1. Hi Gast, Du bist neu hier. Um das Forum übersichtlich zu halten, bitten wir Dich, erst die Forensuche (Lupe oben rechts) zu bemühen, bevor Du ein neues Thema eröffnest. Vieles wird hier schon diskutiert. Vielen Dank fürs Verständnis und viel Spaß hier!
    Information ausblenden

Fällmittel-Diskussion reloaded

Dieses Thema im Forum "Berlin & Brandenburg" wurde erstellt von dietel, 12. Januar 2014.

  1. dietel

    dietel Barsch-Joda Mitarbeiter Administrator

    Registriert seit:
    18. Oktober 2002
    Themen:
    403
    Beiträge:
    3.528
    Likes erhalten:
    791
    Ort:
    Berlin, Germany
    Wir haben ja schon die eine oder andere Fällmittel- und Befischungsdruck-Diskussion geführt. Da wurden auch viele Argumente pro und contra auf den Tisch gebracht, bis die Diskussionen verwässert sind. Ich bin gerade nochmal auf einen Link gestoßen, der mir irgendwie Sorgen macht. Ich habe gehört, dass es nach dem Aluminium-Eintrag an dem betreffenden Gewässer zu einem Fischsterben gekommen sein soll. Generell fragt man sich, ob das mit dem Alu im Wasser so eine tolle Sache ist. Als Kochtopfangler würde ich mir Gedanken machen, wenn ich sowas lese:

    http://www.bruessow.info/news/2009/08/lesen.php?datei=090805_02

    Weiß jemand was von einem Fischsterben am Brüssower See nach dem Fällmitteleinsatz? Um ehrlich zu sein, habe ich mir bislang nicht so viele Sorgen um die Gewässer gemacht, weil ichs nicht für möglich gehalten hätte, dass mit chemischen Substanzen an einer Aufklarung die mit einer besseren Wasserqualität verbunden sein soll, gearbeitet wird. Inzwischen liest man's aber nunmal immer häufiger. Ist das jetzt besorgniserregend oder sollte man sich über solche Initiativen freuen?
     
  2. cybershot

    cybershot Twitch-Titan

    Registriert seit:
    1. September 2010
    Themen:
    3
    Beiträge:
    69
    Likes erhalten:
    0
    Wir werden es schon irgendwie schaffen uns umzubringen.
    Aluminium ist in Impfungen um das Immunsystem zu erschrecken, es ist ein Nervengift. Aluminium wird auch vermehrt in den Gehirnen von AlzheimerPatienten gefunden.
    Ich nehme an das die Felderbewirtschaftung nicht eingestellt wird also wird ein permanenter Fällungsmitteleinsatz notwendig.
    Ob das evt. Greenpeace interessiert?

    Gesendet von meinem LT30p mit Tapatalk
     
  3. Wolf

    Wolf Barsch Vader Moderator im Ruhestand

    Registriert seit:
    3. April 2005
    Themen:
    61
    Beiträge:
    2.471
    Likes erhalten:
    87
    Ort:
    Auf Dienstreise
    @cybershot: so ein Beitrag hilft ja nun niemandem. Jedes Element kann im Grunde toxisch sein, auf die Dosis und seine Vorkommensform kommt es an. Exemplarisch mal Chlor (Zitat wikipedia):

    ...Elementares Chlor wirkt oxidierend und kann mit pflanzlichem und tierischem Gewebe reagieren. Es ist dementsprechend toxisch...
    ...Chlorid ist essentiell und eines der häufigeren Bestandteile des Körpers...
    ...So enthält ein durchschnittlicher menschlicher Körper von etwa 70 kg 95 g Chlorid... [Anm.: Chlorid ist die anionische Form des Chlors, unterscheidet sich vom elemantaren Chlor lediglich durch ein zusätzliches Elektron.]

    @Hannes: wie Du weißt, habe ich erhebliche Schwierigkeiten mit "ich habe gehört". Darum argumentiere ich auch nicht, "ich habe aber gehört", sondern werde mich auf Untersuchungen berufen. Diese können natürlich gerne angezweifelt werden, dazu empfehle ich aber diesen interessanten Artikel.

