Fangberichte

Mad Era auf Madeira – Rockfishing im Paradies

Intro: Es musste wieder sein. Ein bisschen Meer zum Durchschnaufen. Fernab der Realität, bestehend aus Uni, Arbeit und Krankheit. Für diejenigen, die es interessiert, jene die von Anfang an dabei waren, mitgelesen und geholfen haben, das kurze Update: I´m fine. Wieder geht’s mir ein Stück besser. Mehr Brainpower, mehr Kraft, mehr Abstand zwischen den Schüben. Mein Leben läuft mit kleinen Einschränkungen. Ich investiere jede mögliche Minute ins Fischen und meine Zukunft. Meine Freundin Nici steht da wie ein Fels. Nach wie vor. Rockt ihre eigenen Projekte und hilft mir bei meinen. Ich ihr ebenfalls, so gut es geht. Auch wenn´s nicht immer einfach ist, das gegenseitige „Investitionsgleichgewicht“ zu halten, I try. Ab und zu rollt ihr Zahnrädchen schneller als meins, aber im Großen und Ganzen läuft die Teammaschine.

Ein großer Teil meiner bescheidenen Einnahmen fließt nach wie vor in Laborkosten und Therapieansätze. Diese Komponente akzeptiert man gerne, um auf den Beinen zu sein. It´s part of the game. Mittlerweile kann ich sagen, andere CFSler sind weitaus schlimmer dran. Leider. Immerhin hat die Corona Pandemie einen entscheidenden Beitrag zur Akzeptanz und Erforschung meines Krankheitsbildes beigetragen. Nicht genau als ME/CFS klassifiziert, aber auf einem ähnlichen Mechanismus basierend, entsteht das „Post Covid Syndrome“. Eine Anhäufung neurologisch/immunologischer Beschwerden die (meist in milderer Form) dem chronischen Fatigue Syndrome ähnlich sind. Die Betroffenen erholen sich nach dem Virusinfekt nicht richtig, Depressionen, Erschöpfung und Schwäche bleiben wochen- bis monatelang bestehen, teilweise so, dass die Erkrankten arbeitsunfähig und bettlägrig werden. Auch sind besonders bei jungen Menschen zahlreiche Fälle von CFS  im Anschluss an eine Corona Infektion gemeldet worden.

Insofern: Take care and take it serious! Nicht jeder hat das Glück, mit verstopftem Näschen durch die Gegen zu laufen. Bleibt gesund und an alle die es härter erwischt hat: Haltet durch und (bei CFS ähnlichen Verläufen) schreibt mich an. Evtl. kann ich helfen.

Preparations

Fortbildung beendet, back to business: Nici und ich waren geschlaucht durch zu viel Bildschirmarbeit. Angeltechnisch zeigte sich 2021 überraschend zäh, unvorhersehbar und gnädig zugleich. Kälteeinbrüche, Wetterwechsel und Hochwasser prägten unseren Sommer. Ein Mischmasch, wie man ihn selten zuvor erlebt hatte. Wir mussten ans Meer. Die Voraussetzungen waren wie immer die gleichen: Geringes Budget, Sehnsucht nach Salzwasser und unberührter Natur, Abneigung gegen All inklusive Hotels und Tourimassen. Achso, und angeltauglich musste es natürlich sein…

Google flights brachte schnell Ernüchterung: Das meiste, was uns ansprach, ist im Sommer zu teuer. Außer…MADEIRA. Corona sei Dank…

„Europas Hawaii“, „Blumeninsel“… Die Kosenamen kennt man… Wollte ich eh schon immer mal hin. Paar Klicks später waren die Flüge gebucht und entsprechende Airbnbs im Visier. Da wir mit der Wahl der Unterkunft zu lange gewartet hatten, waren wir gezwungen unseren Aufenthalt auf zwei bezahlbare Buden zu splitten. „Wer zu spät kommt…“ usw…

Beide Hütten lagen im Süden (Nici ist eine Eidechse und braucht Sonne). Und beide BEWUSST nicht in unmittelbarer Nähe zum Wasser. Wieso? Lest dazu am besten meinen Teneriffa Bericht aus 2020, wo ich ausführlich auf den Kakerlakenkrieg eingehe. „The closer to the shore, the more cockroaches…“ sprachen die weisen Locals damals.  (Hier geht’s zum Artikel.)

Uns für ausreichend aufgeklärt haltend, war die Vorfreude auf das rustikale, zweistöckige Steinhäuschen mit Wintergarten und „amazing mountain view“ groß. Ebenfalls auf die zweite „sunset lodge“. Beides war für roundabout 30 Euro die Nacht zu haben. Steine, Holz, Weinreben… Ihr ahnt es vielleicht bereits…

Maps und Navionics hatten mir einige potente Strukturen geliefert. Insgesamt schien, meiner Recherche nach, der Norden etwas wilder, fischreicher und weniger frequentiert. Zur Sicherheit und aus der Erfahrung heraus, dass der offene Atlantik sehr launisch sein kann, was Wind & Wellen angeht, markierte ich mir aber mehrere Spots unterschiedlichster Art (Molen, Hafeneinfahrten, Rocks) an der gesamten Shoreline.

Natürliche bediente ich mich auch des Wissenspools unserer Forums und haute Dani aka „Danschmann“ für ein paar Informationen an, der in seinem Bericht vom letztem Jahr (hier geht’s zum Artikel)  bereits vorgemacht hat, wie es geht und mir auf meine Fragen hin ein paar wertvolle Tipps lieferte. Vielen Dank und liebe Grüße an dieser Stelle.

Tatsächlich deckten sich seine ergiebigsten Spots an der Nordküste mit jenen, die ich durch meine Research selber für vielversprechend hielt. Ein gutes Zeichen.

Was das Tackle betrifft, hielt ich es simpel: Zwei günstige Reisekombos bestehend aus Daiwa Megaforce Travel Spin Ruten in unterschiedlichen Ratings (30-70 g & 7-25g), die eine mit einer 3000er Shimano Nasci, die andere mit einer Daiwa Exceler LT 2000, jeweils bestückt mit Sunline Siglon in entsprechender Stärke. Am Meer gilt es stets den Kompromiss zwischen Wurfweite und ausreichender Tragkraft zu finden, wobei insbesondere die Beschaffenheit der Stellen eine große Rolle bei der Wahl spielen sollte. Mit einer 20-30 lb Mainline ist man beim Spinning auf mittelgroße Räuber meistens gut bedient, reibt die Schnur unter Spannung an den Felsen ist es relativ egal ob sie 0,16mm oder 0,25mm hat. Früher oder später wird sie reißen. Demnach richte ich mich persönlich eher nach der Wurfweite. Diese kann beim Fischen vom Ufer der alles entscheidende Faktor sein. Auf teures Gerät verzichte ich aufgrund der rauen Bedingungen bewusst. Kratzer im Blank einer 50 Euro Rute tun lang nicht so weh wie Schäden an High End Kombos. Mir ist es wichtiger, bedenkenlos Stellen wechseln und konzentriert klettern zu können, als auf den Zustand meiner Angel zu achten. Eine schwere Shorejigging bzw. Bigfishkombo war diesmal nicht mit an Bord.

Jeweils eine Spule Fluo in 0,25 (Light Rock fishing & Dropshot) und 0,45 (Spinning & Jigging) genügten.

Die Köderboxen waren gefüllt mit Hardbaits zwischen 13 und 20 cm; das meiste davon schlanke Minnows in bläulichen Sardinendekoren oder knalligen Chartreuse & Pink Tönen. Mit diesen Farbkombinationen kann man im Meer nichts falsch machen.

Die restliche Kunstköderfraktion bestand aus Black Minnows, Black Minnow Fakes von Ali Express, Illex Nitro Sprad Shads, Walleye Assassins, ein paar Pilkern und Shorejigs. (Ebenfalls größtenteils von Ali – teures Material lohnt bei hohen Abrissquoten einfach nicht. Der „Lauf“ ist in der Regel der selbe, nur bei der Qualität der Haken muss man vorsichtig sein.)

Salzwasserschatztruhe – „Chaoskisten“ mit wenigen Fächern sind beim Reisen im Hinblick auf Platzersparnis klassischen Hardbaitboxen überlegen.

Dropshotbleie bis ca. 20g + entsprechende Haken, ein paar Snaps, Jigköpfe, zwei Posen, Splitshots, ein Päckchen fertig gebundene Vorfächer, sowie ein paar Tütchen Keitech & Reins Creatures in Weiß oder shrimpfarbenen Tönen (Spider, Hog Impact, G Tail Saturn) rundeten die Ausrüstung ab.

Das alles passte ohne Probleme in unser gemeinsames, großes angemeldetes Gepäckstück und ließ sich easy zwischen Klamotten & Badesachen verstauen.

Startstruggle

Der Tag des Abflugs kam. Und wieder war ich im Arsch. Nicht ganz so schlimm wie das Jahr zuvor, aber genug um weder Vorfreude zu verspüren noch die ersten Tage genießen zu können. Aber (ich halte es kurz): Das Blatt wendete sich. Mein Schub klang langsam ab und die Energie kehrte zurück.

In den ersten Tagen fing ich über 10 Stück. Wovon? Ihr erinnert euch? Steinhäuschen und so…

Schlaflose Nächte, Stress und so steile Straßen, dass der Sitz bereits beim Ausparken 5 Liter Schweiß zog, sorgten für einen holprigen Start. Die harte Seite Madeiras gleich zu Beginn.

Allerdings wäre es heuchlerisch, die schönen Momente nicht mit euch zu teilen. Leckeres, günstiges Essen, atemberaubende Natur und eine (abgesehen von den Insekten) für den Preis überdurchschnittlich ausgestattete & gemütliche Unterkunft machten den Krabbelhorror irgendwie erträglich. Mit Schlafmasken (für die wir einige Läden abklappern mussten) und durchgehend brennenden Lichtern, mogelten wir uns durch die Nächte unter den Weinreben, bevor wir im zweiten Apartment endgültig durchatmen und genießen konnten. Neubau, glatte Wände, kein Holz und kein Stein. Tatsächlich sahen wir dort über die gesamte Aufenthaltsdauer keine einzige Kakerlake. Empfehlen würde ich für den schmalen Taler beide Häuschen. Wer keine Angst vor steilen Straßen und Fühlern hat, wird auch im Naturhaus seine Freude haben. Zum Warmwerden ein paar Impressionen:

The beauty of death.
Der Cockroach-Chemiekoala macht keine Gefangenen.
Handbremse nicht vergessen.
Fast so schön wie an meinem Schreibtisch vor dem Rechner.
Ein Bruchteil unseres Gartens.
Welcome to Jurassic Park.
Ponta do Sol – Ein Örtchen zum Altwerden.
Der Maler bei der Arbeit – Seine „Bilder“ wollte an diesem Abend keiner kaufen…
Fotos werden der Kulisse leider nicht gerecht.
Roughes Pflaster.
Flower Power.
Die wohl schönste Forellenzucht auf Erden.
You don´t know what pain is.

