Blattpilker – die Alternative zu Gummi

Blattpilker – die Alternative zu Gummi

Als ich 1999 das erste Mal in den USA war, habe ich mich mit Kunstködern aller Art eingedeckt. So eine Gelegenheit muss man einfach ausnutzen und da guckt man dann auch nicht so genau auf den Geldbeutel. Bei dieser großen Anzahl neuer Köder kann es dann schon mal passieren, dass der ein oder andere unverschuldet ganz unten in der Köderbox landet. So ist es auch verschiedenen Blattpilkern (viel zu lange) ergangen…


Es war wieder einer dieser Tage, an denen man verzweifeln könnte! Man ist an seiner altbewährten Stelle für Barsch und nichts geht! Dass Barsche da sind, haben schon einige Nachläufer bewiesen, nur keiner von den Burschen will zupacken… Tja, was nun: Stellenwechsel oder Köderwechsel? „Was soll’s!“, dachte ich mir, „Barsche sind ja da. Also, neuer Köder, neues Glück!“ Beim Rumkramen in meiner Köderbox fielen mir dann die Blattpilker in die Hände. Noch originalverpackt und in Erwartung ihres ersten Einsatzes. Na gut, sollen sie ihre Chance haben! Vielleicht wollen die Barsche heute mal was Neues präsentiert bekommen.

Erster Wurf: „Hm, fliegt ja gar nicht so schlecht!“ Beim ersten Einzupfen fielen mir gleich die starken Vibrationen des Köders auf, die sich bis in das Handteil der Rute übertragen. Der Blattpilker macht ordentlich ‚Alarm‘ unter Wasser! Der erste Biss ließ auch nicht lange auf sich warten und beendete die Beißmüdigkeit der Barsche. Angespornt von dem ersten Erfolg testete ich alle Modelle und Farbvarianten, die ich mit am Wasser hatte. Am Ende des Tages hatte ich immerhin fünf schöne Barsche um die 30 cm gefangen und Vertrauen in einen neuen Ködertyp gewonnen.
Mittlerweile angele ich seit gut drei Jahren mit Blattpilkern und konnte bis jetzt schon folgende Fischarten damit fangen: Barsche, Zander, Dorsche, Rapfen, Hechte und eine Flunder (!). Dabei waren die Farben Perch, Firetiger und Firetiger Red am fängigsten. Die silbernen und goldenen Modelle brachten zumindest in meinen Gewässern kaum Bisse, weswegen ich diese Modelle „umgefärbt“ habe. Zum Spinnfischen vom Ufer eignen sich besonders gut die Ripple Tail von Luhr Jensen, sowie die Sonar Flash Blade Baits von Heddon. Die Cicadas sind meiner Meinung nach beim Bootsangeln besser aufgehoben, da sie sich relativ bescheiden werfen lassen. Die Ködergröße sollte nicht zu groß gewählt werden, da die großen Modelle recht träge laufen und auf Dauer mühsam zu fischen sind. Ich selbst bevorzuge die kleineren Blattpilker so um die 5 cm Länge, da diese selbst bei langsamer Einholgeschwindigkeit schon lebhaft spielen.



Da die Blattpilker ein relativ hohes Eigengewicht haben, eignen sie sich auch zum Spinnfischen vom Ufer aus. Es ist durchaus möglich, Wurfweiten von 50 Meter und mehr zu erzielen, wenn man eine dünne, runde Geflochtene (z.B. Fireline)  benutzt. Durch ihre Form geraten die Blattpilker jedoch beim Werfen schon mal ins Trudeln und „vertüdeln“ sich mit dem Drilling im Vorfach. Um hier größerem Frust vorzubeugen, gibt es einige kleine Details, die man beachten sollte. Man verwendet am besten ein relativ steifes Vorfach, wobei ich mit Stahl und Hard Mono gute Erfahrungen gemacht habe. Am Ende des Vorfachs wird nur ein Karabiner befestigt, der so klein wie möglich sein sollte. Dadurch verringert sich die Gefahr, dass sich der Drilling während des Wurfes im Wirbel verfängt. Schnurdrall braucht man nicht befürchten, da Blattpilker ‚geradeaus’ durchs Wasser laufen und nicht um die eigene Achse rotieren. Ein weiteres wichtiges Detail ist beim Auswurf zu beachten. Normalerweise versucht man durch ein leichtes Abstoppen  des Wurfes, Verwicklungen des Köders mit dem Vorfach zu vermeiden. Bei Blattpilkern ist es genau anders herum! Am besten ist es den Köder ungebremst fliegen zu lassen und danach den Köder an lockerer Schnur bis zur gewünschten Tiefe absinken zu lassen. Durch diese beiden Maßnahmen hält sich „Tüdel“ stark in Grenzen. Außerdem spürt man sofort, wenn etwas mit dem Köder nicht stimmt. Sobald der Blattpilker nicht mehr vibriert, hat sich wahrscheinlich Kraut am Drilling verfangen oder ein Fisch hat zugepackt 😉


Zum Schluss möchte ich noch etwas zur Köderführung sagen: Bei mir haben sich bis jetzt zwei Varianten als sehr fängig erwiesen. Die erste Variante ähnelt sehr der herkömmlichen Köderführung beim Twistern. Dabei lässt man den Blattpilker bis auf den Grund absinken und holt ihn dann ruckweise Richtung Ufer ein. Hierbei sollte man die Einholgeschwindigkeit und die Stärke des Einzupfens variieren. Es empfiehlt sich auch den ersten Ruck sehr kräftig auszuführen. Meiner Meinung nach werden durch diese extremen Druckwellen die Barsche auf den Köder aufmerksam und man kriegt mehr Bisse. Diese kräftigen Rucke kann man natürlich auch mal zwischendurch einbauen. Die zweite Variante ist ebenfalls nichts Neues. Nach dem Auswurf wird der Blattpilker in der gewünschten Wassertiefe einfach langsam eingeholt. Natürlich kann man auch kleinere Rucke und Spinn-Stopps mit einbauen, um die Köderführung zu variieren. Solange man das Vibrieren des Blattpilkers im Handteil der Rute spürt, läuft der Köder einwandfrei und man kann jetzt die verschiedenen Wasserschichten nach den Räubern absuchen. Bei Blattpilkern, die mehrere Einhängeösen haben, sollte man zum Spinnfischen vom Ufer die vorderste nehmen, damit der Köder nicht „quer“ läuft. Wenn man vertikal unter dem Boot oder z.B. von Spundwänden angelt, hängt man den Karabiner in eine der hinteren Ösen ein. 


Für alle, die neugierig auf die Angelei mit Blattpilkern geworden sind, empfehle ich folgendes „Einsteigermodell“: Ripple Tail (Firetiger) in 4,4 cm Länge von Luhr Jensen. Mit diesem Blattpilker habe ich immer wieder schöne Barsche (bis 42 cm) und Rapfen (bis 60 cm) fangen können. Gerade im Frühjahr sind Blattpilker immer einen Versuch wert, um die Räuber aus der Reserve zu locken! Ich halte sie jedenfalls immer als „Ass im Ärmel“, wenn an schwierigen Tagen einfach nichts gehen will.


Mittlerweile angele ich seit gut drei Jahren mit Blattpilkern und konnte bis jetzt schon folgende Fischarten damit fangen: Barsche, Zander, Dorsche, Rapfen, Hechte, und eine Flunder (!).



Dabei waren die Farben Perch, Firetiger und Firetiger Red am fängigsten. Die silbernen und goldenen Modelle brachten zumindest in meinen Gewässern kaum Bisse, weswegen ich diese Modelle „umgefärbt“ habe. Zum Spinnfischen vom Ufer eignen sich besonders gut die Ripple Tail von Luhr Jensen, sowie die Sonar Flash Blade Baits von Heddon. Die Cicadas sind meiner Meinung nach beim Bootsangeln besser aufgehoben, da sie sich relativ bescheiden werfen lassen. Die Ködergröße sollte nicht zu groß gewählt werden, da die großen Modelle recht träge laufen und auf Dauer mühsam zu fischen sind. Ich selbst bevorzuge die kleineren Blattpilker so um die 5 cm Länge, da diese selbst bei langsamer Einholgeschwindigkeit schon lebhaft spielen.

Kategorien: Tackle-Tipps

Kommentare

  1. dietel
    dietel 12 Oktober, 2004, 07:32

    danke für diesen beitrag!

  2. Raeuberschreck
    Raeuberschreck 12 Oktober, 2004, 08:35

    Das freut mich! 🙂

  3. veitelino
    veitelino 12 Oktober, 2004, 10:02

    super Köder!Leider schwer zu bekommen.

  4. CatchAndReleaseIt
    CatchAndReleaseIt 12 Oktober, 2004, 10:27

    … erstaunlich, dasss silber und gold bei Euch nicht gefangen haben …

    … werde mir jedenfalls mal die Teile anschaun … klingt vielversprechend …
    Gruß
    Andreas

  5. fishing-hase
    fishing-hase 12 Oktober, 2004, 16:47

    sehr schöne erklärungen!!
    werde mir auch mal welche kaufen.

    hasi

  6. dietel
    dietel 12 Oktober, 2004, 22:31

    hab ich gestern die jahresplanung für die fisch&fang abgeschickt. und für januar steht das selbergießen von blattpilkern auf dem programm 🙂

  7. spinnfischer1
    spinnfischer1 6 November, 2004, 09:15

    Um es vorweg zu sagen die Blattpilker sind nicht Billig.Ich habe mich dieses Jahr damit befasst.
    Dabei musste ich feststellen,das es ein guter Köder zum Vertkalangeln ist!!!!!!!!!
    Beim Spinnen vom Ufer aus war es bei mir nix!!
    Also kamen meine Meppse wieder zum Einstz.

    tschüss Akki

  8. Ocrem
    Ocrem 23 Juni, 2005, 14:53

    ja das sind schöne köder aber in deutschland schwer zu bekommen!
    ich nehme aber lieber einen runden wirbel
    um ein vertrallen der schnur mit dem köder zu vermeiden auserdem
    laufen sie dan auch besser es kann aber auch nur einbildung sein . am liebsten benutze ich aber die blattpiker vom mareck.
    die gibt es bei http://www.angel-ussat.de/shop/ unter zocker das sind echte schmuck stücke speziel für die ufer angelei
    sind zwar nicht gerade die billigsten köder aber der kauf lohnt sich auf jeden fall ! viel spass noch mit den blattpilkern wünscht euch ocrem ps.sehr schöner artikel

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