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Going wild, Kanuurlaub in Nordschweden die zweite

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Going wild, Kanuurlaub in Nordschweden die zweite

BA-Supporter

  • Hi Gast, Du bist neu hier. Um das Forum übersichtlich zu halten, bitten wir Dich, erst die Forensuche (Lupe oben rechts) zu bemühen, bevor Du ein neues Thema eröffnest. Vieles wird hier schon diskutiert. Vielen Dank fürs Verständnis und viel Spaß hier!

Waterfall

Bigfish-Magnet
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Buenos Dias! Nach dem Temperaturschock den ich gestern Abend erlebt habe fühle ich mich als wäre ich pünktlich zum Partyurlaub in Malle angekommen, an statt in Berlin Schönefeld zu landen.. Die letzten zwei Wochen war ich nämlich mit dem Kanu ca. 200km nördlich des Polarkreises, im Gebirge des Kebnekaise (der Höchste Berg Schwedens) unterwegs. Teilweise absolute Wildnis, zwei Wochen keine Dunkelheit, Hitze, Kälte, Schweiß und Blut, alles war dabei. Ähnlich wie letztes Jahr nach meiner Reise zum Hornavan würde ich euch gerne in einer kleinen Serie von meiner Reise erzählen. Seid also gespannt und schaut die nächsten Tage vielleicht mal hier rein, ich werde immer mal einiges updaten.

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Bis dahin tight lines und beste Grüße,

Willi
 
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Pikehead

Dr. Jerkl & Mr. Bait
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Buenos Dias! Nach dem Temperaturschock den ich gestern Abend erlebt habe fühle ich mich als wäre ich pünktlich zum Partyurlaub in Malle angekommen, an statt in Berlin Schönefeld zu landen.. Die letzten zwei Wochen war ich nämlich mit dem Kanu ca. 200km nördlich des Polarkreises, im Gebirge des Kebnekaise (der Höchste Berg Schwedens) unterwegs. Teilweise absolute Wildnis, zwei Wochen keine Dunkelheit, Hitze, Kälte, Schweiß und Blut, alles war dabei. Ähnlich wie letztes Jahr nach meiner Reise zum Hornavan würde ich euch gerne in einer kleinen Serie von meiner Reise erzählen. Seid also gespannt und schaut die nächsten Tage vielleicht mal hier rein, ich werde immer mal einiges updaten.

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Bis dahin tight lines und beste Grüße,

Willi
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Schreib doch mal @dietel, der letzte Bericht war ja schon klasse. Wäre doch schade wenn es hier bloß in irgendeinem Thread stattfindet.
 

eszett

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Freut mich wieder einen Bericht von dir zu lesen! Habe schon den Letzten aufgesogen...
 

Waterfall

Bigfish-Magnet
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Schreib doch mal @dietel, der letzte Bericht war ja schon klasse. Wäre doch schade wenn es hier bloß in irgendeinem Thread stattfindet.
Das werde ich sicher machen, letztes mal hat es der Bericht ja auch auf die Startseite geschafft. Ich denke aber für euch ist es spannender einzelne Episoden zu bekommen als den riesen Brocken auf einmal zu lesen. Noch dazu schreibt es sich für mich besser :D Zum Schluss kann man ja den ganzen Bericht noch auf die Seite hauen. Mal sehen, ich fange morgen mal an..
 

Waterfall

Bigfish-Magnet
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Ein kurzes Anfangsgeplänkel bevor es los geht:

Nach der Tour auf dem Hornavan im vergangenen Jahr wollten wir uns eine Route suchen, welche uns dieses Jahr noch etwas mehr fordert (nicht dass es nicht anstrengend gewesen wäre..), und vor Allem landschaftlich etwas mehr Abwechslung bietet. So entschieden wir uns für eine ca. 140km lange Tour beginnend in Nikkaluokta am Fuß des Kebnekaise (dem mit ca. 2100m höchsten Berg Schwedens) und endend in Lappaesuando, einem kleinen Nest am Ufer des Kalix. Unsere Tour bestand also aus mehreren Gewässern, darunter 4 Bergseen und verschiedenen Flussabschnitten. Dafür hatten wir 15 Tage Zeit. Das ist viel, man kann die Tour sicher auch in der Hälfte der Zeit schaffen, hat dann aber keine Zeit zum Angeln. Da hatten wir lieber mehr Puffer. Gut ein halbes Jahr habern wir uns auf die Tour vorbereitet, darunter unzählige Stunden am PC verbracht (Google Maps ist da Gold wert) und letztendlich unser Kanu bei Sven von Kanotcentral Norr reserviert. Super cooler netter Typ. Im Gegensatz zur letzten Reise hatten wir einiges mehr an eigenem Equipment dabei. Neues Zelt, gute Schlafsäcke und Isomatten und vernünftige Kleidung sollte dafür sorgen dass wir da oben keine großen Probleme kriegen. Man befindet sich ja schließlich 200km oberhalb des Polarkreises, am letzten Zipfel der europäischen Zivilisation. Da muss alles stimmen.


