Power-Brotaufstrich für lange Angeltage

Power-Brotaufstrich für lange Angeltage

In meinem letzten Fisch&Fang-Bericht ist die Rede von einer ominösen Schafskäsepaste mit der ich Steinecken bestreiche, um mir in den Momenten, in denen ich die Rute zur Nahrungsaufnahme weglege, keine Schoko-Blätterteig-Brötchen, Haselnusstafeln und anderes Zeug reinschieben muss, das man sich zwar schnell und easy in die Angeltasche stecken kann, das aber auf Dauer zu süß, zu eintönig und zumeist auch zu ungesund ist. Leider törnen mich auch Bananen, Äpfel und andere Obstsorten ab. Zumindest bei schlechtem Wetter. Ob meine Paste supergesund ist, kann ich nicht sagen. Ich bin ja kein Ernährungswissenschaftler. Aber ich weiß, dass die Mischung aus cremig, scharf und tomatig bei meinen Angelkumpels sehr gut ankommt.

Die Herstellung dauert keine 5 Minuten und ist damit auch noch absolut im Limit – auch wenn man die Paste direkt am Morgen vor dem Angeltrip anrührt. Man braucht dafür Sambal Oelek, Tomatenmark, ggf. ein paar Italo-Kräuter (an vorderster Front Oregano), Olivenöl und Schafskäse oder auch griechischen Kuhkäse – jedenfalls so einen flachen bröseligen Käseblock.

Die Zutaten:


Ich mag den Kuhkäse lieber.


Das ist frischer Oregano aus dem türkischen Supermarkt. Kann ich nur empfehlen.


Olivenöl aus Griechenland. Meine Art der Unterstützung.


Eigentlich sind mir Biomärkte zu gutmenschenverstrahlt. Aber Rapunzel-T-Mark schmeckt echt leckerer als das von TIP.


Ein bisschen Scharf muss rein!


Und dann geht’s los:


Der Block liegt in einer Lake. Die wird abgegossen, bevor der Käse die Arena betreten darf.


Jetzt wird der Block mit einer stabilen Gabel bearbeitet. Erst grob teilen…


… dann weiter zerbröseln.


Tomatenmark drauf – mindestens 3 T-Löffel.


Mindestens 1 Teelöffel Sambal Oelek – Tendenz 2.


Ein ordentlicher Schwung Olivenöl obendrauf!


Oregano oder andere Kräuter drüber.


Und losmatschen.


Wenn’s nicht cremig genug ist, kommt nochmal die Olivenölflasche zum Einsatz.


So lässt sich das super aufs Brötchen streichen.


Jetzt braucht man nur noch ein Glas zum Abfüllen.


Rein mit der Paste und ab damit in die Tüte mit dem Proviant.

Mein Tipp: Im Zweifelsfall immer ein Brötchen mehr kaufen. Die Kollegen an Bord wissen diese Fürsorge zu schätzen!

PS: Wenn ihr ähnlich geile Verpflegungstipps auf Lager habt, könnt ihr die Rezepte gern einschicken oder hier drunter schreiben! Würde mich freuen, wenn sich mein Repertoire an schmackhaften Bordsnacks noch ein bisschen erweitern würde.

Kategorien: Tipps & Tricks

Kommentare

  1. marco/Hb
    marco/Hb 21 April, 2013, 08:36

    Hi Johannes,

    da bekommt man beim Lesen richtig Hunger.

    Als Variation zu deinem Brotaufstrich kann ich dir folgende Zutaten empfehlen:

    Fetakäse mit frischen Basilikum, getrocknete Tomaten, schwarzen Oliven und Anchovies.
    Je nach Geschmack und gewünschter Konsistenz mit Olivenöl, Samba Oelek, Salz und Pfeffer abschmecken.

    Eine Alternative zum Feta Käse wäre auch körniger Frischkäse.

    Als Reserve solltest du dir eine Dose Dauerbrot in die Tasche einpacken. Somit kannst du vermeiden, das die die Mannschaft an Bord meutert, wenn die Brötchen zu schnell aufgegessen sind 😉 .

    Gruss Marco

    😆
    PS: Das Salz/Öl Gemisch der Anchovies kann man auch sehr gut zum Dippen der Gummiköder nehmen 😉

  2. Percarius
    Percarius 21 April, 2013, 13:10

    Nicht schlecht Hannes, das sieht wirklich richtig lecker aus, kann vieleicht auch mal meinen kulinarischen Horizont erweitern.
    Ansonsten gibt´s bei mir für Kurztrips meistens nur die Kombination: Müsliriegel (ohne Schokolade) + Banane + Wasser od. Tee, für einen kompletten Tag im Boot gibt´s oldschool berlinerisch Klappstullen 😉 mit vielefältigem Belag und Obst. Tight Lines und guten Appetit 😀 !

