Ein Interview mit dem Anführer der Rapsbande

Vor einigen Tagen habe ich meinen Beitrag zu einem neuen Werk des Verlages „Die Rapsbande“ abgeliefert – einem Angelführer für Meerforellen-Freunde, in dem die 50 beteiligten Autoren ihren zweitbesten Mefo-Strand beschreiben. (Dem Buch liegt die Annahme zugrunde, dass niemand seinen absoluten Lieblingsstrand verraten will.) Nachdem ich also in Kontakt mit dem Verlagsinhaber Udo Schroeter stehe, habe ich mir gedacht, dass ich die Gelegenheit zu einem Interview zu seinem Projekt „Rapsbande“ nützen sollte. Schließlich nutze ich die vielen Angelführer schon seit Jahren, um mich schnell zurechtzufinden, wenn ich bis dato unbekanntes Angelland für mich erschließen will (www.der-angelfuehrer.de).

Da wäre es doch fatal, sich nicht danach zu erkundigen, wie es zur Verlagsgründung kam. Und weil der Udo ein passionierter und erfolgreicher Meerforellenangler ist, hat er pünktlich zur Mefo-Kern-Saison auch hierzu ein paar Fragen geschickt bekommen. Aber lest selbst…

Udo, wie bist Du denn auf die Idee gekommen, Angelführer herauszugeben? Kannst Du uns ein bisschen was über deinen Verlag und seine Geschichte erzählen?

Auf die Idee Angelführer zu schreiben kam ich vor rund 15 Jahren. Damals gab es noch mein Angelgeschäft “Udo`s Anglertreff“ auf Fehmarn und Tag ein Tag aus kamen Touristen in das Geschäft und stellten die gleichen Fragen. “Wo kann man auf der Insel angeln?“, „Was kann man dort fangen“ und „Welcher Köder ist der richtige?“ Es war auch die Zeit, in der ich viel mit Rainer Korn, dem Chefredakteur von „Kutter & Küste“ geangelt habe. Wir haben über die Angelführer und andere Buchideen philosophiert. Am Ende schrieb er sein erstes Meeresangelbuch „ Erfolgreich fischen an Nord- und Ostsee“ und ich den ersten Angelführer, den Angelführer „ Fehmarn“. Das Konzept überzeugte dann Händlerkollegen in anderen Regionen und so war die neue Buchreihe geboren.

Du bringst die Bücher also selber raus. Das war am Anfang doch ein unternehmerisches Risiko, oder?

Eines meiner Lieblingsbücher heißt „ Die Entscheidung liegt bei dir“ von Reinhard K.Sprenger. Es geht in dem Buch darum Entscheidungen im Leben zu treffen, und den Preis dafür zu bezahlen. Teil dieses Preises war es, in den Anfangsjahren mindestens drei Bücher pro Jahr zu schreiben und besser nicht so genau auf die Kontoauszüge zu schauen. Ich erinnere mich übrigens noch genau an den Tag, an dem ich den Entschluss fasste, nur noch für den Verlag zu arbeiten. Ich war auf einem „Outdoorseminar“ und dort hing ein großes Holzschild auf dem stand: „Wenn nicht jetzt – wann dann ?“
Das fand ich eine ziemlich berechtigte Frage. Seitdem ist es auch der Leitsatz für alle unseren familiären und unternehmerischen Entscheidungen.

Wie viele bzw. welche Angelführer sind denn jetzt auf dem Markt?

Mittlerweile gibt es 18 Angelführer. Das Spektrum ist breiter geworden. Neben den Küstenangelführern wie z.Bsp. “Fehmarn“, “Rügen“ oder“ Als“ gibt es mit den Angelführern „ Hamburg“ und „Berlin“ auch zwei Stadtangelführer in unserem Programm. Als wir vor 6 Jahren den Angelführer Hamburg auf den Markt gebracht haben, war der Begriff „Street – Fishing“ als Marke noch im tiefsten Dornröschenschlaf. Erweitert wurde unser Programmm auch durch Praxisbücher zu den Themen „ Meerforellenangeln“, “Brandungsangeln“ und“ Mit Kindern angeln an Nord- und Ostsee“. Und ganz neu ist jetzt die Buchreihe „ Mein 2Bester Angelplatz“, an der du ja auch als Autor beteiligt bist.

Was kommt denn nach dem angesprochenen Mefo-Führer raus? Haste schon ein Projekt in Planung?

Ja, es gibt weitere Projektideen. Ich finde das Konzept der neuen Buchreihe „Mein 2Bester Angelplatz“ einfach großartig. Mit 50 Anglerinnen und Anglern gemeinsam ein Buch zu erschaffen ist das Eine, das Andere ist der gemeinsame Gedanke, damit ein Natur- oder Umweltschutzprojekt zu fördern. Wir werden von jedem verkauften Buch 2.-Euro in ein Projekt spenden, auf das sich der Autorenpool der Bücher festgelegt hat. Die Natur, das Element Wasser, ob am Meer, im See, im Bach ist für uns alle ein großes Stück Lebensqualität. Hier gehen wir auf Jagd, hier kommen wir zur Besinnung, hier „docken“ wir wieder an unsere ursprüngliche Verbundenheit zur Natur an. Dieses Buchprojekt zeigt Haltung – nämlich der Natur etwas zurückzugeben und sich verantwortlich zu fühlen für das, was ein großes Stück unserer Lebensqualität ausmacht.

