Mit dem Joshix 300 auf Waldsee-Barsche

Wir haben’s schon schön hier in Berlin. Da fließt so viel Wasser durch Stadt, dass wir die meisten Brücken in Europa vorweisen können. Noch schöner als das Stadtangeln ist aber das Angeln im Umland. Keine Ahnung, wie viele Seen und Flüsse man mit der DAV-Karte beangeln darf – es sind eindeutig zu viele für ein einziges Anglerleben. Klar. Das könnte einen jetzt auch ein bisschen sentimental stimmen. In echt begegnet man dieser Luxussituation natürlich damit, sich so viele Gewässer anzuschauen wie nötig und sich dann auf ein paar davon einzuschießen.

Meine Kumpels Hoffi (koederwahnsinn.de) und Steve (Berkley-Lachs-Legende) haben sich zu diesem Zweck ein kleines Faltboot zugelegt, das ihnen das Gewässer-Hopping einfach macht. Denn Ruderboote gibt’s nicht überall. Und wenn doch, sind sie manchmal ziemlich teuer. Und weil beide einen guten Draht zu Peter Degen aka Joshihi haben, der seit einiger Zeit über seine Homepage joshixboote.de selbstgebaute Faltbote vertreibt, waren Steve und Hoffi mit die ersten, die ein Joshix 300 ihr Eigen nennen konnten. Am Dienstag hat mich Hoffi eingeladen, es auf Waldbarsche zu versuchen und mir dabei sein Faltboot mal näher anzuschauen. Hätte mich das 20 kg leichte Joshix nicht komplett überzeugt, würde es hier keine Erwähnung finden. Dann hätte ich aber auch keine Gelegenheit gehabt, euch von einem recht abgefahrenen Barschangeln zu berichten.

Nicht dass ich zu faul wäre, selber Hand anzulegen. Aber einer musste ja die Fotos machen. Und weil der Hoffi viel fotogener als ich ist, habe ich ihm den Aufbau komplett allein überlassen. Es wollte ja außerdem auch bewiesen werden, dass man das Boot auch alleine handeln kann.

Also runter vom Dachgepäckträger,…

… die mittlere Sitzbank, installiert,…

… die Sitzbänke für Fahrer und Beifahrer eingepasst,…

… das Ganze fixiert,…

… den Stabilisator eingepasst,..

… die Ruder in die Fassungen gestöpselt…

… und nach ca. 7minütiger Aufbauzeit war er weg, der Hoffi.

Das Boot besteht aus einem unzerstörbaren Kunststoff, so dass es einfach über den Waldboden bis ans Ufer gezerrt werden konnte. Bis zu diesem Zeitpunkt habe ich also nichts weiter getan, als den Auslöser zu betätigen.

Und genauso komfortabel ging es weiter. Scheinbar mühelos ruderte uns der Hoffi zum ersten Spot. (OK – der Typ ist ein Bär, aber ich hätte mir fast vorstellen können, auch mal was zu tun.)

Anker rein. Gummi ran. Und losgeangelt. Nach dem 5. Wurf haben mich dann aber die Krautfäden genervt. Also: Gummi ab. Crankbait ran. Weitergeangelt. Wieder Fäden. Also Crankbait ab. Nen ollen Frenzy Rattl’R in Firetiger rangeschraubt. Ausgeworfen, eingekurbelt und mich gefragt, ob ich den jetzt am besten durchkurble, twitche oder immer mal durchsacken lasse. Und dann lässt es einen Schlag. Rute krumm. Richtig krumm. Ein Hecht? Ein Mutanten-Barsch?