  3. Furchenlurch
    Furchenlurch 21 April, 2013, 13:28

    (Kuhmilch-)Feta und Oliven machen sich auch gut im Hackbraten. Einfach würfeln und druntermischen. Ich mag auch gern Kräuter der Provence und Petersilie mit drinne.

    Das ist natürlich nix, um es mal kurz vorm Angeln zuzubereiten. Aber wenn man das schon am Vortag gemacht hat, kann mans prima kalt in Scheiben schneiden und zusammen mit Tomatenscheiben (oder eingelegten Tomaten vom griechischen Marktstand) in ein frisches Ciabatta packen.

    Schmeckt absolut goilst und gibt Wurfarm-Power 😀

    Fürn Sommer auch sehr zu empfehlen:

    Son (Kuhmilch-)Feta würfeln, ne Honigmelone würfeln (dabei möglichst viel Melonensaft erhalten), ein paar Spritzer Zitronensaft und eine ganz kleine Prise Zucker (alternativ etwas Honig) dazu. Die Süße ist wichtig, um das Melonen- und Feta-Aroma optimal rauszuholen, wenn die Mische durchzieht.

    Das Ganze über Nacht innen Kühli zwecks "Durchzug" und dann per Kühltasche mitnehmen. Auch dazu mag ich am liebsten frisches Ciabatta.

  4. Furchenlurch
    Furchenlurch 21 April, 2013, 13:37

    Noch was: Für eine etwas andere Brotaufstrich-Variante kann man auch das Oelek durch nen Teelöffel Pesto Genovese ersetzen.

    Das funzt – so seltsam das auch klingen mag – sogar mit kaltem Kartoffelpürree.

    Wers kartoffelig mag, stampft erstmal richtig oldschool die weichgekochten Kartoffeln mit Milch, Butter, Salz, Muskat und Pfeffer (am besten mit Omas Gitterstampfer).

    Dann im noch heißen Zustand so fein wie möglich gewürfelte Zwiebeln mit reinschmeißen (das heiß ist wichtig, sonst werden die Zwiebelwürfel nicht weich!).

    Dann einfach Petersilie (oder andere Kräuter), Tomatenmark, Oelek oder wie gesagt Pesto nach Gusto untermischen und das Ganze kalt werden lassen.

    Dies eignet sich als Brotaufstrich, kann aber auch genauso in größerer und ausderhandabbeißfähiger "Kloßform" als Beilage zu Buletten etc. mitgenommen werden.

  5. Furchenlurch
    Furchenlurch 21 April, 2013, 13:45

    Eine weitere Salat-Variante (die geht nen Tacken schneller – mit Durchzieh über NAcht wird aber auch die goiler):

    Ne Büchse Thunfisch, ne Büchse Mexiko-Mais-Bohnenmix (alternativ einfach nur Kidney-Bohnen), Petersilie, feingewürfelte Zwiebeln, Olivenöl, nen kleinen Schuss Balsamico.

    Thunfisch mit ner Gabeln zerfuzzeln, mitm Rest vermengen, nach Gusto abschmecken (mit Salz, Pfeffer, Basilikum, Oregano – was es halt bockt etc.), fertig.

  6. Furchenlurch
    Furchenlurch 21 April, 2013, 13:51

    Noch ein (Sommer-)Salat:

    Son (Kuhmilch-)Feta würfeln, n paar frische Tomaten würfeln, feingehackte Zwiebeln, frische Petersilie und frisches Basilikum mit rein.

    Das mit Olivenöl, Pfeffer, Salz und Balsamico abschmecken. Ein kleiner Schuss Gurkenessig (jaaaaa, das Zeug, in dem Gewürzgurken schwimmen) und eine Miniprise (!! noch weniger als im Honigmelonen-Fall) Zucker holen dabei das Gesamtaroma noch weiter nach vorne.

  7. schlotterschätt
    schlotterschätt 22 April, 2013, 07:37

    Hehehe, olle Hannes als Kaltmamsell. :mrgreen:
    Dit is neu, aber jut ! 😉
    Ick probier dit Zeuch mal. Allerdings werde ick mir jestatten, das Rezept des Meisters um eene oder zwee frische, jepresste Knoblauchzehen zu erjänzen um den mediterranen Touch zu erhöhen.
    Die Wahrscheinlichkeit das uff Grund dessen mir meene Rapunzel nich mehr die Haare runterlässt, das ick zu ihr zum Knutschen uff ihren Turm klettern kann, is eher jering. 😆
    Außerdem hab ick mal jelesen das die Glasoogen uff Knoblauch stehen.
    Notfalls kann ick ja dann ooch die Jummis mit der Pampe einschmieren. 8)

  8. dietel
    dietel 22 April, 2013, 07:50

    Mit dem zeug kannste mich halt jagen. Da können's die Zander mögen wie sie wollen. Der Hannes mags nicht. Aber passt sicher rein.