Tag 1

Wecker klingelt früh um 4. Völlig übermüdet kriechen Vincent und ich aus dem Bett. Der Abend zuvor ist durch Packerei, Koffer wiegen und Vorbereitungen etwas eskaliert (Danke an meinen Nachbarn der uns selbstlos seine Waage geliehen hat), so dass wir schon ziemlich fertig waren bevor das ganze überhaupt los ging. Aber gut. Wir hatten Bock. Unsere ca. 60kg Gepäck, verteilt auf zwei Rucksäcke und zwei Packsäcke (keine Koffer mit schönen Rollen..) lagen schon echt schwer in den Händen als wir irgendwann in Berlin Tegel ankamen. Ich machs kurz: Gegen 14 Uhr trudelten wir mit dem Flieger in Kiruna ein, alles lief glatt. Draußen stand ein weißer Volvo mit grünem Kanu auf dem Dach, der uns ans kleine Ende der Welt bringen sollte. Sven; ein alter Schwede der sein ganzes Leben hier verbracht hat; erklärte uns noch einige Besonderheiten der Gegend, warnte uns vor den Stromschnellen im Kalix und überreichte und unser Kartenmaterial. Ich machte erstmal große Augen als ich den Papierstapel sah, eine handgezeichnete (!) Karte der Strecke von 1975, dazu auf schwedisch. Glücklicherweise habe ich so viele Nächte mit Google Maps verbracht, dass ich die Strecke fast schon auswendig kannte. Wir fuhren noch etwas Nahrung und die Angellizenzen kaufen. Wir haben nun beide eine Jahreskarte für die Gegend, die war billiger als zwei Wochenkarten.

Irgendwann gegen 17 Uhr kamen wir dann in Nikkaluokta an, Sven verabschiedete uns und da standen wir nun. Ganz Allein mit gut 30kg Essen und einem grünen Plastikkahn, mitten im schwedischen Nichts. Bei strahlendem Sonnenschein. Nach einer kleinen Packeskapade mit dem Kanu ging es dann auch direkt los auf den Vistasälven. Einen Gebirgsfluss mit typisch blau milchigem Schmelzwasser, kaum wärmer als 4 Grad.

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Der Fluss sollte für uns stromauf ca. 10km befahrbar sein, dann würde die Strömung zu stark werden und wir müssten umkehren. Der Vistasälven führt durch ein Tal, welches ein einziges Labyrinth aus Flussarmen und kleinen Seen ist. Bereits nach etwa einer Stunde Paddelei entschieden wir uns in einem Nebenarm für eine kleine Angelpause. Das Wasser des Vistas ist echt verdammt kalt, die Nebenarme und Seen sind aber ziemlich flach und somit auch deutlich wärmer. Der Wind bließ ziemlich kräftig, das ist auf einem Kanu immer recht ungünstig, da man ungefähr so standhaft ist wie eine alte A-Klasse beim Elchtest. Zumindest hält man sich so recht schwer auf der Stelle. Für mich gabs dann doch recht fix den ersten kleinen Pike der Tour; erleichternd, da wir letztes Jahr erstmal 2 Tage nichts gefangen haben.

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Der Fluss führte uns weiter durch eine wirklich wahnsinnige Landschaft, und das bei bestem Wetter! 20 Grad und pralle Sonne am Polarkreis, Angeln und sich dabei den Rücken bräunen lassen. Unglaublich.

