Fangberichte SCHWEDEN 2006


Kurz nach unserem Schwedenurlaub 2005, am hechtverseuchtem See in der
Nähe von Gnosjö, beschlossen wir, an den Åsnen 2006 zu fahren. Da
dieser mit 160km2  erheblich größer als der letzte See war, erwateten
wir natürlich mehr Fisch, vor allem Große, denn die hätten in so einem
„Tümpel“ genügend Platz.

Gesagt getan, am 1.September 2006 ging es mit Auto packen los. Da wir
dieses Jahr mit 8 Leuten den See und seine Untermieter ärgern wollten,
brauchten wir natürlich auch mehr Utensilien (Essen, Getränke und ganz
wichtig: TACKLE) als sonst. Trotz großer Panik, dass 2 Autos und 2
Dachgepäckboxen nicht ausreichen würden, verließen wir dann in der
Nacht zum 2ten September unsere heimischen Gefilde mit allen ( und
allem) an Bord. Nach rund sieben Stunden kamen wir am Ziel unserer
schlaflosen Nächte an. Rörvik war eigentlich ein „Ort“ der nur aus drei Häuser bestand. Die
drei Häuser standen an der Straße die von Urshult zur Insel Sirkön
führte, was trotz der „Bedeutung“ uns kaum Verkehr bescherte. 
Natürlich wollten wir schnell aufs Wasser und unsere neuerworbenen
Köder dem heimischen Fischen präsentieren, aber zuvor musste ja noch
das Auto ausgepackt werden, aber was auch weitaus wichtiger war, unser
Haus zu begutachten.


Auf einem Hofgrundstück stand das Haus der Vermieter, mit denen wir verabredet waren. Sie wohnten in einem typischen Schwedenhaus, wie man es halt kennt. Rechts und links vom Haus, standen zwei Scheunen, die wohl aus Unterstand für die Landmaschinen dienten. Bei genauerem betrachten der rechten Scheune fiel uns eine Tür auf, mit der dem Schild „VÄLLKOMMEN“ auf. Uns schwante böses, denn unsere Befürchtung bewahrheitete sich, da wir schon seit einiger Zeit uns fragten, warum es im Prospekt kein Foto der Außenansicht vorhanden war. Jedoch war das „Scheunenhaus“ im Inneren sehr gut unseren Bedürfnissen angepasst und so war jeglicher Missmut wie weggeblasen.

In den folgenden 2 Tagen wurden unsere Erwartungen an den See völlig zunichte gemacht. Klar, wir haben viele kleine Barsche auf kleine Spinner gefangen, aber war das unser Ziel? Ausgerechnet Holger, der zum ersten Mal mit dabei war, fing am 2ten Tag den ersten Hecht (67cm), der natürlich gleich im Kochtopf landete. Ein weiterer Hecht konnte aus dem „Profiteam“(die Leute die schon länger nach Schweden fahren) beigesteuert werden, der aber nicht annähernd so groß wie Holgers war. Neben zwei ca. 30cm großen Barschen, die released wurden, gesellten sich nur noch Schniepel hinzu.


Nach Rücksprache mit unserem Vermieter fuhren wir am dritten Tag zu einem Loch von 8m und schleppten dort den ganzen Tag. Zum Glück hatten wir nach der Mittagpause auf einer Insel nicht aufgegeben, denn nach 4-5 Stunden reinstem Schleppen und diversen Köderwechsel, konnten wir keinen Fisch unser eigen nennen. Nicht einmal ein Schniepel hatte Interesse an unseren Wobblern, die wir verführerisch im Wasser tänzeln ließen. Doch frisch gestärkt vom Weißbrot und Bier stieg bei mir plötzlich ein Fisch ein. Kurz darauf ließ er sich auch blicken, als er einen furiosen Luftsprung 30 bis 40m hinter dem Boot vollzog. Nun wurde auf beiden Booten  noch vor der Landung die Größe des „Monsters“ geschätzt, von 60cm bis über 1m wurde alles genannt. Nach ein paar Fluchten, die ich konterte, konnte ich den 78cm großen Freiwasserhecht der Kamera präsentieren. Für mich war es sehr aufregend, da dies mein größter Fisch bis dato war.