    Zu aluminiumhaltigen Fällmitteln wurden bereits eine Menge Untersuchungen gemacht und auch einige Feldversuche unternommen. Die von Dir geäußerte Befürchtung, es könnte zu fischtoxischen Konzentrationen von bioverfügbarem Aluminium kommen, waren auch Gegenstand einer Klage gegen ein solches Projekt am Zierker See seitens des Fischers vor ein paar Jahren. Dies war Anlass, weitergehende Untersuchungen zu unternehmen, die damit abschlossen, dass die Maßnahme durchgeführt werden kann. So, nun mal zu Zahlen:

    Untersuchungen haben gezeigt, dass es kurzzeitig nach Zugabe des Fällmittels zu Konzentrationen von bis zu 2 mg/l bioverfügbaren Aluminiums kommen kann (Link). Nur ab welcher Konzentration kann man nun von fischtoxisch sprechen? Dazu wurden natürlich auch Untersuchungen unternommen, in denen auch eine Konzentration von 12 mg/l keine Beeinträchtigungen der Vitalität zu Folge hatten (insgesamt interessant, Beispiel des inzwischen in der Sanierung befindlichen Zierker Sees: Link).

    Eins sollte man sich auch mal bewusst machen, selbst wenn es schmerzt. Eine solche Behandlung ist außerordentlich teuer, weil einfach große Mengen mit erheblichen Zeit- und Sachaufwand homogen im Gewässer verteilt werden müssen. Aus diesem Grund kommen Fällmittelverfahren nur selten zum Einsatz und man wägt recht ausgiebig ab. In Frage kommen in der Regel nur Gewässer, deren Belastung schon die Grenze des Erträglichen überschritten haben, also Gewässer, in denen es zu extremen Algenblüten und vor allem auch schon zu mehr oder weniger regelmäßigen sauerstoffmangelbedingten Fischsterben im Sommer bzw. im Winter unter dem Eis kommt.

    Das Mittel der Wahl ist eigentlich eine Sedimententnahme. Eine solche ist aber im Grunde unbezahlbar, insbesondere bei Tiefen über 15 m, da es dann schon technisch schwierig wird, überhaupt geeignete Technik zu bekommen. Ich bin im Nassbaggerbereich tätig, ich weiß wovon ich spreche. Die Kosten für ausschließlich organisches Material (ohne chemische Belastungen wie Quecksilber etc.) liegen für Baggern, Konditionierung, Abtransport und Verwertung bei ca. 50 €/m³ - wenn man jemanden findet, der es kostenfrei in näherer Umgebung annimmt, z.B. Landwirte. Sonst liegt man aber auch schnell bei 70 - 90 €/m³.

    Fällmittel sind also auf keinen Fall erste Wahl und daher auch nicht das Optimum. Besser als eine Bindung ausschließlich des Phospors als limitierender Faktor am Gewässergrund ist immer der Austrag aller überschüssigen Nährstoffe. Dies würde im Stadium der Eutrophie in allererster Linie eine Entnahme des Sediments (siehe oben) und eine intensive Entnahme von Fisch bedeuten. Im Falles des erfolgten Übergangs zu mesotroph könnte man über das Entfernen der Wasserpflanzen am Ende der Wachstumsphase auch was erreichen. Dies wären dann Maßnahmen über Jahre oder Jahrzehnte. Hier stößt einfach der Wunsch nach der besten Lösung an Kostengrenzen, von den Protesten der Angler (und evtl. auch Fischer) mal ganz abgesehen.

    Es gibt aber inzwischen einige Beispiele, in denen Fällmittel angewandt wurden. Diese haben mehrheitlich zu sehr positiven Ergebnissen geführt. Im schlimmsten Fall zu so gut wie gar nichts. Ganz klar ist aber am Ende jeder Sanierungsmaßnahme weniger Biomasse im Wasser - und damit auch weniger Fisch. Gleiches gilt auch für die Veränderungen in der Artenzusammensetzung (egal ob nun bei Fischen, Pflanzen oder dem Kribbel- und Krabbelviechern). Das gefällt den wenigsten Anglern und auch den Fischern nur begrenzt. Eine Änderung vom Zander zum Hecht ist für jeden Berufsfischer schlicht scheiße. Aber darum ist nicht die Entwicklung auch gleich scheiße.