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P7235508.JPG

Der See sah mit seinen vielen flachen Buchten und Krautfahnen einfach unglaublich aus. Da rutscht jedem Hechtangler das Herz in die Hose! Stickbait dran und ab gehts.. Es dauerte nicht lange bis die ersten zwei kleineren Pikes sich das komische ploppende Teil von der Oberfläche einschlürften.

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Vince legte dann mit einem richtig ordentlichen Fisch auf Stickbait dann schonmal gut vor!

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Dann passierte lange erstmal nicht wirklich viel. Der See war wirklich groß, wir fuhren eine ganze Runde und fanden keinen Weg mehr heraus. Da der Fluss mit ordentlich Strömung in den See mündete musste er auch irgendwo wieder raus kommen. Wir fanden den Ausgang lange nicht, auch nicht als wir auf einen kleinen Hügel stiegen um einen Überblick über die Gegend zu bekommen. Na klasse. Im hinteren Teil des Sees war das Wasser auch derart flach und warm, dass sich nichtmal die Hechte dort hin verirrt haben. Irgendwann fanden wir den Ausgang dann in der Nähe der Mündung des Flusses, etwas versteckt in einer kleinen Bucht. Endlich weiter!
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Irgendwann wurde es dann spät und die Sonne verschwand hinter dem mächtigen Bergkamm. Wir suchten uns ein Lager an einem kleinen See im Schatten des Berges. Innerhalb von einer Stunde fiel die Temperatur sicher um 15 bis 20 Grad, wo wir eben noch oberkörperfrei durch die Sonne gepaddelt sind, froren wir nun in Merinounterwäsche und Fleecejacke. Es war sicher kaum wärmer als 3 oder 4 Grad und damit die kälteste Nacht unseres Urlaubs.

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Furiousperch

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Wow toll! Da habt ihr echt glück mit dem Wetter gehabt!:)
Ich bin im Moment ganz in der nähe, in Skaulo, das ist ca 15min von eurem Ziel Lappaesaundo und verbringe meinen Sommer hier:) ist echt eine wunderschöne Gegend!:)
Habt ihr Elche gesehen?

Seit ihr noch unterwegs oder schon wieder zurück?
 

blankmaster

Finesse-Fux
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Habt ihr Elche gesehen?
..nur mal so nebenbei und ot : die Viecher sind keinesfalls so "lieb" wie man vermuten könnte und nicht "ohne" und können nicht nur Autofahrern äußerst unangenehm begegnen.

Gilt für alle Geschlechter zu jeder Jahreszeit.

Zumindest sollte man nicht so doof sein wie ich, und ihnen in naiver Unwissenheit -auf der "Photopirsch" in Norwegen- im Wald folgen. Ich hatte einfach nur Glück...
 

Furiousperch

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..nur mal so nebenbei und ot : die Viecher sind keinesfalls so "lieb" wie man vermuten könnte und nicht "ohne" und können nicht nur Autofahrern äußerst unangenehm begegnen.

Gilt für alle Geschlechter zu jeder Jahreszeit.

Zumindest sollte man nicht so doof sein wie ich, und ihnen in naiver Unwissenheit -auf der "Photopirsch" in Norwegen- im Wald folgen. Ich hatte einfach nur Glück...

Haha hab ja nirgends geschrieben ob er mir elchen geknuddelt hat oder so, nur ob er schon welche gesehen hat ;)
Wir haben immer die gleichen 4 rund ums Camp in der Tundra und niemand hier ist so doof und nähert sich einer Elchkuh mit Jungen... ;)
Auf dem Teller oder im Elchpark ist der einzige Ort wo ich nahe an Elche ran gehe :p
 

Simon D

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Ein kurzes Anfangsgeplänkel bevor es los geht:

Nach der Tour auf dem Hornavan im vergangenen Jahr wollten wir uns eine Route suchen, welche uns dieses Jahr noch etwas mehr fordert (nicht dass es nicht anstrengend gewesen wäre..), und vor Allem landschaftlich etwas mehr Abwechslung bietet. So entschieden wir uns für eine ca. 140km lange Tour beginnend in Nikkaluokta am Fuß des Kebnekaise (dem mit ca. 2100m höchsten Berg Schwedens) und endend in Lappaesuando, einem kleinen Nest am Ufer des Kalix. Unsere Tour bestand also aus mehreren Gewässern, darunter 4 Bergseen und verschiedenen Flussabschnitten. Dafür hatten wir 15 Tage Zeit. Das ist viel, man kann die Tour sicher auch in der Hälfte der Zeit schaffen, hat dann aber keine Zeit zum Angeln. Da hatten wir lieber mehr Puffer. Gut ein halbes Jahr habern wir uns auf die Tour vorbereitet, darunter unzählige Stunden am PC verbracht (Google Maps ist da Gold wert) und letztendlich unser Kanu bei Sven von Kanotcentral Norr reserviert. Super cooler netter Typ. Im Gegensatz zur letzten Reise hatten wir einiges mehr an eigenem Equipment dabei. Neues Zelt, gute Schlafsäcke und Isomatten und vernünftige Kleidung sollte dafür sorgen dass wir da oben keine großen Probleme kriegen. Man befindet sich ja schließlich 200km oberhalb des Polarkreises, am letzten Zipfel der europäischen Zivilisation. Da muss alles stimmen.


Tag 1

Wecker klingelt früh um 4. Völlig übermüdet kriechen Vincent und ich aus dem Bett. Der Abend zuvor ist durch Packerei, Koffer wiegen und Vorbereitungen etwas eskaliert (Danke an meinen Nachbarn der uns selbstlos seine Waage geliehen hat), so dass wir schon ziemlich fertig waren bevor das ganze überhaupt los ging. Aber gut. Wir hatten Bock. Unsere ca. 60kg Gepäck, verteilt auf zwei Rucksäcke und zwei Packsäcke (keine Koffer mit schönen Rollen..) lagen schon echt schwer in den Händen als wir irgendwann in Berlin Tegel ankamen. Ich machs kurz: Gegen 14 Uhr trudelten wir mit dem Flieger in Kiruna ein, alles lief glatt. Draußen stand ein weißer Volvo mit grünem Kanu auf dem Dach, der uns ans kleine Ende der Welt bringen sollte. Sven; ein alter Schwede der sein ganzes Leben hier verbracht hat; erklärte uns noch einige Besonderheiten der Gegend, warnte uns vor den Stromschnellen im Kalix und überreichte und unser Kartenmaterial. Ich machte erstmal große Augen als ich den Papierstapel sah, eine handgezeichnete (!) Karte der Strecke von 1975, dazu auf schwedisch. Glücklicherweise habe ich so viele Nächte mit Google Maps verbracht, dass ich die Strecke fast schon auswendig kannte. Wir fuhren noch etwas Nahrung und die Angellizenzen kaufen. Wir haben nun beide eine Jahreskarte für die Gegend, die war billiger als zwei Wochenkarten.

Irgendwann gegen 17 Uhr kamen wir dann in Nikkaluokta an, Sven verabschiedete uns und da standen wir nun. Ganz Allein mit gut 30kg Essen und einem grünen Plastikkahn, mitten im schwedischen Nichts. Bei strahlendem Sonnenschein. Nach einer kleinen Packeskapade mit dem Kanu ging es dann auch direkt los auf den Vistasälven. Einen Gebirgsfluss mit typisch blau milchigem Schmelzwasser, kaum wärmer als 4 Grad.

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Der Fluss sollte für uns stromauf ca. 10km befahrbar sein, dann würde die Strömung zu stark werden und wir müssten umkehren. Der Vistasälven führt durch ein Tal, welches ein einziges Labyrinth aus Flussarmen und kleinen Seen ist. Bereits nach etwa einer Stunde Paddelei entschieden wir uns in einem Nebenarm für eine kleine Angelpause. Das Wasser des Vistas ist echt verdammt kalt, die Nebenarme und Seen sind aber ziemlich flach und somit auch deutlich wärmer. Der Wind bließ ziemlich kräftig, das ist auf einem Kanu immer recht ungünstig, da man ungefähr so standhaft ist wie eine alte A-Klasse beim Elchtest. Zumindest hält man sich so recht schwer auf der Stelle. Für mich gabs dann doch recht fix den ersten kleinen Pike der Tour; erleichternd, da wir letztes Jahr erstmal 2 Tage nichts gefangen haben.

Anhang anzeigen 63091

Der Fluss führte uns weiter durch eine wirklich wahnsinnige Landschaft, und das bei bestem Wetter! 20 Grad und pralle Sonne am Polarkreis, Angeln und sich dabei den Rücken bräunen lassen. Unglaublich.

