Barsch Sommer-Barsche: Im Schatten knallt’s auch am Tag!
Wenn ihr an langen Sommertagen auf Barsche angelt, müsst ihr unbedingt die Variable „Schatten“ in die Barsch-Rechnung einbeziehen. Denn je stärker die Sonne reinstrahlt, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich die Barsche nach dem morgendlichen Feldzug ein schattiges Plätzchen suchen, bis sie dann abends wieder auf Raub-Tour gehen. Wenn man sich da reindenkt und risikofreudig wirft, kann man Sommer-Barsche im Schatten fangen. TAGSÜBER.

Es gibt mehr Schatten als gedacht!
Wenn man an schattenspendende Dinge am Waser denkt, fallen sofort Brücken, Stege und Boote ein. Doch das war noch lange nicht alles:
- Spundwände und Dalben werfen Schatten,
- unter Seerosen, im Schilf oder im Kraut ist es auch tagsüber dunkel,
- Badeleitern liefern minimale Deckung,
- überhängende Bäume spenden ein Dach über dem Kopf,
- aber auch die Wurzeln am Gewässerrand stehender Büsche und Bäume können diesen Job übernehmen,
- genauso wie Bootsgaragen,
- ins Wasser gestürzte Bäume
Manche Schattenbereiche sind den Bootsanglern, Kayak- und Bellyboat-Piloten vorbehalten. Manche könnt ihr auch prima vom Ufer beangeln – wenn nicht sogar besser.
Flacher Schatten – leichtes Angeln!
Die meisten dieser Plätze liegen im Flachwasser bzw. am Gewässerrand. Und da ist es meistens flach. Deshalb sind sie auch einfach und schnell zu beangeln. Ich verwende dazu am liebsten einen schnellen Köder, der so viel Reize kombiniert, dass die Wahrscheinlichkeit sehr groß ist, dass die Schattenbarsche auf ihn anspringen:
Die Spinner Rushka lockt mit einem Fransenkleid, einem Spinnerblatt, einem lackierten Kopf mit großen und rot/orange unterlaufenen Augen und der Aktion eines kleinen Schaufelschwanzes, weil man sie nicht blanko fischt, sondern mit einem kleinen Gummifisch dekoriert.

Reiz-Angriff aufs Barschgehirn
Fürs Flachwasser und alle Barschgrößen empfehle ich die Modelle in 5 und 7,5 Gramm. Diese kann man in der richtigen Geschwindigkeit auch in 0,5 m Wassertiefe anbieten und sie sind kompakt genug, um den Barschen einen gut verträglichen Mittagssnack vorzugaukeln. Die ideale Ergänzung ist ein kleiner und schlanker Gummifisch mit Schaufelschwanz. Letzerer bewegt sich erstens schön. Zweitens sorgt der Widerstand dafür, dass der Köder etwas mehr an Höhe gewinnt und so auch sehr flach einsatzbereit ist. Ist ja kla, dass ich den 6er Swimmer dazu heranziehe.

Eine meiner liebsten Kombinationen: 5 g Spinner Rushka in More Fire, 8er Rushka Hook, 6 cm Sexy Swimmer in Blue Flake Cookie. More Fire ballert mit UV-Kopf, großen Augen, barschigem Skirt und schlankem goldenen Spinnerblatt. BFC ergänzt das gut mit dem bläulichen Schimmer. Im trüben Wasser gibt’s so einen schönen Kontrast.

Wer gut wirft, fängt auch gut!
Köderführungstechnisch müsst ihr gar nichts können! Einfach auswerfen und durchkurbeln. Und irgendwann hängt sich dann ein Barsch ein. Viel entscheidender sind jetzt Wurf-Skills. Denn je näher ihr am Schatten dran seid, desto wahrscheinlicher ist es, dass ein Barsch aus ebenjenem heraussprintet, um den vorbeihuschenden Reiz-Klops wegzusnacken. Wenn ihr immer Sicherheitswürfe macht, die den Köder 1 m neben dem Schatten laufen lassen, müssen die Barsche schon gut drauf sein, um ihn zu attackieren. Wenn der Köder direkt neben dem Steg, in den Seerosen, maximal knapp am Boot oder der Badeleiter entlang läuft, sorgt die Reizdosis dafür, dass die Barsche fast nicht anders können, als anzugreifen. So einfach lassen sich Sommer-Barsche im Schatten fangen. Man muss es nur gezielt angehen.

BC klar im Vorteil!
„Zielen“ ist ein Punkt! Und da sind wir auch schon beim Tackle: Für mich spricht immer viel für eine leichte Baitcast-Kombo, wenn ich möglichst genau werfen will. Natürlich geht’s auch mit der Stationärrolle. Aber beim Baitcasten fliegt der Köder der gespannten Schnur voraus und reagiert dementsprechend sofort, wenn ich die Schnurfreigabe mittels Daumendruck auf die Spule stoppe. Der Köder bremst dann sofort ab und fällt ins Wasser. So kann ich verhindern, ständig übers Ziel hinauszuschießen. Das ist bestimmt auch ein bisschen Barsch-Nerd-Gedöns – aber ich bin halt einer. Das kann man jetzt auch nicht mehr ändern.

Euch wünsche ich, dass ihr nicht zu verkopft rangeht, die Reizbombe entlang des Schattens durchkurbelt und richtig dicke Dinger rausballert!
Hier das Video zum Text:
