Letzter Ritt an den Peenestrom vor der Hechschonzeit (20.3.)

Letzter Ritt an den Peenestrom vor der Hechschonzeit (20.3.)

Wer diesen Winter noch mal sein Glück auf die Boddenhechte versuchen will, sollte sich dringend ranhalten. Denn der Countdown ist schon angezählt. In ein paar Tagen ist dann aber erst mal Schluss mit Hechteärgern. Barsch-Alarm wünscht den Hechten jedenfalls auch viel Spaß und richtig gute Erfolge beim Laichgeschäft.


Nachdem es am Peenestrom letztes Wochenende den ersten 40er gesetzt hat, sind nobo und ich recht spontan da hoch geeimert, um den Fischen mal ein wenig auf die Flossen zu treten. Auf der Hinfahrt hab ich dem nobo schon zuviel von dicken Fängen und Rekordhechten erzählt. „Mach das nicht, das bringt Pech!“, hat er mich noch gewarnt…

Als wir am Do. um 8.30 am Peenestrom ankamen, wurden wir gebührend empfangen. Und zwar von den Kollegen Nieselregen und Windböe, die nämlich kurz vor uns eintrafen. Aber Hacki machte uns Mut: „Die Teile stehen extrem flach. Macht Euch mal keine Sorge. Wir finden schon ein windstilles Eckchen, in das sich die Tiere zurückgezogen haben.“ Wenig später klingelte dann auch sein Handy. Sein Guide Torsten meldete einen 1,15 m langen Fisch, den ein Gast (Petri, Bernd!) im Moment rausgeholt hatte. Also nix wie rein ins Boot und ran an den Fisch!


Dann ging die Peitscherei los. Die Fische müssen im Moment echt hart erarbeitet werden. Denn mehrheitlich liegen sie regungslos in den strömungsarmen Bereichen auf dem Boden und denken nicht mal über eine eventuelle Nahrungsaufnahme nach. Hacki angelte mit einem relativ kleinen Blinker. nobo und ich setzten auch bei Wassertiefen von 1,5 m auf dicke Gummis. Doch an diesem Tag war für uns beide nix zu holen. Zwar hatten wir jeder exakt einen Biss (bei 8 h angeln), konnten diesen aber beide nicht verwandeln. Der Wind machte es uns auch echt nicht einfach, den Köder kontrolliert zu präsentieren. Nur Hacki holte sich einen kleinen Schnapper.


Aber wir hatten ja noch den Freitag. Doch zunächst mal bezogen wir zusammen mit Torsten ein 35-Euro-Quartier (für 3 Mann!) und redeten uns die Zungen blutig. Dazwischen wurden – zu dessen Belustigung – nobo’s „viel zu harte Gummifische“  (O-Ton Torsten) aufgekocht, damit diese schön weich werden und am nächsten Tag auch attraktiv durchs Wasser flattern. Dann entwarfen wir einen Schlachtplan für den Freitag und schliefen bester Dinge ein. Doch auch diesmal hatte ich meinen Mund nicht halten können und nobo mit dem magischen Wort „HECHT!“ aufgeweckt. Das Schicksal wollte ja schließlich herausgefordert werden. Auf dem Wasser mussten wir dann feststellen, dass sich der gelegentliche Regen zwar verzogen hatte, dafür wehte der Wind noch ein wenig kräftiger. Unseren Schlachtplan mussten wir dann jedenfalls ziemlich schnell verwerfen. Stattdessen schmissen wir wieder viel in der flachen Bucht vom Vortag auf. Wir wollten unbedingt einen Hecht heraustrainieren. Definitiv keine leichte Aufgabe! Ich setzte zu Beginn auf gelbrote Kopytos, nobo auf weiße Noname-Gufis. Den ersten Biss konnte ich verzeichnen. Doch außer mir den Ansaugteller auf den Zusatzdrilling zu schieben, wollte dieser Hecht nichts mit uns zu tun haben. Naja. Wenigstens gleich mal ein Biss. Doch dann ging lange nichts. Die nächsten drei Stunden tat sich wenig. Dann wechselte nobo auf die frisch aufgekochten Gummis. Und tatsächlich stand keine Viertelstunde später seine Rute krumm. „Das ist ein Dicker!“ Aber viel weiter kam nobo nicht. Da hatte sich der Fisch schon losgeschüttelt. Immerhin. Jetzt hing der erste Fisch wenigstens schon mal am Haken. Um kurz nach zwölf hörte man nobos Rute dann wieder nach oben schnellen. Diesmal hatte der Hecht den Köder voll im Maul. Nach einem knackigen Drill, erblickte ein 90er das Tageslicht und durfte dann auch gleich wieder schwimmen. Dann wieder ewig nichts. Wir testeten eine Menge Stellen an. Erfolglos. Wir also wieder dahin, wo nobo seinen ersten Hecht gefangen hatte.



Und wieder schwänzelte sein gekochter Gufi so verlockend durchs Wasser, dass ein 80er nicht widerstehen konnte. Das war’s dann aber auch gewesen. Vom neuen deutschen Hechtrekord also keine Spur. Aber vielleicht gelingt ja einem von Euch, woran wir „gescheitert“ sind. Noch habt Ihr ja ein paar Tage Zeit. Nachdem ich keinen Fisch abbekommen habe, werde ich mir in Zukunft auf jeden Fall überlegen, ob ich noch mal was von großen Fischen erzähle, bevor ich sie gefangen habe 🙂 Und sollte es dann beim nächsten Mal dann besser klappen, habe ich auch bei diesem Ausflug wieder viel dazu gelernt. Ob nobo seine „viel zu harten“ Gufis künftig erst mal abkocht, bevor er mit ihnen auf Hechtpirsch geht, wird sein Geheimnis bleiben…

Kategorien: Fangberichte

Kommentare

  1. thomas
    thomas 13 März, 2004, 15:23

    Kann nur neidisch lesen und aufs Ende der Schonzeit in Hessen (16.4.)warten.
    Werde mal kucken,ob ich im Herbst nicht auch mal da hochdüse, muß noch ein paar Mitfahrer suchen, gemeinsam machts mehr Spass und ist vor allem erschwinglicher

  2. dietel
    dietel 14 März, 2004, 08:18

    siehst ja, wie oft da ne fraktion von uns aufschlägt. wobei wir es halt recht nah haben. sind bei guten verkehrsbedingungen in unter 3 h oben. da kann man schon mal morgens loshacken und abends wieder heimfahren…

  3. dietel
    dietel 15 März, 2004, 09:37

    und zwar hat er den aus dem netz geholt, neben dem wir auch gefischt hatten – waren dem monster also sehr dicht auf den fersen…

  4. nobo
    nobo 15 März, 2004, 10:19

    tja, die fischer haben eben noch bessere chancen son dickvieh zu erwischen, wenn fast die halbe bucht mit netzen zugestellt wird.

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