Catching time

So und jetzt ab an Strand! Die ersten, nächtlichen Testwürfe im Süden hatten schnell Ernüchterung gebracht und für die ein paar fischlosen Kurbelstunden gesorgt. Damit war ein Spot von meiner Liste bereits abgehakt. No need to worry, der Urlaub war noch jung und das Beste lag noch vor uns.

Ich beschloss, klein anzufangen. Erstmal herantasten und schauen was die „Miniriffe“ vor den Füßen zu bieten haben. Über die gesamte Küste verteilt – vor allem aber im Norden – laden Salzwasser-Naturpools zum Baden ein. Das Wasser dort ist glasklar und stellt für zahlreiche Meerestiere den idealen Lebensraum dar. Gespeist durch Frischwasser überschwappender Wellen bei Flut. Fast schon eigene Ökosysteme, wenn man so will. Je nach Größe gibt es dort Meeräschen, diverse Brassenarten, Grundeln, Drachenköpfe, Baitfish und… Lippfische aka Wrasse.

Letztere so bunt, dass ich sie anfangs für kleine Papageienfische hielt. Bis ich meine Dropshotmontage ins Wasser beförderte… Der Widerspruch zwischen ihrer Schönheit und Aggressivität war absurd. Sobald das Blei auf den Felsen traf, schossen sie in Lichtgeschwindigkeit zum Köder, massakrierten ihn mit ihren Minimäulern und ließen einen leblosen, aufgespießten Gummiwürfel zurück. Fühler, Beinchen, Schwänzchen waren schneller weg, als ich anschlagen konnte. Absolute Präzisionskiller.

Mit Hakengröße 4 war nichts zu machen, Hakengröße 8 (kleiner hatte ich nicht dabei) brachte erst Aussteiger, später dann die ersten Kurzzeitbewohner meines selbstgebastelten „Plastikaquariums“. 

Zwei waren mir bereits zuvor aus der Hand „gerutscht“. Zappelbereitschaft und eine fiese Schleimschicht machen das Handling zu einer undankbaren Sache. Da Nici sich die Tortur auf den Felsen nicht antun wollte, musste ich die Tierchen für das Shooting ja irgendwie zu ihr transportieren. Ohne Selfmade-Livewell wäre das zu heikel. Die maderianische Mittagssonne ballert hart.

Artgerechte Haltung.
Neue Spezies: Check.
Colorporn.
Fingerspitzengefühl ist gefragt.
Visuelles Antidepressiva.
Genug gefischt – der Eindrinling im Bikini will baden.

Für ihre Größe genauso kampfstark und impulsiv wie man es von Wrasse gewöhnt ist. Dankbare Fische, die eine spaßige und kurzweilige Angelei versprechen. Zum Ende hin, viertelte (!) ich meine 2 Inch G Tails oder spießte nur die Fühlerpartien meiner Keitech Spiders Wackystyle auf den Haken. Je feingliedriger und kleiner, desto eher bekam man die kleinen Farbkleckse gehakt. Auch Muschelfleisch brachte instant Bisse, hielt aber keiner Attacke stand. Innerhalb weniger Stunden (auf mehrere Tage verteilt) verangelte ich 2 Päckchen Gummis und das obwohl, ich sie bereits im Vorfeld halbierte oder drittelte. Die Fehlbissquote lag vermutlich irgendwo bei 80-90 %. Dafür war nonstop Action und ich konnte etwa ein halbes Dutzend „gelandeter“ Lippfische auf der Haben-Seite verbuchen. Meist hielten sie sich gemeinsam mit anderen bunten Meeresbewohnern zwischen großen Steinen, Felsen und Betonabbrüchen auf, wo man sie sehr gut auf Sicht beangeln konnte. Das Rucken in der Spitze signalisierte dabei nicht immer den richtigen Moment zum Anschlagen. Erst wenn die Wrasse mit dem Happen im Maul die Flucht antrat, war es Zeit für den Anhieb. Ohne Blickkontakt zum Geschehen eine schwierige Angelegenheit. Polbrille nicht vergessen!

Ganz so leicht sollte man seine DS-Bleie übrigens nicht wählen, denn je schneller und lauter das Blei auf die Steine schlug, umso vehementer stürzten sich die Räuber darauf. Zudem herrschte in vielen größeren Pools mit Meeresanbindung und an allen Felsen kräftige Strömung, sodass zu leichte Gewichte schnell die in die Felsspalten gedrückt wurden. Je nach Stelle waren Weights um die 17 g Ideal. Im Pool durften es auch mal 10, an den Felsen zum offenen Meer hin, auch mal locker 20g+ sein. Geflavourte & feingliedrige Creatures sind deutlich von Vorteil, da sie besser locken und die Bissdauer enorm erhöhen. Nehmt auf jeden Fall 14er – 10er Haken mit. Sonst bekommt ihr graue Haare. Achja, das Ganze funktioniert auch an kleinen Jigs, bringt aber im Schnitt mehr Hänger.

Neben Lippfischen gibt’s eine Reihe anderer Spezies, die sich mit Light Rockfishing Methoden überlisten lassen. Auch ein paar Brandbrassen konnten den gestutzten Minigummis nicht widerstehen. Anders als auf Teneriffa (wo Drachenköpfe & Eidechsenfische dominierten) hatten die Felsenbewohner Madeiras im Schnitt viel kleinere Mäuler und schienen eher Richtung Sammler als Jäger zu tendieren.

Big Eye Beauty.

Bis auf einen… Den bezahnten Boss aus jenem Pool, dem ich die meisten Wrasse entlocken konnte. Ich war gerade dabei den 2387sten Biss zu verhauen, als ich ihn direkt vor meinen Füßen die Steinpackung entlang ziehen sah: Barrakuda – Knapp einen Meter lang. Silbergrau und Zielgerichtet. „Wtf. Was macht der hier drin?“ Voller Adrenalin sprintete ich zum Auto, packte meine Spinnrute, knotete mit zitternden Fingern meinen Tide Minnow 170 S in den Snap, stellte mich ans Ufer und scannte das Wasser. Da war er wieder! Alle paar Minuten zog er seine Bahn entlang des Ufers, wo wir mit unseren Handtüchern lagen. Ich setzte ein paar präzise Casts in seine Schwimmrichtung. Guter Winkel, genügend Abstand. Nichts. Mehrmals wiederholte ich den Prozess. Variierte etwas die Geschwindigkeit, baute Speed Ups und kurze Stops ein. Nada…Und Plötzlich: UFFF!

Der Räuber schoss aus dem tiefen, für mich nicht mehr einsehbaren Part auf meinen Köder zu und drehte – trotz ausreichender Geschwindigkeit des Wobblers – kurz davor ab. FUCK!!!

Danach war er verschwunden. Irgendwas hat ihm nicht gepasst… Führungsstil? Mein Schatten? Tageszeit? Die silbernen Drillinge? Keine Ahnung…

Weil das nicht reichte, sah ich ihn 5 Minuten später erneut seine Kreise schwimmen. Als wäre nichts gewesen. Nur dass ihn keiner meiner Versuche auch nur im Ansatz juckte. Kein Ködertyp, keine Form, keine Farbe, kein Führungsstil. Als wären meine Baits für ihn unsichtbar. Er wirkte eher als wäre er in dem Pool unfreiwillig gefangen. Wahrscheinlich war es auch so… Die Wasserfläche betrug ca. 1,5 ha. Eigentlich kein Lebensraum für einen Barracuda. Aber wieso nicht? Tief war es mit über 10 Meter in der Mitte vermutlich genug, Frischwasser gab es dank der hohen Wellen bei jeder Flut und Meeräschen tummelten sich auf der Seite vom Cafe (wo nicht gefischt werden durfte) mehr als ausreichend, um für sein Leben lang satt zu bleiben.

Als wir an einem anderen Tag erneut für ein paar Stunden zum Baden vorbeischauten, kam es zu meinem zweiten und letzten Kontakt mit dem Meeresräuber. Ich drillte gerade eine recht ansehnliche Wrasse von erhöhter Felsenposition aus und hatte guten Blick auf alles, was sich unter mir abspielte. Und auftauchte… Auf den letzten Metern meines fights, schoss der Cuda aus der Tiefe wie ein Pfeil auf meinen Lippfisch zu und… drehte erneut ab. Gott sei Dank. Aber: Wieso zur Hölle? Wenn Fische schon livebaits verschmähen, sind sie definitiv mit allen Wassern gewaschen. Ab dem Moment machte ich mir wenig sorgen, dass er einem anderen Angler mit kulinarischen Absichten zum Opfer fallen könnte. Für diese Vorsicht hat er das Leben verdient… Die Wrasse hatte sich übrigens losgeschüttelt. 1:0 für den Cuda…

The hunt is on

Nachdem mein Zustand sich soweit stabilisiert hatte, dass ich mir grenzwertige Felsenkletteraktionen zutraute und Nicis Haut begann Karamelfarbene Töne anzunehmen, während meine nach dem zweiten Tag als Vorlage für ein potentes Meeresdekor hätte durchgehen können, war die Zeit gekommen sich den Wecker so zu stellen, dass ich mir bei der Frage, wann ich denn aufstehen wolle, schwer tat meiner Freundin in die Augen zu schauen. Ich musste auf die Felsen an der Nordküste. Sowohl mein Gefühl als auch die Tips von Dannschmann sprachen dafür. High Tide, tiefes Wasser & Morgendämmerung. Wie soll man da blanken?

Läppische 40 Minuten Fahrt über vernebelte Bergserpentinen lagen vor mir, bevor mich die Atlantikküste mit meterhohen Brechern und rutschigen Felsen von ihrer schönsten Seite empfangen würde. Uns. Uns empfangen. Nici hatte irgendwie ein schlechtes Gefühl dabei, mich diese Nummer alleine durchziehen zu lassen. Ich versicherte ihr, dass alles gut sei, aber sie wollte mit. Ich protestierte nicht. Schließlich ist so ein Sonnenaufgang am Meer auch nicht unbedingt das Schlechteste fürs Gemüt. Gleichzeitig nutzten wir die Aktion, um im Anschluss wandern zu gehen, was aufgrund der milderen Temperaturen und ausbleibenden Menschenmassen morgens deutlich mehr Freude bringt als zur Mittagszeit.