Es gibt viele Projekte, die Unterstützung brauchen und es gibt viele Buchideen, die ich gerne mit mutwilligen Anglerinnen und Anglern umsetzen möchte.
Zu dem Gesamtprojekt dieser neuen Buchreihe gehört auch die Idee, für jedes Buch das in unserem Verlag erscheint, 10 Bäume neu anzupflanzen, quasi als“book-nature-balance“.

Du hast Dich nach Bornholm zurückgezogen. Angelt es sich da so viel besser? Oder haste einfach die Schnauze voll von Deutschland?

Ich liebe die Natur und das Meer. Beides haben wir als Familie auf Bornholm gefunden. Es ist eine tolle Insel mit einem riesigen Waldbestand. Der zweitgrößte zusammenhängende Wald Dänemarks steht auf Bornholm. Die Klippenküsten im Norden der Insel sind genauso fantastisch wie der liebliche Süden mit seinen ausgedehnten Sandstränden und Kiefernwäldern. Dazu 21 Bäche und Auen mit Meerforellenaufstieg hier gibt es viel zu bestaunen und vieles, auf das wir gut aufpassen müssen.

Du bist ja selber ein harter Angler. Was sind denn deine Lieblingsfische?

Mein absoluter Lieblingsfisch ist die Meerforelle. Dann liebe ich das Brandungsangeln auf Dorsche und Plattfische. Und wenn ich mal die Gelegenheit habe, einen Zander zu fangen, finde ich das auch richtig spannend. Im April erscheint die zweite, erweiterte Auflage des Angelführers Hamburg und ich finde die Fischerei in der Elbe und im Hafen schon sehr speziell. Besonders wenn man von einer einsamen Insel kommt…

Kommst Du überhaupt zum Angeln?

Ich gehe jeden zweiten Tag Angeln, in der Meerforellensaison auch täglich. Unser Haus steht nicht weit vom Strand entfernt und wenn am Schreibtisch nichts mehr geht ist der beste Ausgleich zwei, drei Stunden Fischerei. Anschließend schreibt es sich dann meistens wieder besser.
Und in meinen Seminaren“ Der Weg des Jägers“ bin ich auch mal eine ganze Woche nur am Fischen.

Wie viele Mefos fängst Du denn so im Jahr?

Solche Fragen mag ich eigentlich nicht, will aber nicht kneifen. Die Zahl ist eher dreistellig.

Und was ist für dich die beste Mefo-Zeit?

Der Zeitraum zwischen November und April ist, mit kleineren Schwankungen, die beste Zeit zum Meerforellenangeln. Dürfte ich nur einen Monat wählen, dann wäre das der März.

Bei welchen Bedingungen gehst Du denn am liebsten auf die Königin der Küste?

Am liebsten fische ich in der „alten Welle“. Das heißt an Stränden, wo an den voran gegangenen Tagen auflandiger Wind war und der Wind dann die Richtung gewechselt hat. Hier ist das Wasser aufgewühlt und bewegt, die Dünungswellen brechen nicht so hart, und die Fische haben sich an ihren Fressplätzen eingestellt.

Magst Du uns mal ein paar von Deinen liebsten Mefo-Ködern verraten?

Ich bin ja ein großer Fan von Reduktion. Das spart Geld, Ressourcen und viel Zeit, da man nicht in überquellenden Köderboxen rumkramen muss. Die größte Verwirrung bei vielen Anfängern an der Küste entsteht eigentlich nur durch den Überfluss an Ködern. Statt sich auf das Angeln zu konzentrieren liegt der Focus auf der Köderbox. Nun zu deiner Frage. Ich fische seit fünf Jahren nur einen Köder bzw. eine Fliege: Polar Magnus Größe 8
Entweder an der Spinnrute mit dem Sbirulino gefischt, oder an der Fliegenrute.

Und was ist jetzt Dein zweitliebster Strand?

In Deutschland ist das Staberdorf/Staberhuk auf Fehmarn und in Dänemark ist es das Riff von Sommerodde, natürlich auf Bornholm.

Magst Du uns schon mal verraten, wer außer uns beiden sonst noch so an dem neuen Mefo-Führer beteiligt ist?

Das wissen ja nicht einmal die Autoren untereinander. Erst bei einem gemeinsamen Autorenfest auf Fehmarn wird dieses Geheimnis gelüftet. Da wollen wie uns kennenlernen, wieder- sehen, gemeinsam Fischen und am Lagerfeuer sitzen. Würde mich freuen, wenn du dann mit mir gemeinsam am Feuer sitzt!

Das würde mich auch freuen. Ich bin echt gespannt auf „unser“ Buch. Und vielen Dank für die persönlichen Antworten.

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