Wie aus Barscheln Rapfenpatschen wurde

Endlich. Frau und Kind sind beschäftigt und der Luftdruck ist vor zwei Tagen gut gestiegen und hat sich konstant gehalten. Sonnig sollte es auch werden, also nix wie raus! Schnell noch n Kaffee to Go und was zu beißen und los ging´s. Zielfisch: Herbst-Barsch aus dem Main bei Haßfurt in Franken! Unter einer Brücke versuchten wir zuerst unser Glück. Außer einer schönen Perücke auf meiner Rolle und einem Hänger bei meinem Angel Kollegen gab es nichts, nicht einmal ein kleiner Nachläufer!

In der Nähe gab es einige kleine Inseln, die von unserer Flussseite aus gut zu erreichen war. Aber auch da nichts außer Hängern und Perücken. Wir beschlossen erst einmal, eine Limo zu trinken und uns Richtung Schleuse zu begeben. Schließlich war es auch schon kurz vor zwei! Was man aber wiederum durch den Nebel nicht merkte! Die Sonne kommt heute also nicht. Ok, was soll´s. An der Schleuse gibt es trotzdem immer viele Barsche. Bei klarem Wasser sieht man richtige Schwärme mit bis zu 25 Stück. Die Dickeren stehen auch mal gerne in der Strömung kurz überm Grund. Mein PB liegt bei 38 Zentimetern und ist auf Sicht eingestiegen! Motiviert fuhren wir zur Schleuse. Also, auf geht´s!

Dem Motivationsschub folgte die Ernüchterung auf dem Fuß. Denn: Nichts passierte, kein Barsch wollte beißen. Wir sahen einige Nachläufer, die aber auch nicht wirklich Lust hatten, etwas zu jagen, sondern lediglich aus Langeweile unseren Ködern hinterher schwammen. Das Wasser ist trüber und kälter geworden. Mmmh, wird nicht einfach heute, dachte ich noch, als es auf einmal einen dicken Patscher in der Strömung gab! Was war das!? Ein raubender Fisch? Ok, dachte sich Michael und feuerte seinen kleinen Motoroil Gummi in die Strömung und zog ihn kurz unter der Oberfläche rein. Nach 2 Sekunden hatte er den Räuber am Haken. Ein schöner Rapfen! Kein Riese, aber immerhin ein Fisch der raubt und einen schönen Drill abliefert.

Deswegen waren wir auch hier, also feuerte auch ich meinen kleinen Motoroil-Freund in die Strömung und kurbelte ihn direkt unter der Oberfläche ein. Bumm, ein schöner Biss! Sofort schlug ich an und los ging der Drill in der Strömung. Nicht schlecht, ein zäher Bursche. Nach einem kurzem aber heftigem Drill hab ich ihn ans Ufer dirigiert und versuchte ihn, mit der Hand zu landen worauf der Rapfen noch mal mit dem Kopf schüttelt und mir den Bleikopf an die Stirn spuckte! Yes, das macht Spass!

Also geht´s jetzt auf Rapfen. Und schon knallte es wieder bei Michael und die Rute war krumm.

Wir hatten fast auf jedem Wurf einen Biss und konnten fast alle sicher und schön vorne im Maul haken. Nach 15 Minuten und ca. 10 Rapfen meinte Michael, dass wir doch eigentlich auf Barschjagd sind.

So beschlossen wir die Rapfen in Ruhe zu lassen und zu einem weiteren Hotspot zu gehen, an dem Michael eine Woche zuvor guten Erfolg auf Barsche hatte. Wir probierten alles, unsere bewährten Kopyto´s in Motoroil, Drop Shot mit Gummi und Köderfisch, doch auch dort gab es keine Barschbissausbeute.

Das nächste Mal geht’s dann halt gezielt auf Rapfen. Vielleicht klappt’s dann besser mit dem Barscheln!

Daniel

6 Kommentare

  1. Petri!
    Schön zu hören, dass bei euch rapfenmäßig noch was geht.
    Bei uns an der Erlabrunner Schleuse ging es vor Jahren auch noch richtig gut. Haben damals sogar nur eine Rute gefischt und uns mit dem Drillen abgewechselt..Mittlerweile muss man froh sein, wenn man überhaupt noch einen erwischt..

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