellenangeln. Schon auf der Fahrt zum Bach ahne ich, dass es diesmal nicht so einfach sein wird, die Rotgetupfen zu überlisten. Nachts gab es Frost, jetzt steht das Thermometer bei knapp 10 Grad und weil es lang nicht mehr geregnet hat, führt der Bach wenig Wasser, wie ich von meinem Bekannten, der den Bachteil den ich befischen werde gepachtet hat, weiß.

Am Wasser angekommen bewahrheitet sich dies. Der Bach hat eine durchschnittliche Tiefe von 30 cm. Das sind 20 cm weniger als sonst. Die tiefsten Gumpen dürften bei diesem Wasserspiegel wohl so bei einem knappen Meter Tiefe liegen. Es ist sehr kalt. Zum Glück habe ich drei Paar Socken und lange Unterwäsche an, sonst würde ich es wohl nicht lange in den Watstiefeln aushalten.

Es geht los. Ich knüpfe einen guten Meter Fluocarbon an die geflochtene Hauptschnur und wähle für den ersten Gumpen einen kleinen Wobbler im Regenbogenmuster als Köder. Sofort bekomme ich eine Attacke. Die 30er BaFo springt ein paar Mal, dann verabschiedet sie sich. Kein guter Start.

Ich versuche mein Glück noch einige Minuten an dem Gumpen, dann geht’s weiter. Aufgrund des niedrigen Pegels ist es schwierig, die Spots zu befischen. Das Wasser ist sehr klar, weswegen die Forellen den Köder sehr genau beobachten und ich viele Nachläufer habe. Dann kann ich aber an einem Abschnitt, an dem das Wasser leicht eingetrübt ist einige kleine Bachforellen auf Spinner und kleine Wobbler fangen.

Danach geht einige Zeit gar nichts. Die sonst fängigsten Stellen erweisen sich bis zu diesem Zeitpunkt alle als totale Nullnummern. Dann komme ich an den tiefsten Gumpen des Baches. Eine Rausche hat den Boden soweit ausgespült, dass es hier selbst bei dem Niedrigwasser noch knapp über einen Meter tief ist. Auch die Trübung ist hier stärker als gewöhnlich, was mich auf einen guten Fang hoffen lässt.

Ich werfe den Wobbler gefühlvoll vor die Rausche. Schon beim Aufschlag aufs Wasser erfolgt die Attacke. Eine gute Forelle hat den Wobbler genommen. Sie schwimmt gegen die Strömung, aber ich dirigiere sie sofort von den scharfkantigen Steinen weg ins Tiefe. Die Forelle strebt noch einmal zum Grund, dann taucht sie auf. Die Überraschung! Eine Regenbogenforelle hat meinen Köder genommen. Sie ist zwar recht blass aber eindeutig eine Regenbogenforelle. Ein Fang mit Seltenheitswert in diesem Bach. Ich bin kurz verwundert und verliere den Schnurkontakt. Dies beantwortet die Forelle mit einer Serie von Sprüngen. Aber die Haken sitzen gut. Ich führe die Regenbognerin heran und lande sie per Schwanzwurzelgriff. Beim Lösen der tiefsitzenden Haken fängt die Forelle leider stark an zu bluten. Deshalb entnehme ich sie und mache anschließend ein Selbstauslöserpic.

Der Erfolg gibt mir nach dem schweren Start wieder Mut. Auf geht‘s zum nächsten Gumpen. Ich kann auf einen kleinen schwarzen Spinner gleich zwei Bachforellen fangen. Zwar sind beide nicht größer als 25cm, aber in der starken Strömung gehen die Forellen schon recht gut ab.

Und die Sprünge sind natürlich ein grandioser Anblick. Ich kann in den nächsten 2Stunden noch einige kleiner BaFos fangen und schöne Fotos von der Natur machen.

Dann komme ich an einen meiner Lieblingspots. An dieser Stelle hängt ein Baum über den Bach, der hier knapp ein Meter tief ist. Darunter ist das Ufer unterspült. Das Wurzelwerk hängt frei im Wasser und bietet den Forellen einen guten Unterstand. Ich hänge einen kleinen Spinner an den Wirbel und schlenze ihn unter den überhängenden Baum. Nach 2 Kurbelumdrehungen spüre ich einen starken Ruck in der Rute. Ich setzte einen Anhieb und nach kurzem, spritzigem Drill kommt eine stark gefärbte Regenbogenforelle an die Oberfläche. Es kommt mir vor wie ein Déjà Vu. Ich konnte bei etlichen Besuchen an dem kleinen Bach bisher nur eine kleine Regenbognerin fangen. Und heute, innerhalb von drei Stunden gleich zwei. Diese ist jedoch ein wenig kleiner als die Erste die ich fangen konnte. Und so verschwindet sie nach kurzem Fototermin wieder in ihrem Gumpen.

Ich befische noch einige Spots und fangen noch ein paar kleine BaFos. Dann ist meine Zeit für heute an dem Bach vorbei. Es war mal wieder sehr schön. Ich konnte knapp ein Dutzend Forellen fangen, von der eine die Begegnung mit mir leider nicht überlebt hat. Naja, so schlimm ist es nicht, Forelle mit Salzkartoffeln ist ja auch was Feines.

In diesem Sinne.

Greetz, Petri Heil und ich hoffe der Bericht gefällt.

Peter

5 Kommentare

  1. Schön geschrieben mit schönen Bilder.

    An solchen kleinen Bächen verberge sich oft kapitale Bachforellen.
    Die kommen aber meist in der Dämmerung aus ihren Unterstand, bestimmt fängst du bald mal so eine.

  2. Bachangeln ist 'ne tolle Sache. Glückwunsch zu der scheinbar exklusiven Möglichkeit und den schönen Fischen!

  3. die regenbogner sind garantiert aus nem weiher abgehauen
    oder was denkst du??
    welcher bach ist das??
    meine familie hat ebenfalls nen schönen forellenbach gepachtet
    (die dhron)

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