    Grüße,

    Wolf
     
  4. michaZ

    michaZ Master-Caster

    Registriert seit:
    13. Dezember 2004
    Themen:
    8
    Beiträge:
    645
    Likes erhalten:
    3
    Ort:
    Potsdam
    Danke Wolf,

    aber ich denke, dass selbst so logische Erläuterungen wie diese nicht wirklich weiterhelfen. Bei Einigen hat den das mit Logik nichts zu tun, denn die haben schon wieder was "gehört".

    Trotzdem sag auch ich ein paar Worte:
    wie Wolf schon sagte- Fällungen oder Sedimentenfernungen sind die ALLERLETZEN Mittel, den beides ist sehr teuer, beides hat Riskien
    Bsp: Zierker See: Kostenschätzung für Fällung 1 Mill. €, für Sedimententnahme 9,5 Mill. €

    Ziel beider Maßnahmen ist den internen Nährstoffpool drastisch zu reduzieren
    Beim Sedimententnahme logischweise über die Entnahme hoch nährstoffreicher Schichten. Das Problem: das nährstoffreiche Wasser bleibt im See und wird während der Aktion eher noch zusätzlich mit Nährstoffen angereichert. Die erhöhte betriebsbedingte Trübung kann zusätzlich zur Freisetzung von Schwefelwasserstoff aus dem Sediment ins Wasser führen. H2S ist extrem toxisch. Teilentnahmen auf begrenzter Fläche halte ich für völlig unsinnig, da das wesentliche Problem, nämlich die Rücklösung aus dem Sediment nicht dauerhaft gelöst wird. Auf andere Probleme hat Wolf schon hingewiesen.

    Fällungen sollen die Nährstoffe im Wasserkörper ausfällen- logisch. Allerdings soll durch das Fällmittel auch eine Sedimentschicht aufgebaut werden, die eine Rücklösung von Nährstoffen verhindert. Das ist auf Dauer der größere Effekt. In sediemntkernen von Gewässern die so behandelt wurden, erkennt man diese 1-2cm starken Schichten sehr gut. Sie verhindern sehr effektiv, das Nährstoffe aus dem Sedieemnt durch Turbulenz oder Sauerstoffdefizte ins darüber liegende Seewasser wieder zurück gelöst werden. Nach kurzer Zeit liegt dann über diesen Schichten soviel Material, das auch die Fällmittel nur noch künstlich in den See zurückkommen können.
    Ich war selbst an einigen Fällmittelversuchen des Institutes für Gewässerökologie und Binnefischerei zum Ende der Neunziger beteiligt. Unter anderem wurden da Versuche an Encloursers ( das sind Becken im See mit Seewasser) am Dagowsee und am Globsowsee in Nordbrandenburg mit verschiedensten Substanzen durchgeführt ( Aluminiumsulfat, Eisensulfat, Calciumhydrogencarbonat..) und natürlich auch die Auswirkungen auf Zoo- und Phytoplankton untersucht. Gerade Zooplankton ist dafür sehr gut geeignet, reagiert es doch sehr sensibel und schnell. Richtig dosiert passiert gar nichts, falsch eingesetzt sind alle Mittel tödlich- für alle Wasserlebenwesen. Die richtige Menge macht es, und meist ist eine relativ geringe Dosierung, dafür aber öfter eingesetzt wesentlich besser und effektiver. Die Fällmittel und ihre Dosierungen wurden so lange getest, bis man ein schnell sinkendes, effektiv Phosphor fällendes Mittel hatte, welches im Sediemnt stabil liegen bleibt und sich nicht rücklöst. Das ist ja das Ziel der ganzen Aktion.
    Erst dann wurden die Ergebnisse in Ganzseenprojekte umgesetzt, die sehr erfolgreich waren wie z.B. am Schmalen Luzin oder am Tiefwarensee. Beide Seen waren stark eutroph und sind jetzt wieder fast oligotroph. Die Experimentphase ist eigentlich schon länger vorbei- Fällungen sind für mich Stand der Umwelttechnik.

    Grüßle

    M.
     
    Zuletzt bearbeitet: 12. Januar 2014
  5. Barza

    Barza Dr. Jerkl & Mr. Bait

    Registriert seit:
    19. Juli 2009
    Themen:
    0
    Beiträge:
    355
    Likes erhalten:
    6
    Ort:
    Berlin
    @ Wolf: Sehr gutes und sachliches Posting zur Thematik!
     
