Bin schon sehr gespannt auf deine Berichte und Bilder aus der Praxis

.
Ich werde, sobald möglich, hier natürlich was posten. Hab auch genug Screenshots vom HDS Pro, so dass man beides gut vergleichen kann.
Was ich aber noch immer nicht kapiere sind diese exorbitanten Preise. Wenn man das Hardwaretechnisch mit einem einigermaßen gut ausgestatteten PC vergleicht, kostet dieser ein Drittel und kann so viel mehr. Was steckt dahinter, oder ist es einfach nur der Hobbyzuschlag im Nischenbereich?
Ich denke hier kommen verschiedene Aspekte als Preistreiber zusammen. Preis und Kosten sind zudem zwei unterschiedliche Dinge. Der Preis ergibt sich immer aus der Zahlungsbereitschaft der Kunden.
Ein Echolot ist m.E. auch nicht einfach ein, salopp gesagt, tragbares Display mit Sonareinheit.
Die Geräte müssen absolut road- bzw. seetauglich sein. Referenz dürfte hier der USe Case von Boris Hermann sein, sprich, so ein Teil muss auch mal regelmäßig 4 m hohe Wellen aus Salzwasser auf einer Segelyacht dauerhaft überleben. Das bedeutet IP7x und besonders salzwassergeschützt. Schon das erfordert andere Materialien und konstruktiv einen besonderen Schutz. Dann kommen wir zu den Steckverbindungen. Auch das muss den obigen Ansprüchen genügen. Anschließend kommt das Thema Umgebungstemperatur. Die Elektronik muss sowohl bei +30°C wie auch -10°C und weniger zuverlässig funktionieren. Da stellen sich auch komplexere Fragen zur Kondenswasserbildung innerhalb des Geräts. ;-) Dann kommt noch das Thema Erschütterungen. Auf dem Boot rappelt es regelmäßig gerne mal. All dies macht die Konstruktion aufwändiger als bei einem simplen PC, der vom trockenen Büro bei 22°C steht. Nischenbereich ist sicherlich auch ein Preistreiber. Es werden geringere Stückzahlen gebaut. Display muss in der Sonne gut ablesbar und auch bei Regen bedienbar sein. Auch das ist mit einem 0815-Display nicht vergleichbar. Dann kommen die Kühlkörper. Wo sonst Plastik sitzt, sind hier massive Metallkühlkörper verbaut. Das kostet auch Geld.
Das exponentiell steigende Pricing mit der Display-Größe ist skaliert sicherlich nicht mit den tatsächlichen Kosten. Jedoch hat man bei großen Displays auch Ausschuss im Rahmen der Produktion.
Ist man mit der Hardware durch, kommen wir zur Software.
Wie es aussieht, wenn man einfach mal was hinrotzt, sehen wir bei billigeren Produkten. Ist das Teil auf dem Markt, passiert üblicherweise nichts mehr. Soll der Kunde eben gefälligst neu kaufen. Neuere Features gibt es keine, weil diese i.d.R. neuerer Hardware erfordern oder Entwicklungsressourcen.
Garmin ist hier ehrlich gesagt eher in Richtung Apple unterwegs. Dort sagen auch viele (i.d.R Nicht-Apple-Nutzer) "ist nur schick und teuer, kann aber nix", was so objektiv definitiv nicht zutreffend ist. Das Unternehmen ist ja nicht ohne Grund seit mehr als zwei Jahrzehnten sehr erfolgreich. Somit scheint man dort ja irgendwie den Nerv zu treffen. Garmin scheint hier ein wenig die Apple-Strategie zu übernehmen: Einfach alles git miteinander integriert, eine gut zu bedienende Software, was versprochen wird, funktioniert auch und Weiterentwicklung gibt es auch noch. Support ist ebenfalls dar. Natürlich will das auch bezahlt werden. Humminbird und insbesondere Lowrance sparen sich das ja. Bei Lowrance würde ich sogar sagen, die verbrennen sich gerade wirklich mit Hochdruck den eigenen (ehemals sehr guten!) Ruf. Offenbar regieren dort nur noch Kaufleute. Die stecken voll im Teufelskreis.
Ob es nun 8.000 bis 9.000 € sein müssen, das möchte ich auch bezweifeln. Aber ich sage es mal so: Mir war es das jetzt wert.
Echte Innovation vermisse ich jedoch in der Branche und wenn, kamen sie zuletzt von Garmin. So ehrlich muss man sein. Wer hatte denn Live-Technik erfunden? Lowrance hatte danach eine wirklich coole Idee mit der Internetanbindung und den sich darauf ergebenden Möglichkeiten. Nur leider haben sie es dann verbockt. Jetzt versucht man dort Live-Technik nachzubauen, was aber auch mehr schlecht als recht klappt. Bei dem Pricing erwarte ich als Kunde einfach deutlich mehr Leistung und vor allem Investitionssicherheit. Wenn mir der Hersteller bei einem 5.000 € Gerät, also der oberen Preisklasse, erklärt, es sei dann kein Budget mehr übrig um noch einen Karten-Installer für macOS zu pflegen, dann hat er irgendwie die Prioritäten falsch gesetzt oder kauft falsch ein. Humminbird blamiert sich - neben vielen anderen Dingen - gerade mit den fehlerhaften Firmware-Updates. Dazu gab es hier ja einen anderen Thread. Alleine sich das Gerät durch so etwas schrotten zu können, muss nicht sein. Selbst wenn ich den Strom während des Updates ziehen würde, gäbe es technische Möglichkeiten so etwas in 99% aller Fälle abzufangen und ein 'bricken' zu vermeiden. Aber das ist den Herstellern offenbar egal. Denn Sie leben in einer Welt, bei der man offenbar immer noch denkt, man sei der Nabel der Industrie. Vergessen tut man dabei, dass ein Großteil aller Angler sich das iPad nimmt und Abo bei Navionics abschließend und Kartenplotting für Arme macht. Funktioniert für den Gelegenheitsausflug auch. So hatte ich auch mal angefangen. Will man Wassertiefen prüfen, braucht man auch kein Highend-Gerät.
Ich denke der höhere Preis ergibt sich somit aus einer Kombination von Faktoren, von denen deutlich kleine Stückzahl, deutlich robustere Konstruktion zwei wesentliche Merkmale sind.