Was uns froh stimmte: Der Hecht wies eine Bisswunde am Rücken auf, die darauf zurückschließen lässt, dass hier noch Größere ihr Unwesen hier trieben. Nach dem Releasen, konnte auch Jan einen Hecht überlisten. Dieser sollte auch der Größte des ganzen Urlaubs bleiben. Aber mit seinen 85cm war er auch sehr schön und er wies auch hier eine Bisswunde am Rücken auf. Da wir tags zuvor schon Hecht in der Pfanne hatten, wurde auch dieser Fisch zurückgesetzt. Erik konnte dies aber alles noch Toppen, denn er fing den ersten Zander des Urlaubs, der aber mit 40cm leider dem Schonmaß zum Opfer fiel und somit blieb ihm die Bratpfanne erspart. Am Abend wurde dann kräftig auf den „Zanderkönig“ angestoßen. Diesen Namen sollte er übrigens den ganzen Urlaub über behalten, aber dazu später mehr.

Am vierten Tag fuhr man trotz der Fänge, wir erwarteten doch einiges mehr, frustriert in den nächstgelegenen Angelladen, wo man vom Ortsansässigen sachdienliche Hinweise zum Verhaften von Kapitalen erhoffte. Mit reichlich Informationen und einem „TOPKÖDER“ den der Verkäufer wie eine Wunderwaffe anpries, kamen unsere Abgesandten frohen Mutes zurück. Ein weiterer Grund für die gute, beinahe ausgelassene Stimmung, war ein Satz, den der Verkäufer mit dem ernstem Gesichtsausdruck hinausstieß: “With this, I catched 40 Zander, not 14… 40 Zander a day!“. Dieser Satz, der auch grammatikalisch an seine Grenzen stieß, ließ uns immer wieder ein Lächeln übers Gesicht huschen, wenn ihn einer unserer Leute mal wieder zum Besten gab.

Am nächsten Tag splittete sich unsere Gruppe. Die einen fuhren nach Thorne, zum Geheimtipp unseres Insiders aus den Angelladen, der Rest versuchte sein Glück beim Umhertingeln auf dem See und Würfen in den verschiedensten Buchten. Wie es der Zufall wollte, waren wir in einer Bucht nahe der Straße und als unsere Delegation nach Thorne fahren wollte und an uns vorbeikam, schnappte sich ein guter Hecht meinen Gummiwobbler. Unter Beifall, Gehupe und Gegröle aus dem Auto wurde ein 72cm großer Hecht gelandet. Stolz wie Oskar wurde er den staunenden Autoinsassen präsentiert und wieder eingesetzt. Christian, der am Abend zuvor zu uns stieß, konnte sich auch in die Fangliste eintragen, auch wenn es nur Schniepel waren, doch für einen „Nichtangler“ allemal ein tolles Gefühl, was gefangen zu haben.


Die vier, die aufgebrochen waren, um Zander zu fangen, kamen abends mit einer kleinen Überraschung zurück. Sie hatten doch tatsächlich ein komplettes Abendbrot mitgebracht. Nach mehreren Stunden des Schleppens wurden 3 schöne Zander (58-67cm) und 2 Barsche (33 & 35cm) verhaftet und abends dann in der Pfanne herrlich zubereitet und verspeist.