Anhang anzeigen 63092 Anhang anzeigen 63093
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Der See sah mit seinen vielen flachen Buchten und Krautfahnen einfach unglaublich aus. Da rutscht jedem Hechtangler das Herz in die Hose! Stickbait dran und ab gehts.. Es dauerte nicht lange bis die ersten zwei kleineren Pikes sich das komische ploppende Teil von der Oberfläche einschlürften.

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Vince legte dann mit einem richtig ordentlichen Fisch auf Stickbait dann schonmal gut vor!

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Dann passierte lange erstmal nicht wirklich viel. Der See war wirklich groß, wir fuhren eine ganze Runde und fanden keinen Weg mehr heraus. Da der Fluss mit ordentlich Strömung in den See mündete musste er auch irgendwo wieder raus kommen. Wir fanden den Ausgang lange nicht, auch nicht als wir auf einen kleinen Hügel stiegen um einen Überblick über die Gegend zu bekommen. Na klasse. Im hinteren Teil des Sees war das Wasser auch derart flach und warm, dass sich nichtmal die Hechte dort hin verirrt haben. Irgendwann fanden wir den Ausgang dann in der Nähe der Mündung des Flusses, etwas versteckt in einer kleinen Bucht. Endlich weiter!
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Irgendwann wurde es dann spät und die Sonne verschwand hinter dem mächtigen Bergkamm. Wir suchten uns ein Lager an einem kleinen See im Schatten des Berges. Innerhalb von einer Stunde fiel die Temperatur sicher um 15 bis 20 Grad, wo wir eben noch oberkörperfrei durch die Sonne gepaddelt sind, froren wir nun in Merinounterwäsche und Fleecejacke. Es war sicher kaum wärmer als 3 oder 4 Grad und damit die kälteste Nacht unseres Urlaubs.

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Edler Lesestoff vom Feinsten, wie JayDee sagen würde
Freu mich hart auf Tag 2! Danke!
 

Waterfall

Bigfish-Magnet
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Wow toll! Da habt ihr echt glück mit dem Wetter gehabt!:)
Ich bin im Moment ganz in der nähe, in Skaulo, das ist ca 15min von eurem Ziel Lappaesaundo und verbringe meinen Sommer hier:) ist echt eine wunderschöne Gegend!:)
Habt ihr Elche gesehen?

Seit ihr noch unterwegs oder schon wieder zurück?
Ich bin seit gestern wieder in Deutschland, dir aber auf jeden Fall viel Spaß im Norden! Ich hoffe du hast die Rute dabei. Elche haben wir gesehen, aber da will ich jetzt nicht spoilern :D
 

Furiousperch

Dr. Jerkl & Mr. Bait
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Ich bin seit gestern wieder in Deutschland, dir aber auf jeden Fall viel Spaß im Norden! Ich hoffe du hast die Rute dabei. Elche haben wir gesehen, aber da will ich jetzt nicht spoilern :D
Danke, bin noch bis Ende Monat hier... Die Nächte werden schon dunkler und das Laub der Birken langsam gelb... Winter is coming...
Klar hab ich ne Rute dabei, sogar 6 Stück xD das ist einer der Gründe meinen Sommer hier zu verbringen;)
 

haby69

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Sehr geil Jungs!! Weiter so mit der Story. Die letzte hat schon echt Spaß gemacht beim lesen!
 

Alex58

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Wann kommt der Bericht zu Tag 2 ?????? :D:D
Fand den letzten Bericht schon Top und bin wirklich gespannt auf diesen hier.
Fernweh lässt grüßen-
Danke vorab für das Teilen eurer Erfahrungen.
 

Waterfall

Bigfish-Magnet
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Tag 2 /Part 1

Früh am Morgen war ich der erste der aus dem Zelt kroch. Während es letzte Nacht fast gefroren hatte, komme ich mir in meinen Merinosachen und meinem Schlafsack nun vor wie in einer finnischen Dampfsauna. Die Sonne knallt erbarmungslos vom Himmel, direkt auf unser Zelt. Und das früh um 5!