Die Fahrt über die Bergkette ist magisch. Ein Erlebnis für sich. Tatsächlich vermisse ich das Gekurve durch die Finsternis. Mit anständiger Musik fast schon eine Art Meditation.

Um halb 7 waren wir am Wasser. Es dämmerte langsam. Die mächtigen Wellen peitschten, der warme Wind wehte konstant. Der magische erste Wurf…

Und der Letzte… Nichts. Weder auf Gummis, noch auf Hardbaits, noch auf Shorejigs. Vielleicht fehlten mir ein paar Meter, vielleicht waren die Fische nicht da. Der Spot war absolute Bombe, auch Dani hatte dort die meisten seiner Fische gelandet. Vielleicht einfach Pech gehabt?

Die naheliegende Hafenmole brachte immerhin noch ein paar Kontakte in Form von Eidechsenfischen. Bisschen Adrenalin zum Wachmachen für die Wanderung durch die verwunschenen Loorbeerwälder. Mega geil. Mega mystisch. Must do!

Come Cuda, Come…
Atlantikpower.
Weapon of trust – Duo Realis Tide Minnow 175 S.
Blankblocker – Hail the lizzards…
Wo sind die Räuber?
Wie im Märchen…

Am nächsten Tag war relaxen angesagt. Für Nici bedeutete das: Buch lesen und Sangria schlürfen, für mich… klettern und werfen. Beides lässt sich an entsprechenden Spots sehr gut kombinieren, sodass beide Parteien auf ihre Kosten kommen. Wir sicherten uns einen der wenigen sandigen Flecken, inmitten einer felsigen Bucht im Westen Seixals (ein paar km vom zuvor erwähnten Barrakuda Pool entfernt), womit der „Strand“ eigentlich schon uns „gehörte“. Wellen, Felsen, wenig Menschen, ein geschützter Rockpool zum Abkühlen und ein idyllisches, von Einheimischen betriebenes Cafe geben das Feeling, was man als Madeira-Reisender sucht. Frische, perfekt zubereitete Meeresfrüchte für unter 10 Euro dienen als Mittagssnack und runden das „Perfekt-Paket“ ab.

Ricky on the rocks.

  

17,5 cm Tide Minnow massakriert… Diesen Hunger kenne ich sonst nur von mir.

Es war früher Nachmittag und damit ca. eine Stunde vor Ebbe, als ich auf den Felsen stand und beschloss, was an meiner Taktik zu ändern. Vielleicht war Downsizing die Lösung. Immerhin sah man beim Schnorcheln hier und da Schwärme von kleinen Meeräschen und Sardinen. Needlefish hingegen machten sich rar. Der 175er Tide Minnow, dem ich ansonsten vollstes Vertrauen entgegenbrachte, verschwand in der Box. Anstelle von Japan kam China in den Loopknot. Wo sonst, wenn nicht im Meer kann man guten Gewissens günstige Baits probieren, von denen man nicht sicher ist wie sie performen werden? Der Führungsstil auf Salzwasserfische stellt (in den meisten Fällen) deutlich weniger Ansprüche an das Laufverhalten der Köder als beispielsweise das Twitchen auf vorsichtige Räuber in heimischen Gewässern. Auch die silbernen Drillinge stören hier nicht. Das Zeug rostet oder wird auch mal gereefed. Angesichts meiner Lebensumstände kann ich mir kaum leisten, mehrere Modelle jenseits der 20 oder 30 Euro zu verpulvern. Ali Express sei Dank, konnte ich also mein Meeresarsenal entsprechend erweitern. Und wenn´s fängt, ist es mir scheissegal, welche Brand auf der Rückseite steht. Lieber eine gute Kopie, als ein schlechtes/mittelmäßiges Original… (Was Süßwasserkram angeht, kriegt ihr mich leider nicht ganz dazu, da bin ich picky).

Bestimmte Kriterien sollten im Meer dennoch erfüllt werden, dazu zählen für mich: Wurfweite, Laufstabilität bei hoher Geschwindigkeit und Materialbeständigkeit. (Letzteres kann zumindest durch den Tausch von Haken & Sprengringen teilweise erreicht werden, auf Ösen muss man sich halt verlassen.)

Zwei der drei Punkte waren bei meinem Tsurinoya Bayonett 135s schon mal definitiv erfüllt. Das Ding flog wie eine Rakete. Fast besser als meine Duos… Speed packte er ebenfalls und das Sardinen Holo Dekor passte optimal zum grünblauen Wasser. Ich beschloss, dem Stückchen Plastik zu vertrauen und fächerte die Fläche systematisch ab. Erst den offenen Ozean, dann entlang der Felsen. Erst schnell, dann eine Stufe langsamer.

Letzteres fruchtete. Als ich den Köder entlang des Dropoffs tänzeln ließ, fuhr der alles erlösende Ruck durch mein Handgelenk. „Bitte bitte bitte bleib dran…“ Zwischen den tosenden Wellen, sah ich Silber aufblitzen. Einmal, Zweimal… BARRAKUDA! Der pfeilförmige Fisch zappelte in der Brandung, die mir jedes Mal mehrere Meter Schnur von der Rolle riss, sobald die Wassermassen zurückflossen. Weißer Schaum + surrende Bremse = Kontrollverlust. Der heikelste Moment beim Rockfishing… Mehrere Versuche gingen schief, das Wasser war einfach nicht hoch genug. Er blieb dran. Ich wartete auf eine größere Welle, kurbelte mit dem Swell und… hievte den schlanken Räuber in den nächsten kleinen Rockpool. YES!!! Endlich…

Vollgepumpt mit Adrenalin rannte ich zur Nici, die freudestrahlend gratulierte und den bezahnten Auftakt souverän ablichtete.

Das erste Häkchen ist gesetzt.

Wie üblich wollte ich dem ca. 65 cm langen Kerl die Freiheit schenken, leider war ihm der Landgang aber überhaupt nicht gut bekommen. Meine Cudafänge in der Vergangenheit schienen zwar robuster, jedoch kann die Fischart im Vergleich zu anderen Salzwasserspezies relativ wenig ab. Es sollte also schnell gehen. Hier war es wohl eine Kombination aus der langandauernden Landung, dem Sprint über die Felsen + Fotoshooting (obwohl wir uns wie üblich mega beeilten) sowie der sengenden  Mittagshitze, welche das Tier nach dem Release leblos im Wasser treiben ließ. Sehr schade. Aber kein Weltuntergang. Nicht weil mir das Lebewesen egal ist, ganz im Gegenteil, solche Vorfälle nagen sehr an mir. Aber einen hart erkämpften, selbstgefangenen Fisch aus dem Meer im Urlaub mit seinem Lieblingsmenschen zu Abend zu essen, ist etwas Besonderes. Ich habe Demut und Respekt vor dem Tier. Mache anderen und mir eine Freude. Schätze und genieße jeden Bissen. Ums in pathetischer Indianersprache zu sagen: Man nimmt das Tier „in sich auf“ und wird „eins mit ihm“. Unwissenschaftlich ausgedrückt, aber wahr. Ich sehe das so. Ich denke über den Barracuda nach. Wie sein Leben wohl bis zum Zeitpunkt des Todes verlaufen ist. Denke an die Freude, in dem Moment als er biss, und das Gefühl der Erleichterung bei der Landung. An die strahlende Nici.

Wer denkt schon daran, wenn er sein Steak aus der Plastikverpackung holt? Ja der gute alte Supermarktfleischvergleich. Aber solange wir Tiere wie Ware (und Scheiße) behandeln, wird er leider auch weiterhin zutreffen. Deswegen: Ich war mit dem Tod des kleinen Cudas dáccord. Er starb nicht umsonst. Er war lecker und sein Fang hat mir eine Freude bereitet, wie es sonst keine Dinge zu tun vermögen. Das wiederum hält meine (geistige) Gesundheit aufrecht. Egal wie schlecht es mir geht. Danke dafür.

Was sein muss,…
Cuda Steaks in Olivenöl, Knoblauch und Kräutern mit Bratkartoffeln: Simpel und unfassbar lecker.

Zurück auf den Felsen: Ich war on fire. Lowtide stand bevor und die Fische waren da. Nachdem ufernahe Würfe keinen weiteren Kontakt brachten, jagte ich den Minnow zügig im 90 Grad Winkel zur Shoreline durchs Wasser. BAAAM!

Der nächste Fisch hing. Und kämpfte entschlossener. „Damn, gibt der Gas!“ BZZZZZZZZ. Die Bremse arbeitete…. Wildes Ruckeln gepaart mit kurzen Fluchten versprach einen größeren Räuber. Falsch gedacht. Auf ca. 10 m Entfernung sah ich das erste Mal etwas aufblitzen. Rund, silbern, im Format eines kleinen Satzkarpfens. Was war das? Die Antwort blieb mir erstmal verwehrt, der Fisch stieg aus… Scheiße…

Egal weiter geht’s. Paar Würfe später knallte es erneut auf gleicher Höhe. Das selbe Feeling, die selbe Power. „Diesmal krieg ich dich raus“. Auf jeden Fall Schwarmfische wie es aussieht… Ich drillte den kleinen Fighter bis vor die Füße, wo er im weissen Schaum weiter vor sich hin wütete, ohne dass ich ihn zu Gesicht bekam. Der Wellengang war brutal. Tonnen von Wassermassen schossen von links nach rechts entlang der steilen Klippen. Das was am anderen Ende der Leine hing wurde wie in einer XXL Waschmaschine durch die Gegend gespült und durchlebte wahrscheinlich die härtesten Minuten seines Lebens. Es war dennoch möglich… “Die Welle sieht gut aus, nur noch ein bissc..“ „FUUUCK“. Und auch dieses Mal stieg der Fisch aus, ohne dass ich ihn identifizieren konnte. Die Landung dauerte zu lange…

Wie erwartet, bekam ich an diesem Tag keine dritte Chance mehr und musste mich geschlagen geben. Das nagte an mir. Egal. Die paar Stunden Angeln waren ein voller Erfolg. Ich hatte bezüglich meiner Taktik die Bestätigung die ich gebraucht habe. Den richtigen Spot, die richtige Zeit, sowie einen Köder der funktionierte. Der Zielfisch war klar. Das Multispeciesmonster in mir wollte fressen (aka fangen und auf Speicherkarte verewigen).

Es ist ein bisschen wie früher, als man Pokemon auf dem Gamyboy gefangen oder die Karten gesammelt hat. Nur „in echt“, aufregender, lebensnaher und… teurer. Ich liebe es. Ich liebe es, neue Orte und Spezies zu entdecken. Ohne Guide, ohne übertriebener Technik. Das ist für mich Leben.

