Ebro Update

Hey Leute, hier nun wieder mal ein paar Neuigkeiten aus Spanien. Schon längst wollte ich mal wieder bei euch melden, aber die wenige Freizeit, die ich für mich hier unten habe, muss halt auch für ein paar private Angelstunden reichen. Nachdem die Zanderangelei in den letzten Wochen etwas eingeschlafen ist, hat für die meisten Spinnangler nun die Zeit der Schwarzbarsche begonnen. Schon längst hätte man diese beangeln können, jedoch ziehen es die meisten Angler vor, die Fische nach der Laichzeit zu befischen. Just zu diesem Zeitpunkt war ich mit einem spanischen Angelmagazin unterwegs, um einen Barschreport zu basteln und wir hatten teilweise richtig dicke Fische im Boot. Das Ganze hat am oberen Stausee stattgefunden und wir waren überrascht, wie viele große Barsche in den unzähligen, verzweigten Buchten standen. Leider habe ich bei diesem Event nicht selber fotografiert und so ist diese Story nur in der „Solo Pesca“ zu sehen. Erholt sich der Schwarzbarsch trotz vieler zweifelnder Meinungen doch wieder? Bei den vielen Wettkämpfen im letzten Jahr wurde sich oft über mangelnde Fangquoten beklagt. Ein hausgemachtes Problem? Oder ist der Wels an allem schuld?

Apropos Barsch. Seit zwei Jahren ist am Caspe Stausee (embalse de mequinenza) ein verstärktes Aufkommen an Flussbarschen zu bemerken! Ein Bekannter von mir aus Bayern, der mit seinen Gästen ebenfalls den „lake caspe“ befischt, hatte an manchen Tagen mehr Barsche als Zander am Start. Dieses Phänomen wird von allen wahrgenommen, aber scheint die meisten gar nicht besonders zu verwundern.

Die Theorien, wie diese Tiere hierher gelangt sein könnten. gehen in alle Richtungen. Manche reden von „eingeschleppten“ Köderfischen, andere vermuten, dass diese Fische durch Zuflüsse in den Stausee „reingespült“ wurden. Egal wie: Eine besonders interessante Meldung. Und der Witz ist, dass sogar ich schon Zeuge bei einem Fang eines 40-plus sein durfte. Beim Alter eines solchen Fisches fragt man sich aber: Wo waren diese Fische bloß vorher?

Die Zander haben bis Ende Juni richtig Gas gegeben und ich konnte einige der richtig Großen live begutachten (tot und lebendig). Ich weiß nicht wie viele Metrige dieses Jahr schon gefangen wurden, aber es waren einige… Allein ein schweizer Team, welches bei uns gewohnt hat, hatte drei 90er und einen deutlich größeren verloren. Wie immer 😉 Jedoch glaube ich Ihnen, wenn sie sagen, dass das der 10Kg Fisch gewesen wäre. Diese wirklich professionellen Angler haben in den zwei Wochen fast 180 maßige Zander gefangen und das bei einer durchschnittlichen Angelzeit von gemütlichen sechs Stunden täglich.

Da kann man ihnen nicht verübeln, dass ein paar von denen in der Pfanne gelandet sind. Schließlich war ich selber öfter zum Essen eingeladen und es war ein wahrer Traum…

Auffällig war, dass die meisten der Dickzander dabei auf Köfi gefangen wurden. Ebenfalls ein interessantes Thema und für diejenigen, die wie ich hundertprozentige Spinnfischer sind, auch ein bisschen traurig. Naja, fangen wir halt die etwas „Kleineren“.

Die Welse beißen nach wie vor gut. Hin und wieder läuft es mal ein paar Tage schlecht, aber eigentlich kann man jederzeit mit einem Biss rechnen und den Welsen mit allen gängigen (erlaubten) Methoden nachstellen.

Es ist für mich immer wieder ein Erlebnis einen großen Fisch auf Landausflug zu begutachten. Gestern Nacht wurde mal wieder ein neuer spanischer Rekordwels gefangen. Mit 113 kg und 258 cm ein großartiges Tier, das von mehreren Zeugen (u. a. das spanische TV) gewogen und vermessen wurde.

Viele Grüße und beim nächsten Mal lasse ich mir nicht so lange Zeit mit dem Update, denn bald sind ja auch die Zander wieder am Start. Außerdem rechne ich auch jeden Tag mit hohem Besuch aus der BA-Zentrale… Ihr werdet es mit Sicherheit erfahren 😉

13 Kommentare

  1. Du Armer, hast echt nen miesen Job und soooo wenig Zeit 😉
    Schöner Bericht! Weiterhin viel Spaß in Spanien.
    Gruß Alex

  2. ich muss echt sagen, dass mich dieser catch&release-fundamentalismus nervt. die jungs haben keinen fisch mit in die schweiz genommen. kannst dir ja nochmal durchlesen, wieviel sie gefangen haben. wenn man sich dann rechtfertigen muss, dass man gelegentlich einen zander zum abendessen mitnimmt, wirds echt nervig. zumal es da unten keinen wirklichen zandernotstand gibt.

    tut mir leid. aber ich find so ne kommentare lächerlich. ob man den fischen den köder einhängen muss, um sie tot auf dem balkon zu fotografieren, ist ne andere frage. aber da lasse ich dem fotografen alle freiheiten.

    ein bisschen mehr toleranz könnte dir auch nicht schaden. immer mal bedenken, dass es die leute sind, die ab und an mal nen fisch mitnehmen, die das angeln hierzulande noch legitimieren…

  3. Wow! Dieser Bericht macht Lust selbst die Rute auf dem Ebro See zu schwingen!! Einer der noch ungelebten Träume..
    Muss allerdings auch meinen Senf in Sachen C&R abgeben. Wäre es nicht sinnvoll die Gäste dazu anhalten dieses ebenfalls zu betreiben? Sollen sich die Fische die das Gen zum Groß-werden haben ruhig noch ganz oft vermehren. Ein 60er oder 70er Zander schmeckt doch auch…

  4. die zanderfotos sind echt etwas ungluecklich.
    war aber zum glueck nicht ich, der das geknipst hat.

    viele gruesse an alle!!!

    Bis bald

    david

  5. Ich weiss wirklich nicht was ihr alle fürn Problem habt, es muss doch nicht immer jeder alle Fische zurücksetzen…
    Lasst die Leute doch selbst entscheiden was sie mitnehmen wollen. Leute die alles abschlagen mag ich ja auch nicht, aber gegen 2,3 Zandern aus 180 kann man doch wirklich nichts sagen, oder 🙄
    LG
    Moritz

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