  6. NorbertF

    NorbertF Master of Desaster Mitarbeiter Moderator

    Registriert seit:
    21. August 2006
    Themen:
    91
    Beiträge:
    6.963
    Likes erhalten:
    884
    Ort:
    Am See
    Wie war das noch gleich im ursprünglichen Thread:
    - Verschwörungstheorie
    - Macht doch keiner sowas

    Und wie ist das jetzt? Gängige Praxis, wenn auch selten (das ist wohl relativ) eingesetzt, da teuer.
    Na Mahlzeit, schöne Sauerei. Gift ins Wasser kippen, damit es klarer wird, ganz hervorragende Idee! Aber man hat es ja ausprobiert, gell? Langzeittests auch? Was mit dem Scheissdreck in 50, 100, 200 Jahren passiert?
    Es wird echt Zeit für den Kometen. Da kriegst echt nen Hals.
     
  7. dietel

    dietel Barsch-Joda Mitarbeiter Administrator

    Registriert seit:
    18. Oktober 2002
    Themen:
    403
    Beiträge:
    3.528
    Likes erhalten:
    791
    Ort:
    Berlin, Germany
    Danke für die ausführlichen Antworten. Auch wenn ich so manche Verschwörungstheorie interessant finde und die Beiträge immer wieder gern sehe, glaube ich nicht wirklich an eine neue Weltordnung, die im Kreise der Bilderberger verhandelt wird und schlage auch keine Brücke zum Angeln. Der Bogen ist mir zu groß. Aber wenn ich mal was höre, ist das ja was anderes, als wenn mir jemand was von einer gefakten Mondlandung erzählt und mich anregt zu hinterfragen, ob auf dem Mond Wind weht und wie es sein kann, dass die Stars & Stripes im Wind flattern. Wenn ich was höre, dann ja von realen und mir bekannten Menschen, bei denen ich die Glaubwürdigkeit einschätzen kann.

    Ab wann das Aluminium für die Fische toxisch ist, ist auch nur ein Teil der Frage. Die Mikro-Plastikteilchen im Meer sind erstmal auch nicht tödlich für Dorsch und Co. Trotzdem sind die Fische belastet und das Plastik kommt über diesen Weg in unseren Körper. Man weiß noch nicht, wie unser Körper damit umgeht, habe ich neulich im TV gesehen (war ne ARTE-Sendung - nicht RTL II). Aber ich kann mir nicht vorstellen, dass das besonders gesundheitsfördernd ist. Aluminium wird ja wirklich immer wieder mit Alzheimer/Demenz in Verbindung gebracht. Ich für meinen Teil würde aluminiumfreie Nahrungsmittel vorziehen. Wenn ich also wüsste, dass in einem See mit Aluminium als Fällmitel gearbeitet wurde, würde ich aus dem Gewässer keinen Fisch essen wollen.

    Ich finds also gut, dass das so teuer ist. Könnte wegen mir noch mehr kosten. Ich bin da egositisch und nicht an der bestmöglichen Gewässerqualität interessiert, sondern am Fischreichtum. Und ich angel auch lieber auf Zander als auf Hechte. Mag ein bisschen egositisch sein der Ansatz. Und ich hab von der Materie auch keine Ahnung. Aber wegen mir müsste man kein Aluminium in ein Wasser schmeißen.
     
  8. NorbertF

    NorbertF Master of Desaster Mitarbeiter Moderator

    Registriert seit:
    21. August 2006
    Themen:
    91
    Beiträge:
    6.963
    Likes erhalten:
    884
    Ort:
    Am See
    Aber wirklich nicht! Über Gentechnik, Atomkraft und was weiss ich noch alles wird sich aufgeregt und andererseits werden munter giftige Stoffe in Gewässern verklappt im Sinne des "Umweltschutzes". Ich finde das ne Riesensauerei.
    Wie wäre es stattdessen mit adäquaten Uferstreifen (ohne Landwirtschaft)? Wenns sein muss dann halt mehrere Hundert Meter, damit keine Gülle mehr reinläuft?
     
  9. michaZ

    michaZ Master-Caster

    Registriert seit:
    13. Dezember 2004
    Themen:
    8
    Beiträge:
    645
    Likes erhalten:
    3
    Ort:
    Potsdam
    Sorry, ich muss mich mal kurz selbst zitieren, traurig aber war:cry:

    Hier wird von enigen so getan. als wenn überall, ständig und in jedem See in Norddeutschland ohne jede Kontrolle Fällmittel eingetragen werden, u.a. auch Aluminium haltige

    Mir sind bisher NEUN Seen größer 1 ha bekannt, in denen während der letzten 30 Jahre Aluminiumsulfat als Fällmittel eingesetzt wurde- bei insgesamt rund 7.000 Seen über einen Hektar. Macht also bei rund 0,012% der Seen einen Einsatz von AlS04 als Fällmittel.

    Der erste war der Barlebener See bei Magdeburg im Jahr 1986, im Arendsee ist das gerade geplant.

    allzuviel will ich gar nicht sagen, ist mir zu müßig. Nur ein paar links

    http://www.igb-berlin.de/arendsee-944.html

    http://www.lung.mv-regierung.de/dateien/gewsymp_13_mathes_sanierung.pdf

    http://www.lake-jewel.net/download/Dateien/Seesanierung Mecklenburg-Vorpommern.pdf

    diese Seite zeigt das übliche Prozedere bei der Planung und Umsetzung schematisch:

    http://arendsee.igb-berlin.de/gruppe.htmlnn

    ach ja, ohne Sanierung des Einzugsgebietes macht die ganze Fällungsgeschichte keinen Sinn, d.h. erst Einzugsgbiet sanieren, dann alle anderen Quellen beseitigen und wenn das auch nicht hilft: Sedimententnahme oder Fällung

    Und für Norbert, Nobo, Dietel und auch alle anderen:
    Schon gewusst, dass zahlreiche Wasserbetriebe ihr Trinkwasser mithilfe von Polyaluminiumchlorid, Aluminiumchlorid und Aluminiumsulfat aufbereiten!! Ist auch Stand der Technik!!


    Grüßle

    micha
     
  10. NorbertF

    NorbertF Master of Desaster Mitarbeiter Moderator

    Registriert seit:
    21. August 2006
    Themen:
    91
    Beiträge:
    6.963
    Likes erhalten:
    884
    Ort:
    Am See
    Na dann wünsche ich Prosit und auf gute Gesundheit! Vielleicht sollte man mal die Statistik der Alzheimer Erkrankungen drüberlegen und kucken ob sich das mit dem behandelten Trinkwasser erklären lässt.
    Schöne Sauerei, gut dass mein Wasser aus dem Schwarzwald kommt.
    Aber schon klar, wie solls auch anders gehn, bei der Menge an Nährstoffeintrag, die wir so raushaun. Wir schaffen es schon noch uns alle selbst um die Ecke zu bringen.
    Contergan, Asbest, PCB, das Zeug zum Holz behandeln (name vergessen), das Zeug das früher im Ampfelschampoo und Fußpuder war (auch vergessen), FCKW und andere Scherze..war auch alles mal Stand der Technik. Ganz ehrlich...Dein Beitrag ist nicht dazu angetan für Beruhigung zu sorgen.
    Neun Seen also schon. Wo sind die Umweltaktivisten aka Greenpeace, wenn man sie mal braucht? Oder weiss es keiner? Ich habe das Gefühl hier sollte man mal an die Öffentlichkeit gehen und etwas Stunk machen...ich glaub mein Schwein pfeift! Huch der See ist ja so trüb, da sollten wir mal ein wenig giftige Chemikalien reinschütten...schade dass es so teuer ist, sonst könnten wir das flächendeckend machen...gehts eigentlich noch?
     
    Zuletzt bearbeitet: 13. Januar 2014
  11. michaZ

    michaZ Master-Caster

    Registriert seit:
    13. Dezember 2004
    Themen:
    8
    Beiträge:
    645
    Likes erhalten:
    3
    Ort:
    Potsdam
    Ach Norbert, mach dir keine Sorgen- dass was wir an Al durch Wasseraufbereitung bekommen, kriegst du mit Sicherheit über das Trinkwasser in doppelter Dosis aus der geogenen Hintergrundbelastung des Schwarzwaldes.
    Denk dran, der Schwarzwald besteht zu überwiegenden Teilen aus Granit, Paragneisen, Orthogneisen und Amphobolithen- alles Gesteine die reich an Aluminium sind. Bei dem Al-Gehalt im Grundwasser des SW kann man sich die Al- Behandlung des Wassers gleich mal sparen :mrgreen:
     