Also knüpfte ich bei unserem nächsten Besuch genau da an. Zum Glück lag die lowtide inmitten der klassischen Strandzeiten, sodass Nici und ich immer auf einen Nenner kamen. Ich startete so, wie ich am Tag zuvor aufgehört hatte. Der Bayonett flog Richtung Horizont und schoss zurück zu seinem Herrchen. Kleine Unregelmäßigkeiten bei der Führung sowie gelegentliche Änderungen des Zugwinkels während des ansonsten sehr schnellen, monotonen Laufs, verliehen mir Vertrauen, erschienen logisch und brachten Spaß.

Auf voller Distanz passierte es dann: Einschlag, Zappeln, Flucht: BZZZZZZZ. Yap, das ist wieder einer dieser Phantomfighter. „Diesmal krieg ich dich.“ Aller guten Dinge sind schließlich drei. Gott sei Dank bewahrheitete sich die Floskel…

Nach einer (sofern es bei den Verhältnissen überhaupt möglich ist) smoothen, fast reibungslosen Landung, zappelte die leicht kupferfarbene Schönheit vor mir im Rockpool. Wow, sah der geil aus. Ein richtiger schöner… Ja was eigentlich? Baby-Amberjack? Oder irgendeine Kingfish-Unterart? Sicher irgendeine Stachelmakrelenart, aber für mich nicht eindeutig zu klassifizieren. Scheißegal. Das konnte ich später klären. Jetzt erstmal enthaken & ablichten.

Seriola rivoliana – Kämpfer mit Herz.

Anders als beim Barracuda, ging alles gut. Wie erwartet, zeigte sich das kleine Kraftpaket extrem robust und dampfte nach seinem Release in Lichtgeschwindigkeit davon. Mega! Ich war komplett over the moon. Selbst wenn es ab jetzt für den Rest des Trips bei diesen Fängen bleiben sollte, konnte ich grinsend nachhause fliegen. Madeira ist bekanntlich kein Frequenz-Eldorado für Uferangler. Doch wieso sollte ich jetzt die Füße hochlegen? Der Urlaub war noch jung, der Code schien geknackt. Let´s keep fishing.

Am darauffolgenden Tag, gaben wir früh morgens Port Moniz die zweite und letzte Chance. Mit demselben Ergebnis wie beim letzten Mal. Ich fischte konsequent. Und fing gar nichts. 2 Stunden konzentriertes kurbeln… Das war also das zähe Madeira, von dem alle sprechen. Damit war der Spot für mich vorerst abgehakt. Ein drittes Mal würde ich ihn erst befischen, wenn die anderen Stellen nicht mehr liefern.

Wir fuhren ein paar Kilometer weiter nach Seixal. Es kribbelte in den Fingern, denn bisher hatte sich der kleine Küstenort sehr gnädig gezeigt. Im Morgenlicht sah die malerische Kulisse noch imposanter aus als zur Mittagszeit. Grün bewachsene Berge, azurblaues Wasser und die frische Atlantikbriese gaben uns das Gefühl, weit weg von Europa zu sein. Neuseeland, Hawaii, Costa Rica…

Es war gegen 9 Uhr morgens und bereits 2 Stunden nach dem tidal change, als ich mit meinem Wobbler den ersten Wurf entlang des Dropoffs machte. Die produktivsten Felsen (von denen aus ich den ersten Barrakuda und die Jacks gefangen hatte) sind bei hohem Wasserstand keine Option. Wer sich falsch entscheidet, stirbt. Muss man so plump sagen. Alles was feucht wirkt, meiden. Vor allem, wenn die angepeilten Flächen hoch und in Nähe zum Abbruch liegen. Der ansonsten gute Grip des Gesteins täuscht über die eisglatten, von Wellen erfassten Bereiche hinweg. Zügel den Gecko in dir. Tot fängt man keine Fische.

Watch the waves.

Doch zum Glück war ich noch am Leben und tat das, was man tot nicht mehr tun kann: Ich fing. Nach paar Würfen knallte der erste, 5 Minuten später der zweite Barracuda drauf. Darunter auch der mit ca. 80 cm bis dato längste Fisch des Trips. Selbstverständlich alles keine Riesen, aber die Schönheit und Eleganz der Fische machte in Kombination mit der malerischen Kulisse jegliche Zentimeterjagd überflüssig.

Nici und ich sind was Fischfotografie angeht mittlerweile ein eingespieltes Team. Wenn sie in der Nähe ist, lasse ich niemand anderen mehr an die Cam. Ich bin ein perfektionistischer Nerd mit Liebe für die Kreatur. Manchmal ziemlich sicher, ziemlich anstrengend… Als Designer und visuell geprägter Mensch, fühlt sich für mich der Fangprozess ohne ein anständiges Bild aber unvollkommen an. Kann ich nicht ändern. Der Sammler in mir ist streng. Mir geht es in keinster Weise darum, jemanden zu beeindrucken oder den Fisch groß erscheinen zu lassen. Davon habe ich nichts. Zum Beispiel bin ich überhaupt kein Fan von Ultra Weitwinkel. Zu übertrieben, zu unnatürlich, zu plump. Mir geht es darum, das Maximum aus der Schönheit des Tieres zu holen. Für mich selbst. Um es später anschauen zu können und mich daran zu erfreuen. Um der physischen, materiellen Schönheit tatsächlich näher zu kommen. Kein Foto der Welt wird jemals die Erfahrung im jeweiligen Moment ersetzen, wenn der Fisch vor dir liegt oder in deinen Händen ist. Das ist immer beeindruckender. Aber durch ein gutes Auge und bisschen Übung lässt sich die maximale Schönheit festhalten. Also hab ich im Laufe des Jahres Nici die Eigenarten einzelner Spezies näher gebracht. Wieso ich gerne welche Art aus welchem Winkel fotografiere. Beim Hecht würdige ich gerne den großen Kopf, bei manchen Karpfen eher die Schwanzflosse… Jeder Fisch hat individuelle Features die es sich hervorzuheben lohnt. Und weil Nici ebenfalls von Beruf Gestalterin ist und ein super Gespür hat, lasse ich meine Fänge am liebsten sie knipsen. Als Kind liebte ich Dinos und alle möglichen Monster, jetzt sind die Monster halt echt. Und ich kann selbst bestimmen wie „cool“ sie aussehen sollen. Daher wandert die Kamera mittlerweile noch vor allem anderen in meinen Backpack, wenn‘s ans Wasser geht.

Sry für den Exkurs, back to the rocks. Was ein Morgen. Wieder zwei Fische gelandet… Einer davon hat‘s wieder nicht gepackt. Trotz Vollgasversorgung… Das tat weh. Aber zum Glück war ein angelnder Local in der Nähe. Die Freude in seinen Augen, als ich ihm den Fisch gab, war echt und nicht zu übersehen. Damit konnte ich leben. Hat mein Gewissen nochmal Glück gehabt… Den anderen Cuda habe ich nicht einmal zum enthaken aus dem Wasser gehoben. Quick & sucsessful release.

Sexy beast.
Surreale Schönheit.
Der höchste Punkt Madeiras (trotz meiner CFS Beinchen erklommen).
Hände sauber machen vor dem Naschen.

Fickflosse in mein Gesicht

Nach ein paar wunderschönen Wanderungen & Strandbesuchen war ich paar Tage später wieder auf meinen geliebten Felsen. Da ich den Großteil der Urlaubszeit mit Nici verbringen wollte und nach der Teneriffa Aktion im Vorjahr einiges wieder gut zu machen hatte, konnte ich nicht allzu viele fischlose Stunden zum Erkunden weiterer Spots opfern und beschränkte mich auf das, was funktionierte (schließlich hatte es mich ja bereits der erste Barrakuda mehrere Fahrten und hunderte Würfe gekostet). Ich musste lernen, den Spagat zu halten. Für uns und für die Zukunft. Für ihren ganzen Support und die Geduld. Dafür liefs diesmal wirklich gut. Wanderungen, Strand- und Restaurantbesuche hatten Priorität. Ich suchte mir entweder Lücken oder wir kombinierten geschickt mit den übrigen Vorhaben. Ein paar Stunden Angeln ließen sich dank guter Planung, Nicis Unterstützung und meinem ADHS irgendwie fast immer mit einbauen, meist sogar in den produktiven Zeiträumen um den tidal change herum.

In diesem Rhythmus ging es weiter. Und der nächste Fisch hing. Definitiv wieder ein Almaco Jack. Die Art hatte ich mittlerweile dank eines fischkundigen Schweizers, den ich am ersten Strandtag auf den Felsen kennengelernt hatte identifiziert. Wir hatten Nummern ausgetauscht und planten täglich zusammen loszuziehen, was dank unseres vollen Tagesplans bis zu jenem Zeitpunkt aber nicht gelingen wollte. Kurt hatte sich als ebenso fischkrank und angelbegeistert erwiesen wie ich. Er hat Gewässerökologie studiert, 17 Jahre in Brasilien gelebt und mit den Süßwasserfischen des Amazonas gearbeitet. Peacocks und Welse waren sein täglich Brot. Dort hat er vor langer Zeit seine Frau geheiratet, mit der er jetzt seine Flitterwochen auf Madeira verbrachte. Mit ihr und zwei Meereskombos im Gepäck. Dazu später mehr, zurück zum Drill.

Der Almaco Jack riss Schnur von der Rolle. Stärker als seine Vorgänger. Mehr Bums und mehr Gewicht. Ich schwitzte und betete (zu einem Gott, an den ich nicht glaube). Jedes Mal als ich meinte ihn gebändigt zu haben, ging der Tanz von vorne los. Die verhasste Eigenart von Jacks senkrecht in die Tiefe zu ziehen, schien er gut drauf zu haben. Leider zu gut. Aufgrund des Wasserstandes und (an jenem Tag) extremen Wellengangs, war ich gezwungen gewesen, meine Stehposition etwas nach hinten zu versetzen, sodass meine Schnur im noch ungünstigeren Winkel auf den unter Wasser liegende Dropoff traf, als es ohnehin schon der Fall war. Mein Leader war zwar recht lang (ca. 3m), aber lange nicht ausreichend um den Großteil der Wassersäule Richtung Grund abzudecken, wo mein Gegner vehement hin zu flüchten versuchte.

Die Schnur lief unter Hochspannung über die scharfe Steinkante und ich bekam ihn nicht hoch. Ich zählte die Sekunden bis es Peng machte. Und so kam es auch… Mein erster Abriss. Gereefed… vor den Füßen. Fuck… Ich schmiss die Rute auf die Felsen und setze mich hin. Leere und Frust waren alles, was ich empfand.

Mehrere Sachen kamen zusammen: 1. Wahrscheinlich hatte ich soeben den größten Fisch des Urlaubs verloren 2. Jetzt musste sich das Tier (schlimmstenfalls) mit 3 Trebles im Maul herumschlagen, wobei fraglich ist, ob es es jemals schaffen würde sich davon zu befreien… 3. Der alles rasierende Köder des Vertrauens war weg. Und es gab keinen Ersatz…

Diese Momente schmerzen, sind aber gleichzeitig Erfahrungen, um die man (vor allem) als Meeresangler nicht herumkommt. Egal ob die Hauptschnur wie in meinem Fall 0,16 oder 0,30mm hat… Keine Braid hält den scharfkantigen Felsen auf Dauer stand. Manchmal gewinnt eben der Fisch… Obwohl man ein zugetackertes Maul nicht wirklich als großen Gewinn betrachten konnte…

Nach 5 Minuten hatte ich neue Energie geschöpft und (mit leichten Zweifeln) den großen, schwimmenden schlanken Bruder des Vorgängermodells angeknotet. Meine Intuition sagte mir, dass bei strahlender Mittagssonne, Ebbe und glasklarem Wasser das Dekor eine entscheidende Rolle spielte, weswegen ich mich für die gleiche Farbe, nicht aber das gleiche Modell in knalligen Tönen entschied.

Holo Sardine sei Dank, bereute ich meine Entscheidung nicht. Zwei weitere Barrakudas hauten sich die blau schimmernde Zigarre rein. YES! Was die Pfeilhechte betrifft, gehen also auch größere Modelle. Interessant, dass meine Tideminnows in den vorausgegangen Versuchen am selben Spot völlig verschmäht wurden. Da Lauf & Länge sich sehr stark ähnelten, war der Unterschied in der Farbgebung meine einzige Erklärung. So toll die Cudas auch auf meinen Tsurinoya ansprangen, so ahnte ich auch, dass er für die Almaco Jacks zu groß sein würde. Ich hatte zwar noch kleinere schlanke Modelle von Rapala & Duo stecken, konnte mit den 10-12 cm langen Minnows aber nicht dieselbe Wurfweite erreichen wie mit den Chinesen.

Meine Annahmen hatten sich bewahrheitet. Es gab keine weiteren Almaco Kontakte mehr. Weder mit dem 160er Modell, noch mit dem 135er in Pink/Chartreuse. Alles was sie gewollt hatten, war die Sardine mit 13,5 cm Länge. Zu dem Zeitpunkt hätte ich 3 hochwertige Wobbler aus meiner Box gegen einen Ali-Stengel getauscht. Ach was sag ich, die ganze Box für 3 Sardinen. So sehr schmerzte der Verlust. Aber was solls. Das ist Angeln. Manchmal sind wir gezwungen, uns anzupassen und manchmal gewinnt man dadurch neue Erkenntnisse. Go with flow…

Endspurt

Also Bühne frei für den großen, dünnen Bruder. Doch ganz so einfach akzeptierte ich die Folgen des Abrisses dann doch nicht… Am vorletzten Tag war es soweit. Kurt und ich hatten täglich geschrieben und uns über unsere Pläne auf dem Laufenden gehalten. Vom Ufer aus, hatte er bis dato leider wenig Erfolg gehabt, was aber in erster Linie an seinem recht groben Setup lag, dass zum Shorejiggen auf größere Kaliber ausgelegt war. Eigentlich die Kombi die auf Madeira nicht fehlen sollte. Schwere Speedjigs, Gummis und Plugs sind an der Atlantikküste in den meisten Fällen mit Sicherheit eine gute Wahl, wollten aber im Zeitraum unserer Anwesenheit so gar nicht funktionieren. Keine Ahnung wieso. Scheinbar waren keine großen Räuber vor Ort. Hätte definitiv auch anders laufen können. Sehr schade, Skill, Erfahrung und Ehrgeiz hat der Dude allemal, einen Landbased AJ oder Bonitodrill hätte ich ihm von ganzem Herzen gewünscht. Zumindest hatte er zwischenzeitlich mit seiner Frau eine Charterausfahrt unternommen, die zwar aufgrund des hohen Wellengangs nicht die erhoffte Trolling Action brachte, aber ordentlich Beute beim Bottom Fishing abwarf. Diverse Snapper(arten) und ein fetter Triggerfish konnten den inneren Angelaffen zumindest für einen kurzen Moment besänftigen.

Doch Kurt wäre nicht Kurt, wenn ihn eine Bootsausfahrt für 2 Wochen besänftigt hätte. Er wollte seinen Drill von den Rocks. Absolut verständlich. Und ich bekam nicht genug davon. Ich hatte ihn über meine Strategien auf dem Laufenden gehalten und so war es fast unumgänglich am Tag zuvor einen Abstecher in einen Tackleshop zu machen. Ich besorgte uns je 3 verschiedene 14 cm Minnows in 2 möglichst sardinenähnlichen Dekoren und einen Schocker für die dunklen Morgenstunden. Der Verkäufer war etwa in meinem Alter und des Englischen mächtig. Der Vibe stimmte. Netter Typ, der niemanden abziehen will. Wir unterhielten uns, ich zeigte ihm meine Fotos, wir tauschten unsere Social Media-Kontakte und Mail-Adressen. Entschieden hatte ich mich für seinen Shop, weil sich auf den Google Maps-Fotos eine Wand voll Hardbaits erkennen ließ. Keine Ahnung wie die anderen Shops abgeschnitten hätten, aber ich würde wiederkommen und kann euch den kleinen Laden wärmstens empfehlen. Er heisst  „O Ingles – Pesca Desportiva“ und liegt im Außenbezirk von Funchal, der Hauptsadt der Insel.

Für knapp 8 Euro das Stück, machten die Wobbler einen soliden Eindruck, auch wenn es mir ein wenig Unbehagen bereitete, dass der Verkäufer nicht wirklich was mit dem Begriff „weight transfer System“ anfangen konnte. Schließlich war Wurfweite fast das wichtigste Kriterium und – was die Takes der Almacos anging – absoluter Key. Egal, wir mussten mit dem zurechtkommen, was wir hatten.

Die Ersatzbankspieler vermochten nicht, das Loch in meiner Seele zu füllen.
Der Underdog, der zum Helden wurde.

Am nächsten Tag bretterte ich pünktlich zum Ende Ausgangssperre (1-5 Uhr morgens) über die vernebelten Hügel durch die Finsternis, Richtung Seixal.

Am Parkplatz angekommen, empfing mich der strahlenden Kurt im Schein der Straßenlaterne. Handshake, paar motivierende Wortwechsel und ab gings auf die Rocks. Ich mit Surfschuhen ohne Profil und Kurt mit Sandalen. Man was hatten wir Bock. Es wäre eine Schande gewesen, nicht gemeinsam loszuziehen. Noch herrschte völlige Dunkelheit, aber dank der orangen Lichtquellen war es stellenweise fast taghell. Eigentlich echt geile Voraussetzungen für Baitfish und Räuber…

Aber nix da. Wir fischten beide recht auffällige, UV-aktive Dekore, Kurt den neuen, von mir mitgebrachten Hardbait von Westlab (der ganz ok flog, aber leider nicht mit den Duos und Alis mithalten konnte) und ich den 135er Tsurinoya Bayonett in besagten „Clownsfarben“. Chartreuse, Pink und Silber. Grobe Colors… Hässlich, aber meerestauglich.

Es ging gar nichts. Die Fische waren nicht da. Bei den vorherrschenden Lichtverhältnissen war es sehr unwahrscheinlich, dass die Dekore „schuld“ am Blank waren, zumal wir zwei verschiedene Farbkombis fischten. Es war High Tide und damit eigentlich eine sehr heiße Phase, aber gleichzeitig das Gegenteil von jenen Conditions, die bei mir geliefert haben. Echt strange. Definitiv eine neue Salzwassererfahrung, die mich in Zukunft zuversichtlicher und flexibler werden lässt…

Spotwechsel. Statt stundenlang an einem Spot auf vorbeiziehende Fische zu warten, hielt ich es für cleverer, Strecke zu machen. Meine Erfahrungen deckten sich dabei mit dem Tipp von Danschmann, der mir ebenfalls ans Herz gelegt hatte, mehr Fläche zu befischen als eine Stelle überflüssig lange auszuangeln.

Wir fuhren zu den Felsen im Osten Seixals, welche den anfänglich erwähnten Barrakuda Pool umgaben und mir (als einzige Stelle neben dem anderen Spot) bereits im Vorfeld ein paar Fischkontakte (kleiner Cuda + eine Jackattacke) beschert hatten. Ferner hatte ich den einzigen Spinnfischenden locals, die mir während meines gesamten Urlaubs über den Weg gelaufen waren, folgende Informationen entlocken können: „Big Amberjacks come here at night“ und „Barracudas are good here too“. Mehr Material brauchte es nicht.

Und so krakselten wir bei schönstem Morgenlicht über die Steine, im Geiste beim Fisch. Der nicht lange auf sich warten ließ. Die Felsen ragen wie riesige „Finger“ weit in den Ozean hinaus, sodass sich zwischen ihnen schmale, lange Buchten bilden, in welche die Wellen hereindrücken. Stets die Brecher im Blick, hatten wir uns Richtung Spitze einer solchen Zunge gekämpft und unsere Hardbaits in die Fluten befördert. Kurts Stecken ging krumm. Die Bremse kreischte…YES YES YES!

Am leichten Gerät (Kurts zweite Kombi) wusste der Fisch, wie man sich wehrt und bescherte uns eine schwitzige Stirn. BLUEFISH!!! Eine Spezies, die ich während des Urlaubs sehnlichst vermisst und bisher nur einmal zuvor in meinem Leben gefangen hatte, während meiner Backpackingreise durch Australien vor rund 10 Jahren. Kein großes Exemplar, aber der Morgen schien schon mal gerettet.

Wenn da nicht die Landung wäre… Die Höhenmeter zum Wasser, sowie der Hub der ein und auslaufenden Wellen waren so extrem, dass es kaum möglich war, den Fisch vernünftig in den Rockpool spülen zu lassen. Fast hatten wir ihn soweit, nur noch einen halben Meter, dann… schüttelt sich der Blaubarsch frei…

Eigentlich schon gefangen, aber nicht in den Händen, stießen wir einen Seufzer aus, aber ließen uns nicht entmutigen. Sofort flogen die Wobbler wieder Richtung offene See. Immerhin hatten wir alles auf Kurts Gopro.

Die Sonne ging auf, wir standen am wohl schönsten Fleck Europas und taten das was wir liebten. Fishing at its finest.

The best reason to be alive.

Dann spürte ich einen leichten Ruck im Handgelenk. War das ein Hänger? Gerade als ich dabei war meinen Wobbler aus dem Wasser zu holen, machte mein Herz einen Satz. Im schaumigen Weisswasser sah ich ihn an der Oberfläche abdrehen. Einen fetten Bluefish von vermutlich 5 Kilo +. Damn. Das wäre zu schön gewesen… vielleicht aber auch nicht, wenn ich mir die Landebedingungen vor Augen hielt.

Die Wellen rollten wie Panzer über die Steine und ließ uns im Minutentakt ein paar Sprünge nach hinten vornehmen. Sicher ist sicher… In der folgenden Viertelstunde, lieferte die Bucht keinen Kontakt mehr, sodass wir beschlossen, einen „Finger“ weiter zu ziehen. „Da geht noch was!“

Und so war es auch. Auf dem nächsten Felsen, ging nach nur wenigen Würfen Kurts Rute erneut krumm. Diesmal sein schwerer Stecken, den er mit einem Speedjig bestückt hatte, um möglichst Meter zu machen. Auf voller Entfernung war der Einschlag gekommen. Da kam ich mit meinem Tsurinaya nicht mehr hin. Mega geil!!! Endlich mal kein Hardbaitfisch.

Ebenfalls kein Riese, aber das war angesichts des vorausgegangenen Leidensweges und des gemeinsamen Erlebnisses völlig Latte! Kurt hatte zugeschlagen. Die Landung ging glatt. Das Strahlen in seinem Gesicht spricht für sich!

The fish is blue – but Kurt isn´t.
Dieser Cuda kam ca. eine Woche zuvor, als ich die Felsen zum zweiten Mal auskunfschaftete.

Wir fischten den Spot ohne einen weiteren Kontakt noch ca. 20 Minuten aus, bevor ich den Vorschlag unterbreitete, zurück zu den Klippen im Westen zu fahren, wo wir eine Stunde zuvor keinen Erfolg gehabt hatten. Dafür müssten sie jetzt da sein. Das Wasser sank, die Sonne stieg. Jene Conditions, die mir bis dato alle Fische gebracht hatten. Und so kam es auch diesmal. Leider keine Almacos. Aber dafür wollten die Cudas. Ich sah den Räuber blitzschnell aus der Deckung eines Felsens heraus auf meinen Köder schießen. Mega! 10 Minuten später legte Kurt nach. High Five mit nassen Flossen. Wir grinsten über beide Ohren.

Rakete Nummer 8 und damit der letzte Cuda des Trips.
Kurt kann auch Cuda – 2/3 der neu erworbenen Hardbaits hatten damit ihr Soll erfüllt.

Leider ging die Session für mich um 10 Uhr zu Ende. Gelohnt hat sie sich dennoch allemal. Fische gefangen, Erkenntnisse gesammelt und einen neuen Angelhomie dazu gewonnen. Ich hatte einen Termin zur Corona-Testung für den Rückflug im Krankenhaus von Funchal. Dafür musste ich erst knapp 50 Minuten zurück zu Nici, mich umziehen, sie einsammeln und anschließend 40 Minuten die Südküste entlang Richtung Hauptstadt brettern. Normaler Durchschnitt auf Madeira würde ich sagen. Ökologischer Fußabdruck lässt grüßen… Mit ein paar Minuten Verspätung und schwitzenden Händen kamen wir noch rechtzeitig an.

Last cast

Der restliche Tag war stressig. Menschenmassen, Schlafmangel und missglückte Shoppingversuche meiner Freundin im Moloch Namens Funchal ließen ordentlich Sozialphobie in mir aufkeimen. Auch meine Krankheit hatte aufgrund der zahlreichen, körperlichen Aktivitäten sowie kulinarischen Ausrutscher (Zucker, Weißmehl, histaminhaltige Speisen) wieder angeklopft. Nach ein paar Stunden waren wir mehr als froh, Funchal zu verlassen. Architektonisch und äußerlich schön, empfanden wir den Vibe der City eher als anstrengend, hoffnungslos und unangenehm. Viele gescheiterte Existenzen in den Seitenstraßen, die immer gleichen Souveniershops, aufdringliche Verkäufer und Restaurantbesitzer. Alles sehr hektisch und gewinnorientiert. Die einzige negative Erfahrung auf Maderia. Zum Glück hielt sie nicht lange an.

Zum Nachmittag hin gings an einen nahegelegenen Strand im Süden der Insel. Sonnenbaden, Schnorcheln und Vollfressen stand auf dem Programm. Die meiste Zeit lag ich rum und hoffte, dass mein Schub etwas nachließ, die restliche Zeit dachte ich unentwegt an die Blaufische. „Du fehlst mir noch…“. Das letzte Puzzlestück… Die Kirsche auf der Sahnetorte… In der Früh würde ich rausfahren, komme, was wolle, und diesen Blue landen.

Als die Sonne sank und der Strand sich leerte, kehrten ein wenig Kraft & Klarheit zurück.

Beim Schnorcheln zuvor, hatten wir eine atemberaubende Unterwasserwelt erlebt. Papageienfische, Meeräschen, Brassen, Lippfische und diverse andere bunte Arten ließen sich durch die Maske entlang des tief abfallenden Dropoffs beobachten. Ein paar Meter von den Steinen entfernt, wo der Grund bereits nicht mehr zu sehen war, tummelten sich Schwarmweise Köderfische. Reich gedeckter Tisch…

Es gab keine andere Möglichkeit für mich. Ich musste der Shoreline einen try geben. An keinem anderen Spot zuvor, hatten wir so viele Fischarten auf einem Fleck gesehen. Nici war dáccord mit dem Vorschlag, sofern wir nicht für Stunden versumpfen würden. Ich versicherte ihr, dass ich maximal eine halbe Stunde investieren würde und meinte es auch so.

Der Weg zurück zum Auto war die Hölle. Über ein halbes Dutzend steiler Serpentinen zu Fuß. Doch zum Abend hin wurde (vermutlich wegen der Restaurantbesucher) das Tor geöffnet und man konnte die gerade mal für eine Wagenbreite ausgelegte Straße bis zum Strandparkplatz hinunter kurven. Kommt jemand entgegen, hat derjenige mit dem kürzeren Weg zur Ausfahrt Pech. Auf Madeira lernt man Rückwärtsfahren…

Und Anfahren… Und Ausweichen… Und Parken…

Zurück zum Strand. Wir betraten den schmalen „Weg“ (oder besser gesagt Felsstreifen) der unter der riesigen Steilwand am Wasser entlangführt. Zu unserer Linken die gigantische, wohl an die 70m senkrecht nach oben ragende Klippe, zu unserer Rechten die verhältnismäßig flache & glatte ins Wasser laufende Steinformation, welche wie eine Art immer steiler werdende Rutsche unter Wasser fortläuft und den Dropoff bildet. Direkt hinter der Kante ist das Wasser bereits dunkelblau. 12-15 Meter Tiefe, wenn ich schätzen müsste.

Der Pfad verlief größtenteils gerade, hatte kaum Kurven. Ich brauchte jenen Punkt, der am weitesten ins Meer ragte, um den Köder im optimalen Abstand zum Ufer anbieten zu können. Dieser lag ca. 70 m vor uns. Nicht viele Schritte entfernt. Doch je weiter wir gingen, desto steiler und schmaler wurden manche Stellen des Gesteinspfades. Zudem kamen die Wellen bedrohlich hoch.  Nachmittags bei lowtide sind wir ihn problemlos gelaufen, jetzt ließen mich die dunklen, glänzenden Abschnitte Vorsicht walten. Ich lief voraus und es wurde eng. Ich plante jeden Schritt, inspizierte ständig die Oberfläche, trocken musste es sein. „Das sieht doch ganz gu…Hoppla, ok doch kein Grip.“ Ich spürte die Sohle rutschen, balancierte den Fehler aber irgendwie aus und konnte Halt finden. Meine Füße wieder sicher platziert, drehte ich mich zu Nici um, um sie vor dem Fehltritt zu warnen und ihr einen sicheren Weg zu weisen, doch genau in dem Moment, als ich die Worte in den Mund nahm, war es zu spät.

Sie war auf dieselben, vermeintlich trockene Optik hereingefallen und hatte ihren Schuh darauf platziert. Wie in Zeitlupe, sah ich ihren Fuß langsam wegrutschen und den Körper hilflos hinterher. Das arme Mädchen klatsche mit der Bauchseite auf das glitschige Gestein, alle Viere zur Seite gestreckt.

„NEIN, NEIN, NEIN“ brüllte ich. „Alles gut. Alles gut. Beweg dich nicht.“ Schockmoment für beide. Ich wollte sie packen, realisiert aber, dass es niemandem geholfen hätte, wenn ich auf sie draufgeplumst wäre und wir beide samt Klamotten und schwerem Rucksack ins Wasser gerutscht wären. Zum Glück war es keine todbringende Brandung, sondern ein recht moderater Übergang und dank der Lage gemäßigter Wellengang, sodass der Sturz ins Wasser sicher kein Todesurteil bedeutet hätte. Wäre sie hineingeflogen, hätte ich hinterherspringen und mit ihr ca. 100 m Richtung Strand schwimmen müssen. Das Hinausklettern an der Sturzstelle hingegen wäre eine ekelhafte Challenge geworden. Soweit kam es zum Glück nicht. Ich legte den Backpack ab, ging in die Hocke und streckte mich möglichst weit nach vorne zu ihr, drückte und zog sie hoch, so gut es ging. Nici robbte sich aus eigener Kraft nach oben und beförderte sich aus der Gefahrenzone. Mein „NEIN, NEIN, NEIN“ Mantra hielt weiterhin an und wurde durch „Es tut mir so leid, es tut mir so leid“ ergänzt.

Ihr Handgelenk blutete, an den Oberschenkeln waren rote Schrammen zu sehen. Sie hatte Schmerzen am ganzen Oberkörper und der Schock stand ihr ins Gesicht geschrieben. Sie weinte. Es tat mir so unglaublich leid. Ich hasste mich.

Als sie in Sicherheit war und ich dieselbe Stelle erneut passieren musste, wurde es auch für mich kurz brenzlig. Bzw. besser gesagt für uns beide… Der Autoschlüssel, den ich vorher in meiner Hand buxiert hatte (weil ich ihn entweder der liegenden Nici abgenommen oder aus meinem halboffenen Rucksack gerettet hatte, so genau weiß ich das nicht mehr), glitt mir beim Klettern aus den Fingern, rutsche ebenfalls den Stein herab und blieb kurz vor der Wasserkante auf einer kleinen Ansammlung von Seepocken liegen. Wie im Film. „FUCK….“ In Sekundenschnelle legte ich erneut alles ab und streckte mich mit dem Oberkörper Richtung Wasser. Die nächste Welle sah ich bereits aus dem Augenwinkel kommen. War sie schneller als ich, wars das für uns. Der dritte Versuch das kleine, angehängte Plastikschildchen zwischen Zeige und Ringfinger zu klemmen glückte aber und ich schaffte es, meine Hand samt dem darin liegenden Objekt gerade noch wegzuziehen, bevor sich das Wasser über den Stein ergoss. Was für eine Scheiße. Was für ein Dusel.

Ich nahm Nici in den Arm, hielt sie eine Weile und murmelte weiter meine wertlosen Entschuldigungen vor mich her. „Wir gehen jetzt, sofort“. „Tut mir leid, dass wir hierhergelaufen sind“.

Ich wollte mich auf den Weg machen, einfach nur weg von diesem Spot, doch Nici sagte: „Ne mach jetzt paar Würfe“.

„Vergiss es, du bist gerade auf die Fresse geflogen und ich bin schuld an der Scheiße. Wäre ich nicht so fischgeil, wäre das nicht passiert. Wir gehen jetzt“.

Sie versicherte mir, sie sei ok und dass es gar kein Stress wäre, wenn ich fische.

Wir diskutierten und ich begann zurück zu laufen. Nach ein paar Schritten sagte sie wieder „Mach jetzt, sonst war das umsonst“.

Ich hielt inne, schaute sie an. Sie war ok. Leicht verletzt und schockiert, aber alles war gut. Keine Brüche, keine schlimmen Wunden.

Ich sah in ihren Augen, dass sie es ernst meinte. Dass es wirklich ok war und sie wusste, dass es nichts am Sturz ändert, ob ich 5 Minuten fischte oder nicht.

„3 Würfe im „Laufen“, einfach hier vorne…“ sagte ich inkonsequentes, fischkrankes Arschloch.

Ich feuerte die 16 cm lange Sardinen Vollgas raus…Und bekam nach paar Umdrehungen den ersten Take. UFFF… Der Fisch blieb nicht hängen.

Auf den kommenden (definitiv mehr als 3) Würfen tat sich nichts mehr. Vielleicht nur ein kleiner Cuda… Egal, besser so. Ich angelte ohnehin nicht mit freiem Kopf. Die erste Situation im Urlaub, in der ich wirklich mit schlechtem Gewissen fischte. Und das macht wenig Spaß…

Wir liefen weiter zurück.

„Komm mach noch ein paar hier“ sagte Nici, kurz bevor wir in die letzten Kurve Richtung Strand bogen.

In wenigen Würfen fächerte ich die Fläche ab und sagte zu meiner Freundin: „Einen noch. Last cast…“

Während ich den Wobbler einholte und ihr erzählte, wie wir die Bisse der Barrakudas und Blaufische am Vortag im glasklaren Wasser mitverfolgen konnten und wie schnell die Attacken teilweise von statten gingen, geschah es. Direkt vor unseren Füßen.

Im goldenen Licht der untergehenden Sonne, schoss ein hellblau schimmernder Blitz aus der Tiefe auf meinen Köder, packte ihn, drehte ab und raste Richtung offenes Meer. Das alles geschah in Sekundenbruchteilen.

„BLUEFISH!“ schrie ich und sah fassungslos zu Nici. Wir beide strahlten uns an. „Alter, das gibt’s nicht…“

Das „Tut mir leid“- Mantra war soeben einer „Fuck, fuck, fuck“ Salve gewichen, die aufgrund der Kampfkraft des Fisches ziemlich lange anhielt und ihren Höhepunkt dann erreichte, als das Tier vehement begann, in die Tiefe zu ziehen.

Nachdem er anfangs ca. 20 m Schnur von der Rolle gerissen und ich ihn eine Weile auf Distanz gedrillt hatte, begann der ekelhafte Part. Zwischen uns lag der steinerne Dropoff, der sich in steilem Winkel Richtung Grund zog. Der Blue schien sich dieses Umstands bewusst zu sein und drängte immer weiter in die Tiefe, je näher ich ihn Richtung Land pumpte.

Dann war es wieder soweit. Die Geflochtene begann am Stein zu scheuern. Der Fisch stürmte immer weiter nach unten. „FUUUUUUUUUCK EY…..“

„Ich werde ihn verlieren. Er wird mich reefen…“ winselte ich zu Nici, die bereits aus eigener Initiative heraus ihr Handy gezückt hatte.

Ich atmete durch. Noch war die Verbindung da… „Dich krieg ich. Denselben Fehler mache ich nicht noch einmal…“ Also öffnete ich die Bremse und betete, dass die Haken gut saßen…

Jetzt konnte mein Gegner problemlos Schnur nehmen. Die Spannung war auf ein Minimum reduziert. Lieber Aussteiger als Abriss…

Die Minuten wollten nicht vergehen, doch irgendwann wurde der Winkel flacher… und flacher… Ohne den von mir ausgehenden Druck zog der Fisch wieder nach draußen. Und ich ließ ihn. Bis ich das Gefühl hatte, dass er weit genug weg war, um den nächsten Versuch zu starten. Nach ein paar Minuten spürte ich wie seine Power allmählich nachließ.

Der Kampf spielte sich nun auf den ersten Metern unter der Oberfläche ab. Ich erhöhte den Druck und pumpte ihn immer näher zu mir. „Bleib bloß oben, bleib bloß oben“.

Er schaffte es nicht mehr nach unten. Immerhin. Zwei der Drillinge saßen noch gut. Einer außen am Maul, einer auf Höhe der Brustflossen. Jetzt musste nur noch die (vermutlich stark beschädigte) Schnur halten.

Ich hielt die Spannung und tigerte die Felsen entlang, auf der Suche nach einem passenden Landeplatz. Dort, wo ich möglichst direkten Zugang zum Fisch hatte, ohne Steine dazwischen. Ich ließ die Welle kommen. Durchatmen. Das Fluo fest im Griff, liftete ich den Brocken mit Gefühl aus dem Wasser. „Ok schwer, aber die Tragkraft wird reichen“ dachte ich. Zügig, aber ohne hastige Bewegungen zog ich das Tier Stück für Stück nach oben und pendelte es in einer flüssigen Bewegung in den sicheren Rockpool hinter mir, und… Voila.

TOUCHDOWN!!! Das Ding war gelandet. Der Freudenschrei hallte die Felswände entlang. (Vermutlich hörte ihn dennoch keiner außer uns…)

Das gibt’s nicht. Der letzte Wurf. Der letzte Fisch… Der Sturz zuvor. Ich schlang meine Arme um meine Freundin und küsste sie. Sie freute sich (fast) genauso wie ich. Beide ehrlich geflasht von diesem Moment.

Das Puzzle ist komplett – maximale Demut und Dankbarkeit.
Butterflyeffect – kleine Wunden setzten großes in Gang.

Bild 43 Hinter der Kurve fand das Spektakel statt

Hätte sie mich nicht zu den letzten Würfen ermutigt, wäre uns (und euch) das Grande Finale verwehrt geblieben. Der perfekte Abschluss eines traumhaften Trips, der holprig angefangen und mit einem (für mich persönlich) großen Knall geendet hat. Für gestandene Meeresangler sicher kein Riese, aber mit seinen 3-4 Kilo definitiv der schwerste Fang des Trips. Und mein neuer Bluefish PB. Mir fehlten die Worte. Ich war absolut sprachlos. Ich badete in Endorphinen wie Dagobert in seinen Scheinen. Und für kein Geld der Welt hätte ich diesen Moment getauscht. Ohne Nici wäre diese Erfahrung 1. Nie zustande gekommen und 2. nicht halb so viel wert gewesen.

Schon lange hatte sie begriffen, weswegen ich dem Angeln auf ewig verfallen bin. Jetzt hat sie es selber gefühlt. Dieser Moment bedeutete mir alles.

Mehr gibt es nicht zu sagen. Ich höre dort auf, wo es am schönsten ist. Dass ich am nächsten Tag nicht mehr in der Früh zur Bluefishjagd aufgestanden bin, könnt ihr mir hoffentlich verzeihen. Auch wenn ich mehrmals mit dem Gedanken spielte. Es hätte einfach keinen Sinn gemacht. Momente wie den eben beschriebenen, muss man ziehen lassen.

Momente die mich über die letzten Jahre am Leben gehalten haben, mich angespornt haben weiter zu machen um noch mehr davon erleben zu dürfen. Neben dem Support der Engsten, der Spender und den Therapien, hat mich das Angeln wirklich gerettet. Jeder, der in der Scheiße steckt, aber irgendwie die Möglichkeit hat ans Wasser zu kommen, soll sich angesprochen fühlen. Es ändert nicht alles und löst nicht alle Probleme. Aber es lässt durchhalten, Kraft schöpfen und Liebe erleben. Es macht die Seele gesund.

Pathos Ende. Wie immer danke ich euch fürs Durchhalten. Ich hoffe ihr habt zumindest ein bisschen salzige Luft schmecken können. Vielleicht habe ich ja einen von euch sogar dazu bewegt, dieser wunderschönen Insel eine Chance zu geben. Vielleicht sieht man sich irgendwann zufällig „on the rocks“.

Liebe geht raus an meine Freundin, meine Jungs, die über die Jahre mit mir am Fisch geblieben sind, Freunde die ich neu kennenlernen durfte, sowie all jene die lesen und supporten. Es ist schön zu sehen, dass meine Inhalte Anklang finden und manche von euch begeistern. Dafür sind diese Mini-Romane da. Für das Gefühl der Verbundenheit, als kleiner Kopfurlaub für mich selbst und die Leser, sowie als Hilfestellung & mögliche Inspiration für andere. Ich habe mich freiwillig dazu „verpflichtet“, hier ab und an meine Erlebnissenftube auszudrücken.

Parallel dazu sind ein paar private Herzensprojekte in Planung, die ich schon vor meiner Erkrankung angehen wollte und auf die ich mich in Zukunft freue. Genauere Infos gibts, wenn‘s soweit ist. Bis dahin wird fleißig gefischt und geknipst. Seit letztem Jahr, bin ich wieder gut dabei.

Wer Bock hat zu erfahren, was ich zwischen meinen Trips so auf die Matte lege, kann mir gerne auf Instagram folgen unter @sunkentree_fishing

Ja, auch ich „musste“ mich der schwarzen Magie der sozialen Medien beugen und da kein S*hwanz mehr auf Facebook unterwegs ist und gefühlt alle Ereignisse innerhalb der Szene dort dokumentiert und diskutiert werden, hab ich mich ebenfalls für die Fütterung meines Feeds entschlossen. Als Designer mit Schwerpunkt Film, Fotografie & Text und Fan hochwertiger fishing shots, bietet sich‘s halt auch irgendwie an…

Freue mich natürlich über jeglichen Support in Form von nem Abo oder Like (Blabla..) vor allem aber auf den Austausch mit Gleichgesinnten (klingt iwie bisschen wie ein Lovoo-User in seiner Midlifecrisis…). Gerade für einen reisewütigen Angler wie mich, ist das echt ne coole Sache, um mit Leuten vom selben Schlag in Kontakt zu bleiben und Menschen mit demselben mindset kennenzulernen. Ist schließlich nicht alles kacke an Social Media… Auch wenn dort wahrlich genug fragwürdige Ego-Asteroiden umherschwirren…

In diesem Sinne bis zum nächsten Mal, euer sunkentree

(Wird wohl das gute alte Gummikind ersetzen, falls sich der Name ändern lässt :/)

Zufällig zu nice.
Wahnsinn, Rick! So genial geschrieben. Man ist wieder mittendrin, statt nur dabei. Tolle Fotos auch. Ich bin Fan Deiner Schreibe, Fan Deiner Sicht auf die Dinge und vor allem auch Nici-Fan! Da haste echt nen krassen Fisch an Land gezogen, den Du ganz sicher nicht releasen wirst :) Hut ab, alter Fighter! Und DANKE für diese Berichte.
Sprachlos und überwältigt! Vielen dank für das Teilen dieses Erlebnis! Wenn man sieht und liest, was trotzdem alles möglich ist, werden eigenen Probleme plötzlich ganz klein........ Danke!
Sprachlos, toll, einnehmend als wäre man Live dabei.
Hut ab!
Ich wünsch dir alles gute bei deinem Kampf gegen die Krankheit.
Halt dich an dem fest was dich stützt und dir immer wieder auf die Füße hilft.
Bin ein Fan von deinen Berichten!!!
Grüße
Stark! Supernice Fotos!
Chapeau! Mitreißend geschrieben. Bin geradezu durch die Zeilen geflogen. Stay strong! Ich drück dir die Daumen!
Der Kampf mit dem eigenen Körper kommt mir aufgrund eigener Autoimmunerkrankung nur allzu bekannt vor. Da ich mit Diagnose und Therapie gesegnet bin, geht es mir ebenfalls verhältnismäßig gut und schöne Angelerlebnisse wirken intensiver als je zuvor. Man weiß einfach wie schnell und leicht es im Leben dazu kommen könnte, zum letzten Mal am Wasser gewesen zu sein.
Mittendrin statt nur dabei, ganz großes Kino und bitte teile weiter solche Erlebnisse mit uns, vielen Dank für diesen mega Bericht!!!
Der Bericht ist wieder absolute Sahne :emoji_thumbsup:. Super geschrieben, völlig mitgefiebert.
Ich hab selbst gerne Angelsachen mit in den Urlaub genommen, paar Jahre fing ich traditionell den ersten Fisch des Jahres im Urlaub im Salzwasser. Aber seit die Tauchausrüstung stark angewachsen ist, inkl. UW-Knipskram hab ich einfach kein Gewicht mehr frei. Letzter Urlaub auf den Azoren vor paar Wochen hatte ich schon 3 kg "Übergewicht" beim Gepäck. Apropo Azoren, die Landschaftsbilder dort und auch die Küste ähneln deinen natürlich sehr. Unglaubliche Landschaften :hearteyes:.
Vielleicht sollte ich mich mal mit Sportgepäck beschäftigen, wobei ich vermutlich auch zu unvorsichtig fürs Shorefishing bin. Bei meinem letzten Salzwasserversuch in Costa Rica dachte ich mein Standplatz wäre safe. Die ersten 100+X Wellen war ers auch..... dann kam urplötzlich eine deutlich höhere.... und riß mich um und um ein Haar von meinem Felsen runter :oops:.
Klasse!
Ein großartiger Reisebericht, ach fast schon -roman! Ich bin schwer begeistert, was bei mir echt selten ist.
Wow, super! Wusste allerdings bis jetzt nicht, dass man kleinere Cudas essen kann...sind ja sonst giftig und keine Speisefische.
Mega gut :)
Wie immer mega geschrieben, danke für`s Mitnehmen. :emoji_thumbsup:
Ganz großes Kino! Danke!
@greece68 | Ein deutscher Guide auf den kanarischen Inseln sagt, dass man die europäischen Cudas essen könne. Giftig werden sie durch die jeweils aufgenommene Nahrung und das sei wohl zumindest auf den Kanaren nicht der Fall.
Nach den ersten Zeilen wusste ich, wer der Autor ist, ohne auf den Namen zu schauen. Genialer Bericht, vielen Dank!
Yeah, sowas lese ich gerne aber etwas nervt mich dann doch an der Geschichte.....ich hab dieses Jahr meinen Urlaub schon verbraten. :D
Wirklich ein klasse Bericht! Definitiv in den Top 3 die ich dieses Jahr im www gelesen habe!
Deine Schreibweise fesselt den Leser sofort und es war so als hätte ich selbst für kurze Zeit auf den Felsen gestanden und selbst meine Köder in die tosende Brandung geworfen!
Ein schöner Kurztripp für mich, grade da der letzte Urlaub schon 4-5 Jahre her ist.

ich wünsche dir für die Zukunft alles Gute und
Vllt solltest du dir den Fang des Lebens (Nicki) mal mit einem goldenen Lipgripp am Finger sichern! ;)
Oh Mann wie schön - wirklich alles. Tolle Erlebnisse in bester Weise verpackt!!!
Ich war vor fast genau 18 Jahren auf Madeira...mit meiner heutigen Frau ;-) den letztgemeinten Rat von @Snakesfreak kann ich nur bekräftigen
Toller Bericht! Um es mit einem Badesalz Zitat zu sagen: Der Mann gehört ins Fernseh'! :emoji_pray:
Danke mal wieder!
Absolut zum Eintauchen, da einfach fesselnd geschrieben! Ich habe wie PM500X auch nicht gleich auf den Verfasser geschaut, habe mich dann aber sofort an deinen "ersten Band" aus dem letzten Jahr (?!) erinnert und musste dein neues Werk in einem Zug verschlingen. :blush: Petri zu den tollen Fängen und alles gute für dich und dein tolles Mädel, das du jetzt aber wirklich zeitig heiraten solltest! ;) P.S.: Insta Abo folgt - ist bei solchem Content auch absolut sinnvoll (was die große Ausnahme bildet).
Mega Bericht! Eigentlich solltest du damit Geld verdienen, dass du anderen Menschen solche Reiseziele näher bringst.
Absolut top geschrieben!
Super Bericht, ich sollte doch eine Rute mit auf die Insel nehmen.
Sooo, melde mich jetzt auch mal zu Wort: Gigantisches Danke an alle für die lieben, persönlichen Worte, das Feedback, die Resonanz & Unterstützung. Wirklich schön zu sehen, dass noch ein paar bereit sind ein bisschen was zu lesen, in einer Zeit wo Reels, Shorts und Stories unser Leben dominieren. Bin nämlich selber echt lesefaul...Ebenfalls mega, dass einige von euch schon "länger" seit den letzten Berichten dabei sind. Und auch, dass ein paar ebenfalls in den Genuss der Insel gekommen sind. Freut mich, dass meine Erlebnisse, anderen etwas geben. Egal wohin man fährt oder fliegt, die ganze Welt ist ein Angelspielplatz, deswegen würde ich selber (sofern es für die Mitreisenden ok ist oder ins Soziale passt) immer eine Rute dabei haben und mich im Vorfeld über die Möglichkeiten schlau machen. Manchmal klappts, manchmal beisst man sich die Zähne aus. Wenn solche Missionen aber aufgehen, ist das ein unbeschreiblich geiles Gefühl. Mir gings auch darum zu zeigen, dass man mit wenig Geld ein bisschen was erreichen kann. Es muss nicht immer Boot, Charterausfahrt, Guiding, High End Tackle oder ein tropisches Reiseziel sein. Es geht auch pur. Wir sind hierzulande einfach so versteift auf wenige (oder nur eine) Fischspezies, dass viele meistens ausser Acht lassen was die Welt sonst noch an Arten, Orten und Angeltechniken zu bieten hat. Klar, die meiste Zeit sind die meisten von uns hier, aber gerade dann sollte man meiner Meinung nach die Zielfisch-Monotonie durch solche kleinen Abenteuer durchbrechen. Jede Fischart lässt immer ein bisschen Infos und Zusammenhänge für eine andere da. Was Nici angeht: Wir sind noch jung und haben viel vor. Heirat ist ein starkes Wort :D und garantiert ja am Ende auch kein ewiges Glück, bzw. ersetzt keine ehrlichen Gefühle. Wir treiben einfach mal weiter und schauen was so kommt :p. Die Zusprüche sind ihr natürlich nicht entgangen und haben ihre Backen dezent erröten lassen. Liebe Grüße an alle zurück. Danke auch an alle die mich auf Insta abonniert haben, sollte auch tatsächlich nur passieren wenn euch der Stuff gefällt und euch interessiert. Ehrliches Austausch & Support sind mir am wichtigsten. Ich bleib natürlich weiter dran. Fisch auf Fisch. Bin soeben vom mehrtägigen Streetfishing Trip aus Amsterdam mit meinen Jungs zurück gekehrt, muss noch bisschen Alltag & Uni erledigen, dann dürfte was kommen. #staysunken. Liebe Grüße & Straffe Schnüre an alle!
Was für ein toller Bericht. Vielen Dank dafür! Da steckt sehr viel Herzblut und Zeit drinne, toll das Du dieses Erlebnis mit uns geteilt hast.
Wow. Mich machen die Berichte jedes Mal fertig. Deine Schreibe erzeugt Kopfkino pur. Macht richtig Spaß. Dass Du die Chance nutzt, so ganz beiläufig über ME/CFS aufzuklären, top. Ist immer dabei, aber nie der Mittelpunkt der Story. Nici ist dieses Mal unfreiwillig der Mittelpunkt des Schlussakkordes. ich wünsche Euch beiden Tight Lines in jeder Situation am Wasser und zu Hause, LG
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