Auf Zander am Sarulesti

Auf Zander am Sarulesti

Der Sarulesti-See oder trübe (Fisch-)Brühe – Diesen Frühling war mal wieder ein exotischeres Reiseziel angesagt: der berüchtigte rumänische Stausee, der unter den Namen Sarulesti (nach dem grössten Ort am See) oder auch Raduta (nach dem Besitzer Robert Raduta) bekannt ist. Das Abholen am Flughafen in Bukarest klappte ganz gut, auf der holprigen Fahrt zum, direkt am See gelegenen, Hotel, gab es schon die ersten Eindrücke von dem sehr armen Land, in dem Pferdekarren ein beliebtes Transportmittel sind.


Der erste Blick auf den See war dann etwas enttäuschend: Ich hatte ihn mir doch etwas grösser und weniger Braun vorgestellt. Aber ich wusste ja, dass er neben riesigen Karpfen auch einen enormen Zanderbestand beherbergen soll. Und obwohl die Fische noch mehr mit dem Laichen als mit Fressen zu tun hatten, haben wir dann auch ganz gut gefangen. Nach einer kurzen Begrüßung und einer Mahlzeit hielt es Uli und mich dann nicht mehr an Land und wir setzen uns zum Guide Paco ins Boot, um uns die aktuellen Verhältnisse und Spots zeigen zu lassen.

Man hatte uns klares Wasser versprochen, aber der See war schon recht trüb: Sichttiefe vielleicht 20-30 cm. Es ging auch nicht lange, bis wir die ersten Zanderkontakte hatten. Eher kleinere Fische gingen auf unsere diversen Gummishads und Pacos Köfi am Drachkovitsch-System. In der Regel gilt hier C&R, aber die Küche brauchte Nachschub und so schlugen wir einige Fische ab.

Gewobbelt wie Gejiggt

Nachdem dann in der Nacht noch Georg und Walter angekommen sind, widmeten wir uns in den nächsten Tagen den Fischen und ihren Vorlieben. (Slotter-)Shads in Knallgelb, mit und ohne Grün oder Rot kristallisieren sich schlussendlich als verlässlichste Köder heraus, aber auch Glitzerfarben (schwarz, silber, gold) und Reinweiss fängt seinen Teil. Erstaunlich erfolgreich ist auch eine Gummigroppe, die nicht mal sehr knallig gefärbt ist, sondern eher schmuddelig schwarz-gelb. Leider hab ich nur eine davon und die verschwindet schon bald im Maul eines schönen Hechts, da Robert offenbar deren Bestand mit Fischen aus dem Donaudelta ernsthaft aufgestockt hat. Jetzt kommt natürlich immer Stahl dran, aber kein so schöner Hecht mehr. Ich leg mir noch eine kurze steife Rute mit Multi ins Boot, die ich mit einem grossen zweiteiligen Bomber in schwarz-silber bestücke. Sobald das Ufer in Reichweite ist, mach ich zwischendurch ein paar Würfe damit, ausser zwei kleineren Hechten nehme erstaunlicherweise auch zwei relativ große Zander den flachlaufenden Wobbler.



Während wir in den nächsten Tagen doch ziemlich konsequent mit Gummi angeln, probiere ich an einem eher zähflüssigen Morgen einen Frenzy Diver mit knallgelbem Bauch aus und fange einen Zander damit. Als wir dann am Nachmittag die Bootsteams wechseln, und ich mit Georg rausfahre, kann ich 7 Zander auf diesen Wobbler und, nachdem ich ihn verliere, auf einen ähnlich gefärbten Risto Rap fangen. Nachher macht uns aber starker Wind zu schaffen und ausser Uli ziehen alle einen halben Tag frei ein. Der Wind scheint auch die Fische etwas schwieriger zu machen und obwohl wir weiterhin ganz anständig fangen haben wir doch das Gefühl, irgendwie hinter den Möglichkeiten zurückzubleiben. Uli meint jedenfalls, dass im Mai schon deutlich mehr los sei und dann auch eine aggressivere Köderführung Pflicht ist. Wir fangen nämlich mit teils deutlich unterschiedlichen Stilen in der Köderführung durchaus vergleichbar. Georg kurbelt die Gummis mit Absinkpausen langsam heran und fängt damit ebenso wie Uli, der in seinem bewährten Stil von Hochreissen und dann gleichzeitigem Kurbeln und Rutensenken fängt. Ich mache 1-3 Rucke und lass den Köder dann an gespannter Schnur wieder sinken.

