Änderungen in Berliner LFischO: Mini-Sensation für Berliner Barsch-Angler

Änderungen in Berliner LFischO: Mini-Sensation für Berliner Barsch-Angler

Ich war heute auf dem Fischereiamt, um meinen Fischereischein zu verlängern. Außerdem hat mir seit der Präsident meines Köpenicker Angelvereins bei der ersten Versammlung des Jahres die Neuerungen in der Berliner Landesfischereiverordnung (LFischO ) verlesen hat, eine Frage unter den Nägeln gebrannt, die es nun im Fischereiamt zu klären galt: Neben der neuen Zanderschonzeit (bis 31.5.), der Aufhebung des Nachtangelverbotes und der Tatsache, dass nunmehr nur noch INSGESAMT 3 Fische der Arten Aal und Zander pro Tag entnommen werden dürfen, steht da nämlich unter § 18 (2): „Bei der Ausübung der Angelfischerei unter Verwendung von Köderfischen oder Wirbeltier- oder Krebsködern oder Teilen von diesen (Fetzenködern) oder Kunstködern, die eine Länge von mehr als 2 cm aufweisen, ist nur ein Köder je Handangel zulässig; diese gelten als Raubfischköder.“ Stellt sich also spontan die Frage, was mit den Ködern von 2 cm und kleiner ist. Sind das ab jetzt Friedfischköder? Darf man also mit Minitwistern auf Barsche angeln? Oder mit Nymphen auf Rotaugen?

Mit diesen Fragen im Gepäck bin ich nach der erfolgreichen Verlängerung meines Fischereischeins zu Herrn Küster ins Büro gestolpert. Es ergab sich ein sehr nettes und aufschlussreiches Gespräch. Ich erhielt sogar Einblick in einen internen Leitfaden, in dem genau drin steht, was nun erlaubt ist und was nicht. Zwar durfte ich den nicht kopieren. Aber zitieren darf ich ihn. Ums schon mal vorweg zu nehmen: Good News für alle Zuppler – man darf so kleine Kunstköder jetzt ganzjährig fischen! Allerdings nur, wenn man sie zupft und nicht einkurbelt.

Dem Leitfaden war zu entnehmen, dass „das Bewegen des Köders durch Zupfen noch als Friedfischangeln gilt“. Durchkurbeln – auch kleiner Köder – ist also Raubfischangeln und nicht gestattet.

Ich war ganz erstaunt und habe Herrn Küster gratuliert und ihm auch gesagt, dass das ja so etwas wie eine Annäherung an die Brandenburger Landesfischereiordnung ist, die allerdings ohne Maximalködergröße auskommt und die Zander und Hechte auch nicht gleich ab 1.1. schont. Daraufhin meinte Herr Küster, dass es das Ziel war, die Berliner Landesfischereiordnung an die Brandenburger anzupassen bzw. die Brandenburger zu übernehmen. Daran ist man aber aufgrund politischen Widerstands gescheitert. Trotzdem wolle man es den Anglern ermöglichen, nicht geschonte Fischarten wie Brassen, Rotaugen oder Barsche, von denen es z.B. in der Havel ja reichlich gibt, auch dann zu beangeln, wenn Hecht und Zander Schonzeit haben.

Zwar sind 2 Zentimeter echt klein. Aber zumindest dürfen wir jetzt auch im Winter mit Minikunstködern angeln. Wobei bei der Bestimmung der Länge unterschieden wird zwischen „freibeweglichen“ und „feststehenden“ Haken. Bei freibeweglichen Ködern ist der Köderkörper die Grundlage zur Längenbestimmung. Bei feststehenden Ködern zählt der Haken dazu. Ich verstehe das so, dass bei einem Mini-Zocker nur der Körper gemessen wird und bei einem Jig der Bleikopf zur Ermittlung der Gesamtlänge herangezogen wird. Auf meine Interpretationen gibt‘s aber keine Gewähr. Und mehr als das, was ich hier geschrieben habe, weiß ich auch nicht.

Ich find’s zwar ein bisschen schade, dass es in Berlin und Brandenburg keine einheitliche Ordnung nach dem Vorbild Der der Brandenburger gibt. ABER: Dieser § 18 (2) ist schon mal ein kleiner aber feiner Schritt in die richtige Richtung.

Kategorien: News

Kommentare

  1. alexace
    alexace 14 März, 2013, 14:21

    Super! Ein erster Schritt der Annäherung.

    Danke für die Infos. 😀

  2. alexace
    alexace 14 März, 2013, 14:23

    … werde nacher mal meine Mormyschkas rauskramen. 8)

  3. FourSeasonsTackle
    FourSeasonsTackle 14 März, 2013, 14:30

    Wäre nicht schlecht wenn's bei uns in Bayern auch so gemacht würde 😀

  4. lala
    lala 14 März, 2013, 14:31

    " Allerdings nur, wenn man sie zupft und nicht einkurbelt." … Total Banane! Die Rechtssicherheit liegt bei 0,0… Paragraphenreiterei die keiner mehr nachvollziehen kann.

  5. dietel
    dietel 14 März, 2013, 14:48

    die hauptsache ist doch, dass man die kleinen köder fischen kann. ich kann aufs durchkurbeln von mini-jigs jedenfalls gut verzichten. besser so als gar nix. auf dem punkt würde ich jetzt auch nicht ewig rumreiten. nicht dass man sichs noch anders überlegt…

  6. baschti
    baschti 14 März, 2013, 15:14

    ALso darf man jetz in Brandenburg mit minigummis Angeln als Friedfischereischein inhaber auf barsche zupfen oder was meint das jetz?

  7. lala
    lala 14 März, 2013, 15:33

    Musste keine Angst haben. Auf Interpretation zu spekulieren ist mittlerweile ein gesellschaftlich anerkannte Form der persönliche Freiheit. Aber : beim 'Hochkurbeln' des Köder's dit Züpchen nicht vergessen! 😉

  8. dietel
    dietel 14 März, 2013, 15:36

    immer schön durchjiggen. dann brennt nix an 🙂

  9. dietel
    dietel 14 März, 2013, 15:37

    aber nur im prinzip. weil da geht's ja um berlin…

  10. Pla_Buek
    Pla_Buek 14 März, 2013, 15:50

    Hallo erst einmal (bin neu hier)… 8)

    Wollte mich eigentlich gar nicht in diesem Forum anmelden, bin eher der stille Leser im Hintergrund, denn Foren leiden leider immer an eine gewisse Streitbarkeit die doch eher nerven kann.

    Zum Thema wollte ich dennoch meinen Senf dazugeben. Meine Meinung: Vom Prinzip her ein Fortschritt ABER: mir fallen auf Anhieb keine Köder ein, die nur 2 cm haben ❓
    Betrifft dann wohl eher die Eisangler?

    Wie sieht in diesem Zusammenhang die Definition "Raubfischangel" aus? Kann mich erinnern, es gab oder gibt die Regelung nach dem eine Raubfischangel nach der Hakengröße definiert wird? Dies dürfte dann wohl hinfällig sein?

    Ich denke bis sich die neue Regelung in den Köpfen von Fischereiaufsicht oder sonstige Kontrollinstitutionen herumgesprochen hat, gibt es bereits ein neues Gesetz…

    Andererseits: Wo ist das Problem bis zum 1. Mai (für Berlin) zum benutzen der Raubfischangel (außer Zander) zu warten? 😯

    MfG

  11. dietel
    dietel 14 März, 2013, 16:11

    ich finds schon problematisch, ein drittel des jahres keine köder mehr zu schmeißen. viele berliner fahren deshalb nach brandenburg, was ja ökonomisch wie auch ökologisch der totale dünnsinn ist.

    klar sind 2 cm nicht die welt. aber zumindest darf man fliegenfischen, mit der mormyschka angeln und eben auch mit super-mini-jigs. kann ja auch spaß machen mit dem entsprechenden gerät.

    ich wünsche dir viel spaß hier. und wenig streit 🙂

  12. Pla_Buek
    Pla_Buek 14 März, 2013, 16:26

    Hi,

    Danke für die Wünsche. Gut, aber in Berlin haben wir einen tollen ÖPNV und somit dürften sich die Schäden an der Ökologie in Grenzen halten, denn Brandenburg liegt quasi um die Ecke.

    An Fliegen hatte ich gar nicht gedacht, denn diese sind höchst selten vor dem eigentlichen Ende der Schonzeit und entsprechen nicht dem natürlichen Nahrungsangebot um diese Jahreszeit und diese Angelei ist nicht Jedermanns Sache.

    Na ja, eine Debatte ohne Ende scheint mir aber wieviele Angler gibt es in Deutschland und warum schaffen es die Verbände nicht einheitliche Regelungen zu verabschieden, die ALLEN und ÜBERALL gerecht werden? Wer wählt diese Vorstände in den Vereinen und letztendlich die Verantwortlichen in der Politik? Sind wir nicht selbst an diesem Dilemma Schuld?

    MfG

  13. Havel-Barsch
    Havel-Barsch 14 März, 2013, 17:47

    Ich verstehe das ganze hier irgendwie nicht 😕
    Deshalb meine Frage: Von wann bis wann darf ich mit Kunstködern über 2cm angeln?

  14. Assel
    Assel 14 März, 2013, 19:32

    Falls du einen Fischereischein hast, so sollte man ihn dir entziehen! 😈

  15. MikeThePike
    MikeThePike 14 März, 2013, 19:35

    Über 2cm in Berlin nur vom 01.05. bis 31.12. Wie gehabt.

  16. Havel-Barsch
    Havel-Barsch 14 März, 2013, 19:38

    Und warum ❓ 😛

  17. MikeThePike
    MikeThePike 14 März, 2013, 19:40

    Danke Johannes für das Nachfragen, ich überlege gleich mal mit Fliegen an der Spinnrute zu experimentieren. Gibt ja sonst sicher kaum was, was wirklich kleiner 2cm ist.

    Kann man eigentlich auch Fliegen als Dropshot (da geht zuppeln ja super) anködern? Glatt mal testen.

  18. Herr_Kuhn
    Herr_Kuhn 14 März, 2013, 22:16

    gibts bei euch keinen fischereischein auf lebenszeit?

  19. Furchenlurch
    Furchenlurch 14 März, 2013, 23:28

    Das geht einwandfrei.

    Ich hatte mal dummerweise mein ganzes DS-Material daheim vergessen, aber zum Glück nen Spinner dabei, den ich vor Urzeiten mit ner ollen schwarzen Einzelhaken-Fusselfliege gepimpt hatte.

    Die hab ich dann weggebastelt und an nen Seitenarm gehängt, dann mit nem normalen 20g-Birnenblei versenkt (das zum Glück auch noch in der Box rumlag).

    Hat mir ne Handvoll "Handlanger" beschert – und das ziemlich schnell hintereinander in ein paar Minuten. Das war für meinen Nixgeh-Tümpel eine geradezu rekordverdächtige Bissfrequenz.

    Zur "Monstertauglichkeit" von Fliegen kann ich jedoch leider nix sagen.

  20. Meridian
    Meridian 15 März, 2013, 05:27

    in Brandenburg nicht. 5 Jahre = 40,-€ Fischereiabgabe.
    Zumindest hat mir noch nie jemand auf dem Amt die Möglichkeit beschrieben, für mehr Geld auch ne lebenslang-Marke zu kaufen .

  21. dietel
    dietel 15 März, 2013, 05:33

    Hier in Berlin zahlt man alle 5 Jahre 13,50 für die Verlängerung des Scheins und jedes Jahr noch 21 euro Fischereiabgabe

  22. dietel
    dietel 15 März, 2013, 05:38

    ich habe mir schon welche gebunden. und ich denke auch, das man carolina- und t-rig ganz gut mit einer fliege kombinieren kann. eine alternative zu gummifisch sind tungsten mormyschkas, die man zu federjigs macht. ich hab schon zwei sehr geile teile gebunden. sehen super aus. macht auch spaß, das binden. ein bindestock gehört wahrscheinlich zur grundausstattung des berliner micro-baiters…

  23. Meridian
    Meridian 15 März, 2013, 06:34

    … Wucher 😉 Ihr zahlt demnach mehr als das doppelte von uns.
    Da hilft nur Wohnsitz umverlegen 🙂

  24. Raubmade
    Raubmade 15 März, 2013, 17:10

    Dafür sind wir Berliner und ihr "nur" der Vorgarten! 😛

  25. Raubmade
    Raubmade 15 März, 2013, 17:30

    Ich finde die Änderung nicht prickelnd.
    Die Variante mit Hakengröße 8 und kleiner an der Fliegenpeitsche wedeln zu dürfen war besser. Ich kann jetzt keine kleinen Streamer (3-5cm) mehr im Frühjahr fischen. Bleiben mir nur noch moppelige 2cm Libellenlarvenimitationen für Plötze, Barsch und Rapfen…sowas frißt doch kein Fisch mit Selbstbewußtsein! Es wird also verstärkt Babybarsch und kaum noch Rapfen geben…. 🙁 👿
    …..dann fisch ich halt bis zum 1.5. nur noch in Brandenburg! Scheiß auf die Umwelt, den Sprit kann ich mir noch leisten! 😈

  26. AndreasL
    AndreasL 16 März, 2013, 10:31

    aber Recht hat er … Rechtssicherheit = 0 … das kann einem schnell um die Ohren fliegen

  27. sikloia
    sikloia 16 März, 2013, 11:21

    Wenn Paragraphenreiter entscheiden was Angeln ist bzw. wie Angeln geht bzw. zu gehen hat……..
    zuppeln – einkurbeln – Friedfischköder – Raubfischköder – Länge desselben – man müßte eigentlich laut lachen, wenn es nicht so traurig wäre!

    Ich kann ja verstehen, das das für Euch, die Ihr in oder um Berlin wohnt, ein Fortschritt ist und man darüber Freude empfinden muß, aber wo sind wir gelandet???

    Gruß sikloia

  28. dietel
    dietel 16 März, 2013, 13:23

    Es ist echt hart, wenn man sich über sowas freuen muss. Aber vielleicht passen sie die Fischreiordnungen ja mal in unserem Sinne an. Aktuell kann man eh nicht angeln. Mal wieder Eiszeit in Berlin…

  29. baschti
    baschti 18 März, 2013, 16:51

    ALso man darf sie also Zupfen nicht einkurbeln? ❓ ❓ ❓ Un dhabt ihr damit schon was gefangen ? ❓ ❓ Wenn ja wär coool wenn ihr die Bilder zeigen könntet! Danke schonmal Vorraus und ist nicht bald HERING-Zeit?? ❓ ❓

    LG baschti

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