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Ich fackelte nicht lange und zog mir kurze Sachen an. Schnappte mir die Rute und dümpelte mit unserem Kahn über den kleinen See, während Vince noch schlief. In dem kaum knietiefen Wasser fing ich in etwa einer Stunde 6 kleinere Hechte auf meinen Softjerk. Geile Angelei, Bisse auf Sicht und das mit einer ungeheuren Aggressivität. Manche Hechte verlor ich im Drill kurz vorm Boot, bevor sie zwei Sekunden später nochmal auf den Köder knallten. Unglaublich wie die Kerle da oben drauf sind. Irgendwann wurde mein Kumpel im Zelt dann auch wach und wir gönnten uns erstmal eine dicke Portion Müsli mit Trockenfrüchten, Nüssen und Vollmilchpulver. Genau die richtige Mahlzeit für so eine Tour. Lange hielten wir uns nicht mehr an dem See auf, so dass wir unseren Weg hoch ins Gebirge fortsetzten. Krass was die Sonne hier für eine Kraft hat, wir hatten total vergessen wo wir uns überhaupt hier befinden.

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Der Fluss war spiegelglatt, es ging deutlich schneller voran als den Tag davor. Immer wieder splittete sich der Fluss in einige kleine Nebenarme auf, welche häufig mit einem See verbunden waren. Die kleinen Einbuchtungen konnte man schnell übersehen, waren aber wie gemacht für unser Kanu. Kleine geheime Wege als direkter Weg zu unseren Traumspots. Zu flach für jedes Motorboot. Auf einer Sandbank direkt an einem dieser Zuflüsse entschieden wir uns zu baden. Es war echt super warm und man will ja auch nicht stinken. Da kann man das gute Wetter auch mal nutzen.

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Das Bad war aber schnell vorbei. Das ganze fühlte sich eher an als würde man sich in ein angetautes Calippo legen und danach über ein Nagelbett laufen. War trotzdem super. Wir fuhren anschließend noch etwas flussauf und hoben uns ein paar Nebenarme für den Rückweg auf. Das große Massiv auf der linken Seite des Tals hatte schon lange meine Aufmerksamkeit gewonnen und auch Vince fand die Idee ganz cool mal da oben auf einem Berg zu stehen. Zumal die Hänge mit riesigen Schneefeldern und kleinen Wasserfällen geschmückt waren. Wir kannten die Bergsteigerei ja schon vom letzten Urlaub, da hatte uns das Gelände für den 700m Hügel schon ordentlich gefordert. In einer absolut mückenverseuchten Bucht strandeten wir unser Kanu visierten die mächtige Felswand vor uns an. Krasser Anstieg, hier und da ein Wasserfall, Baumgrenze, Gras, Geröll, Schnee. Wir überlegten noch ob wir vorher Mittag essen oder erst hoch gehen und uns das Mittag verdienen. Natürlich entschieden wir uns vor lauter sportlichem Ehrgeiz für Option Nummer zwei. In zwei Stunden wären wir ja sicher zurück. Uns so gings los, im Gepäck hatte ich nichts weiter als die Fleecejacke, eine halbe Tafel Schoki und die Wasserflasche. Vince nahm seine Flasche einfach in die Hand und band sich sein Hemd um die Hüfte. Jeder der schonmal sowas ähnliches gemacht hat, kann ahnen wo die Reise hin ging..

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Vorweg: Vince und ich studieren beide Sport und sind definitiv keine Stubenhocker. Wir sind zwar nicht die Gebrüder Messner, aber ich würde uns schon eine ordentliche Kondi zusagen.