  9. troite87
    troite87 22 April, 2013, 12:13

    Hört sich echt gut an! Muss ich auch mal versuchen!

    Mein Vorschlag "Thunfischcreme"

    1 Dose Thunfisch (im Sud)
    1 Packung Brunch oder Frischkäse (wahlweise Schmand)
    1 Zwiebel
    1 Knoblauchzehe (geht auch ohne, der Angelpartner wirds einem
    danken!)
    etwas Schittlauch und Petersilie
    etwas Zitrone
    Salz und Pfeffer nach Geschmack

    tada! Geht einfach und schmeckt lecker!

  10. effzett
    effzett 22 April, 2013, 15:11

    Jawoll! DAS war mein erster Gedanke! Sowas NIE ohne Knofieinsatz, is ooch jut für die Jefäße…
    Sabber.
    effzett

  11. dietel
    dietel 22 April, 2013, 15:58

    Ich hab ja das Rauchen eingestellt. Das muss meinen Gefäßen reichen. Knfi gibt's erst, wenn ich total verkalkt bin und meine sensiblen Geschmacksnerven abgetötet sind 🙂

  12. Camaro
    Camaro 22 April, 2013, 16:10

    Muß sagen der Bericht von dem das rezept stammt war grandios
    eines der besten Berichte die ich die letzten Jahre in Angelzeitschriften lesen durfte und dem ich zu 100% zustimmen kann.

    Aber das Rezept läßt mich erschaudern *duckundweg*
    ist einfach zuviel Fertig zeug drinn.
    da mach ich lieber ein kleines Feuer und brat mir ein Würstchen
    über einem kleinen Feuer 😛

  13. greece68
    greece68 22 April, 2013, 17:34

    So, gleich mal heute Abend ausprobiert…mit frischem Thai-Basilikum statt Organo…und ich muß sagen: blöd, dass Du das noch früher gepostet hast 😉 Auch auf frischem Baguette seeehr leeeeeecker!

  14. dietel
    dietel 23 April, 2013, 08:17

    Ich glaube, Du willst nicht wissen, was so alles in nem Würstchen drin ist. Das esse ich z.B. gar nicht. Mit Wurst kann man mich jagen. Da find ich T-Mark, Öl, frische Kräuter und Sambal echt nicht so schlimm. Sind doch klar identifizierbare Rohstoffe. Ok – die T-Mark-Produktion ist sicher nicht so appetitlich. Aber sonst…

    Danke für das Lob! Der Artikel hat schon länger in mir geschmort. War mir ein echtes Bedürfnis und ist keinesfalls als Legitimation für meine überschaubare Anzahl an Superdupergroßfischen zu verstehen. Ich fahr teilweise echt lieber mit meinem Boot raus und fange Durchschnittfische, als dass ich jedes WE an den Bodden ballere – wobei es da natürlich auch schön ist. Aber halt auch kostenintensiv und dieses Gepacke nervt mich ehrlich gesagt auch gelegentlich. Und alles, was da sonst so drin steht, gehört zum Angeln für mich dazu wie das Oelek in die Käsepaste 🙂

  15. Camaro
    Camaro 24 April, 2013, 15:52

    An deiner stelle würd ich auch kein Würstchen essen 😉

    Ich kauf nur beim Metzger vor Ort (mit seinem Neffen geh ich oft Angeln)
    das Fleisch hat nie ne Plasticktüte gesehen und das Rindfleisch stammt aus 4 km entfernung das Geflügel 2 km und so weiter also alles Regional und top verarbeitete Pprodukte in der Stadt würd ich dagegen auch nix kaufen 😕

    Zum Artikel hoffe du bringst noch mehr so schöne Artikel also ich war auf jeden fall begeistert.

  16. sniper
    sniper 24 April, 2013, 17:47

    Hallo, Johannes,

    schau mal unter "chefkoch.de" nach und gib einfach "Brotaufstrich" ein.
    Man ist überrascht was sich offenbart… die nächsten Angeltrips dürften unter einem guten culinarischen Stern stehen.

    Gruß aus dem Ruhrgebiet…der Pott kocht!!!!

    Ingo

  17. raubfischzentrale
    raubfischzentrale 29 April, 2013, 11:16

    vergesst das Toilettenpapier nicht XD falls jemand sambal nicht verträgt

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