(R)EVOlution – Was die Abu Premier III von der Ier und der IIer unterscheidet

(R)EVOlution – Was die Abu Premier III von der Ier und der IIer unterscheidet

Seit kurzer Zeit ist die dritte Version der Abu REVO Premier bei uns erhältlich. Im Vergleich zur Ur-Premier und auch zur direkten Vorgängerin hat sich einiges getan. So befinden sich mit inzwischen elf Kugellagern ganze fünf Kugellager mehr in der in der Premier III als in der Premier I. Auch wurden sämtliche Bremssysteme weiterentwickelt bzw. verbessert. So wirft auch ein Cast-Anfänger mit der Premier III dank des IVCB-Systems bei geringerem Perückenaufkommen leichte Köder weiter. Die gute Wurfperformance wird durch eine etwas breitere Spule unterstützt. Und auch die Bremskraft wurde durch ein neues Bremsdesign und neue Bremsscheiben erhöht. Neben dem Interieur hat man im Hause Abu aber auch am Chassis gearbeitet und eine kleinere und damit natürlich auch leichtere Rolle geschaffen…

Im Prinzip sind also nur die Farbgebung und das Windkanal-Design mit der tiefergelegten Kurbel geblieben, so dass man fast schon nicht mehr von einer Überarbeitung sondern der Schöpfung einer völlig neuen Rolle sprechen kann.


3 Generationen Abu REVO Premier: Premier I (rechts), Premier II (Mitte) und Premier III (links).

(Fliehkraft-)Bremssystem: Kam die Premier I mit einer Magnetbremse daher, so war die Premier II mit einer zusätzlichen Fliehkraftbremse ausgestattet. Die Kombination aus Magnet- und Fliehkraft-Bremse hatte den Vorteil, dass die Fliehkraftbremse den ersten Teil des Wurfes, in dem die Spule beschleunigt, „überwacht“ hat, während Magnetbremse die Kontrolle in der Endphase des Wurfes übernahm, in der die Spule langsamer läuft. Dieses Bremssystem wurde bei der Premier III ersetzt durch das IVCB (Infinity Variable Centrifugal Break)-System, das bereits bei der REVO MGX eingesetzt wurde. Bei diesem Fliehkraft-Brems-System scheuern kleine Plastikstifte vertikal auf der Bremsscheibe im Spuleninneren, wenn man die Bremse zudreht. Wenn man sie öffnet, liegen diese Stifte an und erzeugen praktisch keinen Reibungswiderstand.


Die Pins schleifen (bremsen) umso stärker, je weiter sie herausschauen.


Wenn man die Bremse zu dreht, wandert die Platte nach außen. So haben die Pins Platz zum Ausklappen.


Wenn die Bremse auf ist, haben die Pins kein Spiel und können nicht schleifen.

Der Vorteil dieses Bremssystems ist, dass man leichte Gewichte weit werfen kann und wenig mit Schnurstau und Perücken zu tun hat – ohne dass man das Gehäuse öffnen muss, um Fliehkraft-Pins zu aktivieren bzw. aus dem Spiel zu nehmen. 28 verschiedene Justierungsoptionen sorgen dafür, dass man die mit diesem System ausgestatteten Rollen extrem sauber einstellen kann.

Spule: Das neue Infini II-Spulendesign mit der ca. 1 mm breiteren Spule sorgt für eine bessere Wurfperformance.


Links ist die Spule der Premier III – eindeutig breiter als die der Premier II.

Die leere Spule aus Flugzeug-Aluminium wiegt nur 10,5 Gramm (mit Kugellager). Die Spule der Premier II hat es auf ca. 17 Gramm gebracht (u.a. auch weil das alte Fliehkraftbremssystem auf der Spule saß). Im Spulen-Vergleich mit der MGX sieht man, dass es sich bei der Premier III nicht um eine baugleiche Rolle wie die MGX handelt – auch wenn sie mit identischem Bremssystem ausgestattet wurden.


Rechts die Spule der Premier III, links die der REVO MGX.

Gehäuse: Das Gehäuse der Premier III wurde nicht nur verkleinert. Die Rahmenkonstruktion aus korrosionsbeständigem X2- Cräftic™ Aluminium und Seitenplatten aus C6 Carbon sorgen für eine zusätzliche Gewichtsreduktion. Durch die neuen Materialien und die kompaktere Form ist die neue Premier um fast 30 Gramm leichter als ihre Vorgängerin!