    Zuletzt bearbeitet: 13. Januar 2014
  12. Wolf

    Wolf Barsch Vader Moderator im Ruhestand

    Registriert seit:
    3. April 2005
    Themen:
    61
    Beiträge:
    2.471
    Likes erhalten:
    87
    Ort:
    Auf Dienstreise
    @Hannes: Dass Du so viel Egoismus an den Tag legst, dass Dir der Gesamtzustand eines Gewässers vollkommen egal ist, solange Du Zander statt Hechte fängst, finde ich ganz persönlich schon ziemlich hart. Glücklicherweise werden solche Entscheidungen aber am Gemeinwohl orientiert und nicht an den Einzelinteressen einiger auf bestimmte Fische fixierter Angler und Fischer - wobei ich mir jetzt schon den Aufstand von Norbert ausmale, dass man ja wohl kaum von Gemeinwohl sprchen könne, wenn es doch von seiner Meinung abweicht...

    Ich frage mich aber auch, warum Du bei Deiner Lungenentzündung zum Arzt gegangen bist, wo man dort und später im Kankenhaus doch nur giftige Sachen in Deinen Körper geschüttet hat. Und das gilt für absolut jede Medikation - alle sind bis zu einer gewissen Dosis mit überwiegenden Vorteilen verbunden, bis mit zunehmender Dosis und/oder Dauer die Nachteile überwiegen. Ich bin mr sehr sehr sicher, dass auch Norbert schon mal zu Medikamenten gegriffen hat. Mit diesen wenigen Seen verhält es sich ganz genauso. Der Fällmitteleinsatz ist der Punkt, an dem Selbstheilungs. bzw. Selbstreinigungskräfte nicht mehr reichen. Ihr stört Euch kein Bisschen daran, dass die Gewässer durch menschlichen Einfluss völlig verdreckt sind und werden, wehrt Euch aber mit Händen und Füßen gegen Gegenmaßnahmen, obwohl nicht nur deren Erfolge belegt, sondern auch die negativen Wirkungen hinreichend untersucht wurden. Das bestreitet Ihr einfach mal so, ohne jeden Beleg.

    Ihr klammert Euch an das Aluminium, als sei es der Inbegriff der Verderbens und der Kontakt damit die Garantie für eine Alzheimererkrankung. Wenn man sowas schon behauptet, sollte man doch vorher mal ein paar Infos zusammen suchen. Dann wird man schnell feststellen, dass man hier lediglich zu dem Ergebnis kam, dass in Gehirnen von Alzheimerpatienten mehr Aluminium zu finden war, als das bei Gesunden der Fall war. Und zwar Aluminium statt Eisen. Und die Frage ist weniger, ob Aluminium das Hirn schädigt, als die Frage, warum es da statt des Eisens hin gekommen ist. Aber nein, statt dessen wird mal einfach behauptet: Aluminium verursacht Alzheimer.

    Und Norbert, gängige Praxis heißt nicht, dass es ständig gemacht wird, sondern dass man das Wirkungsprinzip kennt und untersucht hat und es nach aktuellem Ermessen als sicher betrachtet. Sateliten sind auch gängige Praxis, werden aber trotzdem nicht jeden Tag 100 Stück ins All geschossen.

    Leztlich ist es aber vergebene Liebesmühe, weil es eine Frage gibt, die das alles hier abkürzen kann: könnt Ihr Euch irgendein Argument vorstellen, dass Euch von Eurer Meinung abbringen könnte? Bevor Ihr lange überlegt: nein, das Argument gibt es nicht. Für Euch steht es überhaupt nicht zur Debatte, dass es sich so verhält, wie Ihr behauptet. Darum reicht ja schon der Widerspruch, da kann man sich die Argumente sparen. Das ist der Moment, an dem ich noch mal auf obigen Artikel hinweisen möchte.

    Ich denke Ihr wart so erfolgreich wie Nobo - alle Leute, die wirklich vom Fach sind, dürften verprellt sein. Denen ist es zu müßig, statt auf der Sachebene im Glaubensbereich bzw. IchGlaubEuchNix-Bereich zu diskutieren. Mir jetzt auch.
     
