Forellengewässer in Tasmanien

Forellengewässer in Tasmanien

Die Tatsache, dass Tasmanien über außergewöhnliche Forellenbestände verfügt, ist Amateur-Naturforschern aus dem 19.Jahrhundert zu verdanken, die Forelleneier aus England mitbrachten. Heute werden in den Bergseen sogar Weltmeisterschaften im Fliegenfischen durchgeführt.


Ursprünglich gab es in Australien keine Forellen, doch Angelfreunde aus England begannen schon um 1860 damit, Forellen und deren Eier zu importieren, was sich angesichts der langen Seereise als schwierig erwies. 1864 gelang es James Youl, eine Ladung eisgekühlter Forelleneier einzuführen.

Die Eier überlebten erstaunliche 91 Tage und den Transport auf einem Klipper, einem Dampfer, einem Flussboot und schlussendlich auf dem Pferderücken, bis sie schließlich in einigen Teichen nahe der tasmanischen Stadt Plenty freigesetzt wurden. Youl wurde später zum Ritter geschlagen – zum Teil auch dafür, dass er diesen Sportfisch in Tasmanien eingeführt hatte. Die Forellen besetzen eine ungewöhnliche Nische in Australiens Ökosystem. Bisher haben sich eingeführte Arten immer katastrophal auf die einheimische Tierwelt ausgewirkt. Die 1859 von Sportschützen initiierte Einfuhr von Kaninchen und die des Karpfen 1872 sind die bekanntesten und schlimmsten Fehler in der ökologischen Geschichte des Kontinents. Heutzutage wendet ein wesentlich umweltbewussteres Australien Millionenbeträge dafür auf, die zum Teil in bester Absicht eingeführten fremden Arten wieder auszumerzen – unter ihnen Kaninchen , Füchse, Karpfen, Aga – Kröten und sogar Brombeeren. Doch die Forellen nehmen einen Sonderstatus ein, und obwohl davon ausgegangen werden muss, dass sie eine starke Konkurrenz für bereits bedrohte einheimische Arten darstellen, gelten sie gewissermaßen ehrenhalber.


Es gibt eine ganze Reihe guter Fischgründe, und überall im Land warten professionelle Führer, um sie Euch zu zeigen. Um 1970 wurden mehr als 350.000 junge Bachforellen in den Lake Pedder gesetzt und 500.000 Regenbogenforellen in den Lake Gordon (beide liegen am Rand der Wildnis im Südosten). Sie gediehen prächtig in dem nährstoffreichen Wasser, und es gibt (wahrscheinlich maßlos übertriebene) Berichte von Anglern, die 20 Kilo schwere Bachforellen aus dem Lake Pedder geholt haben wollen.


Ob diese Behauptungen nun wahr sind oder nicht – das Durchschnittsgewicht der Bachforellen in diesem See liegt bei beachtlichen 4,5 Kilogramm. Die besten Fänge lassen sich in Tasmaniens Midlands machen, vor allem im Great Lake, Arthur `s Lake, Lake Sorell und Lake Crescent, aber auch in den vielen kleineren Seen dieser Region lohnt sich das Angeln. Im Arthur `s Lake wurden schon 1868  4,5 Kilo schwere Forellen aus dem Wasser gezogen. Wenn man wissen will, was in den Seen schwimmt, kann man das alte Castle Hotel in Bothwell besuchen. Dort bekommt man zweifellos eine Menge Anglerlatein zu hören, doch die ausgestopfte, 11 Kilo schwere Forelle über der Bar ist keine Erfindung irgendeines begeisterten Anglers.


Tasmaniens Forellensaison beginnt übrigens Anfang August und endet im April. Regenbogenforellen-Gewässer werden erst im Oktober freigegeben.
 


(Dieser Text ist für die Angelbegeisterten, in diesem Forum, komplett aus einem Australien Guide (National Geographic) zitiert worden. Wir bedanken uns alle beim anonymen Autor.)

Kategorien: Gewässer-Tipps

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