Am Abend wurde dies natürlich wieder begossen und wir gingen dann doch entspannt zu Bett und freuten uns auf den nächsten Tag, denn da hieß es BARSCHTAG! Eigentlich hätten wir gerne ein paar Barsche geräuchert, doch Erik hatte seinen kleinen Räucherofen zuhause verschusselt. So sollten die an diesem Tag erbeuteten Stachelritter in verschiedensten Variationen auf den Tisch gelangen, falls wir erfolgreich sein sollten. Nachdem wir zwei Stunden lang gerade mal 3 Barsche, die noch nicht mal unseren Mindestanforderungen entsprachen, unser Eigen nennen durften, fuhren wir mit dem Boot, wir hatten das ab und an funktionierende Echolot an Bord, einmal quer über den See zum anderen Ufer. Mitten im „Nichts“ zeigte uns das Echolot einen „Berg“ an. Von 4m ging es hinauf auf 1m. Dort hielten wir natürlich an, denn aus diversen Lektüren wussten wir: „Da stehen sie!“ Aber auch hier biss lange Zeit nichts, egal wo wir hin warfen. Wir wollten gerade den Anker lichten, da merkte ich einen Schlag in meiner Rute. Ich hatte schon aus Frust von Spinner auf Gummiwobbler gewechselt. Zunächst dachte ich, es wäre ein kleiner Hecht, doch es war der größte Barsch des Urlaubs mit 39cm. Stolz wie Oskar wurde das andere Boot, das weiter weg sein Glück versuchte, per Funk über den Fang und die Stelle informiert.


Währenddessen konnte auch der Rest der Bootsbesatzung ihre Barsche fangen, die unserem Anforderungsprofil nun endlich gerecht wurden. Nach 10min hatten wir bestimmt schon 10 bis 15 Barsche ausgelotst, als das zweite Boot bei uns eintraf und mitfischte. Sage und schreibe 16 Fische, die 30 cm und aufwärts waren, gelangten am Abend in unsere Kochtöpfe, zwei Stachelritter pro Person waren voll ausreichend. Was wir dort erlebten konnte man wohl als Sternstunde beschreiben, den ein oder anderen hat man bestimmt wohl 2mal gefangen, aber jeder ergriff die Gunst der Stunde und probierte seine verschiedensten Köder aus, die auch größtenteils stachen. Gezählt haben wir unsere Fänge nicht, aber man wenn man fast 2 Stunden dort angelt und teilweise 10 Würfe gemacht hat, wobei auch jeder erfolgreich war, kann man sagen, dass dies ein einprägendes Erlebnis für uns war.

Nun denkt man, dies kann man nicht mehr toppen, doch der nächste Tag sorgte noch für mehr Furore. Wenn man es selbst nicht miterlebt hat, kommen einem da die Gedanken, der erzählt doch nur „Seemanns Garn“. Jan, dessen letzter Tag in Schweden anbrach, weil er im Inlinehockey-Meisterschafts-Viertelfinale mit seinem Team stand und spielen musste, fuhr mit Erik und mir nochmals nach Thorne, wo sie 2 Tage zuvor die Zander gefangen haben. Nach ca. 5 Stunden des Schleppens bei doch etwas schwierigem Bedingungen, es war sehr wellig, standen mir die Tränen in den Augen. Klar, ich hatte einen Zander gefangen, mein erster überhaupt und Jan konnte 3 Stück auf seinem Konto gut schreiben. Doch was Erik an diesem Tag veranstaltete, war einfach grandios.


21 Zander, gefangen auf den „Geheimfavoriten“ standen bei ihm zu Buche. Ein wenig traurig war ich schon, warum hatte ich nicht 3-4 mehr gefangen, doch anderseits freute ich mich über Erik Angelglück. Zurecht nannten wir ihn nun tagein und tagaus unseren „Zanderkönig“. Und den Aussagen unseres Angelladenbesitzers schenkten wir nun auch Glauben, als er sagte: “I catched 40 Zander!“. Gut, wir fingen 25, dass war aber auch sensationell.

Völlig zufrieden ließen wir nun die restlichen 2 Tage des gemeinsamen Urlaubs auf uns zukommen, doch der Meter ging uns nicht mehr an den Haken, vielleicht waren wir auch nicht mehr so eifrig auf der Suche nach IHM.  Einige schöne Fische gingen uns noch an den Haken, aber am Di, den 12.11. ging es für den Rest auch zurück nach Deutschland.