  13. NorbertF

    NorbertF Master of Desaster Mitarbeiter Moderator

    Registriert seit:
    21. August 2006
    Themen:
    91
    Beiträge:
    6.963
    Likes erhalten:
    884
    Ort:
    Am See
    Wolf,

    ich zweifle in keinster Weise daran, dass das alles mit bester Absicht passiert. Woran ich zweifle ist, dass ein Großteil der Bevölkerung die Maßnahmen gutheissen würde. Und das liegt jetzt nicht daran, dass ich persönlich sie nicht gutheisse. Ich glaube Dir ist selbst auch bewusst, dass eine (sagen wir mal) Volksabstimmung nicht unbedingt zu Gunsten des Fällmitteleinsatzes ausgehen würde.
    Weisst Du, auch in der Vergangenheit haben schon "Leute vom Fach" alles "ausreichend geprüft". Leider wars dann doch eine Katastrophe. Solche massiven Eingriffe erferdern meiner Laienmeinung nach etwas mehr als eine "ausreichende Prüfung". Es ist richtig, dass die Gewässer auch durch den Menschen in ihren jetzigen Zustand gekommen sind. Und dass man nach Möglichkeit sie wieder "sauberer" bekommen sollte. Aber durch den Einsatz von Chemie? Ich glaube dass meine Zweifel auch in der Mehrheit der Bevölkerung vorhanden wären. So sie es denn wüssten.
    Ist nicht der wahre Grund, dass man nicht Jahrzehnte warten will, nach Renaturierung der Ufer und Verhinderung weiterer Einleitungen, bis es von alleine besser wird? Wegen der EU Wasserrichtlinie? Es muss schneller gehen?
    Ist es nicht so, dass es auch andere "Beschleuniger" gäbe, wie zB Einpumpen von Luft ins Tiefenwasser (Belüftung)...ja ich weiss wie teuer DAS ist, ich kenne einen See wo es gemacht wurde. Das geht in die Millionen. Aber funktioniert. Oder eben auch Ausbaggern.
    Und ja, "IchGlaubeEuchNix" ist das was ich hier vertrete, in bester deutscher Tradition. Weitere Beispiele: Wackersdorf, Gentechnik usw.
    Ich weiss dass die Experten in ihrer eigenen Welt leben (bin selber einer, wenn auch anderes Thema) und kein Verständnis für unwissende Laien haben, die ihnen mit Skepsis begegnen. Aber ihr spielt hier mit der Umwelt aller, da sollte man die Geduld aufbringen es auch allen zu erklären und dann wirklich eine Volksabstimmung machen. Und dann akzeptieren was rauskommt.
    Das ist meine Meinung dazu, und ja, die ist gefestigt, egal wieviele Argumente kommen.
     
  14. cybershot

    cybershot Twitch-Titan

    Registriert seit:
    1. September 2010
    Themen:
    3
    Beiträge:
    69
    Likes erhalten:
    0
    @ Wolf und Micha
    der grundsätzliche Ansatz ist falsch, dass Aluminium gehört nicht in den See - fertig!
    Kommt mir nicht mit "Untersuchungen haben gezeigt" diese gelten immer nur aus dem Blick einer Eintagsfliege! Ich komme aus dem Hochschulbereich und habe es erlebt wie "Untersuchungen" geführt werden.
    Wenn es andere Möglichkeiten wie z.B. mechanischer Abtrag o.ä. gibt sind diese anzuwenden. Was spielt es für eine Rolle ob der Preis dafür bei 9 statt 1 Million liegt. Wir als Menschheit haben die Trübheit der Gewässer zu verschulden also müssen wir dafür gerade stehen. Evt. sollte man mal die Bauern da etwas stärker in die Pflicht nehmen.
    Eine giftige Substanz in ein Gewässer einzuleiten und mit dem Gemeinwohl zu argumentieren kannte ich bisher nur von Politikern. Wenn ich euch zwei gebratene Barschfilets anbiete, eins aus einen mit Aluminiumsulfat behandelten Gewässer und eines aus einem "sauberen" See welches werdet ihr essen? Die Grenzwerte sind natürlich eingehalten. Also welches werdet ihr essen?
    Auf den Medikamentenansatz gehe ich jetzt nicht ein denn wie die "Untersuchungen" in diesem Bereich geführt werden kann jeder nachlesen, so er denn will.
    Für mich klingt das wieder ein bischen nach: Ein Hotelbesitzer am See X möchte einen schönen klaren See und kennt jemand im Landtag...
    Wird die ansässige Bevölkerung über eine solche Maßnahme eigentlich informiert oder geht man im Sinnes des Allegmeinwohls davon aus, dass das schon in Ordnung geht?
    @Micha poste doch mal eine Liste der behandelten Gewässer, ich denke das bestimmt noch mehr Leute an diesen Informationen interessiert sind.
    Captura y Suelta
    Uwe

    Sorry Norbert, ich dopple dich hier unbeabsichtigt...
     
  15. Raubmade

    Raubmade Master-Caster Moderator im Ruhestand

    Registriert seit:
    2. Januar 2007
    Themen:
    12
    Beiträge:
    706
    Likes erhalten:
    0
    Ort:
    die sandigen Strände der Havel
    Hier klink ich mich jetzt nur mal minimal ein und auch gleich wieder aus. Ok, leicht provokativ aber es muß wohl sein....
    Angeln verbieten, da der Eintrag von Schwermetallen und Weichmachern in Gewässer nicht im Sinne des Gemeinwohls ist!
     
  16. NorbertF

    NorbertF Master of Desaster Mitarbeiter Moderator

    Registriert seit:
    21. August 2006
    Themen:
    91
    Beiträge:
    6.963
    Likes erhalten:
    884
    Ort:
    Am See
    Blei und Gummi sind bereits in vielen Gewässern verboten. Zu Recht.

    @cybershot: nix Sorry, bin froh dass andere es auch so sehen und das hier kundtun. Sonst bin ich wieder der einzige Querulant.
     
  17. michaZ

    michaZ Master-Caster

    Registriert seit:
    13. Dezember 2004
    Themen:
    8
    Beiträge:
    645
    Likes erhalten:
    3
    Ort:
    Potsdam
    Nur kurz, ich finde den Alu-Einsatz persönlich nicht sehr glücklich und würde andere Fällmittel, wie Tonmehl oder Kalkverbindungen, eindeutig vorziehen. Mir geht es daher nur um Versachlichung der Diskusion.
    Die Öffentlichkeit wird in der Regel einbezogen, da es neneben einen Umweltverträglichkeitsprüfung auch meist ein Plangenehmigungs- oder Planfeststellungsverfahren erforderlich ist, wo Einwände eingereicht werden können und öffentliche Anhörungen durchgeführt werden müssen. Die treibenden Kräfte sind hier übrigens meistens die Gemeinden und nicht das Land oder der Bund. Das ist in Brüssow wohl auch der Fall. Inwieweit das im Gemeinderat erörtert wurde, weiß ich natürlich nicht.

    @ Uwe- Liste später

    Danke Raubmade, nicht ganz unberechtigter Einwurf. Möchte nicht wissen wieviele Tonnen Blei jedes Jahr von der Angelindustrie umgesetzt werden.
     
  18. NorbertF

    NorbertF Master of Desaster Mitarbeiter Moderator

    Registriert seit:
    21. August 2006
    Themen:
    91
    Beiträge:
    6.963
    Likes erhalten:
    884
    Ort:
    Am See
    Was mir grad durch den Kopf geht:
     
  19. Desperados

    Desperados Bigfish-Magnet Mitarbeiter Moderator

    Registriert seit:
    8. Januar 2003
    Themen:
    70
    Beiträge:
    1.748
    Likes erhalten:
    135
    Ort:
    luxemburg
    Du wirst lachen aber ich dachte genau das gleiche :|
     
  20. gschitz

    gschitz Angellateinschüler

    Registriert seit:
    22. August 2007
    Themen:
    0
    Beiträge:
    14
    Likes erhalten:
    0
    Ich auch, speziell nach dem Film "Akte Aluminium" . Wahrscheinölich kennen den schon einige: http://www.youtube.com/watch?v=6Wl_LXKhONc
    Ist zwar mehr populär als wissenschaftlich aber trotzdem informativ.
    Ab 1:03:12 gehts z.B. um Trinkwasseraufbereitung mit aluminiumhaltigen Fällmittel. Also ich bin froh, dass ich das nicht saufen muss.
     

Diese Seite empfehlen