Nö. Zwei fette Barsche! Einer am vorderen und einer am hinteren Drilling. Und ein dritter, der versucht, den beiden Kollegen den Köder wegzuschnappen. Der Hammer. Ich drille die beiden Mopeds ans Boot ran. Beide exakt gleich groß. Und die bleiben auch noch beide am Haken kleben, sind in Reichweite des Keschers. „Die Kelle, Hoffi!“ „Ham wer nich. Vergessen!“ Shit. Damit war eigentlich schon klar, dass man nicht beide Barsche landen konnte. Und in der Sekunde hatte sich der Barsch vom Bauchdrilling auch schon losgeschüttelt. Den zweiten habe ich aber greifen können. Und weil‘s so abgefahren war, zwei echte Brummer aus der Waldsee-Endbarsch-Liga an einem Köder gedrillt zu haben, war‘s auch nicht weiter schlimm. Klar hätte ich gern das Moppel-Duo in die Kamera gehalten. Aber das müsst ihr jetzt einfach mal ohne Beweisfoto glauben. Ich habe ja einen Zeugen. Und der gelandete Barsch kann sich ja auch solo sehen lassen.

Wobei sich beim Knipsen ein Faltboot-Spezifikum gezeigt hat. Und zwar verhält es sich so, dass entweder der Fotograf aufstehen muss oder der Fänger Platz nehmen muss, um ein ordentliches Dickbarsch-Foto zu schießen.

Ein bisschen durften wir das noch üben.

Dann war’s an der Zeit, die Heimreise anzutreten. Also das Boot aus dem Wasser und den Hang hinauf gezogen, in 5 Minuten abgebaut und fertig ist der Waldbarsch-Faltboot-Report.

Zumindest fast. Ein erneuter Hinweis auf Peter‘s Homepage muss noch sein. Da findet man das Joshix in 3 Größen. Und dazu noch ein noch stabileres Modell mit Steilheck. Wer Bock auf spontane Waldsee-Trips hat, kann sich die Dinger ja mal anschauen. Mein Daumen weist auf jeden Fall nach oben!

15 Kommentare

  1. Saustark, sieht ganz genauso aus wie mein Bananaboot. Muss ich direkt mal den Preis vergleichen 🙂

    Petri auch zu den super Barschen!

  2. das ist ein lizensierter nachbau. so würde ich das nennen. vielleicht gibts da auch nen offiziellen terminus. jedenfalls sind die joshix-boote günstiger, soweit ich weiß…

  3. also männers ersteinmal toller bericht 😉 ……….mein joshix 300 als porta ist bestellt und freue mich schon, wenn ich nun endlich auch dickbarsche angeln kann………..dieses boot ist eine echte empfehlung und ein muss für jeden der flexibel sein möchte………achso noch ein großes plus…….man(n) kauft nicht die katze im sack 😆 probefahrten sind bei joshix boote immer möglich………..also männers wär flexibel sein möchte, brauch unbedingt ein joshix boot…..

  4. Habs mir fast gedacht.
    Ja sie sind günstiger, habe für mein gebrauchtes Banana soviel bezahlt wie die Joshi Boote neu kosten.
    Ist aber schon 10 Jahre her.

  5. schöner bericht schöne barsche schönes boot…wie siehts den eigentl. mit der kippstabilität aus…konntet ihr beide im stehen fischen?

    grüße fips

  6. ich finde, dass das ganz gut geht, wenn man sich Einlegeböden für das Teil bastelt. Man muss ja wissen, dass der Boden doch schon recht "weich" ist und wenn dann zwei Personen irgendwelche Bewegungen machen, bewegt sich der Boden auf der anderen Seite ebenfalls, was dazu führen kann, dass man ausm Gleichgewicht kommt.
    Wer aber unbedingt immer stehen möchte, schneidet sich paar Holzbretter zurecht und steht dann gemütlich den ganzen Tag. Das klappt auch defintiiv zu zweit 🙂

  7. ja wie gesagt, .. stabil genug is es auf jeden Fall und reingefallen bin ich auch noch nicht… klar ist es etwas gewöhnungsbedürftig, aber wenn man sich drauf einstellt, passt das schon… 😉 und ich glaube, das es so auf die "schnelle" kaum besser geht…
    Gruß Peter

  8. Schöner Trip, schöner Bericht !
    Petri Junx !!!
    Wat sacht denn Meister Hoffi, wenn Du ihn öffentlich – als wahrscheinlich Einziger – als fotogen bezeichnest !!! 😆

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