Wer genau hinschaut, sieht’s auch wenn die eine Rolle auf dem Kopf steht:
Das Gehäuse der Premier III ist deutlich flacher als das der Premier II.


Durch das kompaktere Format, liegt die Premier III natürlich super in der Hand.

Handles: Im Gegensatz zu den bei den Vorgängermodellen verarbeiteten Aluminium-Handles besteht der Kurbelarm der Premier III aus Kohlefaser. Kam die Premier I noch mit Gummiknubbeln daher, sitzen bei der Premier III wie schon bei der Premier II flache EVA Griffe an der Kurbel, die für einen guten Grip sorgen – egal ob man schwitzt oder friert.

Bremssystem: Die Premier III wartet mit einem überarbeiteten Bremssystem auf. Das D2 Duragear Design und das Carbon Matrix® Bremssystem mit 3 Bremsscheiben sorgen für eine hohe Bremskraft (20 lbs) und eine in allen Einstellungen gleichmäßig arbeitende Bremse.

Kugellager: 10 HPCR Kugellager + 1 Rollenlager aus Edelstahl. Das sind 5 Kugellager mehr als bei der Premier I und ein Kugellager mehr als bei der Premier II bzw. der MGX.

Ich habe natürlich schon ein bisschen mit der Premier III geschmissen und würde sagen, dass sie auf jeden Fall mit der MGX mithalten kann. Wie sich die größere Spule und die anderen kleinen Unterschiede jetzt genau auf die Wurfweite auswirken vermag ich allerdings nicht zu sagen. Da sind noch ein paar Tests mit identischen Schnüren und Wurfgewichten fällig. Fest steht, dass mit der Premier III die nächste finessetaugliche REVO am Start ist. Ich wünsche allen, die sich diese Rolle an die Cast-Rute schrauben viel Spaß dabei und hoffe, dass ich ein bisschen etwas dazu beigetragen habe, dass ihr die Evolutionsschritte in der Abu Premier-Serie nachvollziehen könnt.

Kategorien: Tackle-Tipps

Kommentare

  1. Tillamook
    Tillamook 2 Januar, 2013, 15:55

    Danke für den ausführlichen Bericht! Gott sei Dank kann ich erstmal bei der MGX bleiben. 😀

  2. Rocke
    Rocke 2 Januar, 2013, 16:58

    Bei deinem ersten Bild mit dem Spulenvergleich von der neuen 3er und der alten 2er ist doch die rechte breiter wie die linke oder täusche ich mich da :)?

  3. dietel
    dietel 2 Januar, 2013, 17:18

    ich finde, dass die linke länger ist. da sie quer drin liegt, ist die spule breiter, oder? die rechte spule hat einen größeren durchmesser und ist sozusagen dicker.

  4. Rocke
    Rocke 2 Januar, 2013, 17:56

    Okay hast gewonnen 1 zu 0 für Vfb Stuttgart 🙂

  5. felix81
    felix81 2 Januar, 2013, 17:57

    Das täuscht etwas durch die untersc hiedliche Schnurfüllung.
    Ausserdem ist ja nicht die Breite der Spule in Spulrichtung, sondern die Breite in der Achsenrichtung gemeint 😉

  6. bendv
    bendv 2 Januar, 2013, 21:34

    welche rute fischt der herr dietel denn dort im beitrag ??
    würde mich echt interessieren, danke im voraus 😀

  7. barsch-timo
    barsch-timo 2 Januar, 2013, 21:53

    dürfte ne abu fantasista oren ji sein 😉

  8. Tillamook
    Tillamook 3 Januar, 2013, 05:09

    MGS nicht zu vergessen.

  9. Haydar30
    Haydar30 3 Januar, 2013, 06:37

    ABU-Freak ! 😉

  10. dietel
    dietel 3 Januar, 2013, 09:42

    ist ne oren'ji mgs bis 40 gramm. zweiteilig. mit microguides. sehr schöne rute. mit der fische ich wobbler ab 6 gramm. am anfang hatte ich geflochtene auf der spule. das war dann ein bisschen hart. aber im zusammenhang mit eine fluorocarbonschnur und den etwas größeren wobblern macht sich diese rute extrem gut. war meine hauptkombo der monate oktober bis dezember 2012.

  11. Tillamook
    Tillamook 5 Januar, 2013, 09:41

    Die selbe Rute hatte ich auch zuerst für die MGX genutzt, hab aber jetzt doch die Reese draufgeschraubt und nehm für die MGX was etwas leichteres (bezogen aufs WG – leichtere Rute geht ja kaum 😉 ).

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