Salli zusammen,
nach einigen Wochen folgt auch hier noch mein Urlaubsbericht von den Seychellen. Es ging mit meiner besseren Hälfte auf die Hauptinsel Mahé. Wegen des Pärchenurlaubs war der Plan: morgens um 5 raus ans Wasser und zum Aufwachen der Freundin gegen 9:30 wieder zurück sein. Dann nachmittags oder abends noch eine Session mit leichtem Tackle. Die Entscheidung fiel bewusst auf Mahé, da es hier abseits vom Angeln einfach etwas mehr zu tun gibt (immer noch nicht viel) und die kleineren Inseln fernab zwar fängiger, aber deutlich schwieriger zu erreichen sind.
Ein Highlight gab es schon vor dem Abflug: Ich hatte über einen Post im Forum erfahren, dass ein anderer BA-User überschneidend vor Ort sein würde. Wir haben uns kurzgeschlossen und verabredet – eine super Aussicht, nach 10 Tagen die Köder endlich zu zweit rauszuschleudern.
Spots & Tackle
Nach der Landung stand an Tag 1 erstmal Spot-Erkundung an. Und auch auf den Seychellen gilt, dass vor Ort nochmal alles anders ist als auf Google Maps. Die Zugänglichkeit und die Privatgrundstücke der Resorts machen einem oft einen Strich durch die Rechnung. Die Spots, die erreichbar sind, waren aber top. Auch wenn es keine echten pelagischen Spots gibt – maximal ging es auf ca. 20 Meter Wassertiefe.
Zum Einsatz kamen:
Als Köder kamen überwiegend Wobbler (Bigbacker 42g, Duo Tide Minnow 140), Jigs (20–60g von Ali, Major Craft, etc.) und Stickbaits (Rapala) zum Einsatz.
- Shimano STC Monster (3 m / 28–110 gr) mit Noeby 8000 & Varivas PE4 (+ die Noeby Beast 80g als Backup)
- Daiwa Wilderness (2,50 m / 10–50 gr) mit Spro Zalt Arc 4000 & Daiwa PE2
Erster Teil alleine
Die ersten Tage zeigten: Auch auf den Seychellen springen die Fische nicht von alleine an Land. Auch hier ist es harte Arbeit, die Fische ans Band zu kriegen.
An den ersten drei Tage ging es in den Süden. Nach einem gefühlt obligatorischen ersten Schneider-Tag kamen an Tag zwei die ersten Fische: mehrere Red Snapper und ein Schwarzflecken-Snapper. Es zeigten sich auch erste Bluefin Trevallys, die aber regelmäßig als Nachläufer direkt vor den Füßen abdrehten. An dem Tag kam es auch zum ersten GAU. Ein massiver Einschlag auf einen großen Rapala Stickbait (Makrelendekor), ich vermute ein GT. Der Fisch nahm im ersten Run brutal Schnur, dass es zum Schnurbruch kam. Bitteres Lehrgeld!
Einen Tag später dann der nächste Rückschlag: Ein richtig guter Barrakuda von ca. 1,20 m stieg auf einen pinken 30g Jig ein. Dieses Mal habe ich den Fisch zwar bis ans Ufer bekommen, scheiterte aber bei der Landung und der Fisch schlitzte aus. Zu zweit wäre das sicher nicht passiert. Daher war es umso schöner, dass die Sessions zu zweit näher rückten.
Zweiter Teil gemeinsam
Der erste Morgen zu zweit ging an den Spot, wo der fette GT-Einschlag kam. Mein Einstand war top: Es bissen Hornhechte, ein kleiner Barrakuda und Snapper. Nach längerer Flaute klappte es dann auch beim Kollegen und es krachte mit dem ersten kleineren Bluefin Trevally. Wunderschöner Fisch und entschneidert! Es ging weiter und es kam zu einem kapitalen Einschlag. Vermutlich ein GT um die 15 Kilo. Trotz geschlossener Bremse an einer Daiwa BG 10k an einer Saltiga 130gr nahm der Fisch 40–50 m Schnur, bog um einen Felsen ab und es kam zum Schnurbruch. Im Nachhinein hätte man vermutlich die Rolle aufmachen müssen, aber hinterher ist man immer rationaler und schlauer.
In den Tagen darauf kam eher das leichte Tackle zum Einsatz und damit einher gingen die bunten Rifffische wie kleinere Coral Trouts, Snapper oder sogar Lippfische. Hier waren besonders die 20g Jigs und Decathlon Saxtons erfolgreich.
Für mich kam es an meinem vorletzten Tag zum persönlichen Highlight! Auf einen Bigbacker stieg ca. 2–3 Meter vor der Uferkante ein richtig guter Bluefin Trevally ein. Durch viel Druck konnte ich den Fisch von den Steinen fernhalten und nach einem kurzen, aber intensiven Kampf gelang dank der Hilfe des Kollegen die Landung. Wir schätzten den Fisch auf ca. 3,5 kg – für mich der absolute Traumfisch des Trips und die Erlösung nach den vorangegangenen Verlusten. Ein Erinnerungsstück prägt jetzt eine Wand.
Fazit
In Summe ein voller Erfolg. Die Uferangelei auf Mahé ist zwar materialfordernd und zäh, gleichzeitig aber wunderschön und es geht immer was (auch wenn es Light Tackle ist). Die Einschätzung eines anderen Beitrags zum Austausch mit anderen Nutzern des Forums kann ich nicht bestätigen, im Gegenteil. Über das Forum einen weiteren Angler zu treffen, hat den Urlaub für mich und meine Freundin sehr bereichert. Und da wir definitiv noch eine offene Rechnung mit den großen Fischen der Insel haben, geht's nächstes Jahr nochmal zusammen nach auf die Sechellen!
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Toller Bericht!
Super angenehm, die Zeit im Urlaub auch anglerisch, vor allem gemeinsam, nutzen zu können. Wenn sich die jeweiligen +1 dazu noch gut verstehen und uns dadurch mehr Zeit zum Fischen bleibt, geht's nicht besser
Vielen Dank für die tolle Zeit auf den Felsen, am Strand und die gemeinsamen Tage/Abende bei uns im Ressort. Der Trip im Januar wird wild!
Btw, euer Bluefin-Kunstwerk (nochmals vielen Dank dafür) hat mittlerweile auch seinen Platz bei uns im Flur gefunden