Die ersten zwei Kilometer schlängelten wir uns erstmal durch das Unterholz, bis wir den Gebirgsbach erreichten. War anstrengend, aber doch etwas besser zu laufen als beim letzten mal. In einem alten ausgetrockneten Flussbett kamen wir gut voran. Der Weg änderte sich aber irgendwann schlagartig als wir den Bach erreichten. Aus dem ebenen Anstieg wurde ein schroffer felsiger Untergrund mit großen Vorsprüngen, kleinen Felswänden und losen Steinen. Anfangs machte es noch richtig Spaß über die Felsen zu klettern, irgendwann wurde es aber echt richtig anstrengend, und da war der Wasserfall auf halber höhe des Berges noch nichtmal zu sehen. Jedenfalls hatten wir keine Probleme uns mit frischem Wasser zu versorgen. Nach einer gut 10m hohen senkrechten Felswand brauchten wir erstmal eine kleine Verschnaufpause. Unsere amateurhaften Boulderskills raubten doch einiges an Kraft und bereits jetzt war das irgendwie eine aussichtslose Sache. Nur mit einem Müsli im Bauch rennt man eben keine Berge hoch, schon gar nicht ohne Weg und erst recht nicht in Nordschweden. Naja, wir waren einmal hier und jetzt kam der Ehrgeiz. Irgendwann war die Baumgrenze erreicht, aus Büschen wurde Gras, aus Gras wurde Moos und aus Moos wurde Geröll. Und aus Geröll wurden richtig fiese große Steine mit super scharfkantigen Ecken. Es war echt ein Trauerspiel. 100m Weg, 3min Pause. Waden und Oberschenkel meldeten schon nach halber Strecke absoluten Notstand und so nutzten wir die Wegpausen doch recht reichlich um uns mal etwas Flüssigkeit und ein halbes Stück Schokolade zu gönnen. Aber da wollten wir hoch. Die Hände in den Schnee tauchen und Gletscherwasser trinken.

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Ich hab schon einige körperliche Anstrengungen hinter mir, aber das war wirklich der absolute Killer. Wanderschuhe sind auch einfach keine Bergschuhe die einem in dem Gelände einen ungeschickten tritt verzeihen. Es war ein absoluter Ritt an der Grenze von Kondition und Konzentration als wir endlich das Schneefeld erreichten, unsere Hände in den Schnee tunkten und rum hampelten wie zwei Schimpansen die das erste mal in ihrem Leben Schnee sahen.

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Aber hey, wir waren ja noch nicht oben. War noch ein ganzes Stück bis zum Gipfel den ich unbedingt erreichen wollte. Die Felsen wurden immer schlimmer, das geborstene Granit schnitt sich teilweise recht ordentlich in die Gummisohlen unserer Wanderschuhe. Die letzten Meter war noch einmal eine wirkliche Kletterei, aber unsere Kräfte waren wieder da, wir wollten da hoch, wir hatten einfach Bock drauf! Und dann wars auch so weit, wir genossen den besten Ausblick den man wohl haben kann. Das Tal mit dem Vistasälven unter uns, rechts die Seen die wir noch befahren werden und hinter uns eine riesige Geröllfläche und der Kebnekaise, der mit seiner Schneekuppe höher als alle anderen war. Aber dann irgendwie doch nicht so viel höher als wir gerade waren.

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Wir verweilten noch etwa eine halbe Stunde, machten Bilder und freuten uns wie kleine Kinder unseren Berg erklommen zu haben. Da es im Süden ordentlich regnete und es auf dem Gipfel auch richtig kalt und windig war, beschlossen wir zügig wieder abzusteigen. Dabei war der Abstieg nicht unbedingt leichter als der Aufstieg, das Gehüpfe von Fels zu Fels verlangte einiges an Konzentration. Ein falscher Tritt und der Fuß ist gebrochen. Und hier oben kommt keine Hilfe. Unsere Handys hatten wir blöderweise am Kanu gelassen. Mit mächtig Respekt liefen wir den großen Geröllhang hinunter, immer wieder lösten sich große Steine, wir fielen auf den Hintern, stolperten, fingen uns ab. Alles ok. Bergab machten wir mindestens genau so viele Pausen. Der Körper verlangt nach Brennstoff, die Tafel Schokolade war schon lange leer und der Abstieg würde auch noch lange dauern. Allerdings konnten wir nun das Tal des Vistasälven in seiner vollen Pracht sehen.

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Zum Glück kam irgendwann das Moos und Gras wieder, auf dem wir so viel schneller voran kamen. Der Hang wurde noch einmal richtig steil, bestimmt 50 Grad Gefälle. Das langsame Absteigen tat irgendwann mächtig an den Füßen weh, und so rannten wir den Hang irgendwann einfach im ZickZack runter. Das hat Spaß gemacht und schnell kamen wir so auch voran. Irgendwann waren wir dann unten, fix und alle. 6 Stunden hatte unsere Tour gedauert. 1400 Höhenmeter. That's life!
 
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Simon D

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Jaja, die geschätzte und die reale Distanz bei nicht vorhandenen Referenzen. Ein Klassiker aber umso geiler das Gefühl, wenn man oben ist. Und den Schweinehund notgeschlachtet hat. Props, weiter so, bitte :)
 

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