19.02.2017 / 18:11 | Aktuelle Mondphase: abnehmender Mond

Jighead-Wacky – zappelnd zum (Winter-)Barsch

Ich habe neulich mal versprochen, dass ich einen kleinen Bericht über das Jighead-Wacky raushaue, weil mir die Methode im Moment die meisten Barsche bringt. Dem will ich nun Folge leisten. Also rein in die Materie: Wenn man nach „Wacky-Rig“ googelt, gibt’s direkt ein paar Treffer. Wenn man sich dann weiterklickt, werden die verschiedensten Systeme beschrieben, die eines gemeinsam haben: Der Köder ist quer aufgesteckt. Wacky ist also eine Anköderungsvariante, kein Rig an sich.

„Wacky“ heißt nicht „quer“, sondern wird übersetzt mit „verrückt“, „exzentrisch“, „schrullig“ oder „verdreht“. Letztere Deutung ist metaphorisch gemeint. In unserem Fall aber kann man das auch wörtlich nehmen. Der quer aufgespießte Köder ist ja tatsächlich um 90 Grad gedreht. Wenn wir dann drauf loszuppeln, bewegt sich der Köder tatsächlich verrückt, exzentrisch und vielleicht sogar ein bisschen schrullig. Denn egal an welchem Rig man einen Köder wacky anbietet, wippen immer beide Köderenden. Die Aktion hat nichts mehr mit der Aktion bei der konventionellen Anköderung zu tun.

Ein paar Montage-Optionen sind z.B.Texas-Wacky, Dropshot-Wacky, weightless oder weighted wacky. Beim weighted wacky gibt’s unterschiedliche Optionen. Man kann den Köder an einer oder an zwei Seiten mit einem professionellen Tungsten-Nailsinker, einer Schraube oder einem Nagel beschweren. Man kann auch den Haken mit Draht umwickeln oder einen Tungsten-Ring drüberschieben, um den Köder zentral zu beschweren.

 

Jighead-Wacky-Montage

Beim Jighead-Wacky montiert man den Köder quer an einem Bleikopf. Dadurch verlagert man den Schwerpunkt vom Köder weg. Beim Anzittern zieht das Blei einen Halbkreis um den Köder. So wird die Aktion besonders lebhaft. Zusätzlicher Vorteil ist, dass man den Köder schnell einigermaßen auf Tiefe bringt und er auch nicht so schnell aufsteigt, wenn man ihn anwackelt.

 

jighaed-wacky-aufmacher

 

Jighead-Wacky-Köder und -Jigs

Das Köderspektrum ist groß. Prinzipiell eignet sich alles, was einigermaßen lang und schlank ist. Aroma kann nicht schaden. Beim ultralangsamen Fischen sowieso. Da ist ein kerniges Flavour für mich Pflicht. Topköder sind z.B.: Würmer (z.B. reins Swamp, reins Swamp Mover , Yamamoto Kut Tail Worm, Keitech Live Impact, Tiemco PDL Multi Stick), Würste (reins Heavy Swamps, Keitech Salty Core Stick, Yamamoto Senko, Tiemco PDL Multi Stick Slide) Creatures (Keitech Hog Impact, Lunker City Hellgies) und schlanke Shads mit Paddel, bei denen der Teller in der Absinkphase genauso läuft, wie herkömmlich aufgezogen (z.B. reins Rockvibe Shad, Keitech Swing Impact).

Die Jigs bastle ich mir selber.

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Wenn sich die Köder zu einer Seite hin verjüngen, wandert der Haken in Richtung dickes Ende, so dass das schlanke Gummitier horizontal im Wasser liegt, wenn man es vertikal fallen lässt. Die optimale Position variiert von Gummi zu Gummi, ist aber schnell rausgefunden.

 

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DCIM100GOPRO

 

Jighead-Wacky-Einsatzgebiete und Köderführung

Die Montage kann man hervorragend nutzen, um Vertikalstrukturen wie Stege, Brückenpfeiler, Faschinenreihen oder isolierte Dalben abzufischen. Oft wird der Köder in der ersten Absinkphase genommen, wenn man nah an den Standplatz wirft. Da muss man gar nichts machen. Man kann aber auch im Freiwasser fischen. Oder eben am Grund.

Wenn die Fische im Winter aufgrund des heruntergefahrenen Stoffwechsels träge und lustlos sind, ist das Jighead-Wacky eine der Topmethoden, doch noch ein paar Fische rauszukitzeln, wenn auf Jig, T-Rig, Wobbler etc. kein Stachelfahnenträger beißen mag.

Die Slow-Motion-Winter-Köderführung ist ganz simpel: Auswerfen. Absinken lassen. Liegen lassen. Minimal anzuppeln. Liegen lassen. Zuppeln. Liegen lassen. Ein paar Zentimeter versetzen. Zuppeln. Liegen lassen. Usw.

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wacky-u20er

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Jighead-Wacky-Bisserkennung

Die Bisse kommen selbst jetzt manchmal als deutlich spürbarer Ruck an. Manchmal sieht man aber nur, dass sich die Schnur bewegt, weil ein Fisch den Köder wegträgt. Ein andermal ist beim Anzuppeln plötzlich ein Fisch dran, den man nicht bemerkt hat.

Ich war zweimal los, um ein paar Fotos für den Bericht hier zu knipsen. Leider sieht’s an der Spree gerade recht mau aus mit großen Barschen. Man muss sich überhaupt ganz schön abmühen, um ein paar Bilder zusammen zu bekommen. Aber genau das ist ja auch der Grund, warum man sich mit neuen Montagen und Methoden beschäftigt. Und irgendwann steht man dann mal an einem guten Gewässer, zieht das Ass aus dem Ärmel und ist voll im Dickbarsch-Rennen.

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Insofern kommt ihr sicher auch mit diesen Fotos hier zurecht.

9 Kommentare zu Jighead-Wacky – zappelnd zum (Winter-)Barsch

  1. Cool, dass der Artikel draußen ist. Ist doch ne sehr gemütliche Angelmethode, wie ich feststellen durfte, auch wenn ich bisher erfolglos blieb. Dieses Zeitlupengezuppel und die damit verbundene Ungewissheit, was beim Warten bis zum nächsten Zuppler passiert macht aber echt Laune.

    Ah so, seh ichs richtig, dass du wacky zZ nur mit Jighead fischst? Wie kommts?

  2. Wann immer es geht, fische ich so nah am Köder wie nur möglich. Ich mag lieber T-Rig als C-Rig. Ich dropshotte lieber ohne Seitenarm als mit. Und ich mach wacky lieber mit Jig als ohne 😀 Im Ernst: Lässt sich gut ansteuern. Direkter Kontakt. Und 3 Gramm sind selbst dem faulsten Spreebärschchen nicht zu viel.

  3. Das ist ein richtig toller Artikel. Schön gemacht mit den Bildern und so. Das motiviert mich, das Zeug mal aus der Kiste zu holen und auch mal zu benutzen.
    Außerdem ein fettes Lob für das neue Design der Site von mir. Super gemacht.

  4. Danke fürs Doppel-Lob!!! Das freut mich sehr. Zur Seite: Gibt noch viele kleine Baustellen. Aber das bekommen wir hin. Zum Wacky-Angeln: Ran ans Wasser. Und wenn nur kleine Barsche in der alten Fahrt rumgeistern, ist das halt so.

  5. Ab welchem Gewicht sollte man auf T- oder DS-Wcky wechseln? Mit 3 gr komme ich bei mir nicht weit, brauche eher 7 – 10 gr um den Grund zu erreichen (Schiffsverkeher, Strömung durch Schleusen).

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