Erik und ich verlängerten unseren Aufenthalt in Schweden um weitere 7 Tage und machten uns mit einem gemieteten Wagen auf nach Vämdalen. Hier wollten wir uns dem Flussangeln hingeben und die Salmonoiden ärgern.


Erik versuchte seine Technik im Fliegenfischen zu verbessern und ich frönte dem Spinnfischen.  Leider war die Bachforelle schon seid ein paar Tagen geschont, aber viel hatten viel Spaß und konnten uns an der Natur satt sehen. Ich konnte erstaunlicherweise 18 Äschen in 4 Tagen mit meinem Spinner überlisten.


Erik hingegen war weniger erfolgreich mit der Fliege und sicherte sich nur 4 Stück. Aber wie gesagt, man konnte sich dann halt an der Natur erfreuen, wo wir sogar Bärenspuren am Bachrand gefunden haben.

Die letzten 3 Tage bis zum Abflug aus Stockholm verbrachten wir in der Nähe der Königstadt bei Eriks Oma, die uns freundlicher Weise eingeladen hatte. Dort waren wir noch 2mal am Melan, einem der größten Seen Schwedens angeln, wobei es erwähnenswert ist, dass es dort vor Riesenbrassen und Riesenrotaugen wimmelte, die sich unsere Würmer, die für Barsche gedacht waren, schnappten. Ein besonderes Schauspiel konnten wir an einer Brücke verfolgen, wo Rapfen durch Heerscharen von kleinen Weißfischen jagten. Andauernd platschte es neben uns, doch trotz aller Mühe, die wir uns gaben, konnte ich durch Glück mit einem silbernen Spinner einen dieser kampfstarken Jäger fangen, der umgehend schonend zurückgesetzt wurde.

Alles in allem war dieser Urlaub trotz der anfänglichen Beißflaute super und einer Wiederholung dieser Art steht im nächsten Jahr nichts im Wege. Das Domizil ist auch schon so gut wie gebucht, jedoch geht es wieder an einen kleineren See…

Euer Bierstuch

V
hehe...schöner "39er barsch" :lol:
B
naja, aufm Bild ist natürlich kein 39er... da war die Kamera leider nicht mit... :lol:
F
Schöner Bericht, kriegt man richtig Lust.
K
was war denn das für ein "Topköder"?
B
Das kann ich dir sagen, und zwar war das der Wobbler "Smithwick Suspending Spoonbill Super Rogue" von der Firma Trueman Fiske.. Das war schon sensationell, was der an Zander beim Schleppen brachte... Bei Angel-Ussat habe ich die einzige Bezugsquelle hier in Deutschland gefunden... Ansonsten kann man ihn nur aus Schweden beziehen, laut meiner letzten Info... Wir haben uns sicherlich damit eingedeckt, insgesamt 6 Stück haben wir für 100SKR pro Stück gekauft, den Händler dort hats gefreut...
J
Den Asnen wie ich ihn kenne 8)
Nur die Stückzahl war bei uns wesentlich höher!
C
Mein Kommentar:

Der September 2006 war ein guter Zandermonat im Åsnengebiet.
Ich lebe nämlich zeitweise dort und bin dort speziell auf Zander. Maximale Größe bisher bei 72 (4 kg).

Gruß
Carstens
F
sehr schöner bericht! mehr davon!

das dritte bild von unten ... erm ... wir fragten uns gerade ob jörg strehlow tatsächlich schon wieder uas der betty ford klinik ruas ist ...

cheerioh
B
Scheine ich noch einen unbekannten Bruder zu haben???? Leider habe nicht das Anglerglück bzw Können von ihm... Dafür kann ich sagen, dass meine Leber in Ordnung ist... :lol:
B