2 vom Delta

Während wir fleissig angeln, ist Robert auf Erkundungsreise im Donaudelta, in dem er offenbar die Fischereirechte in einem recht großen Gebiet gepachtet hat. Eines Abends kommt er dann zurück und fragt uns, ob wir einen großen Wels sehen wollen. Er hat Welse mitgebracht, weil er einen stromaufgelegenen Teil des Sees, der von „unserem“ See durch ein paar vergitterte Röhren abgetrennt ist, damit besetzen will. Einerseits als anglerische Attraktion, eine Art „Wels Puff“ für Spinnfischer, anderseits auch zur Kontrolle der Brassenbestände, die wohl zum Laichen in diesen Teil des Sees ziehen. Mit Geländefahrzeugen werden wir dann durch die Nacht gekarrt und kriegen dann tatsächlich zwei riesige Welse zu sehen, die vom Becken auf einem Lastwagen in den See gesetzt werden.



Und dann ist, wie jeder Urlaub, auch dieser irgendwann viel zu schnell vorbei. Ich halte die Fischerei an diesem See für eine einmalig gute Gelegenheit, das Fischen auf Zander zu trainieren. Übrigens beherbergt er auch riesige Karpfen bis gegen 40 kg. Das ist zwar für Spinnfischer weniger interessant, bedeutet aber auch, dass man je nach Jahreszeit bei der Zanderangelei eingeschränkt ist, weil ganz Uferstriche von Karpfenanglern in Beschlag genommen werden. Allerdings sollte das den Angelerfolg nicht ernsthaft beeinträchtigen.


Unterkunft und Fischerei: Raduta Tours
Oder Buchung über: Raduta Angelreisen


(Kleine Anmerkung vom Barsch-Alarm: Infos ohne Ende findet Ihr übrigens auf tils Homepage: Spinnfischen auf Raubfische)

Kategorien: Gewässer-Tipps

Kommentare

  1. CatchAndReleaseIt
    CatchAndReleaseIt 15 April, 2004, 11:57

    @til: Deine Seiten sind gaaaaaaaaanz schööööööööööön laaaaaaaaangsaaaaam ….

  2. til
    til 15 April, 2004, 12:25

    Ist mir noch nie aufgefallen…

  3. CatchAndReleaseIt
    CatchAndReleaseIt 15 April, 2004, 13:16

    … trotzdem interessante Seite 🙂

  4. dietel
    dietel 15 April, 2004, 14:28

    mal ne frage, til: du warst doch jetzt sowohl am caspe-stausee als auch am sarulesti. wo is’n mehr zander drin? was hat dir besser gefallen?

    mit dsl hab ich auf deiner homepage übrigens auch kein geschwindigkeitsproblem festgestellt. kann ja sein, dass der server kurz mal etwas arg beansprucht war.

    und danke für den bericht!

  5. til
    til 15 April, 2004, 14:35

    Im Sarulesti sind definitiv mehr Zander pro Quadratmeter. Aber beide Seen haben so Ihren Reiz, könnte mich da jetzt nicht so einfach enscheiden. Der Sarulesti ist viel jedenfalls viel kleiner und flacher und somit einfacher zu befischen. In Caspe ist das Wasser klarer und es gibt schwarzbarsch als Beigabe.

  6. dietel
    dietel 15 April, 2004, 15:11

    bin ja bald aufm caspe-stausee unterwegs. freu mich schon und hoffe definitiv auf schwarzbarsch als zugabe. naja. aber zum sarulesti wollt ich auch immer schon mal.

  7. til
    til 15 April, 2004, 15:37

    Sarulesti ist ganz klar ein Zandersee.
    Wir haben zu viert in einer Woche Spinnfischen Schätzungsweise gefangen:
    200 Zander
    3 Barsche
    4 Hechte
    1 Karpfen

  8. angeliter
    angeliter 15 April, 2004, 20:24

    finde ich auch ……………………………………………………………..
    oder sind es die massenhaften hits?!

  9. angeliter
    angeliter 15 April, 2004, 20:26

    p.s.
    auch mit dsl eine arge geduldsprobe!

  10. til
    til 15 April, 2004, 22:03

    Ich denke eher, dass da irgendwo eine Leitung spinnt. Bei uns lief Heute mal fast nix aus Deutschland, aber alle Schweizer Seiten und auch USA waren OK.

  11. MoritzSt
    MoritzSt 16 April, 2004, 16:34

    heute geht alles super schnell mit adsl

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