Barsch Softjerk-Barsche: Immer mittenrein ins Gemüse!
Sommer. Sonne. Softjerk. Das passt einfach perfekt zusammen. Barsche lieben die schlanken Gummifische ohne Paddel, die wir von einer Seite auf die andere zischen lassen. Und das ist verdammt gut so, denn in manchen Gewässern funktioniert kaum ein anderes System, weil das Kraut das Kommando übernommen hat. Und wenn das hochsteht und sich zu massiven Einheiten verdichtet, kommt man selbst mit dem Texas-Rig nicht mehr da unten durch. Auch wenn die Barsche unter den Seerosen oder im vorgelagerten Schilf stehen, gibt’s keinen Köder, der es bessr macht. Und auch für hindernisfreie Zonen (von der Steinpackung bis zum Freiwasser) gibt’s ein unschlagbares Argument für den Softjerk: Die Fische reagieren einfach brutal gut auf den chaotischen Lauf.
Das Gute ist: Es ist kein kompliziertes System. Man braucht einen guten No-Action Shad, einen Offset-Haken und meistens noch ein Gewicht zum Beschweren. Dann wird das alles zusammengebracht. In folgender Reihenfolge:
- Die Spirale des Hakens in die Minnow-Schnauze zwirbeln.
- Dann den Sinker einschieben…
- … und diesen mit etwas Sekundenkleber fixieren.
- Dann den Haken sauber durchstechen.


Kurz zu Köder- und Hakengrößen aus dem BA-Universum:
8 cm Shaky Stick – 2er BA Finesse Screw Hook
10 cm Shaky Stick – 2/0er BA Finesse Screw Hook
12 cm Shaky Stick – 4/0er BA Finesse Screw Hook
Immer mittenrein ins Gemüse!
Und dann geht’s rein in den Dschungel. Denn wo genug Grünzeug ist, ist oft auch Barsch. Die Kollegen verstecken sich hier nicht nur vor der Hitze und der direkten Sonneneinstrahlung. Sie haben hier auch ihre Ruhe vor Wasservögeln, befeindeten Raubfischen und Anglern. Haben sie gedacht. Bis wir mit unserem Softjerk antanzen und zum Tango bitten. Durch den versteckten Haken und das niedrige Ködergewicht (man schiebt maximal 2 Gramm in den Gummikörper) bleibt der Köder nur sehr selten hängen. Auf seinem Weg durch den Unterwasserdschungel sammelt er auch wenig Grünzeug ein und ermöglicht es uns so, die Fische da zu beangeln, wo andere Köder scheitern.
Ich empfehle drei Techniken für unterschiedliche Krautdichten:
- Wenn man sehr dichtes Kraut vor sich hat, hat man nur die Option, über den Barschköpfen hinweg zu fischen und darauf zu spekulieren, dass sie sich von unten auf den Köder stürzen. Jetzt angeln wir ohne Gewicht und lassen den Softjerk kurz unter dem Oberflächenfilm von einer Seite auf die andere wandern. Dazu zeigt die Rutenspitze nach unten. Nach jedem Zupfer wird die freie Schnur aufgekurbelt. So zischt er von einer Seite auf die andere und sammelt wirklich überhaupt kein Kraut ein. Der Softjerk fungiert also als krautfreier Toppi.
- Wenn man ein weniger dichtes Krautfeld, Schilf oder Seerosen vor sich hat, kann man den Köder tiefer anbieten und zwischen den Stängeln durchmanövrieren. Die Köderführung ist ein wenig langsamer als beim weightless Softjerken. Wir wollen zwar, dass der Köder von einer Seite auf die andere zuckt, setzen aber immer wieder auch auf Absinkphasen, in denen der Köder kreisförmig runtertrudelt. Dieser Wechsel aus vorgetäuschten Fluchtmomenten (Beschleunigung und seitliches Ausbrechen) und Zusammenbrüchen (Spinnstop mit Trudelphase) sind ein hartes Brot für so einen Barsch. Zu hart, um nicht drauf reinzufallen.
- Wenn man bemerkt, dass die Fische alle kommen, wenn ihnen der Softjerk ein abnippelndes Fischchen vorgaukelt, kann man versuchen, sie ganz unten gezielter zu beangeln, indem man das Tempo komplett herausnimmt und den Köder mit ganz soften Twitches knapp über dem Grund hält. Oft kommen die Bisse, wenn man ihn ganz adurchsinken lässt. Manchmal muss man sich auf die Sommerträgheit einstellen und Ruhepausen in der Führung einlegen. Es kommt öfter vor, als man denkt, dass die Barsche den am Grund liegenden Köder aufnehmen. Diese Führung kann ich aber nur empfehlen, wenn man weiß, dass Barsch am Platz ist. Sonst macht man so einfach zu wenig Strecke.
Ganz wichtig: Die Kraut- und Seerosenfelder sind oft richtig groß. Auch die Schilfgürtel sind lang. Natürlich steckt dann nicht das Terrain voller Barsch. Oft konzentrieren sich die Fische auf bestimmte Ecken. Dann hat man es mit kleinen Gruppen von 3 bis 10 Fischen zu tun. Diese muss man erstmal finden. Es macht also mehr Sinn, viel Wasser abzupflastern mit dem Pintail, als sich an einen Platz zu stellen und eine Ecke zu beangeln. Wenn man aber erstmal einen Fisch gefunden hat, sollte man sein Umfeld noch etwas gründlicher beleuchten bzw. ausangeln. Denn ein Dschungelbarsch kommt selten allein!
Viel Spaß. Viel Glück. Und denkt unbedingt dran, euch einzucremen und genug zu Trinken mitzunehmen. Sommerbarschangeln ist eine harte Nummer für den Organismus. Auch wenn wir weiche Köder fischen!
in folgendem Video habe ich das alles nochmal dezidiert auseinandergenommen:
